PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Beruf: Autoverkäufer / Provisionsbasis


a3kornblume
05.08.2003, 19:10
Hallo,

mich würde mal brennend interessieren, wie diese `Provisionsgeschichte` funktioniert. Ich meine, klar - ein Autoverkäufer bekommt ein Festgehalt und zusätzlich dann eine Provision.
Nur, was bedeutet das in Zahlen? Ist beispielsweise das Festgehalt höher als die Provision, oder ist es eher umgekehrt?
:confused:

Und wie ist das dann mit der Marge? Ich habe mich hier im Forum schon schlau gelesen, das war schonmal sehr aufschlußreich :) ich weiß nur nicht wie das mit der Marge in Bezug auf den Verkäufer gerechnet wird:
Beispiel: Angenommen, ein Fahrzeug wird für 15000 Euro verkauft und an dem Fahrzeug gibt es 10% Marge (also 1500 Euro). Weiter angenommen, der Verkäufer gibt 5% weiter (also 750 Euro), hat er dann 750 Euro in der Tasche, also brutto?
:confused:

Und...wieviel Fahrzeuge verkauft wohl ein einzelner Verkäufer durchschnittlich im Monat (ich weiß - das hängt von vielen Faktoren wie beispielsweise der Größe des Händlers ab, aber vielleicht gibt es da doch `ne Art `Anhaltspunkt`)?
:confused:

Schonmal `Danke`.


Gruß
a3kornblume

P.S.: Hintergrund: Ich habe mich als Autoverkäufer (nein, leider nicht im VW-Konzern ;) ) beworben und gehe Ende der Woche zu einem Vorstellungsgespräch. Da ich aber quasi ein Quereinsteiger bin -also noch nie ein Auto verkauft habe- kenne ich mich mit dieser Materie nicht wirklich aus..

GolfTDIGTI
05.08.2003, 20:02
Hallo!

Man bekommt ein niedriges Festgehalt, z.B. 600Euro. Im Monat sollte man dann schon 10 Autos verkaufen, sonst verdient man nicht viel. Dieser Beruf ähnelt einem Haifischbecken, nicht zu empfehlen.

Gruß! Matthias

P.S. Das nennt sich Automobilkaufmann

deBORA
05.08.2003, 20:44
Original geschrieben von GolfTDIGTI
Im Monat sollte man dann schon 10 Autos verkaufen, sonst verdient man nicht viel. Dieser Beruf ähnelt einem Haifischbecken, nicht zu empfehlen.



Mein "persönlicher" Verkäufer verkauft jeden Tag 1 bis 5 Autos im Schnitt. Er betreut üblichweise Firmen.

Er verdient ca. 50 % mehr als ich.

Es ist wie bei jedem Beruf. Wenn man ganz oben ist, ist es easy.

Gruß

deBORA

a3kornblume
05.08.2003, 22:08
Aha. Das ist ja schonmal interessant ... aber wie ist es denn nun mit der Marge? Verhält es sich so, wie in meinem Beispiel oben bzw. sind die 750 Euro dann quasi brutto zu sehen?


Gruß
a3kornblume

PaVaTip
05.08.2003, 22:11
[QUOTE]Original geschrieben von a3kornblume
[B]
Beispiel: Angenommen, ein Fahrzeug wird für 15000 Euro verkauft und an dem Fahrzeug gibt es 10% Marge (also 1500 Euro). Weiter angenommen, der Verkäufer gibt 5% weiter (also 750 Euro), hat er dann 750 Euro in der Tasche, also brutto?
:confused:

Wenn der Verkäufer die volle Marge abzgl. gegeb. Rabatt einstecken dürfte, wäre das für Ihn zwar sehr schön :D , für den Laden aber weniger ;) . Von den 750€ brutto, die "überbleiben", bekommt er einen prozentualen Anteil.
Schließlich ist der Verkäufer der einzige "produktive" Mitarbeiter im Autohaus/Verkauf und muß solche Leute wie Buchhalter, Disponenten, Putzfrauen und Chefs mit durchfüttern.:p

Cisco
05.08.2003, 22:48
Original geschrieben von PaVaTip
[QUOTE]Original geschrieben von a3kornblume
[B]
Beispiel: Angenommen, ein Fahrzeug wird für 15000 Euro verkauft und an dem Fahrzeug gibt es 10% Marge (also 1500 Euro). Weiter angenommen, der Verkäufer gibt 5% weiter (also 750 Euro), hat er dann 750 Euro in der Tasche, also brutto?
:confused:

Wenn der Verkäufer die volle Marge abzgl. gegeb. Rabatt einstecken dürfte, wäre das für Ihn zwar sehr schön :D , für den Laden aber weniger ;) . Von den 750€ brutto, die "überbleiben", bekommt er einen prozentualen Anteil.
Schließlich ist der Verkäufer der einzige "produktive" Mitarbeiter im Autohaus/Verkauf und muß solche Leute wie Buchhalter, Disponenten, Putzfrauen und Chefs mit durchfüttern.:p

Hmmm...ich würde eher sagen die meisten verdienen ihr Geld mit der Werkstatt, oder ?

Cisco

Cisco
05.08.2003, 22:53
Original geschrieben von deBORA
Mein "persönlicher" Verkäufer verkauft jeden Tag 1 bis 5 Autos im Schnitt. Er betreut üblichweise Firmen.

Er verdient ca. 50 % mehr als ich.

Es ist wie bei jedem Beruf. Wenn man ganz oben ist, ist es easy.

Gruß

deBORA

Da du ja genauere Zahlen zu kennen scheinst: wieviel kriegt denn der pro Auto ungefähr an Provision ?

Und kriegt der was vom Überschuss den das AH hat oder verlangen die nen Pauschalbetrag und der Verkäufer trägt z.B. einen besonders guten Rabatt selbst ?

Das System hat mich schon immer interessiert :-)

Cisco

deBORA
05.08.2003, 23:18
Original geschrieben von Cisco
wieviel kriegt denn der pro Auto ungefähr an Provision ?



Mein Verkäufer hat mir gesagt, daß er 200 Euro pro Autoverkauf an mich an Provison bekommt.

Sein Gehalt ist aber wegen seines Alters als "Seniorverkäufer" und seiner Betriebszugehörigkeit und seiner Stellung als Firmenkundenbetreuer nicht mit einem x-beliebigen Verkäufer vergleichbar.

Gruß

deBORA

GolfTDIGTI
06.08.2003, 00:04
Original geschrieben von deBORA
Mein "persönlicher" Verkäufer verkauft jeden Tag 1 bis 5 Autos im Schnitt. Er betreut üblichweise Firmen.

Er verdient ca. 50 % mehr als ich.

Es ist wie bei jedem Beruf. Wenn man ganz oben ist, ist es easy.

Gruß

deBORA

Hallo!

Kommt halt auf die Größe des Autohauses an. Als Chefverkäufer hat man es natürlich auch besser;)

Gruß! Matthias

mepf
06.08.2003, 07:08
Original geschrieben von Cisco
Hmmm...ich würde eher sagen die meisten verdienen ihr Geld mit der Werkstatt, oder ?

Cisco
Hallo Cisco,

das glaube ich nicht so ganz, es gibt immernoch Leute, die Ihr Auto zum Listenpreis kaufen. Nicht jeder ist so ein "Fuchs" wie wir hier im Forum. Wenn ich da so an meinen Schwiegervater denke...:rolleyes: Und übertrage nicht die VWsche Rabattpolitik auf andere Marken. Hier vor Ort beim Benz-Händler gibt's z.B. 0.00 % auf einen SLK.

Gruß

Dirk

Cisco
06.08.2003, 07:43
Original geschrieben von deBORA
Mein Verkäufer hat mir gesagt, daß er 200 Euro pro Autoverkauf an mich an Provison bekommt.

Sein Gehalt ist aber wegen seines Alters als "Seniorverkäufer" und seiner Betriebszugehörigkeit und seiner Stellung als Firmenkundenbetreuer nicht mit einem x-beliebigen Verkäufer vergleichbar.

Gruß

deBORA

Bei 1-5 Autos pro Tag ist das wirklich kein schlechtes Gehalt ;-)
(macht bei nem Schnitt von 3 Autos am Tag immerhin gut 12k im Monat - sehr sehr ansehnlich...)

Gruß
Cisco

Walter4
06.08.2003, 10:20
...gelegentlich auch Höker genannt, ist einer, der dabei übrigens ganz ehrlich sein kann, welcher hauptsächlich von der Dummheit der Kundschaft lebt. Das klang ja oben schon an: Vielen Leute ist die "orientalische" Händler-Mentalität so suspekt, daß sie -wenn überhaupt- nur schüchtern nach Prozenten fragen und sich dann meist mit ein paar Fußmatten oder allenfalls 3% abspeisen lassen. Bei Mercedes ist das Roß, auf dem sie sitzen, selbst für 3% schon zu hoch. (Wer Liebhaber ist, muß eben Liebhaber-Preise zahlen). Dabei heißt "Händler", daß verhandelt wird, auch vom Kunden. Nur wissen das eben nicht alle.
Die Füchse, die sich hier im Forum treffen, sind, was Durchblick anlangt, eher die Ausnahme (Gottseidank, sagt der Höker).
Und mit der mitleidheischenden Klage, man müsse die ja auch leben lassen, kann ich nichts anfangen: Ich lasse ja den leben, der das günstigste Angebot macht. Und der ist sicher auch nicht von der Caritas (Marge hin, Marge her)...
MfG Walter

mepf
06.08.2003, 10:24
@Walter4:
Daher kommt dann wohl auch der Ausdruck: "verhökern" (oder liegt der Fall umgekehrt?)!

Gruß

Dirk

Martin
06.08.2003, 11:03
Die Verdienstquellen der Autoverkäufer sind sehr vielfältig:

- Grundgehalt
+ Verkaufsprovision (NW und GW)
+ Vermittlungsprovision für Finanzierung und Leasing
+ Vermittlungsprovsion für Versicherungen etc.
+ diverse Incentives von Herstellern, Banken und Versicherungsgesellschaften

Gerade die Vermittlungsprovisionen sind in den letzten Jahren zunehmend zum fast wichtigsten Bestandteil geworden. Zum Teil verdient der Verkäufer an einem Kreditvertrag mehr als am reinen NW-Verkauf.

Wir (bin bei einer Autobank beschäftigt) hatten einen Fall, indem ein GW-Verkäufer (!) allein durch die Vermittlung unserer Kreditverträge in einem Jahr eine Provision i.H.v. über 100.000 € erhalten und zusätzlich lt. Steuerfahndung nicht versteuert hat. Da ist selbst mir die Kinnlade heruntergefallen.

Der Verdienst ist jedoch erheblich von der Organisation des jeweiligen Händlers abhängig. Jeder Händler gibt unterschiedliche Anteile "seiner Provisionen" an die Verkäufer weiter; manche des überwiegenden Teil, manche fast garnix.

Gruß,
Martin

[EDIT: Tippfehler]

Strich8
06.08.2003, 11:11
Original geschrieben von Martin
Wir (bin bei einer Autobank beschäftigt) hatten einen Fall, indem ein GW-Verkäufer (!) allein durch die Vermittlung unserer Kreditverträge in einem Jahr eine Provision i.H.v. über 100.000 € erhalten und zusätzlich lt. Steuerverahndung nicht versteuert hat.

War es vielleicht die Steuerfahndung?

MfG
Tax King

Martin
06.08.2003, 11:19
Original geschrieben von Strich8
War es vielleicht die Steuerfahndung?

MfG
Tax King

Genau die war es! :D

29,5 °C im Büro, so als Entschuldigung ...

Gruß,
Martin

a3kornblume
06.08.2003, 19:11
DANKE. Jetzt bin ich schon um einiges schlauer :)

Ähm...jetzt hab` ich noch eine Frage: Wie sieht das eigentlich mit Firmenwagen aus in der Branche? Ist das üblich, das man als Autoverkäufer ein Auto gestellt bekommt?


Gruß
a3kornblume

Jack
06.08.2003, 19:15
Original geschrieben von a3kornblume
DANKE. Jetzt bin ich schon um einiges schlauer :)

Ähm...jetzt hab` ich noch eine Frage: Wie sieht das eigentlich mit Firmenwagen aus in der Branche? Ist das üblich, das man als Autoverkäufer ein Auto gestellt bekommt?


Gruß
a3kornblume
Normal schon...aber soviel ich weiss, muss 1% vom Neupreis des Fahrzeugs versteuert werden.


Bye

a3kornblume
06.08.2003, 19:36
Original geschrieben von Jack
Normal schon...aber soviel ich weiss, muss 1% vom Neupreis des Fahrzeugs versteuert werden.


Bye

Und das heißt..? Ich meine, man muss doch nicht für `nen Firmenwagen bezahlen, oder?


Gruß
a3kornblume

Jack
06.08.2003, 19:39
Original geschrieben von a3kornblume
Und das heißt..? Ich meine, man muss doch nicht für `nen Firmenwagen bezahlen, oder?


Gruß
a3kornblume
So gesehen schon...du nutzt das Auto ja auch. ;)


Bye

Cisco
06.08.2003, 20:11
Original geschrieben von Jack
Normal schon...aber soviel ich weiss, muss 1% vom Neupreis des Fahrzeugs versteuert werden.

Bye

1% vom Neupreis plus 0,03% je km von der Wohnung zum Arbeitsplatz - die ganz normale Dienstwagenregelung.

Cisco

Strich8
07.08.2003, 09:16
Original geschrieben von a3kornblume
Und das heißt..? Ich meine, man muss doch nicht für `nen Firmenwagen bezahlen, oder?

Du zahlst letzlich die auf den Nutzungswert entfallende Lohnsteuer und Sozialversicherung (bis zur Beitragsbemessungsgrenze).

Hinsichtlich der Fahrten Whg,-Arbeitstaette kannst Du allerdings die Entfernungspauschale als Werbungskosten ansetzen, alternativ kann der Arbeitgeber pauschal versteuertes Fahrgeld uebernehmen, was dann den individuell zu versteuernden Nutzungswert mindert.

Muss man alles im Einzelfall durchrechnen....

klamni
07.08.2003, 15:59
Es gibt aber auch Firmen, da läuft es anders: du bekommst ein Grundgehalt X. Dir wird aufs Auge gedrückt, das du jeden Monat z.B. 10 Neuwagen verticken mußt. Dann bekommst du eine Prämie in Höhe X. Hast du nun aber diesen Monat 9 Autos verkauft, bleibt eins noch offen. Also mußt du nächsten Monat 11 verkaufen, damit du wieder zu deiner Prämie kommst. So ist es einem Bekannten ergangen, der sich in einer großen Firma mal als Juniorverkäufer betätigt hat. Das Problem hierbei ist, die älteren Vekäufer haben ihren Stamm und ihr Gebiet. Du mußt das abgrasen was sich dann Neukunden nennt, und zufällig in den Laden reinstolpert.
2 Jahre Quälerei hat er hinter sich, jetzt ist er in der Firma vom Schwiegervater. Ganz andere Branche.