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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bei Montage von Alufelgen Drehmoment beachten??


bora0815
12.03.2003, 14:17
Hallo,

bisher hatte ich nur Autos mit Stahlfelgen.

Da ich demnächst auf mein Fahrzeug (BORA Variant Special) wieder die Sommerreifen (auf Montreal II 6 1/2 J x 16) montieren möchte, habe ich zur Montage von Alufelgen mal 'ne Frage oder zwei...

Mit welchem Drehmoment muss man die festziehen?

Kann man sie auch einfach nach Gefühl festziehen?

MfG
Frank

Nach fest kommt ab!! - alte Schrauberweisheit ;-)

FloriV6 TDI
12.03.2003, 14:25
besorg Dir einen guten Drehmomentschlüssel und zieh die Felgen mit 120 NM an. Nach Gefühl ist meistens zu viel....

Turbofan
12.03.2003, 14:46
Genau, mit 120Nm macht man nichts falsch!
Nach Gefühl ist gefährlich, da jeder ein unterschiedliches Empfinden für Kraft hat: der eine wird zu fest anziehen der andere zu schwach! Daher würde ich immer mit einem Drehmomentschlüssel die Radschrauben festziehen!

Naranja
12.03.2003, 15:16
Stimmt absolut, was meine Vorredner sagen: Drehmomentschlüssel besorgen und mit 120Nm anziehen.

A6-Fahrer
12.03.2003, 15:45
Original geschrieben von bora0815
Kann man sie auch einfach nach Gefühl festziehen?
Nach fest kommt ab!! - alte Schrauberweisheit ;-)
Können kann man schon, wenn man 200 Schrauben am Tag anzieht geht das auch ohne, aber wie Du schon sagtest "nach fest kommt ab".

Also 120Nm ist i.a. richtig, sollte aber auch in der Bedienungsanleitung (!) stehen.

Gruß

Martin R
12.03.2003, 19:48
Also ich verwende beim Reifenwechsel grundsätzlich den Drehmoment - alles andere ist viel zu ungenau (Länge des Hebels, ...)

Aber sind 120 nicht ein kleines bisschen viel??

Speedy
12.03.2003, 19:59
Original geschrieben von Martin R
Also ich verwende beim Reifenwechsel grundsätzlich den Drehmoment - alles andere ist viel zu ungenau (Länge des Hebels, ...)

Aber sind 120 nicht ein kleines bisschen viel??



In den Beiblättern zu den meisten LM-Felgen steht drin, daß man die Radschrauben mit 110 Nm anziehen soll.
120 Nm sind auch auch o.k.
Auf ein paar Nm hin o. her kommt es auch nicht an.
Viel wichtiger ist, daß alle Radschrauben gleich fest angezogen werden - und das ist numal nur mit einem Drehmomentschlüssel möglich.
Außerdem sollten die Radschrauben nach ca. 50 - 100 km unbedingt nachgezogen werden, da sich ansonsten die Radschrauben lösen können.
Gerade bei den neueren Fahrzeugmodellen hat sich herausgestellt, daß sich die Radschrauben relativ oft lösen, wenn sie nicht mehr nachgezogen werden.

Gruß

beetle24
12.03.2003, 21:24
Original geschrieben von Speedy
Gerade bei den neueren Fahrzeugmodellen hat sich herausgestellt, daß sich die Radschrauben relativ oft lösen, wenn sie nicht mehr nachgezogen werden.

Sorry, das ist nicht so, wenn Du mit oft wirklich "oft" meinst.

Im Werk werden die Radschrauben bei einem Neuwagen nach einem kompliziertem Drehmonentverlauf unter Beachtung der Streckgrenze vollautomatisch angezogen und das Ergebnis in die "Geburtsurkunde" des Autos eingetragen und somit für Regressfälle protokolliert, wie alle Sicherheitsverschraubungen am Fahrwerk.

Ein Nachziehen ist nicht erforderlich und es lösen sich auch keine Radschrauben - schon garnicht oft.
Für dass, was nach der Werksgrenze passiert - also im Versandbereich und auf Lagerplätzen (Luftverlust ? ), kann ich nix zu sagen.

Übrigens sollte man schon die Momentenangaben genau nehmen: Wenn 110Nm drauf stehen, sollte man auch so verfahren.

Obgleich es selbstverständlich ist, wollte ich eines noch erwähnen:

- Einige LM-Felgen benötigen einen Zentrierring, der vor dem Anbringen der Felge auf die Nabe gesteckt werden muss. Der Zentriersitz auf der Felge darf nicht beschädigt werden, weil der aus Kunststoff bestehende Z-Ring zerstört werden kann.

- Einige LM-Felgen benötigen bestimmte Radschrauben mit besonderen Längen und Bundformen (Kegelsitz oder Kugelsitz).

- Bei fremden LM-Felgen besonders auf das vom Hersteller genannte Drehmoment achten.

Gruß ;)

Roger
12.03.2003, 22:59
Im Werk werden die Radschrauben bei einem Neuwagen nach einem kompliziertem Drehmonentverlauf unter Beachtung der Streckgrenze vollautomatisch angezogen

Im Werk mag das erprobt sein und stimmen, aber zu Hause habe ich kein besonders gutes Gefühl, wenn ich eine nigelnagelneue Alufelge das 1. Mal montiere. Ich habe das letzten Herbst an der C-Klasse meines Daddies gemacht. Da konnte man trotz Drehmomentschlüssel mit korrekter Einstellung und den passenden Schrauben mit Kegelbund *endlos* drehen, bis die beim ersten Mal fest wurden. Puh ! Die Schrauben mussten sich erst etwas in den Sitz der Felgen eindrücken, und das dauerte ...

Da habe ich auch darauf bestanden, nach 50 km persönlich nachzuziehen, so ein schlechtes Gefühl hatte ich. Obwohl dabei alles fest war und sich nicht mehr nachziehen ließ.

Bei bereits montierten Felgen hätte ich aber keine Bedenken, aufs Nachziehen zu verzichten. Voraussetzung: Korrektes Drehmoment.

Naranja
13.03.2003, 00:49
Original geschrieben von Martin R

Aber sind 120 nicht ein kleines bisschen viel??

Nein, das ist der Wert, der in der BEtriebsnaleitung steht.

beetle24
13.03.2003, 07:53
Original geschrieben von Roger
...Da habe ich auch darauf bestanden, nach 50 km persönlich nachzuziehen, so ein schlechtes Gefühl hatte ich. Obwohl dabei alles fest war und sich nicht mehr nachziehen ließ.

@Roger...
... ja, das ist völlig OK. Bei Selbstmontage oder Radwechsel nach Werkstattaufenthalt (auch VW-Betriebe) muss man noch mal prüfen.

Die Problematik ist die, dass mit Handschraubern nur einfach Momentenverläufe realisiert werden können und zum anderen montiert man meistens an Fahrzeugen, die schon eine Laufleistung haben und durchaus Rostansatz auf der Nabe oder dem Zentriersitz aufweisen.

Wenn man sich den Felgenabdruck auf der Nabe anschaut, sieht man, dass die Felge nicht vollflächig aufgelegen hat, sondern punktförmig.

Andere Felgen, insbesondere Aluräder haben aber ein ganz anderes Auflagemuster. So kann es Kontakt zu Flächen kommen, die angerostet sind. Diese hauchfeine Schicht und evtl. Grate müssen sich erst sezten - trotz "Schlag"schrauber.

Besser ist es , zusätzlich die Auflagefläche an der Nabe großflächig von Rost zu befreien - auch am Zentriersitz einmal "rumfahren" (Stahlbürste).

"Feste" Grüsse ;)

(

sax
13.03.2003, 08:22
Ein freundliches Hallo an alle Spezis hier!!

Habe an meinem neuen Golf ja auch Alus aber z.Zt. Winterpneus auf Stahl. Da ich mir nun auch mal nen Drehmomentschlüssel kaufen will, könnt Ihr mir vielleicht sagen, wo man so einen günstig schiessen kann? Worauf muss man achten?

Gruß

sax

FloriV6 TDI
13.03.2003, 08:24
nun, dass mit günstig schiessen ist immer so eine sache.
Entweder zweimal Schrott kaufen oder gleich was ordentliches.
Würde Dir Famex empfehlen, die bieten Ausgezeichnete Qualität und auch einen halbwegs homogenen Preisrahmen. hehehe

Bei Werkzeug sollte man kein Billigklump kaufen. Erst recht nicht bei einem Drehmomentschlüssel. :cool:

sax
13.03.2003, 08:48
wo bekommt man famex??? wenn man auf www.famex.de geht kommt nen sexshop aus augsburg, oder vertreibt der auch sowas?!

sax
13.03.2003, 08:57
cool es ist www.famex.com ..... :)

Roger
13.03.2003, 09:14
@sax:

Ich habe mir mit meinem Daddy zusammen einen von Gedore zugelegt. Der hat einen Einstellbereich von 50-250 Nm und "knickt" bei Erreichen des eingestellten Drehmomentes ab. Das Ding hat vor ca. 10 Jahren mal 160 DM gekostet, ist aber wirklich Qualität. Damit haben wir schon x-mal an unseren drei Autos und auch bei Bekannten die Räder umgesteckt und andere Arbeiten gemacht.

Einen Kleinen habe ich auch noch, von 8-50 Nm, ebenfalls Gedore. Den Preis weiß ich aber nicht, war ein Geschenk ;) .
Günstig geht bei Werkzeug leider oft zu Lasten der Qualität. Lass Dich einfach mal in einem Werkzeugfachhandel beraten. Ein "Abknicker" sollte es schon sein. Die ganz billigen Baumarktschlüssel nur mit Skala kann man ja eigentlich nur zu zweit benutzen *ggg* .

@Manfred:

Kennliniengesteuerte Radmontage ist schon eine feine Sache, nur ist meine Garage für so eine Montagestraße eindeutig zu kompakt gebaut ;) . Bisher kann ich mich über die Handmontage mit Drehmomentschlüssel nicht beschweren, auch das Lösen mit dem vom Hebelarm nicht gerade überdimensionierten Bordwerkzeug geht danach problemlos, im Gegensatz dazu ist das nach einem Werkstattbesuch meist unmöglich. Man sollte daher nach meiner Erfahrung zu Hause nicht nachziehen (fester geht sowieso nicht ...), sondern lieber rundherum mit einem Radkreuz leicht lösen und mit Drehmomentschlüssel wieder korrekt anziehen. Bei der nächsten Panne wird man sich darüber freuen, so vorgesorgt zu haben.

Geärgert hat mich nur, dass die Radschrauben bei meinem vorherigen Golf III nach 4-5 Jahren vom Gewinde her ziemlich schwergängig / leicht rostig waren und von daher ohne ausgiebige Bearbeitung mit der Drahtbürste das Drehmoment sicher nicht mehr stimmte. Das war bei jedem Umstecken Sommer/Winter und umgekehrt nötig. Außerdem gingen die Hinterräder regelmäßig kaum vom Sitz an der Radnabe ab, egal ob Stahl oder VW-Alus. Selbst regelmäßiges Reinigen und etwas Kupferpaste am Zentrierring half nur eine Saison.

beetle24
13.03.2003, 20:32
Original geschrieben von Roger
Man sollte daher nach meiner Erfahrung zu Hause nicht nachziehen (fester geht sowieso nicht ...), sondern lieber rundherum mit einem Radkreuz leicht lösen und mit Drehmomentschlüssel wieder korrekt anziehen. Bei der nächsten Panne wird man sich darüber freuen, so vorgesorgt zu haben.


OK - so ist es richtig. Statt nachziehen sollte es besser "Überprüfen" heissen - ich werde auch immer nervös, wenn ich bei meinen Autos mal "nachziehen" will und sofort knackt der Nm_Schlüssel. Dann waren die einfach vorher zu fest montiert.

Original geschrieben von Roger
Geärgert hat mich nur, dass die Radschrauben bei meinem vorherigen Golf III nach 4-5 Jahren vom Gewinde her ziemlich schwergängig / leicht rostig waren und von daher ohne ausgiebige Bearbeitung mit der Drahtbürste das Drehmoment sicher nicht mehr stimmte. Das war bei jedem Umstecken Sommer/Winter und umgekehrt nötig.

Du sprichst ein ernstes Problem an: Rost am Gewinde UND / ODER am Bund (Schrauensitz) "bremsen" das Anzugsmoment. Die Folge, die Schraube ist nicht richtig gespannt, weil das Anzugsmoment an anderer Stelle durch Reibung "verbraucht" wird. Dadurch können sich die Schrauben lockern und auf einen Schlag abscheren.

Daher hat z.B. VW beim GP-Sharan 2001 neue Radschrauben eingesetztmit integrierter Gleitscheibe (Achtung Felgen und Radschrauben beim Sharan nicht kompatibel !!!)

Ist quasi eine geteilte Radschraube = Durchgangschraube + Unterlegscheibe mit Formteil.

Gruß ;)

gwg
13.03.2003, 20:36
Original geschrieben von beetle24
OK - so ist es richtig. Statt nachziehen sollte es besser "Überprüfen" heissen - ich werde auch immer nervös, wenn ich bei meinen Autos mal "nachziehen" will und sofort knackt der Nm_Schlüssel. Dann waren die einfach vorher zu fest montiert.



Du sprichst ein ernstes Problem an: Rost am Gewinde UND / ODER am Bund (Schrauensitz) "bremsen" das Anzugsmoment. Die Folge, die Schraube ist nicht richtig gespannt, weil das Anzugsmoment an anderer Stelle durch Reibung "verbraucht" wird. Dadurch können sich die Schrauben lockern und auf einen Schlag abscheren.

Daher hat z.B. VW beim GP-Sharan 2001 neue Radschrauben eingesetztmit integrierter Gleitscheibe (Achtung Felgen und Radschrauben beim Sharan nicht kompatibel !!!)

Ist quasi eine geteilte Radschraube = Durchgangschraube + Unterlegscheibe mit Formteil.

Gruß ;)

Hallo,
was spricht dagegen einen Tropfen Öl oder etwas ähnliches auf das Gewinde zu geben??
Festgerostete Schrauben Würde es dann nicht mehr geben!?
MfG
Günther

Roger
14.03.2003, 13:32
@gwg:

KEIN ÖL !!!

Dann stimmt das Drehmoment wieder nicht, weil die mitberechnete Reibung in den Gewindegängen weitgehend entfällt. Aus diesem Grund kann sich eine geölte Verschraubung auch viel leichter wieder lösen. Das müsste auch in der BA als Warnhinweis stehen, wenn ich mich recht erinnere.

Gegen sparsamen Einsatz von Kupferpaste sollte (?) aber eigentlich nicht viel sprechen. Man möge mich aber gerne korrigieren, denn das wird in wenigen Wochen wieder ein Thema für mich und bestimmt auch für manch anderen ...

gwg
14.03.2003, 13:43
Original geschrieben von Roger
@gwg:

KEIN ÖL !!!

Dann stimmt das Drehmoment wieder nicht, weil die mitberechnete Reibung in den Gewindegängen weitgehend entfällt. Aus diesem Grund kann sich eine geölte Verschraubung auch viel leichter wieder lösen. Das müsste auch in der BA als Warnhinweis stehen, wenn ich mich recht erinnere.

Gegen sparsamen Einsatz von Kupferpaste sollte (?) aber eigentlich nicht viel sprechen. Man möge mich aber gerne korrigieren, denn das wird in wenigen Wochen wieder ein Thema für mich und bestimmt auch für manch anderen ...

Hallo,
Kupferpaste schmiert doch genauso, backt an den Außpuffschrauben aber nicht so fest wie Fett oder Öl!
Ich mache immer etwas Spray dran, das trocknet dann zu so einer festen Pulver ab, ähnlich wie Seife, und nichts rostet fest!
Habe noch nie lose Radschrauben gehabt!
Ich kann nachher mal schauen wie das Spray heist.
MfG
Günther