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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 1,5% auf Dienstwagen


Cisco
08.04.2003, 10:09
Hi,

vor kurzem wurde ja der Gesetzentwurf der Koalition im Bundesrat abgeschmettert, welcher u.a. den Punkt mit den 1,5% auf die private Nutzung von Dienstfahrzeugen enthielt.

In dem Paket waren jedoch auch einige sehr interessante und sinnvolle Ansatzpunkte für Steuervergünstigungen und dem Abbau der Bürokratie bei Existenzgründern enthalten, welche leider auch mit abgelehnt wurden.

Bis wann ist zu erwarten, dass man sich im Bundesrat auf einen Kompromiss einigt ?

Ab wann würde die Regelung dann in Kraft treten ?

Die Sache mit dem Dienstwagen ist ja für mich eher nicht so interessant - vielmehr hätte mir die Existenzgründer-Regelung in den Kram gepasst ;-)

Wär schade und teuer, wenn das nicht noch dieses Jahr käme :-)

Wer hat Infos/Meinungen ?

Cisco

Dirk
08.04.2003, 10:18
Ich glaub' der Vermittlungsausschuss tagt diese Woche. Hoffentlich fällt die Erhöhung der Besteuerung für Dienstwagen auf 1,5 % unten durch....

Cisco
08.04.2003, 10:25
Original geschrieben von Dirk
Ich glaub' der Vermittlungsausschuss tagt diese Woche. Hoffentlich fällt die Erhöhung der Besteuerung für Dienstwagen auf 1,5 % unten durch....

Hi,

jo, das hoffe ich auch !

Aber diese Geschichte mit der Vereinfachung der Bürokratie bei Existenzgründern wär eine feine Sache :-)
Hoffe das kommt noch durch für dieses Jahr.

Cisco

hepo
08.04.2003, 10:30
Nochmal kurz die Auswirkungen einer Erhöhung von 1% auf 1,5%...

Dies würde für viele Mittelklasse-Berechtigten einen Impuls geben auf kleinere (VW) Modelle umzusatteln.

Im Falle des Passat (Emden/Mosel), der ja ein beliebter Dienstwagen ist heisst das Umsatteln auf Golf/Bora (u.a. auch Brüssel? Bratislava etc.) --> prima Effekt auf den Arbeitsmarkt!

Da kann jede neue Steuermark gleich in die Finanzierung der dann fälligen Kurzarbeit gesteckt werden.

Cisco
08.04.2003, 10:33
Original geschrieben von hepo
Nochmal kurz die Auswirkungen einer Erhöhung von 1% auf 1,5%...

Dies würde für viele Mittelklasse-Berechtigten einen Impuls geben auf kleinere (VW) Modelle umzusatteln.

Im Falle des Passat (Emden/Mosel), der ja ein beliebter Dienstwagen ist heisst das Umsatteln auf Golf/Bora (u.a. auch Brüssel? Bratislava etc.) --> prima Effekt auf den Arbeitsmarkt!

Da kann jede neue Steuermark gleich in die Finanzierung der dann fälligen Kurzarbeit gesteckt werden.

Die Auswirkung wird sein, dass viele Leute weniger Netto in der Tasche haben und der restliche Konsum einbricht oder viele komplett auf einen Firmenwagen verzichten, weil er sich nichtmehr rechnet (wodurch die Automobilbranche wieder am Arsch ist).

Alles in allem eine dumme Regelung...

Cisco

Braindead
08.04.2003, 10:53
Ich hoffe auch dass die Besteuerung mit 1.5% abgelehnt wird.
Das macht ganz schön was aus.

Weiss eigentlich jemand welchen vernünftigen Grund es gibt warum Firmenwagen immer nach dem Neupreis versteuert werden?
Das ist doch ein Irrsinn.
Ein 3 Jahre alter A4 mit 200000 km ist wohl kaum noch den Neupreis wert. Warum dann so hoch versteuern (ausser das die Regierung dadurch mehr Geld bekommt)

Cisco
08.04.2003, 10:56
Original geschrieben von Braindead
Ich hoffe auch dass die Besteuerung mit 1.5% abgelehnt wird.
Das macht ganz schön was aus.

Weiss eigentlich jemand welchen vernünftigen Grund es gibt warum Firmenwagen immer nach dem Neupreis versteuert werden?
Das ist doch ein Irrsinn.
Ein 3 Jahre alter A4 mit 200000 km ist wohl kaum noch den Neupreis wert. Warum dann so hoch versteuern (ausser das die Regierung dadurch mehr Geld bekommt)

Naja also wenn der Wagen zum Neupreis gekauft wurde vor 3 Jahren, dann ist das schon ok, da es sich dabei ja um eine Nutzungspauschale handelt, die den geldwerten Vorteil aufwiegen soll.
Würde man sich den Wagen z.B. privat über 3 Jahre finanzieren, hätte man ja auch vom Auto-Wert unabhängige Raten.

ABER:
Warum man den Neupreis versteuern muss, wenn man einen von der Firma gebraucht gekauften Wagen bekommt, ist mir ein Rätsel...
Da kriegt einer z.B. nen 3 Jahre alten A4 im Wert von 20k und muss trotzdem 1% von 35k versteuern...
DAS ist absolut nicht nachzuvollziehen...

Cisco

A4 Avant
08.04.2003, 11:07
Für die Besteuerung der privaten Benutzung von Dienstfahrzeugen muss der geldwerte Vorteil ermittelt werden. Dafür gibt es m. W. 2 Möglichkeiten:

1. 1 % des Listenpreises eines Neuwagen ( + 0,03 % für jeden km Fahrt zum Arbeitsplatz)

2. Ermittlung der tatsächlichen Nutzungskosten des Fahrzeugs und Aufteilung auf die private und dienstlichen Nutzung mittels Fahrtenbuch.

Die erste Variante ist sehr viel einfacher in der Handhabung und wird daher meistens angewendet. Im Regelfall dürfte sie auch zu deutlich niedrigeren Werten als die 2. Variante führen. Wer aber einen alten Dientwagen benutzt oder nur einen sehr geringen Anteil an privater Nutzung hat, fährt bei der Abrechnung nach den echten Betriebskosten möglicherweise besser.

Grundsätzlich kann also jeder frei wählen - vorausgesetzt seine Firma macht bei der Variante 2 mit.

Gruß

A4 Avant

Mike_Golf_IV
08.04.2003, 11:17
Original geschrieben von Dirk
Ich glaub' der Vermittlungsausschuss tagt diese Woche. Hoffentlich fällt die Erhöhung der Besteuerung für Dienstwagen auf 1,5 % unten durch....

Da kriege ich echt das Kotzen. Die armen Dienstwagenfahrer. Kriegen einfach irgendeine Karre aufs Auge gerückt, dürfen nie mehr Sprit, Versicherung, Wartung, Reparaturen, Steuern, etc. bezahlen und sich keine Sorgen machen woher das Geld fürs nächste Auto kommt.

Rechnet mal aus, was euch eure Autos wirklich kosten würden, wenn ihr alle diese Kosten selber tragen würdet. Ich habe es getan. Schon mein Golf TDI kostet mehr als 3% im Monat.

Dirk
08.04.2003, 11:22
@Mike_Golf_IV

Da gab's mal ein Spruch von Dieter Nuhr: "Wenn man keine Ahnung hat.... usw."


Für den Dienstwagen habe ich ja auch auf eine gewisse Höhe meines Gehalts verzichtet. Mein A4 ist also sowas wie eine Gehaltserhöhung.

Dienstwagen sind also Verhandlunssache. Sorry Mike, aber ich kann nix dafür, dass Du keinen Dienstwagen fährst.

Cisco
08.04.2003, 11:40
Original geschrieben von Dirk
@Mike_Golf_IV

Da gab's mal ein Spruch von Dieter Nuhr: "Wenn man keine Ahnung hat.... usw."


Für den Dienstwagen habe ich ja auch auf eine gewisse Höhe meines Gehalts verzichtet. Mein A4 ist also sowas wie eine Gehaltserhöhung.

Dienstwagen sind also Verhandlunssache. Sorry Mike, aber ich kann nix dafür, dass Du keinen Dienstwagen fährst.

Das ist richtig, Dienstwägen kriegt man i.d.R. als Gehaltserhöhung/-ausgleich...

Kleines Rechenbeispiel für Mike:
Verdienst: 4000 Euro brutto
Wert Dienstwagen: 40.000 Euro
zu versteuern: 4400 Euro
Nettoverdienst: 1833 Euro

Verdienst: 4400 Euro brutto
kein Firmenwagen
zu versteuern: 4400 Euro
Nettoverdienst: 2233 Euro

Differenz: 400 Euro NETTO.

Und das aber nur, wenn man direkt neben seinem Arbeitgeber wohnt...

Neues Beispiel bei 50km Entfernung zum Arbeitsplatz:
Verdienst: 4000 Euro brutto
Wert Dienstwagen: 40.000 Euro
zu versteuern: 5000 Euro
Nettoverdienst: 1432 Euro

Verdienst: 4400 Euro brutto
kein Firmenwagen
zu versteuern: 4400 Euro
Nettoverdienst: 2233 Euro

Differenz: 800 Euro NETTO.

Klar...dafür hat man z.B. einen vollausgestatteten A4 2.5TDI, aber halt auch nur leihweise !

Wenn du dir so ne Kiste privat least, kommste vermutlich in die gleichen Regionen, kannst gleichzeitig aber die 50km zur Arbeit noch steuerlich geltend machen !

Cisco

mepf
08.04.2003, 11:57
Original geschrieben von Cisco
Das ist richtig, Dienstwägen kriegt man i.d.R. als Gehaltserhöhung/-ausgleich...

Kleines Rechenbeispiel für Mike:
Verdienst: 4000 Euro brutto
Wert Dienstwagen: 40.000 Euro
zu versteuern: 4400 Euro
Nettoverdienst: 1833 Euro

Verdienst: 4400 Euro brutto
kein Firmenwagen
zu versteuern: 4400 Euro
Nettoverdienst: 2233 Euro

Differenz: 400 Euro NETTO.


Nein, brutto, Du mußt die 400 Euro versteuern, nicht 400 Euro Steuern bezahlen!

Gruß

Dirk

Pitter
08.04.2003, 12:00
@Cisco

Wenn Deine Rechnung so stimmen würde, warum sind dann die Dienstwagenfahrer so blöd und lassen sich den andrehen? Und warum gibt es so viele, die gerne einen hätten? Wahrscheinlich können die alle nicht rechnen. ;)

Gruß

Pitter

Cisco
08.04.2003, 12:00
Original geschrieben von mepf
Nein, brutto, Du mußt die 400 Euro versteuern, nicht 400 Euro Steuern bezahlen!

Gruß

Dirk

Da glaub ich hast du jetzt nen Denkfehler :-)

Zu versteuern sind jeweils 4400 Euro, d.h. es wird bei beiden gleichviel abgezogen.
Der mit dem Dienstwagen hat aber schonmal von grundauf 400 Euro weniger Gehalt.

Wenn also bei 4400 Euro 2200 abgezogen werden, hat der eine noch 2200 über und der mitm Dienstwagen nur 1800 (4000 minus 2200).

Cisco

Cisco
08.04.2003, 12:02
Original geschrieben von Pitter
@Cisco

Wenn Deine Rechnung so stimmen würde, warum sind dann die Dienstwagenfahrer so blöd und lassen sich den andrehen? Und warum gibt es so viele, die gerne einen hätten? Wahrscheinlich können die alle nicht rechnen. ;)

Gruß

Pitter

Ich würde mal sagen bis zu 40-50km Entfernung zum Arbeitsplatz rentiert sich der Firmenwagen durchaus...

800 Euro für einen 2,5er TDI inkl. Sprit, Versicherung, Steuer, ... sind schon ok, oder ? :-)

Man muss halt für sich selber abwägen was man braucht, wieviel man fährt und ganz einfach ob es sich rechnet...

Cisco

A4 Avant
08.04.2003, 12:08
Original geschrieben von Cisco
Das ist richtig, Dienstwägen kriegt man i.d.R. als Gehaltserhöhung/-ausgleich...

Kleines Rechenbeispiel für Mike:
Verdienst: 4000 Euro brutto
Wert Dienstwagen: 40.000 Euro
zu versteuern: 4400 Euro
Nettoverdienst: 1833 Euro

Verdienst: 4400 Euro brutto
kein Firmenwagen
zu versteuern: 4400 Euro
Nettoverdienst: 2233 Euro

Differenz: 400 Euro NETTO.

Und das aber nur, wenn man direkt neben seinem Arbeitgeber wohnt...

Neues Beispiel bei 50km Entfernung zum Arbeitsplatz:
Verdienst: 4000 Euro brutto
Wert Dienstwagen: 40.000 Euro
zu versteuern: 5000 Euro
Nettoverdienst: 1432 Euro

Verdienst: 4400 Euro brutto
kein Firmenwagen
zu versteuern: 4400 Euro
Nettoverdienst: 2233 Euro

Differenz: 800 Euro NETTO.

Klar...dafür hat man z.B. einen vollausgestatteten A4 2.5TDI, aber halt auch nur leihweise !

Wenn du dir so ne Kiste privat least, kommste vermutlich in die gleichen Regionen, kannst gleichzeitig aber die 50km zur Arbeit noch steuerlich geltend machen !

Cisco

Deine Rechnung ist eine klassische Milchmädchenrechnung. Wie kommst Du darauf, dass eine Firma als Alternative zur privaten Nutzung eines Dienstwagens eine Gehaltserhöhung genau in der Höhe des geldwerten Vorteils anbieten würde?

Entweder benötigt der Mitarbeiter ein Fahrzeug dienstlich - dann müßte die Firma das Fahrzeug auf jeden fall zur Verfügung stellen und spart dann durch einen Verzicht auf eine private Nutzung nur anteilige Benzin- und Unterhaltungskosten. Sie würde also auch nur diesen Anteil als Gehaltserhöhung anbieten.

Oder der Mitarbeiter hat keinen Anspruch auf einen Dienstwagen. Dann müßte er auf einen Gehaltsanteil in Höhe der tatsächlichen Kosten eines Fahrzeuges verzichten.

Es kämen also vermutlich völlig unterschiedliche Werte heraus. Ob sich ein privat genutzter Dienstwagen rechnet muss jeder selbst entscheiden - für mich rechnet er sich jedenfalls, da ich bei einem Verzicht keinesfalls ein Gehaltserhöhung in Größenordnung des geldwerten Vorteils bekommen würde.

Die Fahrt zur Arbeit kann übrigens auch bei einem Dienstwagen steuerlich geltend gemacht werden!

Gruß

A4 Avant

mepf
08.04.2003, 12:10
Original geschrieben von Cisco
Da glaub ich hast du jetzt nen Denkfehler :-)


ja, stimmt, ich ging nicht vom Gehaltsverzicht aus (was ich auch nie machen würde)!

Aber:

Original geschrieben von Cisco
snipp

...kannst gleichzeitig aber die 50km zur Arbeit noch steuerlich geltend machen !

Cisco

Das geht auch dann, wenn man einen Dienstwagen fährt, da es dem Finanzamt inzwischen egal ist, ob Du mit dem Dienstwagen, dem Tretroller oder zu Fuß zur Arbeit kommst, erst ab ca. 57 km einfache Wegstrecke ist ein Nachweis der Kilometer (nicht jedoch der Kosten) nötig.

Quelle:

http://www.unternehmerinfo.de/Steuern/Werbungskosten.htm

Gruß

Dirk

mepf
08.04.2003, 12:10
Original geschrieben von A4 Avant

Die Fahrt zur Arbeit kann übrigens auch bei einem Dienstwagen steuerlich geltend gemacht werden!



Huch, da war wohl jemand schneller als ich!

Gruß

Dirk

Cisco
08.04.2003, 12:12
Original geschrieben von A4 Avant
Deine Rechnung ist eine klassische Milchmädchenrechnung. Wie kommst Du darauf, dass eine Firma als Alternative zur privaten Nutzung eines Dienstwagens eine Gehaltserhöhung genau in der Höhe des geldwerten Vorteils anbieten würde?

Entweder benötigt der Mitarbeiter ein Fahrzeug dienstlich - dann müßte die Firma das Fahrzeug auf jeden fall zur Verfügung stellen und spart dann durch einen Verzicht auf eine private Nutzung nur anteilige Benzin- und Unterhaltungskosten. Sie würde also auch nur diesen Anteil als Gehaltserhöhung anbieten.

Oder der Mitarbeiter hat keinen Anspruch auf einen Dienstwagen. Dann müßte er auf einen Gehaltsanteil in Höhe der tatsächlichen Kosten eines Fahrzeuges verzichten.

Es kämen also vermutlich völlig unterschiedliche Werte heraus. Ob sich ein privat genutzter Dienstwagen rechnet muss jeder selbst entscheiden - für mich rechnet er sich jedenfalls, da ich bei einem Verzicht keinesfalls ein Gehaltserhöhung in Größenordnung des geldwerten Vorteils bekommen würde.

Die Fahrt zur Arbeit kann übrigens auch bei einem Dienstwagen steuerlich geltend gemacht werden!

Gruß

A4 Avant

Hi,

erstmal: Die Fahrt zur Arbeit kann mit einem Dienstwagen garantiert NICHT steuerlich geltend gemacht werden...

Klar ist die Rechnung etwas vereinfacht, ich hab halt eine Art "Mittelwert" aus den beiden Extremen genommen, die du oben nennst.

Cisco

A4 Avant
08.04.2003, 12:15
Original geschrieben von Cisco
Hi,

erstmal: Die Fahrt zur Arbeit kann mit einem Dienstwagen garantiert NICHT steuerlich geltend gemacht werden...

Klar ist die Rechnung etwas vereinfacht, ich hab halt eine Art "Mittelwert" aus den beiden Extremen genommen, die du oben nennst.

Cisco

Da bist du aber auf dem Holzwege, wie auch schon andere Forumsteilnehmer festgestellt haben!

Wenn die private Nutzung des Dienstwagens als geldwerter Vorteil mit 0,03 % pro km Fahrt zur Arbeit besteuert wird, können die normalen Kilometerpauschalen wie bei einem privaten Fahrzeug angesetzt werden. Frag mal deinen Steuerberater oder den Wirtschaftsprüfer deines Unternehmens.

Gruß

A4 Avant

Cisco
08.04.2003, 12:15
Original geschrieben von mepf
ja, stimmt, ich ging nicht vom Gehaltsverzicht aus (was ich auch nie machen würde)!

Aber:



Das geht auch dann, wenn man einen Dienstwagen fährt, da es dem Finanzamt inzwischen egal ist, ob Du mit dem Dienstwagen, dem Tretroller oder zu Fuß zur Arbeit kommst, erst ab ca. 57 km einfache Wegstrecke ist ein Nachweis der Kilometer (nicht jedoch der Kosten) nötig.

Quelle:

http://www.unternehmerinfo.de/Steuern/Werbungskosten.htm

Gruß

Dirk


Hmm....gut, also ich find das zwar etwas hirnrissig, aber wenn die meinen :-))

Erst muss man also 0,03% pro km versteuern und danach kann man dann wieder 40 Cent absetzen...sehr intelligent gelöst :-)

Cisco

Cisco
08.04.2003, 12:16
Original geschrieben von A4 Avant
Da bist du aber auf dem Holzwege, wie auch schon andere Forumsteilnehmer festgestellt haben!

Wenn die private Nutzung des Dienstwagens als geldwerter Vorteil mit 0,03 % pro km Fahrt zur Arbeit besteuert wird, können die normalen Kilometerpauschalen wie bei einem privaten Fahrzeug angesetzt werden. Frag mal deinen Steuerberater oder den Wirtschaftsprüfer deines Unternehmens.

Gruß

A4 Avant

Hast recht - gebe mich geschlagen :-)

Ich finds etwas bescheuert, aber so scheints wirklich zu sein...

Da mein Audi ja auf Privat läuft, hab ich das Thema nur am Rande mitm Steuerfuzzi erörtert.

Cisco

gtdaexl
08.04.2003, 12:18
Original geschrieben von Mike_Golf_IV
Da kriege ich echt das Kotzen. Die armen Dienstwagenfahrer. Kriegen einfach irgendeine Karre aufs Auge gerückt, dürfen nie mehr Sprit, Versicherung, Wartung, Reparaturen, Steuern, etc. bezahlen und sich keine Sorgen machen woher das Geld fürs nächste Auto kommt.

Rechnet mal aus, was euch eure Autos wirklich kosten würden, wenn ihr alle diese Kosten selber tragen würdet. Ich habe es getan. Schon mein Golf TDI kostet mehr als 3% im Monat.

Deine Argumentation kann ich leider überhaupt nicht nachvollziehen. Es ist ja nicht so, daß die Firma die Kosten für das Auto nicht ohnehin bezahlen würde, genauso wie Du die z.B. privat bezahlst, und der Dienstwagenfahrer im Gegenzug aufs Gehalt verzichtet.

Die Rede ist davon, daß die Dienstwagenfahrer nochmal zusätzlich Geld ans Finanzamt abdrücken, daß waren bis jetzt ein Prozent vom Listenneupreis und sollen jetzt anderthalb Prozent werden.

Das mit dem Listenneupreis ist alleine schon eine Riesenfrechheit, es wird nicht mal berücksichtigt, ob Du bzw. die Firma Rabatte rausgehandelt hast, geschweige denn, daß Du vielleicht einen Jahreswagen nimmst, der alleine schon mal 20 bis 30% weniger kostet.

Original geschrieben von Pitter
@Cisco
Wenn Deine Rechnung so stimmen würde, warum sind dann die Dienstwagenfahrer so blöd und lassen sich den andrehen? Und warum gibt es so viele, die gerne einen hätten? Wahrscheinlich können die alle nicht rechnen. ;)
Gruß
Pitter

Pitter,

du bzw. alle, deren Arbeistplatz von der Autobranche abhängt, sollten mal darüber nachdenken, was passiert, wenn die 1,5% durchgehen und die Leute in Zukunft nicht mehr so doof sind.....

Original geschrieben von Cisco
Da glaub ich hast du jetzt nen Denkfehler :-)

Zu versteuern sind jeweils 4400 Euro, d.h. es wird bei beiden gleichviel abgezogen.
Der mit dem Dienstwagen hat aber schonmal von grundauf 400 Euro weniger Gehalt.

Wenn also bei 4400 Euro 2200 abgezogen werden, hat der eine noch 2200 über und der mitm Dienstwagen nur 1800 (4000 minus 2200).

Cisco

Deine Rechnung ist so nicht richtig, es wird ja nur ein Prozent versteuert und nicht 10%.
Wenn also das von Dir beschriebene Auto 40t kostet, sind 400 EUR zu versteuern, je nach Steuersatz fehlen Dir dann netto bei ein Prozent ca. 200 Euro oder sogar etwas mehr.
Bei 1,5% fehlen Dir dann schon 300 und mehr.

Bei meinem TT hat es bis dato 190 EUR netto monatlich ausgemacht und bei 1,5% wären es dann eben 285 EUR, eine Riesensauerei meiner Meinung nach.

Ich habe aber letztens schon mal mit meinem Steuerberater über die Sache gesprochen, und der sagt, wenn man privat ein Auto auf seinen Namen zugelassen hat, mit dem man die Fahrten zur Arbeitsstelle dann auch machen könnte bzw. macht ;) , dann würde die Pauschbesteuerung wegfallen.
Deswegen geht bei mir jetzt die Überlegung dahin, mir vielleicht irgendeine kleine Kiste zu kaufen und mir die in die Garage zu stellen, schon alleine deswegen, damit die Raubritter nix kriegen!

Da gehts mir mittlerweile ums Prinzip!

Ich überlege auch ernsthaft, mit meinem neuen Auto Biodiesel zu tanken, gar nicht mal primär um Kohle zu sparen oder die Umwelt zu schonen, sondern mich über jeden Liter zu freuen, wo die Säcke keine Mineralölsteuer von mir kriegen.

Grüße,

Tom

A4 Avant
08.04.2003, 12:22
Original geschrieben von Cisco
Hast recht - gebe mich geschlagen :-)

Cisco

Diesen Tag werde ich mir im Kalender eintragen. ;)

Aber im Ernst - es kommt bei der privaten Nutzung von Dienstwagen immer auf den Einzelfall an. Meistens rechnet es sich jedoch. Dies gilt zumindest bei intensiver privater Nutzung und voller Kostenübernahme durch die Firma. Bei einer Änderung der Besteuerung von 1 % auf 1,5 % geldwerter Vorteil sieht die Rechnung für viele sicher anders aus und sie würden ein kleineres Fahrzeug wählen oder ganz verzichten.

Gruß

A4 Avant

A4 Avant
08.04.2003, 12:41
Original geschrieben von gtdaexl
Das mit dem Listenneupreis ist alleine schon eine Riesenfrechheit, es wird nicht mal berücksichtigt, ob Du bzw. die Firma Rabatte rausgehandelt hast, geschweige denn, daß Du vielleicht einen Jahreswagen nimmst, der alleine schon mal 20 bis 30% weniger kostet.


Bei meinem TT hat es bis dato 190 EUR netto monatlich ausgemacht und bei 1,5% wären es dann eben 285 EUR, eine Riesensauerei meiner Meinung nach.

Ich habe aber letztens schon mal mit meinem Steuerberater über die Sache gesprochen, und der sagt, wenn man privat ein Auto auf seinen Namen zugelassen hat, mit dem man die Fahrten zur Arbeitsstelle dann auch machen könnte bzw. macht ;) , dann würde die Pauschbesteuerung wegfallen.
Deswegen geht bei mir jetzt die Überlegung dahin, mir vielleicht irgendeine kleine Kiste zu kaufen und mir die in die Garage zu stellen, schon alleine deswegen, damit die Raubritter nix kriegen!


Die Ermittlung des geldwerten Vorteil mit der 1 % - Regelung ist wie ich schon geschrieben habe nur eine Möglichkeit. Du kannst auch die echten Kosten für die anteilige private Nutzung des Fahrzeuges ermitteln und versteuern. Dann ist es auch völlig gleich, ob der Satz auf 1,5 % erhöht wird. Bei den echten Kosten wirken sich natürlich auch Rabatte oder geringere Kosten für gebrauchte Fahrzeuge aus.

Im Regelfall dürfte die 1 % - Regelung aber zu niedrigeren Werten und damit auch zu geringeren Steuern führen und selbst 1,5 % würden oft noch unter den echten Kosten liegen.

Die Steuer wird auch nicht - wie oft behauptet - auf Dienstwagen erhoben. Jeder kann einen Dienstwagen völlig steuerfrei nutzen, aber natürlich auch nur zu dienstlichen Zwecken. ;) Eine private Nutzung wird aber nicht zu unrecht steuerlich wie eine Gehaltszahlung behandelt. Niemand ist verpflichtet, einen Dienstwagen privat zu nutzen. Du kannst dir natürlich auch ein eigenes Fahrzeug kaufen und damit zur Arbeit und in Urlaub fahren. Da hat dein Steuerberater völlig recht. Du würdest eindeutig Steuern sparen, aber würdest du dabei auch Geld sparen? Ich glaube kaum, dass du für 190 € (oder selbst 285 €) im Monat ein einigermaßen gutes Fahrzeug erhältst, wenn man alle Kosten für Finanzierung, Steuern, Versicherung, Benzin und Reparaturen zusammenzählt.

Also erfreue dich lieber an deinem saugünstigen TT und ärgere dich nicht über das Finanzamt.:)

Gruß

A4 Avant

A6-Fahrer
08.04.2003, 12:50
Original geschrieben von Braindead
Weiss eigentlich jemand welchen vernünftigen Grund es gibt warum Firmenwagen immer nach dem Neupreis versteuert werden?
Das ist doch ein Irrsinn.
Ein 3 Jahre alter A4 mit 200000 km ist wohl kaum noch den Neupreis wert. Warum dann so hoch versteuern (ausser das die Regierung dadurch mehr Geld bekommt)
Nunja, man könnte das ja auch anders anpacken:
Im 1. Jahr 3% monatlich, im 2. Jahr 2%, im 3. Jahr 1% und ab dem 4. Jahr dann 0,5% monatlich. Da würde die Lebensdauer ebenfalls ca. 8 Jahre betragen.

Wäre Dir das lieber??? Wäre mal interessant, ob die Leute dann auch noch alle 3 Jahre neue Dienstwägen nehmen würden.

Gruß

Braindead
08.04.2003, 13:12
Naja man kann da verschiedener Ansichten sein.

Prinzipiell würde ich es aber für richtig halten den Zeitwert zu versteuern.
Bekannte von mir fahren einen Oldtimer als Firmenwagen mit Neupreis von 6000 Euro, Zeitwert von 60000Euro.
Das ist irgendwie nicht so okay.

Eine Firmenwagen lohnt sich trotzdem in den allermeisten Fällen. Man muss nur einmal den Wertverlust eines Neuwagens rechnen (okay wenn man sich privat einen Gebrauchten kaufen würde sähe das wieder anders aus).
Ich fahre z.B. ca 80000 km im Jahr (davon täglich 300 km zum Arbeitsplatz und zurück). Da einen Privatwagen! Den kann ich alle 3 Jahre wegschmeissen und mir einen Neuen kaufen. Selbst wenn ich hoch versteuren muss, komme ich mit Firmenwagen da günstiger weg.

gtdaexl
08.04.2003, 13:16
Original geschrieben von A4 Avant
Die Ermittlung des geldwerten Vorteil mit der 1 % - Regelung ist wie ich schon geschrieben habe nur eine Möglichkeit. Du kannst auch die echten Kosten für die anteilige private Nutzung des Fahrzeuges ermitteln und versteuern. Dann ist es auch völlig gleich, ob der Satz auf 1,5 % erhöht wird. Bei den echten Kosten wirken sich natürlich auch Rabatte oder geringere Kosten für gebrauchte Fahrzeuge aus.


Das heißt aber dann auch, ständig schikanöse Fahrtenbücher zu führen.
Es ist ja nicht so, daß man in der Arbeit nichts anderes zu tun hätte....

Original geschrieben von A4 Avant
Du kannst dir natürlich auch ein eigenes Fahrzeug kaufen und damit zur Arbeit und in Urlaub fahren. Da hat dein Steuerberater völlig recht. Du würdest eindeutig Steuern sparen, aber würdest du dabei auch Geld sparen? Ich glaube kaum, dass du für 190 € (oder selbst 285 €) im Monat ein einigermaßen gutes Fahrzeug erhältst, wenn man alle Kosten für Finanzierung, Steuern, Versicherung, Benzin und Reparaturen zusammenzählt.

Also erfreue dich lieber an deinem saugünstigen TT und ärgere dich nicht über das Finanzamt.:)
Gruß
A4 Avant

Naja , ich denke mal bei meinem neuen A4 für ca. 50T kann man sich dann bei ca. 350 EUR netto weniger im Monat schon einen kleinen Floh zulegen, und man hat ja dann auch schließlich den Vorteil, daß man mal zur Not auch mit einem Ersatzfahrzeug mobil ist, und die Genugtuung, die Kohle nicht ans FA. abgedrückt zu haben.

Und das mit dem saugünstigen TT gestaltet sich bei mir leider so, daß es sich um meine Firma handelt, in der ich angestellter GmbH-Geschäftsführer bin.
Für mich ist es, wenn meine Firma das Auto bezahlt, im Prinzip so, wie wenn ich es selbst bezahle, hab die Firma schließlich über Jahre aufgebaut und genug private Kohle und Schweiß investiert.

Aber in dem einen Punkt, daß man sich nicht ärgern soll, gebe ich Dir uneingeschränkt Recht. ;)

Original geschrieben von A6-Fahrer
Nunja, man könnte das ja auch anders anpacken:
Im 1. Jahr 3% monatlich, im 2. Jahr 2%, im 3. Jahr 1% und ab dem 4. Jahr dann 0,5% monatlich. Da würde die Lebensdauer ebenfalls ca. 8 Jahre betragen.

Wäre Dir das lieber??? Wäre mal interessant, ob die Leute dann auch noch alle 3 Jahre neue Dienstwägen nehmen würden.

Gruß

Hi,

man könnte das aber auch vernünftig und sinnig anpacken, so daß man einfach das Geld bzw. den Betrag versteuert, das auch für das Auto bezahlt wurde.

So eine Praxis würde zumindest ich von einem Rechtsstaat erwarten....:mad:

Grüße,

Tom

Pitter
08.04.2003, 13:18
Original geschrieben von gtdaexl
Pitter,

du bzw. alle, deren Arbeistplatz von der Autobranche abhängt, sollten mal darüber nachdenken, was passiert, wenn die 1,5% durchgehen und die Leute in Zukunft nicht mehr so doof sind.....


Genau das ist die Argumentationslinie, die dazu führt, dass es mit dem Subventionsabbau in diesem Lande nichts werden wird. Auch Landwirte, die Steinkohleindustrie usw., usw. .... haben gute Gründe, warum man sie subventionieren muss.

Warum fangen wir nicht an, die eine Hälfte unserer Arbeitslosen eine Mauer bauen zu lassen, die andere Hälfte kann sie dann abreissen. Dafür kriegen sie dann ganz normalen Arbeitslohn. Damit hätten wir dann eine Menge neue Arbeitsplätze und keine Arbeitslosen mehr. ;)

Wieso ist eigentlich noch keiner auf die Idee gekommen? :confused:

Gruß

Pitter

A6-Fahrer
08.04.2003, 13:29
Original geschrieben von Braindead
Prinzipiell würde ich es aber für richtig halten den Zeitwert zu versteuern.
OK, aber im Prinzip kommst Du dann aber in der Summe auf das gleiche. Im Deinem Bsp. unten, wärst Du aber ganz schön gekniffen, denn dann müßtest Du monatlich ca. 3% (und nicht nur 1%) versteuern, da das Auto nach den 3 Jahren ja praktisch nichts mehr wert ist.

Original geschrieben von Braindead
Eine Firmenwagen lohnt sich trotzdem in den allermeisten Fällen. Man muss nur einmal den Wertverlust eines Neuwagens rechnen (okay wenn man sich privat einen Gebrauchten kaufen würde sähe das wieder anders aus).
Ich fahre z.B. ca 80000 km im Jahr (davon täglich 300 km zum Arbeitsplatz und zurück). Da einen Privatwagen! Den kann ich alle 3 Jahre wegschmeissen und mir einen Neuen kaufen. Selbst wenn ich hoch versteuren muss, komme ich mit Firmenwagen da günstiger weg.
In Deinem Fall schon, aber das ist sicher nicht in den allermeisten Fällen. Zum anderen kommt es auch noch darauf an, wie die sonstigen Konditionen aussehen. Wenn z.B. eine Firma 250€ monatlich für den Firmenwagen zahlt, dann kann man sich überlegen, was für ein fahrzeug man damit finanzieren kann und muß dann beurteilen, ob das ok ist. Kann man aber unlimiert sich sein Fahrzeug aussuchen, dann lohnt es sich evtl. schon eher.

Gruß

Braindead
08.04.2003, 13:48
Das stimmt.
Es kommt immer darauf an wieviel man mehr Gehalt bekommt und wie hoch das Limit des Firmenwagens ist.
Bei mir wärens 500 Euro mehr Gehalt gewesen bei einem Firmenwagenlimit von ca 40000Euro. Da ist der Wagen schon besser für mich.

Beim Versteuern bin ich jetzt gespannt. Den Firmenwagen bekomme ich, sodenn Audi endlich will, noch diese Woche. Und dann beginnt das ganze erst einmal mit dem Versteuern.

gtdaexl
08.04.2003, 13:55
Original geschrieben von Pitter
Genau das ist die Argumentationslinie, die dazu führt, dass es mit dem Subventionsabbau in diesem Lande nichts werden wird. Auch Landwirte, die Steinkohleindustrie usw., usw. .... haben gute Gründe, warum man sie subventionieren muss.

Warum fangen wir nicht an, die eine Hälfte unserer Arbeitslosen eine Mauer bauen zu lassen, die andere Hälfte kann sie dann abreissen. Dafür kriegen sie dann ganz normalen Arbeitslohn. Damit hätten wir dann eine Menge neue Arbeitsplätze und keine Arbeitslosen mehr. ;)

Wieso ist eigentlich noch keiner auf die Idee gekommen? :confused:

Gruß
Pitter

Wenn Du mir jetzt noch erklärst, was Subventionen mit unsinnigen Besteuerungen zu tun haben :confused: :confused:

Gruß,

Tom

mepf
08.04.2003, 13:58
Original geschrieben von Braindead
Ich fahre z.B. ca 80000 km im Jahr (davon täglich 300 km zum Arbeitsplatz und zurück). Da einen Privatwagen! Den kann ich alle 3 Jahre wegschmeissen und mir einen Neuen kaufen. Selbst wenn ich hoch versteuren muss, komme ich mit Firmenwagen da günstiger weg.

Hmmm, ich fahre ca. 60 tkm in Jahr mit meinem Privat-Wagen, davon täglich 200 km zur Arbeit! Ich werde dabei aber auch nicht arm, sind schließlich fast 9000 Euro, die ich jährlich von der Steuer absetze. Mein Auto schmeisse ich aber nicht nach drei Jahren weg, sondern verkaufe es nach einem guten Jahr ;) ;) ;)

Gruß

Dirk

Pitter
08.04.2003, 14:23
Original geschrieben von gtdaexl
Wenn Du mir jetzt noch erklärst, was Subventionen mit unsinnigen Besteuerungen zu tun haben :confused: :confused:


Gerne.

"Weniger Steuern zahlen (als Jemand vergleichbares mit gleichen Einkommen" = Subvention

"Gehaltsbestandteile pauschal niedrig besteuern" = Subvention

Gruß

Pitter

gtdaexl
08.04.2003, 15:03
Original geschrieben von Pitter
Gerne.

"Weniger Steuern zahlen (als Jemand vergleichbares mit gleichen Einkommen" = Subvention

"Gehaltsbestandteile pauschal niedrig besteuern" = Subvention

Gruß

Pitter

Also das Eine will ich Dir mal sagen: Wenn Du meinen Gehaltszettel sehen könntest, würdest Du hier nicht so einen Quatsch mit Niedrigbesteuerung=Subvention faseln.:mad:

Wir reden hier über die Erhöhung einer Besteuerung, die eigentlich ohnehin einen Fantasie-Basis-Wert (Bruttolistenpreis) zugrunde legt.

Nix für ungut, aber solche Sprüche kann ich nicht ernst nehmen.

Grüße,

Tom

Pitter
08.04.2003, 15:33
Original geschrieben von gtdaexl
Nix für ungut, aber solche Sprüche kann ich nicht ernst nehmen.


Das unser Steuerrecht für'n A... ist wissen wir doch alle. Das größte Problem ist doch, das man versucht alles und jedem Einzelfall gerecht zu werden. Und was ist dabei herausgekommen, das wahrscheinlich ungerechteste Steuersystem der Welt. Und das unsere Politiker (egal welche Farbe) kein Interesse daran haben hier etwas zu ändern, sollte inzwischen auch jedem klar sein.

Ich sollte doch mal meinen Arbeitgeber fragen, ob er mir nicht in statt der nächsten Gehalterhöhung meine Spritrechnungen bezahlt. Ich werde das dann auch gerne sogar mit drei Prozent pauschal versteuern. ;)


Gruß

Pitter

gtdaexl
08.04.2003, 16:54
Original geschrieben von Pitter
Das unser Steuerrecht für'n A... ist wissen wir doch alle. Das größte Problem ist doch, das man versucht alles und jedem Einzelfall gerecht zu werden. Und was ist dabei herausgekommen, das wahrscheinlich ungerechteste Steuersystem der Welt. Und das unsere Politiker (egal welche Farbe) kein Interesse daran haben hier etwas zu ändern, sollte inzwischen auch jedem klar sein.

Ich sollte doch mal meinen Arbeitgeber fragen, ob er mir nicht in statt der nächsten Gehalterhöhung meine Spritrechnungen bezahlt. Ich werde das dann auch gerne sogar mit drei Prozent pauschal versteuern. ;)
Gruß
Pitter

Ich habe grundsätzlich überhaupt kein Problem damit, Steuern zu bezahlen.
Unsere Regierung sagt aber nicht, "Wir führen jetzt die sog. Dienstwagenbesteuerung ein bzw. erhöhen diese, und werden im Gegenzug das Steuersystem vereinfachen."
Da wird ständig nur verschlimmbessert. Warum kann man nicht einfach hergehen und sagen: Pauschal werden 30% von allem, was Du verdienst, Steuern bezahlt. Lohnsteuerjahresausgleich fällt flach und fertig.

Aber das ist halt typisch für Deutschland: Immer schön kompliziert!:mad:
Andere Länder drucken sich hübsche Aufkleber für die Autobahngebühren, wir hingegen müssen ein Transpondersystem einführen, daß in den ersten Jahren die kompletten Einnahmen aus den Gebühren aufzehrt.
Ab und zu muß man sich wirklich fragen, was die den Tag über so kiffen in Berlin, und zwar egal welcher Couleur!

Grüße,

Tom

Tina
08.04.2003, 17:04
Ich sehe das auch so wie Du Tom, das ganze System soll überschaubarer werden und jetzt ist es "mal wieder" der Arbeitnehmer, der entlastet wird ( s. Minijobs ).

Die Formel dieser Minijobstaffelung von 401,00 - 800,00 Euro musst Du erstmal in Seminaren durchkauen und dann in der Praxis anwenden.

Das beste auf unserem Seminar war der Leiter, der sich nach jeder Aussage über diese Formel zwanzigmal verbessert hat und ich mir das hätte genausogut auch selber beibringen können.

Da stellen sie jetzt bei der Bundesknappschaft vorübergehend tausende von Leuten ein, auf die Schnelle natürlich, deren Stelle auch nur zeitlich befristet ist, nämlich spätestens solange, bis das ganze Konzept wieder "überarbeitet" wird!:rolleyes:

Da fass ich mich doch nur an den Kopf.

In meinem Job muss ich mich sowohl mit Steuer- als auch mit Lohn/Gehaltspolitik rumschlagen und ich sag´s Euch....man möchte manchmal den ganzen Krempel am liebsten in die Ecke hauen...

Tina

(die nach 8 Stunden Steuern am liebsten weiter über Steuern schreibt):D

gwg
08.04.2003, 17:14
Original geschrieben von Tina
Ich sehe das auch so wie Du Tom, das ganze System soll überschaubarer werden und jetzt ist es "mal wieder" der Arbeitnehmer, der entlastet wird ( s. Minijobs ).

Die Formel dieser Minijobstaffelung von 401,00 - 800,00 Euro musst Du erstmal in Seminaren durchkauen und dann in der Praxis anwenden.

Das beste auf unserem Seminar war der Leiter, der sich nach jeder Aussage über diese Formel zwanzigmal verbessert hat und ich mir das hätte genausogut auch selber beibringen können.

Da stellen sie jetzt bei der Bundesknappschaft vorübergehend tausende von Leuten ein, auf die Schnelle natürlich, deren Stelle auch nur zeitlich befristet ist, nämlich spätestens solange, bis das ganze Konzept wieder "überarbeitet" wird!:rolleyes:

Da fass ich mich doch nur an den Kopf.

In meinem Job muss ich mich sowohl mit Steuer- als auch mit Lohn/Gehaltspolitik rumschlagen und ich sag´s Euch....man möchte manchmal den ganzen Krempel am liebsten in die Ecke hauen...

Tina

(die nach 8 Stunden Steuern am liebsten weiter über Steuern schreibt):D

Hallo,
wenn Du unser Steuersystem vereinfachst kostet das jede Menge Arbeitsplätze (unproduktive)!!!:D:p :D
MfG
Günther

gtdaexl
08.04.2003, 19:59
Original geschrieben von Tina
Ich sehe das auch so wie Du Tom, das ganze System soll überschaubarer werden und jetzt ist es "mal wieder" der Arbeitnehmer, der entlastet wird ( s. Minijobs ).

Die Formel dieser Minijobstaffelung von 401,00 - 800,00 Euro musst Du erstmal in Seminaren durchkauen und dann in der Praxis anwenden.

Das beste auf unserem Seminar war der Leiter, der sich nach jeder Aussage über diese Formel zwanzigmal verbessert hat und ich mir das hätte genausogut auch selber beibringen können.

Da stellen sie jetzt bei der Bundesknappschaft vorübergehend tausende von Leuten ein, auf die Schnelle natürlich, deren Stelle auch nur zeitlich befristet ist, nämlich spätestens solange, bis das ganze Konzept wieder "überarbeitet" wird!:rolleyes:

Da fass ich mich doch nur an den Kopf.

In meinem Job muss ich mich sowohl mit Steuer- als auch mit Lohn/Gehaltspolitik rumschlagen und ich sag´s Euch....man möchte manchmal den ganzen Krempel am liebsten in die Ecke hauen...

Tina

(die nach 8 Stunden Steuern am liebsten weiter über Steuern schreibt):D

Hi Tina,

mein Steuerberater schreit auch nur noch wegen den ständigen Gesetzesänderungen.

Wenn Du also mit Steuern zu tun hast, dann hast Du mein ehrliches Mitgefühl.

Er sagt, er könnte sich das ganze Jahr über fortbilden, nur hat er dann keine Zeit mehr, seine Kanzlei zu führen. :p

Grüße,

Tom

Tina
08.04.2003, 20:05
Original geschrieben von gtdaexl
Hi Tina,

mein Steuerberater schreit auch nur noch wegen den ständigen Gesetzesänderungen.

Wenn Du also mit Steuern zu tun hast, dann hast Du mein ehrliches Mitgefühl.

Er sagt, er könnte sich das ganze Jahr über fortbilden, nur hat er dann keine Zeit mehr, seine Kanzlei zu führen. :p

Grüße,

Tom


Ich glaub, im nächsten Leben werde ich Waschfrau:D oder so....da brauch ich mich damit net rumzuärgern.

Aber mal im Ernst, kein Recht ist so komplex wie unser gutes Steuerrecht und wenn die Chefs schon jammern, wie soll es dann erst den Angestellten ergehen?

Schlimm finde ich nur, dass Du in den Augen der Mandanten ja für alles und jeden verantwortlich bist bzw. gemacht wirst.

Als wenn ich die Gesetze gemacht hätte...tststs:rolleyes:

Tina

mepf
09.04.2003, 07:12
Original geschrieben von gtdaexl
Warum kann man nicht einfach hergehen und sagen: Pauschal werden 30% von allem, was Du verdienst, Steuern bezahlt. Lohnsteuerjahresausgleich fällt flach und fertig.


Da würden sich ca. 90 % der arbeitenden Bevölkerung ganz schön bedanken, weil genau diese 90 % dann mehr Steuern zahlen würden als jetzt. Und der ganze Mittelstand erst mal, wenn die nix mehr abschreiben könnten;)

Gruß

Dirk

Cisco
09.04.2003, 07:39
Original geschrieben von mepf
Da würden sich ca. 90 % der arbeitenden Bevölkerung ganz schön bedanken, weil genau diese 90 % dann mehr Steuern zahlen würden als jetzt. Und der ganze Mittelstand erst mal, wenn die nix mehr abschreiben könnten;)

Gruß

Dirk

Die Folge davon wäre ein gewaltiger Investitionsschwund und das Ende der Wirtschaft wie wir sie kennen :-))

Man könnte meinen gtdaexl ist SPD-Politiker... ;-)))))

Cisco

Braindead
09.04.2003, 07:45
@Cisco
Gut gebrüllt Löwe!

Mike_Golf_IV
09.04.2003, 08:10
Original geschrieben von Dirk
@Mike_Golf_IV
Dienstwagen sind also Verhandlunssache. Sorry Mike, aber ich kann nix dafür, dass Du keinen Dienstwagen fährst.

Ich weiß ja nicht, wie Du Deine Gehaltsverhandlungen führst, aber für mich kommt eine Dienstwagen nicht als Substitution für Gehaltsanteile in Frage, sondern nur *zusätzlich*.

Mike_Golf_IV
09.04.2003, 08:15
Original geschrieben von gtdaexl
Bei meinem TT hat es bis dato 190 EUR netto monatlich ausgemacht und bei 1,5% wären es dann eben 285 EUR, eine Riesensauerei meiner Meinung nach.

Da kriege ich ja gleich das Heulen vor Mitleid. Mein Golf TDI kostet mich im Monat deutlich über 350 EUR - ein TT würde mich im Unterhalt besttimmt 500 EUR kosten! Stellt Euch mal den Realitäten! Dienstwagenfahren ist selbst bei 1,5% ein Schnäppchen.

Cisco
09.04.2003, 09:43
Original geschrieben von Mike_Golf_IV
Ich weiß ja nicht, wie Du Deine Gehaltsverhandlungen führst, aber für mich kommt eine Dienstwagen nicht als Substitution für Gehaltsanteile in Frage, sondern nur *zusätzlich*.

Drum kriegst du keinen, so einfach ist das ;-)

Da ich ja selber überlegt habe meinen Jungs 2 Firmenwägen zu leasen, bin ich zu folgender Rechnung gekommen:
Auto: A4 TDI, 35.000 Euro
Leasingrate bei 5k Anzahlung, 24 Monaten Laufzeit und 40tkm im Jahr: 500 Euro
Versicherung wäre ab 4 Autos relativ günstig geworden: 85 Euro
Sprit: 40.000km / 100 * 6,5 * 0,95 = ca. 200 Euro.
Reifen / Jahr: 400 Euro
Kundendienst: 350 Euro

Gesamtkosten / Monat: 850 Euro.
inkl. Anzahlung / 24 Monate: 1060 Euro.

Dazu kommt noch das Risiko, dass mehr km gefahren werden und das Risiko, dass der vereinbarte Restwert unterschritten wird.

Alles in allem kann sich die Firma auf Kosten in Höhe von 1100 Euro im Monat einstellen.

Was sich die Firma spart ist das Bezahlen von Dienstfahrten mit dem privaten Auto des Arbeitnehmers.
Je nachdem wieviel er für die Firma unterwegs ist, macht das schon ganz schön was aus.
Sagen wir mal zwischen 500 und 1000 Euro im Monat.
Somit hat die Firma nurnoch Mehrkosten in Höhe von 100-600 Euro.

Fairerweise kriegt ein Mitarbeiter mit Firmenwagen dann entsprechend weniger.
Für ihn lohnt es sich aber trotzdem, da er nur 350 Euro + 0,03% pro km zum Arbeitsplatz versteuern muss.
Bei 50km macht das 875 Euro im Monat.

Würdest du dir den Wagen privat kaufen/leasen und dafür nicht auf den Teil des Gehaltes verzichten, käme es dich in den meisten Fällen teurer.

Cisco

gtdaexl
09.04.2003, 09:48
Original geschrieben von Cisco
Die Folge davon wäre ein gewaltiger Investitionsschwund und das Ende der Wirtschaft wie wir sie kennen :-))

Man könnte meinen gtdaexl ist SPD-Politiker... ;-)))))

Cisco

Weißt Du Cisco,

nachdem Du ja so ein USA-Fan bist, solltest Du eigentlich wissen, daß so in etwa, wie von mir beschrieben das Steuersystem dort funktioniert.
Soviel zu deinem Investitionsschwund und dem Ende der Wirtschaft.:p
Sorry, aber man merkt, daß Du offenbar noch nie selbständig warst bzw. irgendwas eigenes gemacht hast.

Und zu dem SPD-Spruch sage ich dir nur folgendes: Lieber schüttel ich einem die Hand, der Rückgrat bewiesen hat und seine eigene Meinung bewahrt, auch wenn sie vielleicht nicht immer mit der meinen übereinstimmt, als einer die noch Reste von Ihrer "Kiss USA´s ass-Tour" dran hat.

Original geschrieben von Mike_Golf_IV
Da kriege ich ja gleich das Heulen vor Mitleid. Mein Golf TDI kostet mich im Monat deutlich über 350 EUR - ein TT würde mich im Unterhalt besttimmt 500 EUR kosten! Stellt Euch mal den Realitäten! Dienstwagenfahren ist selbst bei 1,5% ein Schnäppchen.

Ach nee.

Mein TT kostet mich auch mehr als die 1,5%. Es ist nämlich meine Firma, die ich mit meinem Privatgeld und meinem Schweiß aufgebaut habe, die ihn bezahlt.
Die 1,5% leg ich auf die ganzen Kosten noch obendrauf.

Original geschrieben von mepf
Da würden sich ca. 90 % der arbeitenden Bevölkerung ganz schön bedanken, weil genau diese 90 % dann mehr Steuern zahlen würden als jetzt. Und der ganze Mittelstand erst mal, wenn die nix mehr abschreiben könnten;)
Gruß
Dirk

Hi Dirk,

man kann sich ja über den Satz noch unterhalten, es müssen ja nicht genau 30% sein.
Von mir aus baut man auch noch eine leichte Progression ein, damit sich Leute mit niedrigem Einkommen leichter tun.

Ich bin jedenfalls fest davon überzeugt, daß allein die Steuertransparenz dann jede Menge positives Potential für die Wirtschaft mit sich bringt.
Warum denkst Du denn, versucht jede Firma, offiziell möglichst wenig Gewinn zu machen und gegen Jahresende hinnoch schnell ein paar Investitionen zu machen?

Grüße,

Tom

Cisco
09.04.2003, 10:17
Original geschrieben von gtdaexl
Weißt Du Cisco,

nachdem Du ja so ein USA-Fan bist, solltest Du eigentlich wissen, daß so in etwa, wie von mir beschrieben das Steuersystem dort funktioniert.
Soviel zu deinem Investitionsschwund und dem Ende der Wirtschaft.:p
Sorry, aber man merkt, daß Du offenbar noch nie selbständig warst bzw. irgendwas eigenes gemacht hast.


Ach wirklich ??

Also meines Wissens nach funktioniert das Steuersystem in den USA dann doch etwas anders...

Es ist zwar stark vereinfacht an die von dir genannte Logik angelehnt, aber dass Unternehmen nix abschreiben können wäre mir neu...

Ich persönlich wäre übrigens sehr froh, wenn ich nur 30% an Steuern zahlen müsste (momentan Spitzensteuersatz...), da meine Firma keinerlei Investitionen zu tätigen und somit auch wenig an Abschreibungen hat (die paar Rechner im Jahr reissens nicht raus).

Aber wenn ich nun vom produzierenden Gewerbe ausgehe, dann wäre es investitionstechnisch eine Katastrophe, würde man Abschreibungen nichtmehr zulassen...

Jegliche Expansionsmöglichkeiten würden auf ein minimum gesenkt und das Risiko würde um ein vielfaches ansteigen !

Deinen Vorwurf ich hätte keinen Plan kann ich somit ganz klar zurückgeben...

Cisco

gtdaexl
09.04.2003, 10:39
Original geschrieben von Cisco

Ich persönlich wäre übrigens sehr froh, wenn ich nur 30% an Steuern zahlen müsste (momentan Spitzensteuersatz...), da meine Firma keinerlei Investitionen zu tätigen und somit auch wenig an Abschreibungen hat (die paar Rechner im Jahr reissens nicht raus).


Ich auch.

Original geschrieben von Cisco

Aber wenn ich nun vom produzierenden Gewerbe ausgehe, dann wäre es investitionstechnisch eine Katastrophe, würde man Abschreibungen nichtmehr zulassen...
Jegliche Expansionsmöglichkeiten würden auf ein minimum gesenkt und das Risiko würde um ein vielfaches ansteigen !



Wenn ich meinen Gewinn mit 30% versteuere, brauch ich keine Maschinen abzuschreiben, wiel diese meinen Gewinn bereits geschmälert haben.

Jedes produzierende Gewerbe würde mit Kusshand darauf aufspringen und künftig auf aufwendige Abschreibungen, wo sich ständig irgendwelche Gesetzesänderungen ergeben, gerne verzichten.

Original geschrieben von Cisco

Deinen Vorwurf ich hätte keinen Plan kann ich somit ganz klar zurückgeben...
Cisco

War zwar nicht exakt mein Vorwurf, aber bitte...

Cisco
09.04.2003, 10:57
[QUOTE]Original geschrieben von gtdaexl


Wenn ich meinen Gewinn mit 30% versteuere, brauch ich keine Maschinen abzuschreiben, wiel diese meinen Gewinn bereits geschmälert haben.



Wo wir schonwieder bei einer Einschränkung bzw. Erweiterung der 30%-Regel wären...
Im Grunde käme das einer Verkürzung der Abschreibungsdauer auf 1 Jahr und einer Senkung des Spitzensteuersatzes auf 30% gleich - mir würde es passen ;-)


Jedes produzierende Gewerbe würde mit Kusshand darauf aufspringen und künftig auf aufwendige Abschreibungen, wo sich ständig irgendwelche Gesetzesänderungen ergeben, gerne verzichten.


Im produzierenden Gewerbe ist es oft so, dass man in einem Jahr höhere Investitionen hat, als der Gewinn ausmacht, wodurch eine Abschreibung über 3 oder 5 Jahre sehr sinnvoll ist.
Die Variation zwischen degressiver und linearer Abschreibung kann hier ebenfalls noch günstig für den Unternehmer ausfallen.

Kleines Rechenbeispiel:
Mittelständisches Unternehmen mit 200 Mitarbeitern und bislang 3 Standorten möchte einen weiteren Standort gründen.
Die Kosten hierfür belaufen sich auf den Faktor 3 des für dieses Jahr geplanten Gewinns.
Bevor man dann aufwendig mit Verlustvorträgen oder dem Auflösen von Rückstellungen arbeitet, schreibt man das Zeug doch lieber gleich über mehrere Jahre ab und schmälert so die Steuern über einen längeren Zeitraum - ohne großen Aufwand.

Deiner Variante nach würde der Unternehmer in diesem Jahr garkeine Steuern zahlen, da er ja Verlust macht, er könnte die hohe Investition aber auch nicht auf die nächsten, ertragreichen Jahre verteilen, was absolut nicht zu Schultern ist oder zumindest herbe Risiken birgt und den Kosten/Nutzen-Faktor deutlich hebt.

Oder würdest du auch einen Verlustvortrag und das Bilden von Rückstellungen genehmigen ?

Dann wären wir aber schonwieder fast so weit wie jetzt, von der Komplexität her...

Cisco

Cisco
09.04.2003, 11:03
Ich stimme komplett mit dir überein, dass eine Vereinfachung des Steuerrechts her muss, aber die Auswirkungen von Pauschalsteuern sollte man vorher genauestens beleuchten.

Es ist wie bei der Pauschalisierung der Spekulationssteuer...
Die Daytrader verdienen dadurch ne ganze Ecke mehr, da sie's nichtmehr mit dem Einkommen versteuern müssen und die Langzeitanleger ziehen die Arschkarte...
Was dadurch gefördert wird ist das Zocken an der Börse und ob das der Sinn der Sache war ???

Der großteil der deutschen Unternehmen ist nunmal das produzierende Gewerbe und am Beispiel meines Vaters sehe ich, dass diese Pauschalbesteuerung ohne entsprechende Ausweitung (Verlustvortrag, Rückstellungen, ...) jegliche Expansionsmöglichkeiten einschränken und das Budget für Investitionen deutlich schmälern würde...

Cisco

gtdaexl
09.04.2003, 21:42
@Cisco:
Ich behaupte ja nicht, ein Patentrezept zu haben, auch würde es natürlich Ausnahmen zu einer eventuellen pauschalen Besteuerung geben müssen.

Dennoch muß hier m.E. mal ein ganz brutaler Schnitt in Richtung Vereinfachung her, doch welcher Politiker hat es im Kreuz, den durchzusetzen :confused:

Grüße,

Tom

Cisco
10.04.2003, 07:40
Original geschrieben von gtdaexl
@Cisco:
Ich behaupte ja nicht, ein Patentrezept zu haben, auch würde es natürlich Ausnahmen zu einer eventuellen pauschalen Besteuerung geben müssen.

Dennoch muß hier m.E. mal ein ganz brutaler Schnitt in Richtung Vereinfachung her, doch welcher Politiker hat es im Kreuz, den durchzusetzen :confused:

Grüße,

Tom

Dann sind wir ja endlich einer Meinung ;-)

Und welcher Politiker das machen würde/könnte/dürfte hab ich leider auch noch nicht rausgefunden...

Die Spaßpartei (FDP) hatte da allerdings sehr gute Ansätze.

Cisco

P.S.: Hat einer von euch mitbekommen wie das neue Steuerpaket nun aussieht ?? Man hat sich ja geeinigt !!!!

joegolf
10.04.2003, 07:55
Jungs und Mädels, freut euch:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,244105,00.html

Cisco
10.04.2003, 07:57
Original geschrieben von joegolf
Jungs und Mädels, freut euch:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,244105,00.html

Hi,

ne Ahnung ob da auch diese Neuregelung für Existenzgründer nun durch ist ??
Weil mit ein paar Tricks könnte ich da dieses Jahr drunter fallen und das wäre ein hübsches Sümmchen Steuerersparnis ;-)

Cisco

wave
10.04.2003, 08:07
Thema erledigt, die Dienstwagen-Steuer wird nicht erhöht.
MfG wave

Cisco
10.04.2003, 11:29
Hat einer nen Link zu ner Liste von Änderungen die jetzt in dem neuen Steuerpaket enthalten sind ???

Vor allem was die Regelung für Existenzgründer angeht.

Cisco