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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Gewinnmargen im Autohandel


deBORA
14.02.2003, 22:25
Aufstand bei Opel
14.02.2003

Opel-Partner wollen die Margenkürzung beim Meriva nicht kampflos hinnehmen

Die Opel-Partner sind nicht bereit, die ca. 2,6 prozentige Margenkürzung beim Opel Meriva/Signum kampflos hinzunehmen. Anlässlich der heutigen Versammlung des Verbands deutscher Opel-Händler in Frankfurt wurde nahezu einstimmig entschieden, an den Werkspräsentationen nicht teilzunehmen und das Produktraining für die Verkäufer zu boykottieren. Das wäre einmalig in der Branche. Das Plenum ist damit einem Beschluß des erweiterten VDOH-Vorstandes von dieser Woche gefolgt. Man könne mit der Grundmarge von nur noch 12,5 Prozent gegen die Mitbewerber nicht bestehen, hieß es. Die Teilnehmer hätte nie zuvor derart offen über Existenzsorgen gesprochen, berichteten Händler nach der Sitzung.

"Es regiert die Unsicherheit", sagte ein Partner gegenüber AUTOHAUS Online. Weiter wurde bekannt, dass das neue Vergütungsmodell für alle Modelle ab Oktober Grundmargen zwischen 7,5 und 9,5 Prozent vorsieht. Der variable Teil wurde auf 2 Prozent für die Erfüllung von Standards und weiteren 4,5 Prozent für markenrelevante Bestandteile festgelegt. Wer die vereinbarten Ziele pro Quartal erfüllt, bekommt weitere 1,25 Prozent. Die maximal zu erreichende Marge beträgt nach Händlerangaben 17,25 Prozent. (rm)

PD-TDI
14.02.2003, 23:52
Hi,

aber bei VW/Audi sieht das im Moment auch nicht soviel anders aus.

Die Marge beim Golf beträgt, 13,6% un die des Passats 13,8%. Die des Lupo muss irgendwo bei 8% liegen. Wenn das AH seine Vorgaben erreicht bzw. übertrifft, fallen zusätzlich 2% dazu.

Der A4 hat eine Marge von 13,5%.

BMW soll für den neuen 5er, wie auch für den 7er schon die Marge drastisch kürzen. Auch der 3er soll schon eine engere Marge haben, so dass weniger Nachlass des Händlers gegeben werden kann. Bei Mercedes sind die Margen auch nicht besonders üppig, wodurch es auch geringere bis gar keine Nachlässe gibt. Gut, eine A-Klasse kann man nur mit Nachlass verkaufen *fg*, aber beim SL sieht die ganze Sache schon anders aus. So kann man natürlich auch für relativ stabile Preise sorgen und verhindern, dass die Gebrauchten so drastsich an Wert verlieren.

Walter4
15.02.2003, 10:13
Das ganze Margen-Hickhack bedeutet für uns Kunden doch nur eines: Wie bisher beim Autokauf Preise vergleichen und zwar bis "auf den Hof". Und dann kauft man dort, wo es am preiswertesten ist. Kein Kaufmann macht das einen Deut anders.
Zwei Entwicklungen sind absehbar: 1. Die Autowerke sind bemüht, ihre Preise EU-weit langsam anzugleichen (weil ihnen die EU-Kommission im Nacken sitzt); und 2. die bevorstehende Freigabe des Autoverkaufs -auch durch EU-Druck- (also ohne Markenbindung, so wie Kartoffeln und Brot) wird vor allem den kleineren Autohändlern den Garaus machen, wenn sie sich nicht schleunigst was einfallen lassen. Stellen wir uns mal vor, Aldi oder real oder sonstwer kaufen 10.000 Stück ein und verhökern sie preiswert... Und dann kommt das Geheul über den Wegfall des Service, den der Kunde angeblich erleiden wird. Damit wird sich leben lassen: Service ist ein äußerst lukratives Geschäft und keine Caritas und deswegen wird es da keinen Mangel geben. Na gut, man wird halt ein paar Km weiter fahren müssen als bisher, na und?
MfG Walter

AudiMax
15.02.2003, 13:43
Stellen wir uns mal vor, Aldi oder real oder sonstwer kaufen 10.000 Stück ein und verhökern sie preiswert... Und dann kommt das Geheul über den Wegfall des Service, den der Kunde angeblich erleiden wird. Damit wird sich leben lassen: Service ist ein äußerst lukratives Geschäft und keine Caritas und deswegen wird es da keinen Mangel geben. Na gut, man wird halt ein paar Km weiter fahren müssen als bisher, na und?

Dann haben wir das, was man zur Zeit an den Tankstellen erlebt. Es gibt doch nur noch drei bedeutende Wettbewerber (Shell/DEA, BP/Aral und Esso), die die Preise vorgeben und keine Probleme damit haben, von einem Tag auf den anderen mal eben 4ct draufzuschlagen, weil sich die wenigen kleineren Anbieter dem anpassen müssen und der Kunde keine Wahl mehr hat, woanders hin zu gehen. Die Tendenz ist auch im Lebensmittelbereich zu erkennen.
Ich glaube der Wirtschaftswissenschaftler nennt es "Oligopol".

Walter4
16.02.2003, 09:45
Original geschrieben von AudiMax
Dann haben wir das, was man zur Zeit an den Tankstellen erlebt. "Oligopol".

Weil: Um eine gute Auto-Service-Werkstatt zu betreiben braucht man keine Ölquellen, Tanker und Raffinerien. Natürlich geht's auch nicht ohne finanziellen Aufwand, aber den kann ein cleverer Kfz-Meister schon stemmen. Und wenn er gut ist, dann hat er auch Kunden. Vor allem, wenn man merkt, daß man nicht ausgenommen wird wie eine Weihnachtsgans und daß z.B. Inspektions-Arbeiten nicht nur auf dem Zettel abgehakt, sondern auch wirklich gemacht werden. ;) (...wäre mal eine ganz neue Erfahrung!")
MfG Walter

(...mein A3 TDI ist Ez 10/96! -und läuft, und läuft...)

Walter4
16.02.2003, 09:59
[QUOTE]Original geschrieben von PD-TDI
[B]Hi,
...Bei Mercedes sind die Margen auch nicht besonders üppig, wodurch es auch geringere bis gar keine Nachlässe gibt...

Hallo Jan,

ich fürchte, es sind nicht die geringen Margen, die Rabatte bei Mercedes verhindern: Es ist der unverändert hohe Image-Wert, der es Mercedes erlaubt, auf dem hohen Roß zu sitzen. Auf deutsch: Die haben's nicht nötig! Und daran wird sich nichts ändern, solange es der Lebenstraum jedes Lieschen Müller bleibt, einmal im Leben Mercedes zu fahren. Und selbst wenn Mercedes Schund produziert (siehe A-Serie, siehe Vaneo-Serie, siehe Kantenrost bei allen), der "Heiligenschein" leuchtet weiter... :D
MfG Walter