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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Lupo soll eingestellt werden??


2.5er TDI
17.10.2002, 14:02
Neue VW-Modelle

17. Oktober 2002

VW will in drei Jahren 85 Prozent aller Auto-Marktsegmente abdecken, sagt Konzernchef Pischetsrieder und setzt dabei vor allem auf den Markt der Minivans - wenn auch reichlich spät. Den Lupo will VW dagegen sterben lassen.

Wolfsburg - Bisher ist der Konzern in 70 Prozent aller Marktsegmente vertreten. Nicht genug für Bernd Pischetsrieder. Er wolle die Modellpalette in drei bis vier Jahren stark ausdehnen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ).

Neu ist der Geländewagen Touareg, neu ist auch die Cabrio-Version des New Beetle. Doch seine Hoffnungen legt der ehemalige BMW-Chef Pischetsrieder in ein Modell, dessen Marktsegment VW lange Zeit unterschätzt und vernachlässigt hat: in den Minivan Touran auf Golf-Basis.



Beetle Cabrio: Modellpallette erweitern


Während die Konkurrenz aus Frankreich und Rüsselsheim vor Jahren schnell erkannte, wie sehr die neuen Modelle der Minivans den Kundengeschmack treffen, verschlief der viertgrößte Autobauer der Welt die rasante Wachstumsentwicklung in Minivan-Markt - und den VW-Händlern blieb nichts anderes übrig, als die Kunden zu Opel, Renault & Co. zu schicken. Doch jetzt hat die Leidenszeit ein Ende, wenn auch zu einem reichlich späten Zeitpunkt: Ab Feburar 2003 will VW den Touran ausliefern, der bis zu sieben Sitzplätze bietet - und dazu ein ausgesprochen konservatives Design, wie Kritiker festgestellt haben.

Der VW-Chef will in Zukunft stärker auf den Kleinwagenmarkt setzten. In Brasilien hat der Konzern bereits den Kleinwagen "Tupi" entwickelt, der im Verkaufspreis weniger kostet als der Polo. Menschen in Schwellenländern wollten ein kleines, aber nicht zu einfaches Auto - im Gegensatz zu den Europäern, glaubt Pischetsrieder. Für den mitteleuropäischen Markt will VW ein Modell auf Basis des Einliter-Autos entwickeln.

Bleibt für die Wolfsburger zu hoffen, dass sich die neuen Modelle besser verkaufen als der Lupo - den lässt VW auslaufen, einen Nachfolger wird es nicht geben. "Wir bauen keine Autos, mit denen wir kein Geld verdienen", sagte Pischetsrieder der "FAZ". Doch die so genannte Lupo-Klasse will der Autobauer weiterhin besetzen.

Schließlich will VW nicht noch einmal eine Wachstumsmarkt fast verschlafen. "Unser Ziel ist es, uns weniger mit uns selbst zu beschäftigen und stattdessen die Wünsche der Kunden zu erfüllen", sagte Pischetsrieder. Der Konzern, der jährlich fünf Millionen Autos produziert, wolle sich künftig mehr an den Märkten orientieren - schließlich sind die Zeiten vorbei, als man sich um Umsatzrückgang bei VW keine Gedanken machen musste.

Der Markt für Pickups - in den USA ein Verkaufsrenner - gehört jedoch nach der Vorstellung des VW-Chefs nicht dazu. Die schweren geländegängigen Fahrzeuge mit offener Ladefläche wird Volkswagen nicht bauen - auf dieses Marktsegment könne man verzichten, sagte Pischetsrieder. Doch leichte Nutzfahrzeuge werde es auch in Zukunft geben. Denn VW sieht eine neue Sparte in der Transportbranche entstehen: Logistik-Provider, die vom Eintonner bis zum Vierzigtonner eine breitgefächerte Fahrzeugflotte nutzen und nach Meinung Pischetsrieder ein Fahrzeugprogramm von einem einzigen Hersteller wünschen würden.

Optimismus pur herrscht also beim VW-Chef - zumindest scheinbar. Denn Pischetsrieder dürfte im Moment keine allzu gute Laune haben. Am Mittwoch verkündete VW, die Weihnachtspause in Wolfsburg im Januar um eine Woche zu verlängern - angeblich, um die Produktionsanlagen des neuen Golf V vorzubereiten. Eine Zeitung vermutete jedoch eine ganz andere Ursache für den Produktionsstopp: Umsatzschwierigkeiten.

Das seien unzutreffende Gerüchte, wies VW die Meldung zurück - doch die Anleger konnte der Konzern nicht überzeugen. Die VW-Aktie stürzte seit Mittwoch teilweise um zehn Prozent ab.

Gefunden unter www.freenet.de

BlackMagic
17.10.2002, 15:22
Die wollen doch statt dem Lupo irgendwas neues bauen, was kleines, irgendein neues Spar-Konzept. Bin mir aber jetzt nicht sicher, hab ich grad mal gehört.

Aber mal ernsthaft. Ich fand den Lupo sowieso "leicht" überteuer, für das was er bietet. Kleines wendiges Stadtauto ist der einzige Trumpf und da bekommt man woanders für weit weniger Geld auch ein überzeugendes Auto, dass auch noch weniger verbraucht, besser zieht und besser ausgestattet ist. Renault Twingo z.B., und er hätte auch noch einen Kofferraum. Als Kofferraum kann man das Handschuhfach des Lupo nicht bezeichnen.

Also ich finde, dass da schon lange was neues hergehört um konkurrenzfähig zu bleiben.

yomam
17.10.2002, 15:46
Hallo!

Kann ich so nicht bestätigen - in welchem Kleinwagen außer dem Lupo findest Du ein PD TDI mit so einem Drehmoment (nur um mal ein Beispiel zu nennen)?

Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten aber ich würde nie einen Twingo fahren. Von den Fahrleistungen her lass ich mit dem Lupo aber nicht nur ein Twingo stehen...

Der Kofferaum könnte tatsächlich etwas größer sein aber dazu hab ich dann noch andere Autos.


Gruß D.

BlackMagic
17.10.2002, 16:06
PD-TDI richtig. Bin aber jetz vom meistverkauftem Modell, dem Basismodell ausgegangen.

beetle24
17.10.2002, 17:06
Hallo aus Wolfsburg,

das Problem beim Lupo ist der Preis - und der lässt sich nicht drücken, weil im Lupo eine vergleichbare hochwertige, moderne Technik drinsteckt wie in den Polo-Varianten.

Der Lohneinsatz ist auch vergleichbar - nur weil die Pappe 7 cm kürzer oder die Rückbank 4cm schmaler ist - die Arbeitszeit ist die gleiche.

Die Leute, die einen sehr kleinen Wagen fahren möchten, wollen sparen... beim Kaufpreis und im Unterhalt... wegen des hohen Gewichtes ist auch hier kein sehr guter Wert zu erreichen.

Alles in allem ist der Lupo für einen echten Kleinwagen / Zweitwagen zu teuer und für ein vollwertiges Auto für 2+1 Personen zu klein.

Es ist noch nicht aller Tage abend - aber da der Arosa weitergebaut wird, aber leider nicht nicht viel mit dem Lupo gemeinsam hat, ist zu befürchten, dass wohl nur der Arosa in der Billigstvariante überleben wird - wenn man dem Konzernchef Glauben schenken darf.

Der von VW angekündigte Billigwagen ist nicht für den europäischen Geschmack gedacht - es ist der südamerikanische GOL, der in einfacher Form mit alten Anlagen aus Sarajewo in China gebaut werden soll... für den dortigen Markt.

Die Kinder in unserer Familie fahren je einen Lupo und Arosa und sind sehr zufrieden -die Platz vorne ist geradezu üppig - der Kofferraum für einen Single ausreichend - der 37KW-Motor ist dagegen für den schweren Wagen zuschwach... etwas anders wird aber kaum gekauft (85%)

Schöne Grüsse
von

dbhh
18.10.2002, 09:25
Original geschrieben von beetle24
Hallo aus Wolfsburg,

Der von VW angekündigte Billigwagen ist nicht für den europäischen Geschmack gedacht - es ist der südamerikanische GOL, der in einfacher Form mit alten Anlagen aus Sarajewo in China gebaut werden soll... für den dortigen Markt.

von

Der Lupo war bei seiner Konzeption damals deutlich preiswerter positioniert - nur man hat den angepeilten Preis nicht halten können. So wurde, wie du schon richtig sagst, der Lupo nur ein Derivat des konsten-intensiven Polo 6N.

Ich glaube nicht, das man jede beliebige, weltweit verfügbare Plattform in Europa verwenden kann. Die geringeren Kosten der Plattform haben auch viel mit nicht vorhandener Festigkeit zu tun. Da aber auch an einem Lupo II die aktuellen Crashnormen angelegt werden, würde das Fahrzeug im Vergleich schlecht aussehen.
Die Diskussion um ESP zeigt, das in Deutschland jedes verfügbare Sicherheitsfeature auch eingebaut werden muss.

Vielleicht sollten VW-Kunden sich dran gewöhnen, das EIN Ziel des seeligen Herrn Piech war, VW höher zu positionieren. Na ja, und da kann es auf Dauer auch kein Brot-und-Butter-Auto mehr geben. Da gibts dann wieder von mir den Hinweis auf S(ch)kod(d)a *lach* und den Fabia. Vielleicht darf Skoda einen Lupo bauen, wenn es für VW nicht mehr machbar/lukrativ ist.

Gruß

tehr
18.10.2002, 09:27
Ich wundere mich auch über die Einstellung des Lupo. Entweder wohne ich in einer seltsamen Gegend oder Lupos fallen extrem auf.

Wenn ich mich auf unseren Straßen umsehe, auch auf der Autobahn, sehe ich recht viele Lupos, sehr deutlich mehr als A2, der auch eingestellt werden soll. Wieviele Autos muss VW denn verkaufen, damit es sich lohnt ?

beetle24
18.10.2002, 10:15
Guten Morgen...
... die Zeiten haben sich eben gewandelt.

Arosa und Lupo, die im Mix in Wolfsburg mit sehr, sehr viel Enthusiasmus gebaut wurden, waren 1998 das richtige Auto - zumal der betagte Polo immer weniger gefragt war.

Die denkbare Entscheidung einer Lupoeinstellung muss man vor dem Hintergrund der Lage in 2003 sehen - die ganz anders ist, wirtschaftlich und vom Wettbewerb her, als in der Konzeptfindung 1996....
.. und abwegen, ob sich eine GP-Aufwertung für die nächsten 4-5 Jahre noch lohnen wird. Ich meine nicht - der aufgepeppte Arosa deckt den Markt sicher ab .

Das alles hat mit dem A2 nichts zu tun - der Lupo hat viel für die Kundenbindung im unteren Preissegment getan, wegen des hohen Preises sein Geld gerade noch verdient und vor allem die Lücke zum neuen Polo schliessen können - das ist mit Geld nicht aufzuwiegen..
...... aber wie gesagt, demnächst weht ein anderer Wind....

Schöne Grüsse aus Wofsburg

wave
18.10.2002, 10:16
Original geschrieben von tehr
Ich wundere mich auch über die Einstellung des Lupo. Entweder wohne ich in einer seltsamen Gegend oder Lupos fallen extrem auf.

Wenn ich mich auf unseren Straßen umsehe, auch auf der Autobahn, sehe ich recht viele Lupos, sehr deutlich mehr als A2, der auch eingestellt werden soll. Wieviele Autos muss VW denn verkaufen, damit es sich lohnt ?

Wenn an einem Auto nichts oder nur sehr wenig verdient wird, können noch so viele Autos herumfahren, es lohnt trotzden nicht sie zu produzieren. Ein gutes Beispiel dafür ist der Smart.
Es ist viel schwieriger einen guten Kleinwagen zu konstruieren und zu produzieren als ein großes Auto. Die Entwicklungs- und Produktionskosten unterscheiden sich nicht so stark, aber für den Kleinwagen bekommt der Hersteller viel weniger Geld vom Kunden, außer der Kleinwagen wird ein Kultauto, dann kann man auch mehr nehmen.
MfG wave

Niemals Servo
18.10.2002, 10:51
Man wird sich an den Gdanken gewöhnen müssen das Autos nicht viel billiger werden wenn sie kleiner werden, sondern nur wenn sie einfacher werden. Es werden halt zu viele Bauteile verbaut die im kleinen das gleiche kosten wie im großen.

beetle24
18.10.2002, 19:03
@wave
... ich sehe es ein wenig differenzierter... und das hat mit den genannten Produkten nichts zu tun.

Sparen kann man nur, wenn man unsinnige oder absurde Entscheidungen zu einem neuen Produkt zeitlich vor der Produktentscheidung trifft.

Sind erst einmal
-die Anlagen gebaut,
- das Material mit Abnahmeverpflichtungen geordert,
- 2000 Leute eingestellt,

und läuft der Verkauf zunächst zufriedenstellend....... so muss man, wohl oder übel , beim Nachlassen der Nachfrage das Auto weiterbauen - zunächst mit Aktionsprogrammen, dann mit einschneidenen Massnahmen, z.B. Verlagerung in Billiglohnländer.

Selbst dann kann man nicht innerhalb einer Mindestlaufzeit das Produkt einfach einstellen - die Menschen und Maschinen wären dann arbeitslos.

Es gibt nämlich auch nicht direkt errechenbare Vorteile - die der Markenbindung, des Image und das Klientel für Wartung und Service.

Auch sind Nischenprodukte sehr wichtig für die Kompetenz eines Unternehmens - die Rendite in cash ist da zweitrangig. Lupo3L und LupoGTI scheinen dafür ein gutes Beispiel zu sein ;)

Ich räume zwar ein, dass man nicht nur Miese einfahren kann - aber was sind schon Miese??? Das kann man so und so rechnen.

Na ja, warten wir es überhaupt mal ab, was da so läuft