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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : ESP und ASR im A3


Steffen
31.01.2003, 21:23
Erst mal hallo zusammen!

Nachdem ich schon eine ganze Weile passiv im Forum lese, habe ich mich jetzt endlich mal registriert und stelle gleich meine erste Frage:

Ich habe mir vor ein paar Wochen einen A3 96kW TDI bestellt. Der A3 ist ja serienmäßig mit ESP ausgestattet und hat auch einen Schalter, mit dem man das System ausschalten kann.

Was mich interessiert ist, ob dieser Schalter nur das ESP oder ESP und ASR ausschaltet (oder kann man beides getrennt steuern)?

Danke im Voraus!

Turbofan
31.01.2003, 22:21
Es wird ESP und ASR und EDS ausgeschaltet. Das ABS bleibt aktiviert.
Nur im A2: kann/muß man ASR und EDS ohne das ESP ausschalten!

GolfTDI4motion
01.02.2003, 23:27
Es wird ESP und ASR und EDS ausgeschaltet



Hi,

diese Aussage ist falsch ! Wie oft muß ich es eigentlich noch posten: Die ASR ist an das ESP, die EDS an das ABS gekoppelt.
Sprich, wenn ich ESP auschaltet, deaktiviere ich damit auch das ASR, die elektronische Differentialsperre und das ABS bleiben jedoch weiterhin aktiviert.

Es wäre sicher auch sehr sinnvoll, wenn mir das ESP (dank ASR) im Tiefschnee den Motor herunterwürgt, und ich beim Auschschalten von ESP erst gar nicht mehr Anfahren kann, da nun zu allem Übel auch noch die EDS abgeschaltet ist......:confused:

Ich kann jedenfalls keine rationale Begründung finden, die eine Deaktivierung der EDS rechtfertigen würde. Nur aus thermischen Gründen kann es vorkommen, daß die EDS kurzfristig und automatisch abgeschalten wird.

Sorry, daß war jetzt vielleicht etwas impulsiv, aber man muß dem Kursieren von Halbwahrheiten mal ein Ende setzen, insbesondere, wenn man schon mehrmals in anderen Postings darauf hingewiesen hat.

so long

Marko
01.02.2003, 23:47
Original geschrieben von GolfTDI4motion
...
Ich kann jedenfalls keine rationale Begründung finden, die einen Deaktivierung der EDS rechtfertigen würde. ...


Also ich weiß ja nicht, wie die moderneren Systeme so arbeiten, aber mir ist es mit 'nem '92er Golf VR6 passiert, daß die EDS mich an 'nem verschneiten Berg komplett ausgebremst hat. Ganz sachte mit ca. 30 km/h rauf, die EDS hat wie wild geregelt und irgendwann stand ich! Da hätte ich mir nichts sehnlicher als einen Aus-Schalter gewünscht! Mag sein, daß die heute feinfühliger regeln, ist mir dank 4motion aber eh ziemlich wurscht. :D

Gruß
Marko

Turbofan
01.02.2003, 23:52
Original geschrieben von GolfTDI4motion
diese Aussage ist falsch ! Wie oft muß ich es eigentlich noch posten: Die ASR ist an das ESP, die EDS an das ABS gekoppelt.
Sprich, wenn ich ESP auschaltet, deaktiviere ich damit auch das ASR, die elektronische Differentialsperre und das ABS bleiben jedoch weiterhin aktiviert.


Danke! Ich habe wieder was dazu gelernt!

Übrigens lese ich zum ersten Mal was von Dir zum Thema ESP! Aber paßt schon...

GolfTDI4motion
02.02.2003, 00:38
Danke! Ich habe wieder was dazu gelernt!

Übrigens lese ich zum ersten Mal was von Dir zum Thema ESP! Aber paßt schon...



aber mir ist es mit 'nem '92er Golf VR6 passiert, daß die EDS mich an 'nem verschneiten Berg komplett ausgebremst hat. Ganz sachte mit ca. 30 km/h rauf, die EDS hat wie wild geregelt und irgendwann stand ich!


@ Turbofan: Mein Posting war vielleicht etwas impulsiv, aber ich wollte einfach die Tatsachen klarstellen. Der Thread war übrigens "ESP im Winter teilweise überfordert..." oder so ähnlich.
Außerdem kann es jeder empirisch nachprüfen: Solange es noch Schnee hat einfach eine schneebedeckte Fläche suchen und mit ordentlich Drehzahl stark anfahren. Dazu braucht es nichtmal steil zu sein. Das Gemahle und Gearratere das man dann hört stammt von der EDS, sowohl bei ein- als auch ausgeschaltetem ESP.

@Marko
Also in Deinem geschilderten Fall glaube ich kaum, daß Dir das Ausschalten der EDS etwas gebracht hätte. Der "wilde" Regelvorgang, noch dazu bei einer konstanten Geschwindigkeit läßt auf einen ziemlich stark vereisten Untergrund schließen, da hättest Du ohne EDS erst recht keine Chance gehabt. Der Traktionsgewinn durch die EDS ist übrigens gewaltig: Nicht selten war es gerade die EDS, die trotz 4motion den Wagen wieder in Schwung brachte. Unverständlich, daß VW diese bei den 4motion-Modellen nur für die Vorderachse anbietet. Die EDS regelt übrigens ab 100 U/min Drehzahldifferenz zwischen zwei Rädern einer Achse. Und soviel Kraft kostet die EDS nun auch wieder nicht, denn durchdrehende Räder tragen eh nicht zum Vortrieb bei, die Überschüssige Kraft gelang somit zum Rad mit der besseren Traktion. Das Einzige, was etwas Vortrieb kostet, ist die "Hystereseschwingung" des Bremsvorganges. Das Rad sollte theoretisch nur bis zur Rolldrehzahl des benachbarten Rades abgebremst werden. Regelungstechnisch läßt sich das zwar einstellen, beim Bremsen wird jedoch das schleudernde Rad stark abgebrems, so daß es kurzeitig etwas langsamer dreht als das Andere. Erst ab diesem Punkt öffnet die EDS die Radbremse wieder. Daher kommt auch das etwas schlingernde Fahrverhalten mit der EDS. Linkes bzw rechtes Rad sind unterschiedlich schnell, so daß zu einem Fahrverhalten wie bei Panzern kommt: Eine Kette gebremst, die andere angetrieben...
Is das Ganze noch mi einem Allrad gepaart, der hinten leicht ausbricht, kann es beim Anfahren schnell zum Querstellen des Autos kommen, d.h Gegenlenken und kräftig Kurbeln ist angesagt.

In unserer Familie gibt es übrigens neben dem 4motion, noch einen A8 quattro und einen T4 Syncro. Drei unterschiedliche Konzepte, alle aber mit deutlichem Traktionsgewinn, wobei der A8 in der Traktion unschlagbar ist (Torsen), insbesondere beim Anfahren, wohingegen der 4motion mit Haldex durch blitzschnelle Reaktionen sehr Fahraktiv ist und daher besonders beim aktiven Fahren (zum Beispiel verschneite Paßstraße) Vorteile bietet.

Tschüss

Niemals Servo
02.02.2003, 08:51
Original geschrieben von GolfTDI4motion
[B
@Marko
Unverständlich, daß VW diese bei den 4motion-Modellen nur für die Vorderachse anbietet. Die EDS regelt übrigens ab 100 U/min Drehzahldifferenz zwischen zwei Rädern einer Achse. Und soviel Kraft kostet die EDS nun auch wieder nicht, denn durchdrehende Räder tragen eh nicht zum Vortrieb bei, die Überschüssige Kraft gelang somit zum Rad mit der besseren Traktion.
[/B]

Würde das Abbremsen eines Hinterrades durch das ESD beim 4motion nicht dazu führen, dass durch das entstehende höhere Bremsmoment die Haldexkupplung mehr Leistung auf die Hinterachse gibt?

Marko
02.02.2003, 11:26
Original geschrieben von GolfTDI4motion
...
@Marko
Also in Deinem geschilderten Fall glaube ich kaum, daß Dir das Ausschalten der EDS etwas gebracht hätte. Der "wilde" Regelvorgang, noch dazu bei einer konstanten Geschwindigkeit läßt auf einen ziemlich stark vereisten Untergrund schließen, da hättest Du ohne EDS erst recht keine Chance gehabt. Der Traktionsgewinn durch die EDS ist übrigens gewaltig: Nicht selten war es gerade die EDS, die trotz 4motion den Wagen wieder in Schwung brachte. ...

Das sehe ich etwas anders. Ich ziehe mich lieber mit leicht schlupfenden Antriebsrädern den Berg hoch, als von der Elektronik ausgebremst zu werden. Vereist war es übrigens nicht sonderlich, gab nur ordentlich Schnee. Vielleicht lag das auch an den 150 kW an der Vorderachse. :D

Wenn es um EDS und 4motion geht, ist wohl eher letzterer dafür verantwortlich, daß die Fuhre in Schwung bleibt. Der liefert nämlich wirklich Vortrieb, während die EDS vorrangig für den Drehzahlausgleich zwischen links und rechts sorgt. Und das eben per Abbremsen des jeweils schneller drehenden Rades. Fakt ist, mit 4motion braucht man sich um derlei eh keine Gedanken machen. :)

Gruß
Marko

Marko
02.02.2003, 11:31
Original geschrieben von Niemals Servo
Würde das Abbremsen eines Hinterrades durch das ESD beim 4motion nicht dazu führen, dass durch das entstehende höhere Bremsmoment die Haldexkupplung mehr Leistung auf die Hinterachse gibt?

Sollte so sein, 4motion reagiert ja auf Drehzahlunterschiede zwischen Vorder- und Hinterachse. Vielleicht würde aber auch nur ein großes [ T I L T ] im Display erscheinen, wenn die Elektronik das weiße Fähnchen schwenkt ... :D :D :D

Gruß
Marko

GolfTDI4motion
02.02.2003, 12:16
Würde das Abbremsen eines Hinterrades durch das ESD beim 4motion nicht dazu führen, dass durch das entstehende höhere Bremsmoment die Haldexkupplung mehr Leistung auf die Hinterachse gibt?


Hi,

mehr als 100% starren Durchtrieb sind bei der Haldexkupplung (und auch sonst) nicht möglich. Bei gleichen (schlechten) Reibwerten an Vorder- und Hinterachse entpricht dies einer Kraftaufteilung von 50:50. Außerdem bremst die EDS ja nicht den Motor herunter, sondern verteilt nur die Antriebskraft, welche am Differential anliegt, zwischen den beiden Rädern. D.h, von dem Regelvorgang würde die Haldexkupplung belastungsmäßig gar nichts bemerken. Eine Beinflussung der Haldexkupplung sehe ich demnach nicht.


Wenn es um EDS und 4motion geht, ist wohl eher letzterer dafür verantwortlich, daß die Fuhre in Schwung bleibt. Der liefert nämlich wirklich Vortrieb, während die EDS vorrangig für den Drehzahlausgleich zwischen links und rechts sorgt. Und das eben per Abbremsen des jeweils schneller drehenden Rades.


Das ist richtig, sofern du den Berg mit konstanter Geschwindigkeit hochfährst oder sogar noch beschleunigen möchtest. Also ab Geschwindigkeiten >30 km/h. Wenn du aber beim Anfahren festhängst und Schwierigkeiten hast (z.Bsp. mit zuviel Gas), und unter dem jeweils angetriebenen Rad der Vorder-und Hinterachse hat sich Eis gebildet, dann wird trotz Allrad der Wagen keinen Meter vorwärts kommen. Hier hilft entweder kurzes Rückwärtsrollen und nochmaliger Versuch oder man vetraut auf die EDS: Sie leitet die Kraft auf griffigeren Schnee oder anderen Untergrund, so daß sich der Wagen zumindest soviel vorwärtsbewegt, daß auch die anderen Räder wieder greifen.

Wers nicht glaubt, solls eben einfach ausprobieren. Es geht nichts über das empirische Nachprüfen.

Tschüss

Audi Markus
02.02.2003, 13:31
Ihr habt probleme:)
Der Aushilfs-Allrad (Haldex) ist ok, aber noch lange kein Quattro:D
Gruß
Markus

Niemals Servo
02.02.2003, 15:41
Original geschrieben von GolfTDI4motion




mehr als 100% starren Durchtrieb sind bei der Haldexkupplung (und auch sonst) nicht möglich. Bei gleichen (schlechten) Reibwerten an Vorder- und Hinterachse entpricht dies einer Kraftaufteilung von 50:50. Außerdem bremst die EDS ja nicht den Motor herunter, sondern verteilt nur die Antriebskraft, welche am Differential anliegt, zwischen den beiden Rädern. D.h, von dem Regelvorgang würde die Haldexkupplung belastungsmäßig gar nichts bemerken. Eine Beinflussung der Haldexkupplung sehe ich demnach nicht.

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Trotz 50:50 kann das komplette Antriebsmoment hinten auf die Straße gebracht werden wenn vorne alles durchdreht.
Zudem verteilt das EDS nichts, sondern vernichtet schlicht und ergreifend Bewegungsenergie. (Ok, man könnte sagen es verteilt die Antriebsenergie auf Räder und Bremsen :) ) Ohne elektronische Rückmeldung weiß die Haldexkupplung also nicht ob sie gegen die Fahrbahn oder gegen die Bremse arbeitet. Mehr Leistung gegen die Bremse zu geben erscheint mir dann eher unklug, auch wenn das andere Hinterrad noch Grip hat.

Rainer K.
02.02.2003, 20:56
Hallo,

@Marko
Also in Deinem geschilderten Fall glaube ich kaum, daß Dir das Ausschalten der EDS etwas gebracht hätte. Der "wilde" Regelvorgang, noch dazu bei einer konstanten Geschwindigkeit läßt auf einen ziemlich stark vereisten Untergrund schließen, da hättest Du ohne EDS erst recht keine Chance gehabt. Der Traktionsgewinn durch die EDS ist übrigens gewaltig: Nicht selten war es gerade die EDS, die trotz 4motion den Wagen wieder in Schwung brachte. Unverständlich, daß VW diese bei den 4motion-Modellen nur für die Vorderachse anbietet. Die EDS regelt übrigens ab 100 U/min Drehzahldifferenz zwischen zwei Rädern einer Achse.
zumindest an meinem 98er A3 wäre ein Abschalten der EDS in bestimmten Situationen sinnvoll.
Nach meinen Erfahrungen ist das EDS klasse wenn...
- ein Rad auf schlüpfrigen Untergrund steht, das andere nicht(z.B. eine Eisplatte)
- man auf rutschigen Untergrund mit mehr als 20km/h unterwegs ist

Zumindest beim Anfahren auf nassem Gras mit eingeschlagenen Vorderrädern, regelt meine EDS zu grob: wo ich normalerweise vorsichtig mit leicht drehenden Rädern vom Fleck komme, versaut das System die Aktion. Es dreht dann abwechselnd das linke und rechte Vorderrad durch, anstatt beide einigermaßen gleichmäßig.
Das kann ich auch leicht reproduzieren: lasse ich die Kupplung gefühllos greifen, fängt sofort das EDS mit der links-rechts sinnlos Aktion an. Beim gefühlvollem Losfahren klappt es dagegen prima.
Das Umschalten zwischen linken und rechten Rad ist einfach zu abrupt, das durchdrehende Rad sollte eben nicht bis zum Stillstand abgebremst werden sondern noch langsam drehen.

Grüße, Rainer