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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kann ich darauf bestehen, dass mir das Beweisfoto zugeschickt wird?


christian_2
21.03.2005, 14:28
Hallo zusammen!

Ich wurde vor ca. einem Monat in einer 30er Zone mit angeblich 42 km/h geblitzt. Nach Abzug der Messtoleranz soll ich jetzt 15 € löhnen. Zum Zeitpunkt des Blitzes bin ich aber laut Tacho aber definitiv unter 40 km/h gefahren. Wenn man noch die 'Voreilung' des Tachos berücksichtigt dürfte ich etwa 35 bis 38 km/h gefahren sein.
Folgendes Wichtiges ist noch zu sagen: Es ist eine sehr breite Straße ohne Fahrbahnmarkierungen. So viel ich noch weiß bin ich von der Mitte der Fahrbahn wieder zur rechten Seite gefahren - also auf das Radargerät zu! Meiner Meinung nach handelt es sich somit um eine Fehlmessung. Auch ist es mir aufgrund der örtlichen Gegebenheit schleiherhaft, wie die Stadt da überhaupt vernünftig messen will, weil es auf der Seite wo gemessen wird, keinen Fußweg gibt, an dem man das Radargerät ausrichten könnte. Auch mach die Straße an der Stelle, wo geblitzt wird eine ganz leichte Linkskurve. Mit anderen Worten: die Messungen, die da (regelmäßig) durchgeführt werden, sind sehr zweifelhaft. Es ist eh mehr ein Abkassieren, da es dort keine Schule, Altenheim, Kindergarten oder dergleichen gibt. Die Straße verläuft am Stadtrand an einem Feld entlang. Und wie gesagt: auf der Seite gibt es auch keinen Fußweg. Insofern könnte man den Messpunkt an sich in Frage stellen, weil meines Wissens nur an Stellen gemessen werden darf, wo Personen geschützt werden sollen (z.B. Altenheime) oder wo es viele Unfälle gegeben hat.
Meine Fragen nun:

Gilt diese Regelung noch, dass nur an solchen Orten geblitzt werden darf?
Von wem könnte ich Unfallstatistiken bekommen?

Ich habe geschrieben, dass ich das Beweisfoto sehen will, weil ich eben der Meinung bin, auf das 'Messfahrzeug' zugefahren zu sein. Jetzt haben sie mir geantwortet, ich könnte das Beweisfoto mitten in der Stadt am Mo - Do zwischen 8 und 12 Uhr und Dienstags zwischen 14 und 18.30 Uhr ansehen. Um da hin und wieder zurück zu fahren würde ich wahrscheinlich drei Stunden brauchen! Und das wegen 15 €!!

Jetzt die Frage:
Kann ich darauf bestehen, dass mir das Foto zugeschickt (per Post) wird?
Kann ich darauf bestehen, dass mir das Foto zugefaxt wird?

Ist denn nicht die Stadt München dazu verpflichtet, mir das Beweisfoto in einem verhältnismäßigen Aufwand zukommen zu lassen (z.B. an der nächsten Polizeidienststelle?) Gibt es da gesetzliche Regelungen?

Was meint ihr, wie meine Chancen stehen, wenn mein Fahrzeug nicht parallel zum Messfahrzeug steht? Oder man es nicht beurteilen kann, wie es gerade steht (wie gesagt, es gibt ja keine Fahrbahnmarkierungenb oder sowas)?

Wenn ich weiter behaupte, die Messung ist Schrott, was wird weiter passieren? Dann kommt es doch zu einer Gerichtzsverhandlung, oder? Wenn ich mir einen Anwalt nähme und gewänne, müsste dann die Stadt mir den Anwalt bezahlen? Wie sieht es mit meinem Zeitaufwand aus?

Fragen über Fragen...

Wäre schön, wenn mir jemand was dazu sagen könnte...

Vielen Dank schon mal im Voraus!!

gwg
21.03.2005, 14:43
Hallo,
gegen Bezahlung wirst Du es schon bekommen.
Nur, ob es sich bei dem Betrag lohnt?
MfG
Günther

Wieseldiesel
23.03.2005, 16:13
So viel ich noch weiß bin ich von der Mitte der Fahrbahn wieder zur rechten Seite gefahren - also auf das Radargerät zu! Meiner Meinung nach handelt es sich somit um eine Fehlmessung.

Da das Radargerät mit einer sog. "Keule" (Strahlungswinkel) arbeitet, ist es unerheblich, wie Du Dich mit dem Wagen in diesem Bereich bewegt hast.
Selbst, wenn Du frontal auf die Radaranlage gefahren bist, stellt dieses für die Anlage kein Problem dar.
Das ist ja gerade das "interessante" beim Radar, dass es so flexibel eingesetzt werden kann.


Auch ist es mir aufgrund der örtlichen Gegebenheit schleiherhaft, wie die Stadt da überhaupt vernünftig messen will, weil es auf der Seite wo gemessen wird, keinen Fußweg gibt, an dem man das Radargerät ausrichten könnte.

Das ist nicht unbedingt erforderlich. Eine Radaranlage lässt sich auch anhand anderer Kriterien ordnungsgemäß ausrichten. Es bedarf keines Fußgängerweges. Ansonsten hätte man ja nie die Möglichkeit, auch a.g.O. messen zu können.
Die Herstellerangaben bezüglich der aufstellart müssen jedoch penibel eingehalten werden


Es ist eh mehr ein Abkassieren, da es dort keine Schule, Altenheim, Kindergarten oder dergleichen gibt. Die Straße verläuft am Stadtrand an einem Feld entlang.

Es gibt auch noch andere Aufstellörtlichkeiten, außer der von Dir erwähnten "schutzwürdigen Zonen"
Evt. ist in der Nähe ja eine Unfallhäufungsstelle o. ä.
Natürlich will ich nicht ausschließen, dass es der Stadt auch ums Geld geht. Die wollen ja immer nur unser BESTES (am liebsten Euro)


Und wie gesagt: auf der Seite gibt es auch keinen Fußweg. Insofern könnte man den Messpunkt an sich in Frage stellen, weil meines Wissens nur an Stellen gemessen werden darf, wo Personen geschützt werden sollen (z.B. Altenheime) oder wo es viele Unfälle gegeben hat.

Sehe ich nicht ganz so, könnte jedoch sein, dass Du tiefer in die Materie einsteigen müsstest :rolleyes:
Vorteilhaft wäre es, wenn Du Dich mit dem zuständigen Verkehrsdezernat der zuständigen Kreispolizeibehörde kurzschließen würdest bzw. einfach mal bei dieser im Internet reinschaust. ;) Dort erhälst Du auch Angaben über eventuelle Unfallhäufungsstellen.


Gilt diese Regelung noch, dass nur an solchen Orten geblitzt werden darf?


Bei uns in NRW JA!
Insbesondere für die Meßstellen der Stadt gelten nur vorher festgelegte und mit der Polizei abgestimmte Örtlichkeiten.
Die Polizei kann hingegen überall messen, wo es auch "technisch" möglich ist!

Von wem könnte ich Unfallstatistiken bekommen?
Wende Dich an das o. a. Verkehrsdezernat!


Ich habe geschrieben, dass ich das Beweisfoto sehen will, weil ich eben der Meinung bin, auf das 'Messfahrzeug' zugefahren zu sein. Jetzt haben sie mir geantwortet, ich könnte das Beweisfoto mitten in der Stadt am Mo - Do zwischen 8 und 12 Uhr und Dienstags zwischen 14 und 18.30 Uhr ansehen. Um da hin und wieder zurück zu fahren würde ich wahrscheinlich drei Stunden brauchen! Und das wegen 15 €!!

FALSCHE ANTWORT !!! :(
Du hättest schreiben müssen, dass Du Dich nicht erinnern kannst, wer zu dieser Zeit den Wagen gesteuert hat und hättest dann nett um das Foto gebeten Dieses hätte man Dir dann auch OHNE zusätzliche Kosten zugesandt.
Da Du aber nun schon eingeräumt hast, gefahren zu sein, sehen die natürlich keine Erforderlichkeit mehr, Dir das Bild zuzusenden


Ist denn nicht die Stadt München dazu verpflichtet, mir das Beweisfoto in einem verhältnismäßigen Aufwand zukommen zu lassen (z.B. an der nächsten Polizeidienststelle?)

Bei uns in NRW werden die Beweisfotos unmittelbar dem Anhörungsbogen beigefügt, um den Schriftverkehr zu verringern.
Warum das in BY nicht gemacht wird kann ich Dir nicht sagen.
Wie schon gesagt, hättest Du nicht schon eingräumt gefahren zu sein, hättest Du in jedem Fall ein Bild bekommen.


Was meint ihr, wie meine Chancen stehen, wenn mein Fahrzeug nicht parallel zum Messfahrzeug steht? Oder man es nicht beurteilen kann, wie es gerade steht (wie gesagt, es gibt ja keine Fahrbahnmarkierungenb oder sowas)?


Ehrliche Antwort? :confused:
Du hast keine Chance, also nutze sie ;)
Wenn Du nicht in irgendeiner Form beweisne kannst, dass z. B. die Eichung abgelaufen ist o. ä., dann zahle die 15 Euro.
Für den Betrag lohnt der gesamte Aufwand nicht


Wenn ich weiter behaupte, die Messung ist Schrott, was wird weiter passieren? Dann kommt es doch zu einer Gerichtzsverhandlung, oder? Wenn ich mir einen Anwalt nähme und gewänne, müsste dann die Stadt mir den Anwalt bezahlen? Wie sieht es mit meinem Zeitaufwand aus?

Keine Enthauptung ohne Begründung :D
Die von Dir o. a. Begründungen würden nur zu unnötigen Kosten und Zeitaufwand für Dich und ALLE Beteiligten führen.
Wenn Du denn eine Verkehrsrechtsschutz hättest, würde diese Dir evt. einen Anwalt bezahlen, was ich bei dem "Streitwert" allerdings eher bezweifel.
Nur für den Fall, dass Du das Verfahren verlieren solltest, kämen Kosten auf Dich zu,von denen Du eine Anzahlung für ein neues Leasingfahrzeug hinblättern könntest :eek:
Drum prüfe, wer sich ewig streitet :cool:
Wenn Du jetzt schon den Aufwand scheust, Dir das Bild in der Stadt anzuschauen, solltest Du den Gedanken mit einem Gerichtsverfahren ganz schnell vergessen!!! :o

Ich hoffe, dass ich Dir (in der Kürze) weitergeholfen habe.
Ergebnis:
Kurz ärgern, zahlen und gut ist!
Alternative:
Nicht zahlen, lange Zeit ärgern und noch lange nicht gut ist und irgendwann doch zahlen!

Gruß
Frank

deBORA
23.03.2005, 19:32
Mal was Grundsätzliches zum Thema Geschwindigkeitsüberschreitungen:

In Deutschland sind die Verwarngelder und Bußgelder im Vergleich mit den Europäischen Nachbarn sehr gering. In Italien beträgt das geringste Bußgeld bei einer Geschwindigekitsüberschreitung von bis zu 10 km/h bereits 143 Euro.

In Deutschland sind dafür nur 15 Euro fällig.

In Italien werden Fahrverbote wegen Geschwindigkeitsüberschreitung häufig auch an Ort und Stelle vollzogen; sprich, man kann das Auto am Straßenrand abstellen und darf zu Fuß nach Hause gehen. In Deutschland gibt es sowas nur, wenn ein Fahrer besoffen oder bekifft von der Polizei erwischt wird.

Denkt mal über Folgendes nach:

Jeder würde gerne Lottomillionär werden. Lotto gibt es seit 50 Jahren in Deutschland. In 50 Jahren wurden dank Lotto insgesamt 4.000 Menschen zu Millionären.

Jedes Jahr sterben auf deutschen Straßen fast 6.000 Menschen. Das heißt, das Risiko im Straßenverkehr zu sterben ist in einem einzigen Jahr schon 1,5 mal so hoch, wie die Chance in 50 Jahren mit Lotto zum Millionär zu werden. Und Lottomillionär möchte jeder werden, und im Straßenverkehr will niemand sterben.

Und das Rasen ist der häufigste Grund für Unfalltote.

Nur wenn flächendeckend Geschwindigkeitsübertretungen massiv geahndet werden, wird das Rasen in Deutschland aufhören.

Von den vielen Einzelschicksalen von Straßenverkehrsopfern, von Schwerstverletzten, Beinamputierten, Querschnittsgelähmten, Menschen mit Schädel-Hirn-Trauma, Komapatienten usw. rede ich gar nicht. Die sind ja noch nicht tot.

Was die Pflege dieser Patienten die Gesellschaft kostet, soviel kann der Staat mit Bußgeldern aus Geschwindigkeitsverstößen gar nicht einnehmen.

Gruß

deBORA

Florian_MA
24.03.2005, 09:08
Ich hoffe, dass ich Dir (in der Kürze) weitergeholfen habe.

"In der Kürze" ist gut, bei der ausführlichen Antwort. Ich hätte dafür nicht die Motivation gehabt, es geht hier immerhin um lächerliche 15 Euro.

Gruß, Florian_MA

Wieseldiesel
24.03.2005, 14:57
"In der Kürze" ist gut, bei der ausführlichen Antwort. Ich hätte dafür nicht die Motivation gehabt, es geht hier immerhin um lächerliche 15 Euro.

Gruß, Florian_MA

... und mir um's Prinzip :D

Ich würde mir bei 15,-- Euro VG auch keine Gedanken darüber machen, wie ich da wieder "gegen an gehen" könnte ;)

Es dürfte jedoch m. E. keine Frage diesbezüglich mehr offen sein :p

Auf der einen Seite will man Sicherheit im Straßenverkehr, auf der anderen aber nicht für sein, wenn auch nicht "hoch frevelhaftes", Verhalten geradestehen. :o

Es gibt immer welche, die noch schneller sind und "gefasst" werden "sollten", aber irgendwo muss man anfangen und fürher oder später werden auch die notorischen Sünder zur Ader gelassen :D ;)

Gruß
Frank :)