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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schaden durch Biodiesel (RME)


wave
28.01.2003, 08:18
Wer hatte schon einmal einen Motorschaden, der (vermutlich) auf Biodiesel (RME) zurückzuführen ist?
Der Grund für meine Frage ist, dass immer wieder vor RME gewarnt wird, vermutlich aber von Autofahrern, die noch nie Biodiesel getankt haben.
MfG wave

gwg
29.01.2003, 12:45
Original geschrieben von wave
Wer hatte schon einmal einen Motorschaden, der (vermutlich) auf Biodiesel (RME) zurückzuführen ist?
Der Grund für meine Frage ist, dass immer wieder vor RME gewarnt wird, vermutlich aber von Autofahrern, die noch nie Biodiesel getankt haben.
MfG wave

Hallo wave,
die fehlenden Antworten sprechen Bände!!
MfG
Günther

Walter4
29.01.2003, 16:52
Da haben wir's: Selbst wenn das "vermutlich" in Deiner Frage eigentlich jeden zum Antworten anlocken kann, der irgendwann mal RME getankt und dann -auch irgendwann- einen Schaden an Motor oder Einspritzsystem hatte, werden wir kaum ernstzunehmende Beiträge bekommen.
Wenn Du die "Freundlichen" angeschrieben hättest. würde das ganz anders aussehen: Eine Menge von RME-verdächtigten Schäden! Einfache Begründung: Jedesmal, wenn da was ordentlich kaputt geht, ist die erste Frage des cleveren Meisters: "RME getankt?" Wenn ja, war's das: Der Schwarze Peter ist wieder beim Kunden. Genau so isses! Und leider ist ja die Behauptung -typischer RME-Schaden- nicht ernstzunehmen, wohl aber das Problem mit dem Gegenbeweis, wenn die sich stur stellen. Und das werden sie tun. Einfacher geht's ja für die nicht... :(
MfG Walter

Ludger Rosen
29.01.2003, 17:54
KUCK DIR DIE VORGABEN ZUM THEMA VOM HERSTELLER MAL AN.
DA STEHT ZIEMLICH GENUA; WO DIE PROBLEME LIEGEN KÖNNEN.
UND DAS zB bei Kälte!

Naranja
29.01.2003, 21:45
Ich kann zum Thema sagen, dass mir mal ein Service-Berater meines Autohauses ausdrücklich von Bio-Diesel abgeraten hat, da lt. seiner Auskunft dieser oft mehr Schaden anrichtet, als etwas nützt. Ich kann das weder bestätigen noch verneinen, allerdings hatte ich den Eindruck, dass der RME dem Motor im Passat meiner Eltern nicht gut bekommen ist, da dieser sehr träge lief und irgendwie nicht richtig Power hatte. Kann natürlich auch einen anderen Grund gehabt haben, RME als Ursache ist aber denkbar.

golfer
30.01.2003, 08:06
also hier im forum fällt mir nur ein user ein, welcher ich glaube 200TKM oder mehr mit einem A3 TDI nur mit Biodiesel zurückgelegt hat...hier heisst er jetzt walter4 - und soviel ich erinnere ohne jegliche probleme...

ich denke auch, dass es von den werkstätten ne tolle ausrede ist alles mögliche auf biodiesel zu schieben, weil die ja eh alle ahnungslos sind, wenn es nicht gerade um einen oelwechsel geht (und nicht mal den können manche ordnungsgemäß)....

Maximus
30.01.2003, 09:02
Original geschrieben von Ludger Rosen
DA STEHT ZIEMLICH GENUA; WO DIE PROBLEME LIEGEN KÖNNEN.
UND DAS zB bei Kälte!

Ein Freund war gerade über Weihnachten in Norwegen, -30 Grad Celsius. Sein Golf IV Variant TDI, den er ausschließlich mit Biodiesel betankt, war der einzige Diesel, der noch ansprang.

Soviel zur Kälte.

Ich bin selber etwa 15.000km (105.000 - 120.000km) mit Biodiesel gefahren, um den Motor und die Kraftstoffschläuche erst mal zu reinigen, da ich den Wagen da erst gebraucht gekauft hatte.
Ich habe weder einen Mehrverbrauch feststellen können noch einen schlappen Motor.

Allerdings war deutlich zu hören, daß der Motor mit Biodiesel leiser läuft und der Frittengeruch angenehmer ist als der Dieselruß.

Trotzdem bin ich erst mal wieder auf Diesel umgestiegen, da mich die Thematik mit der Einspritzpumpe und der Nicht-Freigabe seitens Bosch doch sehr verunsichert hat.

Und 1000Euro für ne Einspritzpumpe ist halt auch kein Pappenstiel.

Maximus

gwg
30.01.2003, 09:33
Original geschrieben von golfer
also hier im forum fällt mir nur ein user ein, welcher ich glaube 200TKM oder mehr mit einem A3 TDI nur mit Biodiesel zurückgelegt hat...hier heisst er jetzt walter4 - und soviel ich erinnere ohne jegliche probleme...

ich denke auch, dass es von den werkstätten ne tolle ausrede ist alles mögliche auf biodiesel zu schieben, weil die ja eh alle ahnungslos sind, wenn es nicht gerade um einen oelwechsel geht (und nicht mal den können manche ordnungsgemäß)....

Hallo,
ich bin mit meinem 115 PS-Bora über 70 000 km überwiegend Biodiesel gefahren. Mein neuer 110 kW Bora fährt praktisch ausschlieslich mit Biodiesel, bis jetzt 25 000 km.
Ein Nachteil bei dem neuen Motor ist, daß er etwas geringer in der Grundverdichtung ausgelegt ist und damit das Startverhalten bei Biodiesel im Temperaturbereich unter 10 grad schlecht ist; bei minus 10 grad startet er besser!! Vielleicht ist auch der Vorglühbereich nicht optimal ausgelegt, will sagen, der Motor benötigt bei höheren Temperaturen eigentlich noch mehr Vorglühzeit.
Ich hatte nach dem Kauf und den ersten kalten Nächten bedenken, daß er bei tieferen Temperaturen überhaupt anspringen würde. Das hat sich aber nicht bestätigt.
Da Biodiesel im Winter wie auch Diesel bis zu -22 grad fließfähig ist sehe ich auch durch den geheizten Dieselfilter die Grenze des Startens nur in der Batterie und im Erreichen der Zündtemperatur, d. h. der Motor muß schnell genug vom Anlasser gedreht werden.
Ich bin der Meinung, daß beim Tanken von Biodiesel an einer ordentlichen Tankstelle, die von Conner oder Campa beliefert wird keinerlei Nachteile für den Motor zu erwarten sind, im gegenteil, die Außpuffanlage sollte sich freuen, da kein Schwefel im Biodiesel enthalten ist.
MfG
Günther

Walter4
30.01.2003, 10:10
Original geschrieben von golfer
also hier im forum fällt mir nur ein user ein, welcher ich glaube 200TKM oder mehr mit einem A3 TDI nur mit Biodiesel zurückgelegt hat...hier heisst er jetzt walter4 - und soviel ich erinnere ohne jegliche probleme...



Hallo Golfer,
der mit den (inzwischen) 208 TKm mit RME bin ich. Ich will ja anderer Leute Erfahrung mit RME nicht bezweifeln, aber wenn ich mal deren und meine Eindrücke zusammen fasse, bleiben an Fakten:
- Mehrverbrauch reicht von Null (bei mir) bis auf etwa 1 l/100km. Anscheinend mehr bei Drehzahlen im oberen Bereich, und ich fahre nun mal drehzahlarm;
-Leistungsverlust (subjektiv?) reicht von Null bis merklich;
-Zündwilligkeit bei Kälte (bei mir) bestens. Durch höhere CETAN-Zahl des RME auch logisch. Das Gegenteil kann niemals am RME liegen;
-Laufgeräusche: Mindestens ebenso leise wie Mineraldiesel, subjektiv leiser.
-Schäden am Einspritzsystem durch RME nach DIN-E Norm nicht nachgewiesen. Wodurch sollten die entstehen? Daß gepanschtes RME (gab es mal eine Zeitlang aus NL) zu Schleimbildung im System führen kann, ist unbestritten. (Was richtet eigentlich gepanschtes Mineraldiesel an?);
-Langzeit-Wirkung kann ja nur positiv sein: Schmierfähigkeit von RME ist um den Faktor 10 besser als bei Mineraldiesel -ein Segen für die Pumpen(-elemente)-, die Schwefelfreiheit nagt nicht am Auspuff (meiner ist Original, -wie neu!), die Reinigungswirkung verhindert Dreckablagerung im gesamten System.
Seht es mir nach: Aber Argumente, wie die angeblich negative (!) ökologische Bilanz von RME, das Subventionsargument und die schädliche Aggressivität von RME, -da kann ich nur lachen!
Im übrigen: Ich will keinen bekehren, aber Fakten sind etwas anderes als Gerüchte.
MfG Walter

Walter4
30.01.2003, 10:23
Original geschrieben von Ludger Rosen
KUCK DIR DIE VORGABEN ZUM THEMA VOM HERSTELLER MAL AN.
DA STEHT ZIEMLICH GENUA; WO DIE PROBLEME LIEGEN KÖNNEN.
UND DAS zB bei Kälte!

Hallo Ludger,
von welchen Vorgaben redest Du? In meinem A3-Handbuch steht davon nichts, außer, daß RME nach DIN-E-Norm unbedenklich getankt und nach Belieben mit Mineraldiesel gemischt werden kann.
(Kleine Scherzfrage: Kommt "kucken" von Kuckuck?:D )
MfG Walter

Ludger Rosen
30.01.2003, 12:09
Also:

@ Walter4

Natürlich "leide" ich nicht unter einem Vogel, wie zB einem Kuckuck.

Aber, wer einen Rechtschreibduden zur Hand hat, mag gerne einmal und "kucken" nachsehen und nach einem "AHA"-Erlebnis, ebendieses fürderhin als nette Alternative zum üblichen Gebrauch des Wortes "gucken" beutzen ;) :D

Zum Thema Biodiesel (=Rapsölmethylester) war ja hier allgemein nach Erfahrungen und negativen Auswirkungen der Verwendung ebnsolchen Kraftstoffes gefragt worden (=> wir erinnern uns, die EINGANGSFRAGE).
Da diese Frage nicht in einem Golf IV Forum gestellt wurde, sondern unter "ALLGEMEIN-SONSTIGES" gilt sie für alle Fahrzeuge, bei denen es eine Alternative zum herkömmlichen
mineralischen Diesel sein !!könnte!!.

Durch die spezifische Eigenschaften des Rapsölmethylester (Lösungsmitteleigenschaften) bedingt , die Elastomere und Lacke angreifen können, was aber verhindert wird durch Ersatz von Zwei-Komponentenlacken und Weichgummiteilen zB mittels Fluor-Kautschukmaterialien, bedeutet dies:

KUCK DIR DIE VORGABEN ZUM THEMA VOM HERSTELLER MAL AN.
Also muss ich mich informieren, ob mein Fahrzeug, was ja theoretisch kein GOLF IV sein muss;) dies überhaupt verträgt.
Ob eine Umrüstung funktioniert, ob der Hersteller des Fahrzeuges eine Freigabe nach Umrüstung erteilt usw usw etc.

Und was UND DAS zB bei Kälte!
angeht, war es ein Hinweis auf die "vielzitierte E DIN-Norm 51606 (Spezifikation Fettsäuremethylester) ",
die eben besagt: Winterfestigkeit kann bis -20°CFPP gewährleistet werden.

So, und da es auch ältere Fahrzeuge vertragen, die ihren Diesel noch etwas wintertauglicher machen wollen und dürfen mittels beigemengtem Benzin-Krafstoff (auch hier wieder: es gibt nicht nur Golf IV auf der Welt;) )
bleibt halt ein Gewisser Vorbehalt, was tiefe Temperaturen angeht.

Ich kann eueren Umut gar nicht verstehen, was habe ich denn böses über BIO BIO gesagt :) :cool:

pemo
30.01.2003, 12:35
Ich bin die ersten ca. 22.000 km mit meinem damals neuen Golf fast ausschließlich Biodiesel gefahren. Jedoch bin ich dann ab Herbst 2001 auf Diesel umgestiegen. Der Grund lag darin (wie schon Maximus geschrieben hat), dass ich durch die sehr negativen Berichte in der Presse (nicht zuletzt auch ADAC) verunsichert wurde.
Ich denke, dass Walter recht hat: Es wird viel zu viel Panik verbreitet. Das Problem ist nur: Wenn Schäden auftreten sollten und die Werkstatt Biodiesel als Verursacher lokalisiert, hat man als Betroffener wohl eher schlechte Karten das Gegenteil zu beweisen. Selbst wenn man nachweist, nur Biodiesel mit DIN Vor-Norm getankt zu haben, wird man wohl seinem Geld (Reparaturkosten) nachlaufen müssen.
Meine Erfahrungen mit Biodiesel sind eigentlich eher positiv.
Verbrauch, Fahrleistungen: kein Unterschied spürbar.
Biodiesel günstiger (mittlerweile zw. 10 und 15 Ct).
Nachteile:
1. Golf (PD, 115 PS, EZ 02/2000) sprang ab ca. 5° C schlechter an.
2. niedertouriges Fahren (relativ unkultivierter Lauf im Gegensatz zu normalem Diesel).

Da ich jetzt einige tausend KM mit Dinodiesel gefahren bin, werde ich wohl nicht mehr umsteigen. (Tank und Leitungen sind wahrscheinlich schon zugesaut mit den Dieselablagerungen).

Gruß Peter

Walter4
30.01.2003, 17:18
Original geschrieben von Ludger Rosen
Also:

@ Walter4

.

Ich kann eueren Umut gar nicht verstehen, was habe ich denn böses über BIO BIO gesagt :) :cool:

Hallo Ludger,

kein Unmut! Nur kleine Richtigstellung mit Erfahrungsaustausch.
Allerdings: Wenn jemand Biodiesel fährt, obschon sein Fahrzeug dafür nicht freigegeben ist, kann er (muß aber nicht) mit Ärger rechnen. Grund: Kraftstoffleitungen und Dichtungen, die nicht aus Fluor-Kautschuk -wie bei freigegebenen- gefertigt sind, können aufquellen und auch zerbröseln. Das ist der einzige Unterschied zu RME-geeigneten. Aber:Schlimm genug!
Nur: Wer kommt auf die grandiose Idee mit RME zu fahren, wenn sein Fahrzeug dafür nicht eingerichtet ist? (Nur am Rande: Ein mir bekannter Peugeot-Händler mit RME-Tankstelle berichtet von 406-Fahrern mit störungsfreien 300-Tausend Biodiesel-Kilometern!)
Das gibt's also auch, zum Gugug! :D
MfG Walter

gwg
01.02.2003, 11:34
Original geschrieben von Maximus
Ein Freund war gerade über Weihnachten in Norwegen, -30 Grad Celsius. Sein Golf IV Variant TDI, den er ausschließlich mit Biodiesel betankt, war der einzige Diesel, der noch ansprang.

Soviel zur Kälte.

Ich bin selber etwa 15.000km (105.000 - 120.000km) mit Biodiesel gefahren, um den Motor und die Kraftstoffschläuche erst mal zu reinigen, da ich den Wagen da erst gebraucht gekauft hatte.
Ich habe weder einen Mehrverbrauch feststellen können noch einen schlappen Motor.

Allerdings war deutlich zu hören, daß der Motor mit Biodiesel leiser läuft und der Frittengeruch angenehmer ist als der Dieselruß.

Trotzdem bin ich erst mal wieder auf Diesel umgestiegen, da mich die Thematik mit der Einspritzpumpe und der Nicht-Freigabe seitens Bosch doch sehr verunsichert hat.

Und 1000Euro für ne Einspritzpumpe ist halt auch kein Pappenstiel.

Maximus

Hallo,
das ist ja mal ne schöne Info (Kälte).
Ich fahre bei meinem neuen 110 kW Bora nur noch Biodiesel.
Zum einen habe ich 2 Jahre Garantie und habe noch 2 Jahre Garantie nachgekauft. Die Tankbelege hebe ich alle auf.
Die Werkstatt hatte auch etwas die Nase grümpft und auf einen VW-Bus verwiesen, bei dem der halbe Tank voller gallertartiger Masse gewesen sein sollte!!!!
Der Fahrer hat wohl Frittenfett gefahren.
Den früheren Dieselfilterwechsel werde ich nicht machen lassen. Bei 2 Tankfüllungen Diesel kann sich nichts abgesetzt haben und einen verstopfenden Filter bemerkt man rechtzeitig.
Biodiesel kostet mich im Augenblick 78 cent Diesel 92 cent.
Mfg
Günther