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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mein persönliches Schock Erlebnis...


Marius79ge
20.03.2003, 10:07
... hatte ich gestern auf dem Weg nach Hause. War gerade auf der A42 unterwegs so gegen 16 Uhr. Ziehe gerade auf die rechte Spur weil in ca. 500 metern meine Abfahrt kommt da zischt ein Biker an mir vorbei.

Ich hatte den vorher gar nicht gesehen. Woh auf Grund des Affenzahn den er drauf hatte und der sonne die von hinten ins Auto schien und die sicht über die Spiegel nach hinten behinderte.

Ich denk noch so man hat der es aber eilig da sehe ich auch schon sein Motorradel "ohne ihn" einen blauen Corsa C überholen und vor ihm verkeilt und einen MB Sprinter der nervös rechts überzieht.

Und dann den biker himself wie er über die Fahrbahn rollt. Ein Renault aus Münster auf der linken und ich auf der rechten Spur haben sofort die Warnblinker reingehauen und die Bahn für ihn geblockt bevor ihn noch einer richtig zu Matsche verarbeitet hätte.

Der gute Mann schien aber noch mal richtig glück gehabt zu haben. Ich denke mal das er mit einigen Prellungen davon gekommen ist denn nach ca. 5-10 min stand er schon wieder auf den eigenen Beinen. Nur die Frau aus dem Corsa zittere noch voll im Schockzustand.

Ich konnte aber nicht sehen ob der Sprinter (der einfach weiter gefahren ist) den Biker auf den Cora geschoben hat oder er selber dem Corsa reingeknallt ist.

Bin jetzt mal gespannt ob die Polizei sich deshalb noch meldet. Hatte bei der Frau nur Adresse, Tel. und Mailaddy hinterlassen. Da ich auch nichts mehr tun konnte und nach Hause wollte um mich selber auch beruhigen zu können. Schließlich rollte nicht alle Tage ein Mensch vor meinem Auto quer über die Bahn bei rund 120 km/h.

Turbofan
20.03.2003, 10:26
Ja, ja, die Motorradfahrer! Nun lassen wir lieber das Thema.

Aber ich kann Deine Situation gut nachvollziehen:
vor ca. 1,5 Jahren stand ich mit meiner Frau auf dem Weg nach Hause an einer belebten Kreuzung hier in Hamburg (Fußgängerampel war rot). Ich habe für 2 Sekunden nach rechts zu meiner Frau geschaut und plötzlich hörte ich Reifen quitschen und einen lauten Knall: da ist eine Frau, die zuvor 1 Meter vor mir noch stand, einfach über die Straße gelaufen und wurde von einem Fahrzeug erwischt. Die Frau lag auf dem Boden, die Autoscheibe weiste den typischen Kopfabdruck. Die 5 Leute (ich und meine Frau eingeschlossen), die an der Ampel standen, sind sofort zu der Frau geeilt. Ich habe sofort das Handy aus der Tasche gerissen und 112 angerufen. WÄhrend ich mit der Notrufzentrale telefonierte, floss Blut aus dem Kopf der bewusstlosen Frau. Ein anderer Herr redete mit der Frau, um sie wieder zu bewusstsein zu holen. Aber nichts. 1 Minute später kam ein Sanitäter, der rein zufällig in der Nähe war und konnte ein wenig die Kopfwunde schützen. Ca. 2 Minuten später war die Polizei da. Ca. 3 Minuten später flog der Rettungshubshrauber und suchte ein Landeplatz (dauerte ca. 30 Sekunden und er ist auf ein Teil der Kreuzung geladet, der die Polizei zuvor gesperrt hatte). Ca. 4 Minuten später kam der Rettungswagen einschl. Notarzt. (Der Aufwand wurde wahrscheinlich betrieben, da ich dem Notruf die Worte "bewusstlos" und "böse Kopfverletzung" erwähnte.)
Da meine Frau und ich die entscheidenden Sekunden weggeguckt haben ( und somit auch nicht den Ampelzustand sehen konnten), waren wir als Zeugen uninteressant. Und da die Frau bestens versorgt wurde, sind wir mit zitternden Knien nach Hause gelaufen, um uns erstmal von dem Schock zu erholen.
In den nächsten Tagen habe ich in der Presse nichts mehr von der Frau gehört, daher vermute ich mal, dass sie den Unfall mehr oder wenig gut überstanden hat.
Jedenfalls war ich erstaunt, wie schnell die Rettungskräfte vor Ort waren.

PS: Seitdem gucke ich zweimal nach links und rechts wenn ich über eine Kreuzung gehe.

rupert
20.03.2003, 10:44
Hallo

Erst mal Hut ab Turbofan für diese Zivilcourage.

Ich kann aus meiner Erfahrung als Sanitäter sagen, lieber einen Hubschrauber zuviel bestellen als zu wenig.

Und sobald die Worte "bewusstlos, Verkehrsunfall, Kopfverletzung" verwendet werden ist der Notarzt sowieso obligatorisch.

Also nochmal Hochachtung, denn ich kenne es, von 10 Leuten, schauen 9 lieber weg als zu helfen, leider ist es so.

gruss rupert

Turbofan
20.03.2003, 10:50
Original geschrieben von rupert
Also nochmal Hochachtung, denn ich kenne es, von 10 Leuten, schauen 9 lieber weg als zu helfen, leider ist es so.


Weggucken ging da wirklich nicht, sonst wäre ich das Ars..lo.. des Jahrhunderts geworden. Außerdem hoffe ich in solcher Situation auch auf Hilfe der anderen! Daher hielt ich meine Hilfe als Bürgerpflicht!!

rupert
20.03.2003, 10:56
Original geschrieben von Turbofan
Weggucken ging da wirklich nicht, sonst wäre ich das Ars..lo.. des Jahrhunderts geworden. Außerdem hoffe ich in solcher Situation auch auf Hilfe der anderen! Daher hielt ich meine Hilfe als Bürgerpflicht!!

Sagst du,

ich hatte mal den Fall das einer neben dem Ausgang der Disko lag und sich nicht mehr rührte.

Nachdem ich den Notfallcheck gemacht habe und der ergab, das der Patient bewusstlos war, ging ich rein in die Disko um die Rettung zu verständigen, aber von denen kam nur "der ist nur betrunken".

Hab mir dann das Telefon geschnappt, die Kollegen verständigt und auch gleich um Unterstützung eines Notarztwagen und eines Praktischen Arzt gebeten.

Als die dann ankamen, wurde der Patient in den RTW eingeladen und direkt auf der Dienststelle (400 m von der Disko) versorgt.

Der Eintreffende Notarzt nahm den Patienten auf und fuhr ihn ins Krankenhaus.

Abschliessende Diagnose, ein ephileptischer Anfall.

Also das mit der Bürgerpflicht wird nicht so ernst genommen, zumal die meisten Angst habe etwas falsch machen zu können.

gruss rupert

Marius79ge
20.03.2003, 11:36
Original geschrieben von rupert
Hallo

Erst mal Hut ab Turbofan für diese Zivilcourage.

Ich kann aus meiner Erfahrung als Sanitäter sagen, lieber einen Hubschrauber zuviel bestellen als zu wenig.

Und sobald die Worte "bewusstlos, Verkehrsunfall, Kopfverletzung" verwendet werden ist der Notarzt sowieso obligatorisch.

Also nochmal Hochachtung, denn ich kenne es, von 10 Leuten, schauen 9 lieber weg als zu helfen, leider ist es so.

gruss rupert

Also das mit dem gucken kann ich auch nur bestätigen. Ausser mir und dem Mann aus Münster ist keiner mehr stehen geblieben. nur langsam vorbeifahren und glotzen.

Meinte auch mein Vater ganz erstaunt als ich dann stehen blieb um schnell den Erste-hilfe Kasten aus dem Kofferraum zu holen "Willst du helfen??" Also sowas finde ich echt nicht gut um es mal nett zu sagen.

Meine Schwester, Mutter und ich scheinen wohl bei uns die einzigen mit etwas Courage zu sein (bei uns in der Familie)

Sowas ähnliches hatten wir nämlich auch schon letzten November. Wir waren mit der ganzen Familie (Großeltern, Onkel vom Bodensee etc.) essen und kommen auf dem Weg zu den Autos an einem Twingo vorbei bei dem die scheibe auf der Beifahrerseite augenscheinlich eigeschlagen wurde.

Die sind alle weitergegangen und wollten uns mitzerren. Aber wir haben die Polizei verständigt. Denn den Tag hatte es schon mehrfach geregnet und bevor ausser evtl. gestohlenen Gegenständen auch das Auto noch geflutet wird und nicht nur die Scheibe ersetzt werden muss empfanden wir drei es als unsere Pflicht die Polizei zu verständigen die auch promt kaum. Und die wollten noch nicht mal meine personalien. Dabei hatten Onkel Vater etc. gesagt. komm mit da haste nur ärger und nachher bist du es gewesen.

Über sowas kann ich nur den Kopf schutteln.

MK155
20.03.2003, 12:12
Original geschrieben von rupert
[...]

Also das mit der Bürgerpflicht wird nicht so ernst genommen, zumal die meisten Angst habe etwas falsch machen zu können.

gruss rupert

... stimmt leider ... jeder glotzt so gut er kann, mithelfen tun wirklich die wenigsten ... und wenn's nur das Aufstellen eines Warndreiecks ist.

So geschehen gestern ... ich fahr auf der Rückreise von einer Geschäftstour durch's Badische ... vor mir - ca 100 m - ein offenes Golf 3 Cabrio. Der gute fuhr gleichmässig 120 und genauso gleichmässig von der Strasse runter auf das rechte Fahrbahnbankett. Da bemerkt er seinen Fehler und tut das was die allermeisten in solchen Fällen tun, er lenkt hemmungslos nach links ... dann wieder nach rechts ... und sofort wieder nach links ... und dann begann die Hinterachse die Vorderachse zu überholen. Also im Querformat über die Gegenfahrbahn in eine angrenzenden Acker. Dort hat er dann zweieinhalb Rollen gemacht und kam somit auf dem nicht vorhandenen Dach zum liegen. Ich hatte da quasi den Logenplatz. Ich dachte mir: "Klasse, das hat mir jetzt grade noch gefehlt, auf so einen blutverschmierten halbtoten Mitbürger habe ich überhaupt keinen Bock" ... zumal ich gerade im Begriff war mir eine Essgelegenheit zu suchen. Naja ... hilft nix ... anhalten und schauen was mit dem armen Kerl ist. Der kam dann auch gleich aus seinem Auto rausgeklettert, lief mir entgegen und war - wie durch ein Wunder - völlig kratzerfrei. Auf dem Weg entlang an seiner Materialspur die er gelegt hatte (Papier, Cassetten, Geldstücke etc. ) freute er sich dann tierisch über eine gefundene Parkscheibe "Wenigsten kann ich die noch gebrauchen" :) ... so hatte die ganze unerfreuliche Situation sogar noch eine komische Note ...

Also ... 112 wählen kurz schildern, was passiert ist ...

Innerhalb kürzester Zeit brach er dann zusammen und verarztete ihn notdürftig (Schocklage, ein bisschen mit ihm reden, war früher auch mal Rettungssani ...) ... ruck zuck standen dann 8-10 Leute um uns rum. Zu einem habe ich gemeint, ob er bitte zwei Warndreiecke organisieren könne und die Unfallstelle absichern möge. Antwort: "Wieso ich denn?", da bin ich aufgestanden und habe meine 1,92 gepaart mit 110 kg vor ihm postiert und ihn freundlich gebeten, dass er jetzt bitte gehen möge, bevor ich meine guten Manieren verlöre ... Zum Glück hat ein anderer den Ernst der Situation erkannt und mitgeholfen, da waren wir dann schon zu zweit.

Das war aber, wie gesagt, schon zu meiner Zeit als Rettungssanitäter nicht anders. Wenn wir da als an diverse Unfälle hinfuhren, war es nicht selten, dass ein Arsch voll Leute um ein verunfalltes Auto rumstanden, schlaue Sprüche klopften und die Verletzten noch immer im Auto sassen oder lagen, ob wohl die in den meisten Fällen locker ohne grosse Anstrengung hätten geborgen werden können. "Wir wollten nichts falsch machen"... meine Antwort war da "Nichts tun und blöd glotzen, da haben Sie bereits alle Fehler gemacht, die Sie machen können"

Es ist schlimm ... ich möchte nicht in einer solchen Situation auf die Hilfe von anderen angewiesen sein. Das kann ich die Hose gehen.

A6-Fahrer
20.03.2003, 12:35
Original geschrieben von Turbofan
Ich habe sofort das Handy aus der Tasche gerissen und 112 angerufen. [...] Ca. 2 Minuten später war die Polizei da. Ca. 3 Minuten später flog der Rettungshubshrauber und suchte ein Landeplatz (dauerte ca. 30 Sekunden und er ist auf ein Teil der Kreuzung geladet, der die Polizei zuvor gesperrt hatte). Ca. 4 Minuten später kam der Rettungswagen einschl. Notarzt.
[...]
Jedenfalls war ich erstaunt, wie schnell die Rettungskräfte vor Ort waren.
Da hast Du bzw. die Verunfallte aber Glück gehabt.

War war kein Verkehrsunfall, aber vor einigen Jahren ist unsere damalige Nachbarin im Treppenhaus gestürzt uns hat sich einen offenen Bruch am Unterarm zugezogen. Ca. 2 min nach dem Unglück bin ich dazugekommen. Der Hausmeister war anwesend und eine andere Bewohnerin des Haus hatte auch bereits ihren Kopf aus der Tür gestreckt. Ich bat diese dann den Notarzt zu rufen, worauf sie mich verdutzt angesehen hatte und gefragt "wie denn". Um dann keine Zeit zu verlieren habe ich mich von der Verletzten abgewendet und dann selbst das Handy rausgezogen und die 112 angerufen. Mittlerweile hatte ich bereits bemerkt, daß es eben ein offener Bruch ist, der scheinbar auch die Schlagader geschädigt haben muß. Die Frau war bereits in einer Blutlache gelegen, die links und rechts über ihren Rücken hinausging. Zudem war es Winter und sie hatte eine dicke wattierte Jacke an, in dessen Ärmel sich der Knochen verfangen hatte. Ausziehen war also nicht.

Das alles habe ich auch dann der Rettungsleitstelle geschildert, mit dem deutlichen Hinweis auf akute Lebensgefahr. Nach dem Anruf habe ich dann verzweifelt versucht durch die Jacke durch die Ader auf der Innenseite des Oberarms abzudrücken. So war ich 15min. neben der Frau gekniet und sie wurde immer blasser und blasser und die Blutlache immer größer, nicht mehr so schnell, aber immerhin. Also habe ich nach 15min, nachdem immer noch kein Martinshorn zu hören war nochmals die Rettungsstelle angerufen und ihnen klar gemacht, daß wenn nicht bald jemand kommt mir die Frau unter den Händen verblutet.

Es hat ingesamt dann geschlagene 20min gedauert, bis der Notarztwagen da war und das mitten in München und obwohl die nächste Feuerwache incl. Station für einen Rettungswagen weniger als 2km entfernt war.

Gruß

rupert
20.03.2003, 12:47
ja so ist die "Gesellschaft" von heute.

Oder findet ihr es nicht auch sonderbar, dass wenn auf der Autobahn was passiert, mit sicherheit auf der anderen Spur ein Stau und dann meistens auch Auffahrunfälle wegen der Schaulustigen ist.

Aber genug davon, es würde noch einige Sachen geben, wo die meisten Leute sich auf den Kopf greifen würden.

Aber eins noch

Selbst passiert, ich unterwegs in voller Rot-Kreuz Montur zum Dienst (Zivi) kommt mir ein Auto schleudernd entgegen, es war keine Gelegenheit mehr zum ausweichen, so hat sie sich entschieden sich über mein Auto zu überschlagen, also ich Motor abgestellt, Warnblinker raus, und nach hinten um den Erste-Hilfe Koffer zu holen, runter zum Auto das am Dach lag und gemeint, ob ich ihr raushelfen könnte, sie kam aber alleine raus und wunderte sich nur das die Rettung so schnell da gewesen sei.

Auch hier, innerhalb von nicht mal einer minute standen dann so ca. 10 leute herum (wobei man sagen muss das es sich um eine nicht stark befahrene Strasse handelte), ich habe dann ein paar pasanten gebeten sie mögen doch ein Pannendreieck aufstellen und das komplette programm holen (Polizei, Rettung, Feuerwehr)
Ich konnte sie auch nur mit müh und not davon überzeugen, dass es wirklich dringend war, denn wie manche wissen werden - spürt man unter schock keine Schmerzen.

Ende vom Lied, beide Autos totalschaden, aber keiner verletzt.

Ist immer besser als andersrum.

gruss rupert

Loeff
20.03.2003, 13:06
hi allseits!

zum glück war ich noch nie in so einer situation, aber mir is auch mal das herz stehen geblieben. ich fahr gemütlich 130 am wechsel (kurvige autobahn) und hinter so einer kurve stehen auf einmal die autos auf allen streifen in meiner richtung.
vollbremsung, warnblinker, und hoffen, daß mir keiner drauffährt. und daß ich rechtzeitig stehenbleib. genau 1 cm hinter dem vordermann - pfffff.
und warum sind die stehengeblieben? weil ein feuerwehrauto OHNE blaulicht oder sonstiges am pannenstreifen stehengeblieben ist. und dann müssen sie gaffen, die deppen, und schnell auf die bremse, um ja nichts zu verpassen! sorry, aber wenn da was passiert wäre, wären 90% der idioten ohne zu helfen weitergefahren....

also, schön, daß man hier im forum ein paar gleichgesinnte trifft!!

grusz, Loeff

MouseWare
20.03.2003, 13:51
Hm, es ist ja immer wieder das Argument zu hören, daß die Mehrheit der Leute nichts tut, weil sie angeblich nicht wissen wie bzw. dabei dann nichts falsch machen wollen.

Zum einen ist es doch so, daß man zum Erwerb der Fahrerlaubnis die Sofortmaßnahmen am Unfallort in so einem Kurs erlernen muß, mit denen man schon viel für ein Unfallopfer tun kann...und wenn es nur der korrekte Anruf bei den Rettungsdiensten (Wer, was, wo, wieviele usw.) ist.

Zum anderen sehe ich doch bei dieser Argumentation einen klaren Handlungsbedarf: Wer sich nicht in der Lage fühlt, bei einem Unfall zu helfen, sollte doch von sich aus einfach mal einen kostenfreien Auffrischungskurs belegen. Alternativ dazu hätte ich nichts dagegen, wenn eine derartige Veranstaltung alle 5 Jahre verpflichtend für den Behalt der Fahrerlaubnis wäre, dann könnte sich keiner mehr mit so einer billigen Aussage rausreden, wenn mal wieder alle nur gegafft und die wirklichen Helfer behindert haben.

Aber das Bewußtsein, daß man selbst einmal als Unfallopfer mit einer gaffenden und am Besten noch filmenden / fotografierenden Menge statt mit helfenden Mitmenschen konfrontiert sein könnte, scheint nicht weit verbreitet zu sein :mad:

Gruß
Markus

MK155
20.03.2003, 14:04
Original geschrieben von MouseWare
[...]Alternativ dazu hätte ich nichts dagegen, wenn eine derartige Veranstaltung alle 5 Jahre verpflichtend für den Behalt der Fahrerlaubnis wäre, [...]

und da sind wir ganz schnell wieder beim "TÜV" für den Fahrer.

Wäre ich absolut dafür.
Bestandteile:
- medizinischer Check
- kurzer Fragebogen über gewisse Verkehrregeln
- Kenntnisse über Sofortmassnahmen am Unfallort
- ... vielleicht fällt jemandem noch was ein.

Ich bin der festen Überzeugung, dass so sich einige Unfälle vermeiden liessen.

rupert
20.03.2003, 14:24
Aufklärung über Verhaltensmasregeln beim Eintreffen der Rettungskräfte.

Nicht nur einmal hat man uns den Weg versperrt!!!!!

Und dann gleich noch "Wie verhalte ich mich wenn ein Einsatzfahrzeug mit Blaulicht hinter mir ist"

Denn Ausweichen und rechts ranfahren ist nicht immer die richtige Lösung.

Und ganz wichtig, Reanimationsmassnahmen, denn damit könnte man tausenden Menschen das Leben retten, wenn der Ersthelfer sich TRAUT eine Reanimation durchzufühen.



gruss rupert

AudiMax
20.03.2003, 14:59
Wenn wir da als an diverse Unfälle hinfuhren, war es nicht selten, dass ein Arsch voll Leute um ein verunfalltes Auto rumstanden, schlaue Sprüche klopften und die Verletzten noch immer im Auto sassen oder lagen, ob wohl die in den meisten Fällen locker ohne grosse Anstrengung hätten geborgen werden können. "Wir wollten nichts falsch machen"... meine Antwort war da "Nichts tun und blöd glotzen, da haben Sie bereits alle Fehler gemacht, die Sie machen können"

Ich fürchte, das wird heutzutage schon den Kleinen so beigebracht. Letzte oder vorletzte Saison hatten wir einen internistischen Notfall in einem Freibad. Da stand dann eine Gruppe ca. 10-jähriger herum, glotzte und störte nur. Als der Schwimmmeister und wir als RD-Personal die Blagen baten, wegzugehen, hieß es nur: Wir dürfen gucken, wo wir wollen. Sie dürfen uns gar nicht anfassen und außerdem sind wir noch nicht strafmündig.
Klasse! Wo soll das nur hinführen?



Zum Fahrer-TÜV:
Besonderes Augenmerk auf Verkehrsregeln, die sich in den letzten Jahren geändert haben (Frag mal einen 50-Jahre-Unfallfrei-Fahrer nach der Vorfahrtsregelung am Ende eines verkehrsberuhigten Bereiches).
Ob die Leute psychisch in der Lage sind, die Verantwortung zur Führung eine motorisierten Fahrzeuges zu übernehmen. Hab da manchmal so meine Zweifel.

Niemals Servo
20.03.2003, 15:05
Original geschrieben von AudiMax
. Als der Schwimmmeister und wir als RD-Personal die Blagen baten, wegzugehen, hieß es nur: Wir dürfen gucken, wo wir wollen. Sie dürfen uns gar nicht anfassen und außerdem sind wir noch nicht strafmündig.
Klasse! Wo soll das nur hinführen?



Der Schwimmmeister hätte sie einfach rausschmeissen können, wo ist das Problem? (das Grundploblem ist natürlich klar)

AudiMax
20.03.2003, 15:12
Hat er danach vermutlich auch (wir waren mit dem Patienten dann auch weg). Nur in der Situation war er erstmal bei uns (Seiteneingang aufschließen etc.) und konnte sich nicht um die Kinder kümmern. Ich fand das schon sehr ärgerlich, daß es nicht reichte, die Kinder zum Weggehen aufzufordern. Ich bin fast geneigt zu sagen, das hätte sich meine Generation damals nicht getraut - obwohl ich erst 26 bin.

Babsi
20.03.2003, 15:16
hallo,
hätte garnicht gedacht, daß man soviele Kollegen hier trifft. Ist ja ein richtiger Auflauf :)
Halte auch bei jedem Unfall an (der nch ernsthaften Problemen aussieht) und helfe. Habe z.B. eine Frau aus einem demolierten PKW bei dem die Fahrertür nicht mehr aufging geholt, da sie nicht sooo fit war und die Hitze (es war Sommer) immer heftiger wurde. Der Rettungswagen ist trotz mehrfachen Anrufs nicht gekommen.
Gottseidank war die Verletzung nicht lebensbedrohlich.
Cu Babsi

Niemals Servo
20.03.2003, 15:23
Man kann halt wenig gegen die Natur des Mensch machen. Da machen es sich auch einige Kritiker zu leicht:
ZB:

Denn Ausweichen und rechts ranfahren ist nicht immer die richtige Lösung.
Man kann halt nie genau wissen wo der Wagen mit Blaulicht tatsächlich herfahren will. Man kann die Gedanken des Fahrers nicht erahnen und auch nicht wissen was er sieht.

oder:
und warum sind die stehengeblieben? weil ein feuerwehrauto OHNE blaulicht oder sonstiges am pannenstreifen stehengeblieben ist. und dann müssen sie gaffen, die deppen, und schnell auf die bremse, um ja nichts zu verpassen!

Sicher muss man keine Vollbremsung machen, aber wenn beispielsweise auf der Gegenfahrbahn ein Unfall war, ist es doch fahrlässig mit Volldampf weiterzufahren. Zu groß ist doch die Wahrscheinlichkeit, das Gegenstände auf der Fahrbahn liegen oder Leute die Fahrbahn betreten.



Und das Kinder sich durch besondere Neugier hervortun ist nicht wirklich beklagenswert. Die parken idR auch nicht die Zufahrt zu. Renitent sollten sie natürlich trotzdem nicht werden.

rupert
20.03.2003, 15:29
Ja die Jungend heutzutage...

Nur der kann man nicht wirklich was anderes vorgelebt von den Erwachsenen.

Fact ist, wir leben in einer Gesellschaft die zu egoistisch ist, Ok im gewissen Masse ist Egoismus zu dulden.

In der Arbeit zum Beispiel, da muss man in der heutigen Zeit an sich denken um den Arbeitsplatz zu behalten. Aber wenn es ins private geht sollte man den Egoismus zurückdrehen.

Na ja wie auch immer, die Politiker werdenschon wissen was sie tun.

gruss rupert

AudiMax
20.03.2003, 15:54
Das Problem mit dem "rechts ranfahren" ist aber, daß es so gelehrt wird und ohne nachzudenken gemacht wird. Wenn auf einer mehrspurigen Straße eine Spur frei ist, reicht es aus, wenn diese frei beibt. Auch wenn´s die rechte ist. Oder bauliche Gegebenheiten machen ein links ranfahren leichter und effektiver möglich als ein rechts ranfahren, da ist das dann auch sinnvoller. Außerdem immer darauf achten, wie sich die anderern Autofahrer verhalten und sein eigenes Verhalten in diesen Situationen davon abhängig machen, auch wenn es nicht immer ganz so sinnvoll erscheint.
Am meisten regt mich aber auf, wenn in einer Reihe platzmachender PKW plötzlich einer rauszieht, weil er meint, die Gasse sei für ihn.
Trotzdem muß ich Niemals Servo in sofern recht geben, daß das Einsatzfahrzeug in jedem Fall möglichst exakt und früh genug blinken sollte. Obwohl das nicht immer möglich ist.

Langsam vorbeifahrende Gaffer sind trotz der geringeren Geschwindigkeit gefährlich, weil sie oft gar nicht nach vorn schauen. Da könne 30 km/h schon zuviel sein.

MatthiasSch
20.03.2003, 15:58
Hi,
zum Glück bin ich von solchen Erlebnissen bisher verschont geblieben.
Bis auf einen Unfall in einer AB Ausfahrt wo aber schon die Leute aus dem Wagen raus waren und eigentlich alles gelaufen war. Also bin ich langsam auf der AB dran vorbei gefahren, weil sich ein kleiner Rückstau gebildet hatte.
Da kommt doch von hinten noch son Fiat Kastenwagen abgeballert, haut natürlich voll in die Eisen und schlägt, nach einer Pirouette vor mir, in einen stehenden Wagen ein. Da hab ich mir auch nur noch an den Kopf gepackt.

Aber mal noch ne Frage: Ist es denn eigentlich so, dass man jemanden rechtlich belangen könnte wenn er bei einem Unfall hilft? Etwa wenn er jemanden aus einem Fahrzeug birgt, und dabei ein gebrochener Wirbel so verrutscht, dass derjenige querschnittsgelähmt bleibt. Mir ist nämlich so, dass man dort nichts zu befürchten hat. Deswegen zählt für mich auch niemals eine Aussage wie: "Ich weiss nicht... Ich kann nicht...".

Mfg

rupert
20.03.2003, 16:01
Vielleicht hab ich mich schlecht ausgedrückt.

Das mit rechts ranfahren ist nicht immer die beste Lösung, war lediglich auf die Bundesstrassen bezogen, wenn du mit Blaulicht kommst und die meinen jetzt müssen sie sofort ohne nachzudenken rechts ranfahren.

Egal ob ein LKW, Autobuss oder Traktor entgegenkommt.

Denn auf den Bundesstrassen hast du nicht genug Platz um LKW & RTW & PKW nebeneinander ohne Schramme hinzubekommen.


Das hat keinen Sinn, sollen sie zügig weiterfahren, kein Polizist wird sie bestrafen wenn sie in dieser Situation schneller als erlaubt fahren.

Wenn dann der richtige Zeitpunkt zum überholen gekommen ist, werde ich schon zeigen dass ich vorbei will bzw. muss.

das meinte ich damit.

AudiMax
20.03.2003, 16:06
Ach so. Bei uns im Einsatzgebiet gibt es keine Landstraßen, nur Stadt und BAB.

Schneewittchen
20.03.2003, 16:26
ich möchte auch mal meinen senf dazu geben...

mir ist das ähnlich passiert wie hier schon einige berichtet haben.. nur leider war ich die leidtragende person... es war zwar kein verkehrsunfall, aber ich werde diese momente nie vergessen!
wir waren mit mehreren leuten auf einem chat-treffen vom VW-Chat... ich war an dem Tag sehr früh auf und bin 500 km am stück gefahren... normal auch kein problem, nur hatte ich auch nicht gegessen und war total übermüdet... irgendwann in der nacht isses dann passiert: wir waren grad in einer DiskoBar als mir schwarz vor Augen wurde... ich hab noch versucht mich festzuhalten und dann war ich wohl weg...
als ich wieder die augen aufgemacht hab standen mindestens 30-40 leute um mich rum... die musik hämmerte weiter, obwohl ich direkt vor dem DJ lag... im hintergrund hörte ich nur meine leute (die aus dem chat) nach einem krankenwagen schreien und daß die musik ausgemacht werden soll...
da lag ich... lauter fremde gesichter, die nur geglotzt haben, ich total daneben, wußte eigentlich nicht so wirklich wo ich war und was passiert war... ne fette beule am kopf und völlig am ende...
und KEINER hat mir mal nen wasser gebracht oder versucht mich irgendwie wieder klar zu kriegen...
ich soll angeblich 20 minuten so gelegen haben... ich selber weiß es nicht...
dann kam endlich der krankenwagen und die haben mich dann mit ins krankenhaus genommen... als ich rausgetragen wurde lief die musik immer noch in voller lautstärke..

das wollte ich mal zu dem thema loswerden... es ist ein ganz grauenvolles gefühl, wenn man da liegt, mit sich selber nicht klar kommt und auch noch begafft wird...

ich werde das bestimmt niemals vergessen, auch wenn inzwischen natürlich alles wieder gut ist... es war wirklich einfach nur übermüdet und die fehlende nahrung gepaart mit zuviel zigaretten...

MouseWare
20.03.2003, 17:03
@ Schneewittchen

Genau von so einer Situation habe ich im letzten Teil meines Postings ja geschrieben.

Aber daß Dir nach so langer Fahrt keiner der Chat-Kollegen was zu essen "aufgedrängt" hat...tztz...da fällt mir nur ein: "Noch ein Schnittchen, Schneewittchen?" ;)


Generell fände ich einen Autofahrer-TÜV absolut begrüßenswert. Und die Kosten dafür könnten locker durch das Geld abgedeckt werden, das die Volkswirtschaft bei der Vermeidung von Verkehrstoten / Schwerstverletzten dann sparen würde.

Gruß
Markus

Marko
20.03.2003, 18:16
Ganz und gar nicht, im Gegenteil: Strafbar macht sich derjenige, der nichts tut. Das nennt man dann "unterlassene Hilfeleistung". Wird für meine Begriffe aber leider viel zu wenig verfolgt.

Es kann zwar immer passieren, daß dem Patienten durch eigene Maßnahmen weiterer Schaden zugefügt wird, in den meisten Fällen wird dadurch aber noch größerer Schaden abgewendet. Konsequenzen für den Ersthelfer hat das auf jeden Fall KEINE!

Gruß
Marko

Original geschrieben von MatthiasSch
...
Aber mal noch ne Frage: Ist es denn eigentlich so, dass man jemanden rechtlich belangen könnte wenn er bei einem Unfall hilft? ...

MK155
21.03.2003, 04:18
Original geschrieben von AudiMax
Das Problem mit dem "rechts ranfahren" ist aber, daß es so gelehrt wird und ohne nachzudenken gemacht wird. Wenn auf einer mehrspurigen Straße eine Spur frei ist, reicht es aus, wenn diese frei beibt[...]

Genau ... am meisten habe habe ich es gehasst, wenn ich dann mit dem Rettungswagen unter Blaulicht und Martinshorn daher kam und alles vor mir erst mal pauschal eine Vollbremsung hingelegt hat. Bei Leerfahrten war das zwar ärgerlich aber nicht weiter tragisch. Nur wenn tatsächlich Ladung an Bord war dann gab's da manchmal richtige Probleme.

Drum ist es m. E. am besten die Geschwindigkeit ein wenig zu reduzieren und möglichst weit nach rechts zu fahren (bei Fahrbahnen mit einer Fahrspur in jede Richtung).

rupert
21.03.2003, 07:20
Oder zügig weiterfahren, wenn keine Möglichkeit zum Rechtsranfahren ist.

Wenn dann die Möglichkeit kommt, geben wir uns schon zu erkennen das wir überholen wollen und zum grlück können wir das jetzt auch mit den TDI's

gruss rupert

MK155
21.03.2003, 07:32
Original geschrieben von rupert
Oder zügig weiterfahren, wenn keine Möglichkeit zum Rechtsranfahren ist.

Wenn dann die Möglichkeit kommt, geben wir uns schon zu erkennen das wir überholen wollen und zum grlück können wir das jetzt auch mit den TDI's

gruss rupert

Oder so ...

tehr
21.03.2003, 10:10
Original geschrieben von MatthiasSch
Aber mal noch ne Frage: Ist es denn eigentlich so, dass man jemanden rechtlich belangen könnte wenn er bei einem Unfall hilft? Etwa wenn er jemanden aus einem Fahrzeug birgt, und dabei ein gebrochener Wirbel so verrutscht, dass derjenige querschnittsgelähmt bleibt. Mir ist nämlich so, dass man dort nichts zu befürchten hat. Deswegen zählt für mich auch niemals eine Aussage wie: "Ich weiss nicht... Ich kann nicht...".

Während eines Erste-Hilfe-Kurses tauchte auch genau diese Frage auf. Die Antwort des Leiters war, dass man eigentlich nichts falsch machen kann, außer nichts zu tun. Dies ist wohl einer der wenigen Fälle, wo man für das Nichtstun bestraft werden kann. Macht aber auch Sinn.

Man sollte also grundsätzlich das tun, was man gelernt hat oder für richtig hält, bevor man gar nichts macht.

MK155
21.03.2003, 10:20
Original geschrieben von tehr
Während eines Erste-Hilfe-Kurses tauchte auch genau diese Frage auf. Die Antwort des Leiters war, dass man eigentlich nichts falsch machen kann, außer nichts zu tun. Dies ist wohl einer der wenigen Fälle, wo man für das Nichtstun bestraft werden kann. Macht aber auch Sinn.

Man sollte also grundsätzlich das tun, was man gelernt hat oder für richtig hält, bevor man gar nichts macht.

Exakt ...

wobei ich zum Beispiel im Falle einer möglichen Wirbelsäulenverletzung mit dem Verletzten sprechen muss. Wenn er über Schmerzen in der Wirbelsäulengegend klagt und/oder über Taubheitsgefühle spricht sollte ich ihn lieber in der Lage lassen bis weitere Hilfe eintrifft. Für den Fall dass der Verletzte nicht ansprechbar ist, ist auch herausfindbar, ob die Wirbelsäule einen Defekt hat oder nicht. Dann kann man nichts "falsch" machen.

Erst Hilfe heisst im Übrigen nicht ausschliesslich Versorgung von Verletzten sondern betrifft zusätzlich das gesamte Umfeld bei einem Unfall, wie z. B. Unfallstelle absichern, 112 wählen und Hilfe holen, soweit möglich seelischen Beistand leisten.

Aber einfach nichts tun, weil man Angst hat, was falsches zu tun, das gilt nicht als Ausrede und hat ggf. vor Gericht keinen Bestand.

rupert
21.03.2003, 10:38
Die Problematik die der Ersthelfer jedoch hat, ist wenn eine bewusstlose Person im Auto eingeklemmt ist und das Auto beginnt zu brennen, dann muss man die Person aus der Gefahrenzone bergen.

gruss rupert

finearts
21.03.2003, 20:09
Also mein härtestes passiv Erlebnis, allerdings mit "Happy End" hatte ich mal auf der A2, kurz nach der Abfahrt Wolfsburg in Richtung Berlin in Höhe einer elektronischen Verkehrssteuerung. Wir, meine damalige Freundin und ich, waren damals in meinem Golf unterwegs und es war früher Vormittag, die Sonne kam von vorne, stand aber richtig mies tief so, dass man richtig schön reingucken musste, da half auch keine Sonnenblende richtig was.

Daher hab ich die Freigabe auch nicht ausgenutzt.

Als wir so fuhren sah ich viel weiter vorne noch einen LKW und einen dahinter fahrenden PKW, ansonsten weit und breit kein anderes Auto, außer hinter uns. Auf einmal sah ich nur eine Rauchwolke vorne aufsteigen.

Da ich ja damals noch beim DRK war wurde mir auch immer eingebleut, auf jeden Fall anhalten und helfen. Außerdem erwarte ich sowas auch von anderen Autofahrern. Ich also auf die linke Spur und langsamer gefahren, mit Warnblinker.

Beim vorbeifahren einen flüchtigen Blick geworfen und gesehen, dass der PKW sich voll unter den LKW gesetzt hat.

Dann bin ich sofort rechts rüber und hab angehalten. Meine Freundin sollte lieber im Auto bleiben, da ich davon ausging, dass es sein könnte, dass es recht schlimm aussehen könnte. Hab mich schon auf das schlimmste eingestellt (Kopf ab oder total zerquetscht etc.). Aber als ich langsam rankam, mir war echt mulmig zumute, kam schon jemand auf mich zu.

Zuerst dachte ich, das wäre der LKW fahrer, aber nein, es war der PKW-Fahrer. Ohne Schramme, ohne Beule. Er meinte nur, die Sonne hat ihn geblendet, was ich auch nachvollziehen konnte.

Wir drei, der PKW-, der LKW-Fahrer und ich, haben dann noch meine Adresse festgehalten, da ich ja Zeuge war. Und als dann die Polizei ankam bin ich wieder losgedüst.

Es hätte natürlich auch anders laufen können, trotzdem würde ich bei jedem Unfall wieder anhalten, wenn ich der Erste dahinter wäre.


Glücklicher Weise gibt es mehr Leute wie uns hier im Forum, die anhalten.
Das hab ich gemerkt, als ich mich mit meinem Audi A4 in den Graben gerutscht bin und mich zweimal auf einem Feld überschlug.

Auch da haben glücklicher Weise mehrere Fahrer angehalten und sich um mich gekümmert. Auch ich hatte damals Glück und außer einem blauen Fleck am Fußgelenk hatte ich nix weiter.

Da war ich 23. Seitdem fahr ich doch sehr viel defensiver.



Und zum Abschluss noch ein Lob an die Forums-Mitglieder, die auch den Mut haben bei schweren Unfällen anzuhalten um zu helfen!

Sicher kostet es Überwindung, aber davon kann immer ein Menschenleben abhängen und beim nächsten Mal könnte es das eigene sein.

Also, macht weiter so!

Gruß,

Finearts

Babsi
22.03.2003, 06:51
zum Glück sind die meisten Unfälle in der Realität. Das ein Auto wirklich anfängt zu brennen ist einfach sehr unwahrscheinlich. Ich fahre seit meinem 14. Lebensjahr Rettung und noch nie hat ein Auto gebrannt aufgrund eines Unfalls.
Achja eine nicht ansprechbare Person sollte man auf alle Fälle aus dem Auto holen, denn was hilft es demjenigen wenn sein Rücken ganz ist und er am Atemstillstand oder an der eigenen Zunge erstickt? Wenn ich ihn ansprechen kann und er hat Schmerzen in der WS dann warte ich halt auf den Rettungsdienst und die können ihn dann mit Stifneck und KED rausholen. was wenn es richtig gemacht wird viel bringt. Daher meine Devise lieber helfen als dumm rumstehen, und wenn es jemanden Überwindung kostet kann ich das nachvollziehen, allerdings sollte man überlegen, daß man es selber sein könnte.
Cu Babsi

rupert
24.03.2003, 13:46
Also ganz ehrlich gesagt ich hatte schon mehrere Unfälle wo die Auto zu brennen anfingen.

Ja das mit der bewusslosen Person habe ich vergessen, sorry tut leid.

Ist natürlich zu machen

gruss rupert