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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Tuning über Diagnosestecker


golf4
28.05.2003, 09:27
Lese immer öfters in den Kfz-Anzeigen "Dieseltuning über Diagnosestecker" ca 30 PS mehr bei CDI TDI HDI usw.
Zugleich bieten die dann auch noch Tachojustierung digital an .
Hab da mal angerufen, und z.B. ein 130 PS Golf TDI , auf ca 155 PS würde 299 Euro kosten.
Wäre ohne Probleme innerhalb von ein paar Minuten zu erledigen.
Ohne Ausbau des Steuergerätes, ohne irgendwelchen Boxen, nur über den Diagnosestecker, hat das schon mal jemand ausprobiert. ?

bexs
28.05.2003, 14:11
Soweit ich weiß,werde einfach nur die Kennfelder "optimiert".
Ich halte die versprochene Leistungssteigerung für durchaus realistisch.
So Sachen werden allerdings gerne mal auf nem Autobahnparkplatz gemacht. Das ist natürlich außerordentlich unseriös.
Außerdem weiß ich nicht ob man soetwas eingetragen bekommt.
Ich halte einen seriösen Tuner, der dein Fahrzeug auf nem eigenen Prüfstand abstimmt, für die bessere Wahl.
Die Tachojustierung an sich ist legal (soweit ich weiß), du darfst ja mit deinem Tacho machen was du willst. Wenn du das Fahrzeug aber verkaufst muss das angegeben werden.
Und genau da geht die Sache ja erst richtig los.
Meines Erachtens wird das nur gemacht um den Käufer zu besch..
oder wer dreht sich einfach "mal so" sein Tacho zurück?

Speedy Gonzales
28.05.2003, 15:43
Original geschrieben von bexs
Soweit ich weiß,werde einfach nur die Kennfelder "optimiert".
Ich halte die versprochene Leistungssteigerung für durchaus realistisch.
So Sachen werden allerdings gerne mal auf nem Autobahnparkplatz gemacht. Das ist natürlich außerordentlich unseriös.
Außerdem weiß ich nicht ob man soetwas eingetragen bekommt.
Ich halte einen seriösen Tuner, der dein Fahrzeug auf nem eigenen Prüfstand abstimmt, für die bessere Wahl.
Die Tachojustierung an sich ist legal (soweit ich weiß), du darfst ja mit deinem Tacho machen was du willst. Wenn du das Fahrzeug aber verkaufst muss das angegeben werden.
Und genau da geht die Sache ja erst richtig los.
Meines Erachtens wird das nur gemacht um den Käufer zu besch..
oder wer dreht sich einfach "mal so" sein Tacho zurück?

Diese sogenannte "Tachojustierung" ist leider wirklich legal.
Jeder kann sich seinen Tacho hindrehen lassen wo er will.
Allerdings muß beim Verkauf des Fahrzeugs der tatsächliche Kilometerstand dem Käufer mitgeteilt werden.
Aber warum sollte sich jemand den Kilometerstand seines Tachos verändern lassen, außer um einen ev. Käufer zu besch.... ??
Und einem Gebrauchtwagen ist der tatsächliche Kilometerstand nicht unbedingt anzusehen......


Boris

golf4
29.05.2003, 17:16
hab da nochmal nachgefragt, wann und wo man die Leistungssteigerung durchführen könnte.
Nicht am Autobahnparkplatz, wir könnten uns nächste Woche in München an einem Parklatz bei einem Mc Donalds treffen.
TÜV- Gutachachten usw. gibts natürlich nicht, aber für 299 euro wäre das ja günstig , billiger gibts wo anders 30 PS nicht.

GolfTDI4motion
29.05.2003, 20:47
Hi,

ich wäre da sehr skeptisch. Ich hab noch nie gehört, daß man über den Diagnosestecker aktiv das Motor-Kennfeld dauerhaft verändern kann. Die dazu relevanten Daten befinden sich nach meiner Kenntnis auf einem EPROM. Denkbar wäre zwar, daß die Daten des EPROM geändert werden können, doch damit werden dann gleichzeitig die alten, serienmäßigen Daten überschrieben.

Was glaubst Du wohl, weshalb kein seriöser Tuner auf diese Weise ein Tuning anbietet, sondern den umständlichen Weg über das Auslöten des alten Speicherchips und das Einlöten eines neuprogrammierten Chips geht !? Damit behält man auf jedenfall die serienmäßige Abstimmung auf dem Orginalchip bei, der jederzeit wieder eingebaut werden könnte.

In Deinem Fall wird die Orginalsoftware überschrieben. Wer kann Dir gewährleisten, daß die neuen Daten hundertprozentig auf deinen Motor abgestimmt sind ? Es würde mich nicht wundern, wenn die schnelle Freude über das Billigtuning bald teuer bezahlt werden muß. Denn schon beim Tuning bei serösen Firmen kann es trotz Abstimmung und Anpassung beim Fahrbetrieb zu Erscheinungen wie starkes Rußen, Ruckeln im Teilastbereich sowie unter Umständen auch zum Eintreten des Notlaufprogrammes kommen. In diesem Fall hat man wenigstens noch einen Ansprechpartner, welcher über eine Neuabstimmung bzw. auch durch den Einbau des alten Chips wieder die Sache in den Griff bekommt.

Ein versierter Tuner führt vor dem Tuning zunächst Messungen am Prüfstand bzw. mit dem Diagnosegerät beim Fahrbetrieb auf der Straße durch. Wichtigster Parameter dabei vorallem der Ladedruck. Schon hierbei kann es zu Auffälligkeiten kommen, bspw. wenn die VTG nicht einwandfrei arbeitet und in Bereichen zuviel bzw. zuwenig Ladedruck liefert. Solche Informationen sind wichtig, um einerseits sicherzustellen, daß man nur einen gesunden Motor optimiert und andererseits um gerade den Motor individuell auf dessen Zustand und Alter sowie auf die Bedürfnisse des Kunden abzustimmen. Ebenso erfolgt nach der Umprogrammierung eine weitere Testphase seitens des Tuneres, wo im realen Fahrbetrieb wiederum an Hand von Messwerten überprüft wird, ob die erwünschte Leistungsteigerung so vom Motor auch umgesetzt wird und ob störende Erscheinungen wie Notlauf oder Rußen ausbleiben.

Obligatorisch auch bei jeder serösen Firma: Die persönliche Testfahrt mit dem Auto nach der Leistungsteigerung und vor der Bezahlung !

Bei der von Dir dargestellten Variante programmiert jemand kurz auf einem Parkplatz am Steuergerät herum und verschwindet dann ins Nirvana. Bei evtl. auftretenden Problemen sitzt man dann echt im Dreck. In der Regel hilft dann nur noch der Einbau eines neuen Steuergerätes (sofern sich der Tuner nicht die alte Software vom Chip geladen hat und diese Dir im Problemfall wieder einprogrammieren würde), denn auch seriöse Tuner brauchen zur sauberen Abstimmung zunächst die Orginalsoftware. Und ich kenne keinen Tuner, welcher bereit ist, Programmierfehler von "Kollegen", welche billig in den Markt drängen, auszumerzen.

Auch die Sache mit dem Tüv würde mich beunruhigen. Schon allein wegen dem Versicherungsschutz im Schadensfall und natürlich auch zur Einhaltung der Abgasgrenzwerte. Sollte sich starkes Rußen einstellen, ist man einerseits bei der nächsten AU fällig, andererseits begeht man schlichtweg Steuerhinterziehung, da man meist in eine andere Schadstoffstufe fällt. (Neue Fahrzeuge haben übrigens eine Abgaskontrolleinrichtung mit Warnleuchte. Springt die Leuchte an, so muß man unverzüglich anhalten und die Werkstatt informieren. Fährt man hingegen weiter und wird erwischt, drohen empfindliche Geldstrafen, der Entzug der Fahrerlaubnis ist dabei obligatorisch...)
Und wie sieht es beim Verkauf des Autos aus ? Wer kauft schon gern einen Wagen, an dem Leistungsmäßig manipuliert wurde, ohne daß es eingetragen ist. Und Verschweigen halte ich für eine riesen Betrügerei dem Käufer gegenüber.

Also, wenn Du unbedingt den Drang nach Mehrleistung verspürst, dann gehe bitte zu einer serösen Firma. Denn nur allein durch die versierte Abstimmung in einem erfahrenen Haus, die Tüv-Eintragung und mögliche Garantie-Packages (bspw. Abt) ist man auf der sicheren Seite und kann die Mehrleistung mit gutem Gewissen und meist auch ohne Bedenken ausnutzen. Mich würde allein schon die Tatsache davon abhalten, daß jemand für 10 min Arbeit stolze € 300.- kassiert. Sicher, die Entwicklungskosten für das geänderte Kennfeld. Aber dafür keine Kosten für Werkstatt, Prüfstand, Werkzeug, Personal, Test usw. wie es bei serösen Firmen der Fall ist. Läßt man mal die Kosten für die Software außer acht, so würde der verlangte Preis einem Monatsverdienst von € 288000.- entsprechen. Man kann sich sicher sehr schnell ausrechnen, daß es nicht allzulange daueren wird, bis hierbei der Break-Even-Point erreicht ist... und zwar zu Kosten ahnungsloser und leichtgläubiger Kunden, die sich mit dem vermeintlich günstigen Preis ködern lassen...

Gruß

Niemals Servo
30.05.2003, 07:01
Original geschrieben von GolfTDI4motion
Hi,

ich wäre da sehr skeptisch. Ich hab noch nie gehört, daß man über den Diagnosestecker aktiv das Motor-Kennfeld dauerhaft verändern kann. Die dazu relevanten Daten befinden sich nach meiner Kenntnis auf einem EPROM. Denkbar wäre zwar, daß die Daten des EPROM geändert werden können, doch damit werden dann gleichzeitig die alten, serienmäßigen Daten überschrieben.



Neuere Motorsteuerungen haben auch Flashspeicher, warum sollte es nicht möglich sein, diesen softwaremäßig zu ändern?

Das Problem bleibt wohl eher das gleiche wie beim konventionellem Chiptuning: Die Software ist so komplex, das sollte man nicht jeden Krauter machen lassen.

Das erinnert mich an ein Gerichtsverfahren, welchem ich als Zuschauer (nein nicht im Fernsehen) beiwohnen durfte:
"Das hab ich auf nem Autobahnparkplatz gekauft, Herr Richter. Wie konnte ich denn ahnen, dass damit was nicht in Ordnung seien könnte?"

golf4
30.05.2003, 07:29
halte ja auch nichts von solchem Tuning, war mit meinem 1.8 T bei MTM.
Jedoch in jüngeren Jahren, wäre ich solch einem Tuning, schon alleine aus Kostengründen nicht abgeneigt gewesen.
Er hat auch gemeint, sollte mir das Tuning nicht zu sagen, könnte er jederzeit die alte Software wieder "rewriten" wie er so schön sagte, über den Preis könnte man sich da schon einigen.

Jürgen Ebert
31.05.2003, 15:42
Tuning über Diagnose funktioniert. Viele Tuner gehen dazu über, weil es einfacher ist, als den Chip aus- und einzulöten. Die Kennfelder und die anderen Daten kann man da genauso beeinflussen, jedenfalls bei neueren Modellen. Aber wenn schon Tuning, dann vom Fachmann und nicht von einem Fuzzi, der irgendwelche Chipdaten zusammengeklaut hat und dir die dann einprogrammiert. Da bekommst du dann eventuell eine Software, die für eine andere Steuergerätenummer entwickelt wurde, weil er die Daten für deine Steuergerätenummer noch nicht raubkopieren konnte. Also Finger weg!

GolfTDI4motion
31.05.2003, 19:38
Hi,

mache Tuner beiten sogar regelrechte Software-Packages an, mit welchen selbst der Laie, sofern er über Laptop und VAG-Kabel verfügt, anhand einer grafischen Bedienoberfläche mittels Regler die Einspritzmenge/-dauer bzw. den Ladedruck für einzelne Lastpunkte/Betriebszustände variieren kann.
Ich halte das für außerordentlich gefährlich, wenn nicht softwareseitig bereits Obergrenzen hinsichtlich Ladedruck und Einspritzmenge (bzw. erlaubte Kombinationen) vorgesehen sind. Außerdem widerspricht sowas jeglicher Betriebserlaubnis des Fahrzeuges, wenn jederzeit zwischen +/- 30 PS variiert werden kann.

Gruß

Niemals Servo
31.05.2003, 20:41
Original geschrieben von GolfTDI4motion
Hi,

mache Tuner beiten sogar regelrechte Software-Packages an, mit welchen selbst der Laie, sofern er über Laptop und VAG-Kabel verfügt, anhand einer grafischen Bedienoberfläche mittels Regler die Einspritzmenge/-dauer bzw. den Ladedruck für einzelne Lastpunkte/Betriebszustände variieren kann.


Da wird es einem als Beifahrer wenigstens nicht langweilig während der Fahrt. Echtzeittuning - dolle Sache.

"Scotty, Energie!"