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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verarbeitungqualität VW Sharan- Wandelung


Sharan TDI
21.07.2003, 16:13
Wer hat eine Wandelung schon mitgemacht. Habe einen 44000
Euro teueren VW Sharan Modell "Klapperkiste" gekauft. Wie sind die Kriterien für das gelingen einer Wandelung. Kann dies nur beim Händler mit dem man den Kaufvertrag gemacht hat geschehen. Vielen Dank

Rolling Thunder
21.07.2003, 18:35
Zur Wandlung kann ich Dir nichts sagen.
Wir hatten bisher zwei Sharan, die aber in Sachen Klappern nichts von sich haben hören lassen. Die liefen bis auf den bekannten Ölverbrauch der PD-TDI und einmal nen AUsfall der Klima aufgrund zuwenig Kühlmittel ohne Probleme.

Wo klappert denn Dein Sharan?

Speedy
21.07.2003, 19:30
Original geschrieben von Sharan TDI
Wer hat eine Wandelung schon mitgemacht. Habe einen 44000
Euro teueren VW Sharan Modell "Klapperkiste" gekauft. Wie sind die Kriterien für das gelingen einer Wandelung. Kann dies nur beim Händler mit dem man den Kaufvertrag gemacht hat geschehen. Vielen Dank

Die Kriterien sind ganz einfach:

3 vergebliche Reparaturversuche am gleichen Mangel - danach kannst Du den Wagen wandeln.
Die Wandelung ist eine Sache zwischen den Vertragspartnern - also zwischen Dir und dem Händler, bei dem Du gekauft hast.
Ach ja - zu erwähnen wäre vielleicht noch, daß es sich auch tatsächlich um einen Mangel handelt - also nicht um irgendein kaum wahrnehmbares Geräusch, daß bei allen baugleichen Fahrzeugen vorhanden ist. Sowas wäre dann nämlich "Stand der Serie" und stellte keinen Mangel dar.

Gruß

go4variant
24.07.2003, 07:08
Hallo,

mein Wandlungsgesuch ist von seiten VW letzte Woche abgelehnt worden (hatte ich nicht anders erwartet). Jetzt werden Rechtsanwälte bemüht.

Nur soviel vorab:

Seit der neuen Schuldrechtsreform gibt es die Wandlung in dem Sinne nicht mehr. Du hast aber die Möglichkeit im Falle der Lieferung eines mangelhaften Sache vom Kaufvertrag nach § 437 Nr. 2 BGB zurückzutreten. Dieser Schritt setzt allerdings voraus, daß Du dem Hersteller zunächst nach §§ 437 Nr. 1, 439 BGB die Möglichkeit zur Nachbesserung eingeräumt hast (1x, nicht 3x). Darüber hinaus muss wie gesagt nicht zweimal wegen des gleichen Mangels nachgebessert worden sein, da der Käufer sonst bei ständig neu auftretenden Mängeln nie die Möglichkeit hätte vom Vertrag zurückzutreten.

Weiter müßte nach § 323 I BGB ein Rücktrittsgrund in Form einer nicht wie vereinbarten gelieferten Sache vorliegen und dem Verkäufer unter Androhung des Rücktritts eine angemessene Frist zur Nachbesserung eingeräumt werden. Diese Nachfristsetzung ist nach § 323 II Nr.3 BGB entbehrlich, wenn besondere Umstände vorliegen, welche unter Abwägung der beiderseitigen Interessen den sofortigen Rücktritt rechtfertigen.
Rechtlich kommt im Falle eines wirksamen Rücktritts § 346 BGB zum tragen, wonach sich das Vertragsverhältnis in ein gestetzlichen Rückabwicklungverhältnis wandelt, wonach die empfangenen Leistung und die gezogenen Nutzungen(z.B. gefahrene Kilometer) zurückzugewähren sind.

Gemäß § 349 BGB muss ferner berücksichtigt werden, dass der Rücktritt gegenüber dem Verkäufer erklärt werden muss.

Weiter kann ich dir mitteilen, dass das Autohaus ohne Zustimmung von VW keiner Wandlung zustimmt, da sie sonst die Verluste ganz alleine tragen müssen und keine Beihilfen von VW bekommen.
Es muss also meistens ein VW-Beauftragter kommen, die Mängel begutachten und seinen Daumen heben o. senken.
Bei mir war dieser extrem arrogant, hatte nur Standardsprüche drauf und hat sich auf nur genau das eingelassen was ihm aktuell an Mängel nachgewiesen werden konnte (wie ein Politiker dem Lügen nachgewiesen werden, er gibt nur genau das zu was er nicht mehr verleugnen kann, den Rest wenn ihm das auch noch nachgewiesen wird).
Dann brachte er noch sein Lieblingswort "Verhältnismäßigkeit" ins Spiel und versuchte uns Laien juristisch zu entmutigen.
Nur waren wir vorher beim Anwalt gewesen und hatte was gänzlich anderes gehört. Wir haben die Ohren auf Durchzug gestellt, gar nicht debatiert oder rumdiskutiert und noch an dem gleichen Tag unserem Anwalt zum abschicken des bereits verfassten Schreibens gebeten.
Jetzt mal abwarten was kommt.

Ich hoffe ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen!

Gruss, Martin

go4variant
24.07.2003, 07:28
Noch ein Tip für div. Rechtsfragen.

Es gibt eine da eine interessante Seite die mir eine Suchmaschine gefunden hat, als ich Wandelungen als Suchbegriff eingegeben habe:

http://www.ra-kotz.de/autorecht.htm

Gruss, Martin

deBORA
29.07.2003, 23:17
Gebrauchsvorteile nach Wandlung des Kaufvertrages
28.07.2003


Das OLG Karlsruhe hat sich in einem aktuellen Urteil (AZ: 14 U 154/01) auf neue Art und Weise zum Thema "Gebrauchsvorteile nach Wandlung des Kaufvertrages" geäußert. In dem vom Gericht zu entscheidenden Fall ging es um einen Audi A6 Quattro zum Preis von 42.155,52 Euro. Der Käufer klagte auf Wandelung des Kaufvertrages, nachdem verschiedene gravierende Mängel trotz mehrer Nachbesserungsversuche durch das Autohaus nicht beseitigt werden konnten. Der Tenor der Entscheidung lautet:

"Die Beklagte wird verurteilt, Zug um Zug gegen Rückgabe des PKW Audi A6 . . . an den Kläger 42.155,52 Euro abzüglich eines Betrages, der sich wie folgt errechnen

– 0,169 Euro mal Kilometer gemäß Tachostand im Zeitpunkt der Rückgabe,

– nebst vier Prozent Zinsen aus dem gemäß vorstehender Berechnung sich ergebenden Betrag seit dem 25.08.2000 zu bezahlen."

Grundsätzlich ohne Berücksichtigung bleibt bei der Entscheidung, ob nach dem Urteilsausspruch das Fahrzeug durch den Käufer noch weiter benutzt wird, also weitere Kilometer zurückgelegt werden. Dies sich hieraus ergebenden weiteren und vom Urteil nicht erfaßten Gebrauchsvorteile müssen durch den Wandlungsverpflichteten, also den Verkäufer, "zusätzlich" bei der tatsächlichen Fahrzeugrückgabe geltend gemacht werden, da sie im Urteil keine Berücksichtigung gefunden haben.

Sinnvolle Auslegung?

Grundsätzlich gilt, dass Geldansprüche in einem Urteil auf einen festen Betrag lauten müssen. Genau hiervon ist das OLG Karlsruhe abgewichen. Aus dem Urteil ergibt sich nämlich gerade kein fester Geldbetrag, sondern ein Ursprungsbetrag, dessen genaue Größe nachfolgend – und sei es durch den Gerichtsvollzieher – noch ermittelt werden muß. Darüber hinaus enthält die Entscheidung des OLG Karlsruhe noch ausführungsbedürftige Tatbestandsmerkmale, etwa "gemäß Tachostand" und "im Zeitpunkt der Rückgabe". Wer bestimmt diesen Zeitpunkt? Was ist, wenn der Tacho zwischenzeitlich ausgetauscht oder zurückgedreht wurde?

Somit ist fraglich, ob sich aus dem Urteilsspruch für jedermann, und ohne Auslegungsmöglichkeit ergibt, was zu vollstrecken ist. Bedauerlicherweise hat das OLG Karlsruhe die Revision nicht zugelassen. Ob gegen die Entscheidung eine Nichtzulassungsbeschwerde zum BGH erhoben wurde, ist bisher nicht bekannt. Eine Klärung durch den BGH wäre jedenfalls begrüßenswert. Es erscheint zweifelhaft, ob sich die Auslegung im Sinne des OLG Karlsruhe allgemein durchsetzen wird.

Rechtsanwalt

go4variant
30.07.2003, 08:08
deBora=Rechtsanwalt?

Wie beurteilst du denn meine Mängel? Rechtfertigen sie eine Wandlung? Wäre sehr freundlich mal die Meinung von einem 2ten Anwalt zu hören!

- 2 Lackrisse (und in Folge dessen Lackabplatzung) am linken Kotflügel (nur blauer Decklack, nicht Grundierung).
- Lackabschabung bis aufs Blech an Fahrertürkante
- Lackfehler am Fahrertürgriff (in einem Stecknadelgroßen Bereich fehlt Lack oder er ist abgeplatzt).
-Lackfehler am Türgriff hinten rechts (Vertiefungen im Material die stumpf überlackiert wurden.
-Tankdeckel weist leicht anderes Blau auf wie der restliche Wagen.
-Der komplette Lack ist vor Übergabe in der Autostadt massiv und flächenddeckend poliert worden (überall deutliche Politurreste).
-Das bestellte Technoblau ist dem Technoblau sehr ähnlich aber nicht identisch (im Vergleich mit Technoblauen Gölfen ermittelt)

Ein Nachbesserungsversuch ist bereits passiert. Der Meister hat die Abgeplatzten Stellen (o-Ton) "mehrfach" ausgetupft.
ich solle es mir ansehen und vielleicht würde es mir reichen. Tut es natürlich nicht.

Alle diese Mängel sind in Bilder festgehalten. Werden auch vom Lackbeauftragten nicht bestritten.

Er will wie gesagt nur die Teile mit den Lackschäden (teil-) lackieren lassen (Kotflügel+Tür+2 Türgriffe+Tankdeckel).

Zum polieren meinte er nur, (o-Ton) "...das es Teil des Produktionsprozesses sei..." (zudem meinte er nur salopp) "...wir können ein Wagen auch 3x durch die Lackieranlagen schicken und 7x polieren...wer sagt das der Lack z.B. 130µm aufweisen muss?" Und zu dem leicht unterschiedlichen Blauton: "...das ist Werkabhängig, 4 verschieden Werke vier verschiedene Blautöne...". Eine Nachlackierung sah er als nicht als Wertmidernd an.

Muss ich einen an mehreren Stellen Stellen nachlackierten und komplett polierten Wagen tatsächlich als "neu" ansehen?

Wäre schön mal eine zweite Einschätzung zu hören.

Gruss, Martin

ps. Meiner Meinung nach ist mit dem Wagen während der Produktion Lacktechnisch was richtig schiefgegangen. Alle Mängel beziehen sich nur auf eine Sache, den Lack.
Auch wurde der Wagen bei Übergabe in der Autostadt regelrecht versteckt/verschämt dargeboten, statt ihn wie die anderen Autos showmäßig in der Halle zu platzieren. Er war so eng an einer Wand geparkt, dass er das rausfahren anderer Fahrzeuge aus dieser Aufbereitungshalle sogar behinderte und wir nicht einmal die Beifahrertüren anständig öffnen konnten (und dass obwohl kaum noch Autos in der Halle standen, sprich genug Platz vorh. war. Als wir die Leute auf die massiven Politurspuren aufmerksam machten und ein Lackmensch dazukam fingen sie ganz hektisch an alle Politurspuren zu entfernen (entgegen unserem Wunsch) und sich in dummen Schutzbehauptungen zu verlieren: "...vielleicht musste man hartnäckige Fingerabdrücke rauspolieren...". Dazu kein Komentar meinerseits.