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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Amerika ist gegen den SUV


deBORA
11.01.2003, 00:14
Endlich kapieren einige in Amerika, daß es wichtig ist, mit den Erdölresourcen schonend umzugehen. Das dies allerdings gerade in dem Augenblick geschiet, während VW und Porsche in diesem Segment versuchen Fuß zu fassen, ist zwar bitter; das könnte allerdings dem Diesel in Amerika Auftrieb bringen.

Seht Euch mal die beiden Werbespots gegen Benzinverschwendung an. Etwas weiter unten auf der "page" ist übrigens auch der englische Text des Werbespots nachzulesen.

http://www.thedetroitproject.com/suv/ads/default.htm

Gruß

deBORA

Voljä
11.01.2003, 08:42
Das hört sich mal gut an! :o

Zumindest bei mir geht aber der Link nicht, wie sieht es bei Euch anderen aus? :rolleyes:

5,?l
11.01.2003, 09:52
dito, link funzt ned :mad:

A2TDI
11.01.2003, 09:59
http://www.thedetroitproject.com/ads/default.htm

Jetzt aber :D

Gruß
Thomas

deBORA
11.01.2003, 10:25
Anscheinend ziehen die stündlich auf eine andere Seite.

Hier hab ich die Spots nochmal gefunden:

http://www.thedetroitproject.com/

Gruß

deBORA

Niemals Servo
11.01.2003, 13:44
Ich glaub, so einen Thread hatte ich schon im alten Jahr gestartet.

Glaub ich zumindest. (http://www.dk-foren.de/gute-fahrt/showthread.php?s=&threadid=1450&highlight=touareg)


Nebenbei:

Der Touareg war im Test auf Schnee (AB?) kein Stück besser als ein A4 quattro. Eher schlechter.
Aber nur mit einem SUV kann man so toll auf Treppen parken, schon eine feine Sache. :p

deBORA
11.01.2003, 15:23
Danke für Deinen Link. Den hatte ich leider zwischen Weihnachten und Neujahr nicht gelesen.

Je mehr die Amis "im eigenen Haus" Stimmung gegen die Resourcenvergeudung machen, desto eher sehe ich die Chance dafür, daß auch unsere Urenkel noch ein paar Barrel Öl haben, um unsere aktuellen Autos dann als Oldtimer bewegen zu können.

Gruß

deBORA

deBORA
14.01.2003, 20:34
ANTI-SUV-BEWEGUNG

US-Straßenmonster unter Terrorismusverdacht

Von Carsten Volkery, New York

Das "Sports Utility Vehicle" (SUV), eine amerikanische Ikone der Neunziger, steht unter Beschuss. Nachdem die wuchtigen Benzinfresser bisher als Statussymbol der weißen Mittelklasse galten, wird SUV-Fahrern neuerdings vorgeworfen, sie ruinierten die Umwelt und unterstützten den internationalen Terrorismus.


Schwarzenegger hat schon einen: Das ehemalige Militärfahrzeug Hummer wurde für die private Nutzung nur geringfügig verändert


New York - Wenn Arianna Huffington sauer ist, dann wird sie aggressiv. Das ist ihr Job. Die Amerikanerin aus Los Angeles ist eine landesweit bekannte Kolumnistin und Talkshow-Teilnehmerin. Seit Monaten kultiviert die spitzzüngige Autorin ihren Groll gegen überdimensionierte Geländewagen, auch bekannt als Sport Utility Vehicles (SUVs).
Es begann ganz unschuldig im Oktober, als Huffington eine Kolumne mit dem Titel "Ein Werbespot, den George Bush lieben wird" veröffentlichte. Darin polemisierte sie gegen den SUV-Boom und die Untätigkeit der Bush-Regierung angesichts der wachsenden Benzinverschwendung.


Chrysler Dodge Power Wagon: Selbst Jesus wendet sich ab mit Grausen


Halb im Spaß schlug sie vor, eine Aufklärungskampagne ins Leben zu rufen. SUV-Fahrer müssten als indirekte Unterstützer des Terrorismus gebrandmarkt werden - nach dem Vorbild der Bush-Regierung, die in Fernsehspots Drogennutzer für den Terrorismus verantwortlich macht. "Ist irgendjemand bereit, für eine Kampagne des Volkes zu zahlen?", fragte sie am Ende rhetorisch.

Zu ihrer Überraschung wurde Huffington mit Tausenden von E-Mails eingedeckt. "Die Leute fragten, wo sie das Geld hinschicken sollen", sagt sie. Sie veröffentlichte die Nummer eines Spendenkontos und den Namen der neuen Bewegung: "The Detroit Project". Befreundete Hollywood-Produzenten drehten zwei Werbespots. Seit einer Woche laufen die Spots in verschiedenen Großstädten im Fernsehen - und Amerika debattiert über die richtige Größe seiner Autos.

"What would Jesus drive?"

Die amerikanischen Medien werten die Spots als jüngstes Zeichen einer sich formierenden Anti-SUV-Bewegung. "Die Kritik wird eindeutig lauter und breiter", konstatiert das "Wall Street Journal". Die Zeitung zitiert einen Chrysler-Manager mit den Worten, die Abneigung gegen Benzinfresser unter den jüngeren Autokäufern sei "ein wirkliches Problem". Die Protestbewegung gehe inzwischen über Umweltgruppen und die üblichen Verdächtigen im Kongress hinaus, schreibt "USA Today".


Huffington ist nicht die Erste, die ihr Unbehagen an den überdimensionierten Autos äußert: Bereits im Herbst hatte das Evangelical Environmental Network mit der Kampagne "What would Jesus drive?" für Schlagzeilen gesorgt. Und an Neujahr gingen bei einem Autohändler in Pennsylvania vier Pick-ups in Flammen auf. Eine Gruppe mit dem Namen "Earth Liberation Front" bekannte sich zu dem Anschlag.


Preis als "auffälligster Concept Truck": Chevy Cheyenne bei der Präsentation in Detroit


Die Spots des "Detroit Projects" zielen auf die amerikanischen Vorstädte. In einem Spot füllt ein Mann den Tank seines Geländewagens auf. "Das ist George", sagt eine Stimme aus dem Off. Dann kommt eine Karte des Nahen Ostens ins Bild. "Dies sind die Länder, in denen Ölmanager das Benzin kaufen, das George in seinen SUV füllt." Als nächstes sieht der Zuschauer Maschinenpistolen schwingende Araber. "Und dies sind die Terroristen, die jedes Mal Geld von diesen Ländern bekommen, wenn George den Tank seines SUVs füllt." Der Spot endet mit der Frage: "Wie weit kommen Sie mit einem Tank?"

Absatz bisher noch im Plus

Etliche Fernsehsender haben sich geweigert, die Spots zu senden. Doch andere Medien haben den provokanten Terrorismusdreh gerne aufgenommen. "Achse des Bösen - Amerikas perverse Affäre mit soziopathischen Autos", titelt das Magazin "New Republic" in seiner aktuellen Ausgabe. Im Text ist zu lesen: "Jedes Mal, wenn ein SUV einen Vorführungsraum in den Vereinigten Staaten verlässt, lächeln die Fanatiker am Persischen Golf."

Huffington und Co. glauben, dass die Zeit für eine Abkehr von den SUVs reif ist. Bis vor einem Jahr fuhr Huffington selbst noch einen Lincoln Navigator. Die Terroranschläge brachten sie zum Umdenken, sagt sie. Jetzt fährt sie das sparsamste Auto, was auf dem amerikanischen Markt erhältlich ist - einen Toyota Prius.

In den Verkaufszahlen ist der beschworene Umschwung allerdings noch nicht abzulesen. Im Gegenteil: Vergangenes Jahr stieg der SUV-Absatz um sechs Prozent, während der Autoabsatz insgesamt um zwei Prozent zurückging. "Leichte Trucks", zu denen SUVs zählen, machen die Hälfte des US-Gesamtmarktes aus. Das liegt nicht zuletzt an der Politik. So gibt es eine Gesetzeslücke, die dazu führt, dass es für SUVs besondere Abschreibungsmöglichkeiten gibt. Ursprünglich war sie für Bauern gedacht, doch inzwischen nutzen sie vor allem Freiberufler wie Ärzte und Anwälte, die mit dem Kauf eines SUVs ihre Steuerlast um bis zu 25.000 Dollar senken können.

Auf Grund des anhaltenden Absatzbooms können die Autobauer ihre Kritiker als "Randgruppen" abtun. "Viel Lärm um nichts", kommentiert Bob Lutz, Chefdesigner von General Motors. Die großen Autohersteller haben viel zu verlieren: Ihre Gewinne erwirtschaften sie ausschließlich mit den teuren SUVs. Doch zumindest einer ist sich nicht so sicher, ob nicht doch der Wind allmählich dreht. Chrysler sendete kürzlich einen Werbespot, in dem der günstigere Verbrauch eines Minivans im Vergleich zu einem SUV angepriesen wird - bisher ein absolutes Tabu in der Branche.

Wie das so ist mit Protestbewegungen, hat sich auch längst die Anti-Anti-SUV-Bewegung gebildet. Nachdem die Nachricht von der Neujahrsattacke auf die Pickups in Pennsylvania umging, konnte sich der betroffene Autohändler Bob Ferrando nach eigenen Angaben vor Anrufen und Emails kaum retten. "Ein Typ wollte aus Mississippi kommen und einen SUV von uns kaufen", erzählte Ferrando "USA Today".

Auch Marcie Browan, Chefin einer Detroiter Werbeagentur, konnte den moralischen Zeigefinger des "Detroit Projects" nicht ertragen. Sie schickte 800 E-Mails an alle ihre Bekannten. Angehängt war ein Foto von ihr selbst, das sie mit ihren beiden Monster-SUVs der Marke Hummer zeigt. Vorsicht, Misses Huffington!

Niemals Servo
14.01.2003, 21:21
Wird Zeit, dass die Amis auf den Dieselgeschmack kommen. Dann wird wenigstens der richtige Sprit wieder billiger.

Bei 25000$ Steuerentlastung würd ich mir auch 'nen Touareg kaufen.

5,?l
17.01.2003, 18:41
geht in die gleiche richtung:


Was würde Jesus fahren? => http://www.heise.de/tp/deutsch/special/zen/13970/1.html