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apollodomain
16.06.2004, 13:33
Eben bei spiegel-online erschienen : Was meint ihr dazu ????


GM-VIZE LUTZ:

"Deutschland als Auto-Produktionsstätte gefährdet"

Bob Lutz, Vizechef von General Motors, sieht große Probleme auf die Autobauer in Deutschland zukommen. In einem Zeitungsinterview äußert er die Befürchtung, dass bald Japaner und Koreaner den Weltmarkt kontrollieren könnten.

Ein wesentlicher Grund sei der starke Euro, der den Wettbewerb verzerre, sagte Lutz der "Zeit". Dies komme einseitig japanischen und koreanischen Autoherstellern zugute, weil etwa die japanische Nationalbank den Kurs des Yen nach unten manipuliere. "Wenn Amerikaner und Europäer den Japanern nicht auf die Finger klopfen, nehmen die uns die ganze Industrie weg", so der 72-jährige Vizechef von General Motors.

Für besonders prekär hält der Konzernlenker die Lage in Deutschland: "Wenn es keine Änderungen in der deutschen Kostenstruktur gibt, sehe ich über kurz oder lang Deutschland als Produktionsstätte für Automobile gefährdet." Bei den europäischen GM-Töchtern Opel, Vauxhall und Saab hat Lutz gerade ein rigoroses Umbauprogramm angestoßen. "Entwicklung und Produktion müssen europaweit und sogar weltweit integriert werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben." Seinen Worten zufolge ist Deutschland "heute so ziemlich das teuerste Land überhaupt".

Probleme durch den Vormarsch der Japaner sieht Lutz nicht nur bei Massenmarken wie Opel, sondern auch für BMW, Audi und Mercedes: "Die deutschen Renommiermarken verlieren in den USA zurzeit Marktanteile gegen japanische Luxusmarken", stellt der GM-Vize fest und warnt seine deutschen Kollegen: "Wenn ich heute bei einem deutschen Luxusautomobilhersteller wäre, würde ich mir ziemliche Sorgen machen."

Schattenparker
16.06.2004, 16:27
Eben bei spiegel-online erschienen : Was meint ihr dazu ????


GM-VIZE LUTZ:

"Deutschland als Auto-Produktionsstätte gefährdet"

Bob Lutz, Vizechef von General Motors, sieht große Probleme auf die Autobauer in Deutschland zukommen. In einem Zeitungsinterview äußert er die Befürchtung, dass bald Japaner und Koreaner den Weltmarkt kontrollieren könnten.

Ein wesentlicher Grund sei der starke Euro, der den Wettbewerb verzerre, sagte Lutz der "Zeit". Dies komme einseitig japanischen und koreanischen Autoherstellern zugute, weil etwa die japanische Nationalbank den Kurs des Yen nach unten manipuliere. "Wenn Amerikaner und Europäer den Japanern nicht auf die Finger klopfen, nehmen die uns die ganze Industrie weg", so der 72-jährige Vizechef von General Motors.

Für besonders prekär hält der Konzernlenker die Lage in Deutschland: "Wenn es keine Änderungen in der deutschen Kostenstruktur gibt, sehe ich über kurz oder lang Deutschland als Produktionsstätte für Automobile gefährdet." Bei den europäischen GM-Töchtern Opel, Vauxhall und Saab hat Lutz gerade ein rigoroses Umbauprogramm angestoßen. "Entwicklung und Produktion müssen europaweit und sogar weltweit integriert werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben." Seinen Worten zufolge ist Deutschland "heute so ziemlich das teuerste Land überhaupt".

Probleme durch den Vormarsch der Japaner sieht Lutz nicht nur bei Massenmarken wie Opel, sondern auch für BMW, Audi und Mercedes: "Die deutschen Renommiermarken verlieren in den USA zurzeit Marktanteile gegen japanische Luxusmarken", stellt der GM-Vize fest und warnt seine deutschen Kollegen: "Wenn ich heute bei einem deutschen Luxusautomobilhersteller wäre, würde ich mir ziemliche Sorgen machen."

Ein interessanter Bericht. GM Vizechef Bob Lutz stellte vor Kurzem auch für Saab den traditionellen Standort Schweden in Frage. Lutz casts doubt on future of Sweden-made Saabs


By WIM OUDE WEERNINK | Automotive News Europe

The future of Saab's factory in Sweden has been thrown into doubt by General Motors Vice Chairman Robert Lutz.

"Who knows where Saabs will be built in future? There is nothing that says Saabs have to be made in Sweden," Lutz said.

Saab's plant at Trollhattan, Sweden, is operating at just 59 percent of capacity, according to consultant PricewaterhouseCoopers. The plant assembles the Saab 9-3 and 9-5.

General Motors has struggled to make Saab profitable since it bought 50 percent of the Swedish automaker in 1990 and assumed full ownership in 2000. Saab's losses in 2002 were 450 million euros, or about $551.5 million at current exchange rates. Last year's figures are not available.

Lutz said GM Europe will restructure radically its production capacities to improve utilization of its plants, a move that is likely to affect Saab.

"We like Saab, we like its design, we like its customers," Lutz said. "But Saab's problem is that its product line has been too narrow. That is why we have to do things differently."

Lutz added that Saab needed new models but was too small to develop them alone while it had total annual sales of just 130,000 and huge annual losses.

The 9-2X sport hatchback, which goes on sale in the United States this month, will be produced by Subaru in Japan. It is the first Saab to be built outside Sweden.

Saab's new 9-7X SUV, based on the Chevrolet TrailBlazer, goes on sale in the United States next February. It will be built at GM's plant in Moraine, Ohio.

"Saab has been trying for 20 years to reach sales of 150,000 units a year -- the critical volume it needs to be profitable," said John Lawson, from London-based analyst SmithBarney.

He said adding badged products from Subaru and Chevrolet will give Saab a good chance of reaching the target.

Lutz declined to comment on speculation that GM will produce Opel Vectras or Cadillac-badged Saabs at Trollhattan.

"There will be no badge engineering to produce a 9-3 with a Cadillac nameplate," Lutz said.

"We have said that we would like to expand the presence of Cadillac. If we do something, it will be an entirely new vehicle which may share certain components."



Quelle (http://autoweek.com/cat_content.mv?port_code=autoweek&cat_code=carnews&loc_code=index&content_code=04785295)

Mal sehen wie in den USA die Schmalspur Saabs 9-2X und 9-7X built by Fuji Heavy und GM in Moraine OH beim Kunden ankommen. Beim 9-3 hatte sich die defizitäre Tochter aus Trollhätten Sympathien in Detroit verscherzt. Das Auto sitzt auf der gleichen Epsilon Plattform wie Opel Vectra, Signum, Chevrolet Malibu und Pontiac G6. Nur mit Eigenentwicklungen wie bei den Entertainment Systemen hatte man bei Saab ordentlich Geld verschleudert. Nur mit derart drastischen Eingriffen wie dürftig umgestylten Subaru Imprezas und Buick Rainiers wird man sich kaum einen Gefallen tun. Auch nicht mit einer Aufgabe von Schweden als Produktionsstandort.

Genau wie ein Volvo ist ein schrulliger Saab für uns eben ein urschwedisches Auto. Bei Premiummarken wie Saab muss man feinfühliger sein als bei einer Massenmarke wie Opel. Ford zeigt mit Volvo wie man mit so einer Marke umgehen muss. Volvo hat nichts an Identität eingebüßt und auch Dank Ford und Mazda auf Feldern wie Qualität und Fahrdynamik zulegen können.

Ansonsten macht Lutz für GM USA große Taten. Der Chevrolet Cobalt (http://www.caranddriver.com/article.asp?section_id=19&article_id=8207) erreicht für einen US Subcompact ein bisher nie gekanntes Niveau an technischem Anspruch und Anmutungsqualität. So ein Auto dürfte auch Importen gefährlich werden. Andere Lutz Modelle wie Pontiac G6 und Buick LaCrosse versprechen auch Erfolg. GM ist außerdem ein Hersteller, der bei der Produktivität und Produktqualität in den letzten Jahren starkt aufgeholt hat. Der Konzern ist auf dem richtigen Weg. Dank Lutz haben die Erbsenzähler bei der Modellentwicklung weniger zu sagen als früher. Und die Rechnung wird sicher aufgehen. Für bessere Autos, welche vielleicht nur ein paar Dollar mehr in der Produktion kosten, kann man höhere Preise verlangen und ist weniger schnell zu teuren Incentives gezwungen.

Ob da Deutschland einen Platz bei GM hat? Fakt ist dass unser Standort teilweise sehr unflexibel sein kann. Aber so wie Ford an den Standorten Köln und Saarlouis viel Geld investiert hat und sich zu diesem Standort bekennt hoffe ich auch das Beste für Opel. Gerade in Rüsselsheim wurden die Anlagen umfangreich modernisiert, so einen Standort wird man nicht so schnell aufgeben. Und Opel ist hier auch als deutsche Marke in den Köpfen verankert. Eine Verlagerung dürfte bei vielen Kunden schlecht ankommen.

Zu den Luxusmarken. Wenn es um Stückzahlen geht hat Lexus den europäischen Marken längst den Rang abgelaufen. Bei der Qualität und Kundenzufriedenheit sowieso. Die Honda und Nissan Töchter Acura und Infiniti werden auch zunehmend erfolgreicher. Bisher war der große Schwachpunkt der Japaner Emotionalität und Design. Ein Auto wie der 2005 Acura RL (http://www.edmunds.com/future/2005/acura/rl/100197761/photos.html?tid=edmunds.f.discussions.vdpheaderpho to..0.Acura*) muss sich auch beim Aussehen nicht hinter deutschen Autos verstecken. Technisch waren die japanischen Luxusliner schon immer gut, der Lexus LS ist sein langem bei vielen Luxusautoherstellern der Benchmark für ein leises Innengeräusch.

Hier muss man auch die amerikanischen Kunden verstehen. Sie sind lange nicht so traditionsbewusst und markenbewusst wie die Europäer. Mit speziell für die USA entwickelten und qualitativ hervorragenden Modellen haben die Japaner in den 80ern den PKW Markt aufgerollt. Jetzt sind die Luxusmarken dran. Einem US Kunden ist eben ein guter Deal und gute Technik oft wichtiger als das Image eines Autos. Und hier mussten die Europäer einige Rückschläge einstecken. Die Markteinführung der aktuellen MB E-Klasse geriet Dank unzähliger Elektrikprobleme und dem SBC Rückruf zum Desaster, Porsche Cayenne und VW Touareg sind auch schon von mehreren Rückrufen geplagt. Wenn VW jetzt noch dem Phaeton nicht sämtliche Kinderkrankheiten ausgetrieben hat muss man das Modell gleich gar nicht anbieten.

Ein Ami definiert Qualität eben weniger über Haptik und enge Spaltmaße. Sonder darauf wo es ankommt. Absolute Störungsfreiheit im Alltag und lange Haltbarkeit. Hier hat VW in den USA auch einen eher schlechten Ruf. Die anderen Premium Cars aus Europa haftet auch eher ein Qualitätsimage an, welches bei uns in Deutschland einem Alfa Romeo gilt.

Auch eine Gefahr könnten die US Premium Hersteller werden. Cadillac und Lincoln sind schon länger mit ihren SUVs erfolgreich. Da die Lincoln SUVs eng verwandt mit Ford Explorer und Expedition sind und die Cadillacs auf die GMT 400 Truck Architektur (Chevrolet Silverado, Tahoe...) aus der Großserie aufbauen sind die Margen bei diesen Modellen ausgesprochen groß.

Und Cadillac zeigt auch bei den PKWs auch zunehmend Profil. Ein CTS und SRX mag im Innenraum noch nicht das Niveau eines Mercedes erreicht haben, der CTS sieht echt nach Plastik aus ... gegenüber den Vorgängern sind diese Autos schon viel besser geworden. Wenn GM die Autos in diesem Tempo verbessert ist Cadillac bald so gut wie die Japaner und Europäer. Mal auf den STS warten.

Und die Ford Tochter Lincoln tut nach jahrelangem Dornröschenschlaf bei den PKWs auch was. Der 2006 Lincoln Zephyr (http://motortrend.com/autoshows/coverage/112_04_newyorkautoshow/index8.html) hat mit dem Mazda 6 eine äußerst proletarische Abstammung. Wenn Ford möglichst vieles von der Studie in die Serie überträgt und für eine gute Wertanmutung sorgt könnte es aber für den US Markt eine ernstzunehmende Sportlimousine werden. Und bei der Haptik macht Ford USA Fortschritte, siehe der 2004 F-150 und 2005 Five Hundred.

Andy