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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Touareg R5 als LKW ?


romankessler
20.08.2003, 08:32
hallo,
ich wollte mir in naheliegender Zukunft einen Touareg R5 TDI kaufen.
Kann ich dieses Fahrzeug aufgrund der doch enormen steuerlichen Belastung als LKW bzw. Klein LKW anmelden.
was muss ich eigentlich alles beachten und welche Vorraussetzungen müssen erfüllt werden.

Gruss
Roman

Strich8
20.08.2003, 08:57
Original geschrieben von romankessler
Kann ich dieses Fahrzeug aufgrund der doch enormen steuerlichen Belastung als LKW bzw. Klein LKW anmelden.
was muss ich eigentlich alles beachten und welche Vorraussetzungen müssen erfüllt werden.

Ist nicht nötig, PKW-Kombi über 2,8t zGG werden auf Antrag nach Gewicht besteuert. Da gab es vor ein paar Jahren mal ein Urteil, das ich bei einigen Mandanten mit Mercedes 350 GD o.ä. erfolgreich verwenden konnte. Müsste die Kfz-Steuerstelle bei Deinem Finanzamt eigentlich inzwischen kennen.

MfG
Michael

Cisco
20.08.2003, 09:18
Original geschrieben von Strich8
Ist nicht nötig, PKW-Kombi über 2,8t zGG werden auf Antrag nach Gewicht besteuert. Da gab es vor ein paar Jahren mal ein Urteil, das ich bei einigen Mandanten mit Mercedes 350 GD o.ä. erfolgreich verwenden konnte. Müsste die Kfz-Steuerstelle bei Deinem Finanzamt eigentlich inzwischen kennen.

MfG
Michael

Ähm...sicher ?

Also ich war immer der Meinung da müssen mindestens die Rücksitze für immer rausgebaut werden, damit das als Lieferwagen/LKW durchgeht.

Cisco

PaVaTip
20.08.2003, 12:08
Vorsicht, Cisco, wirf nicht Zul. als LKW und Besteuerung als PKW-Kombinationskraftwagen durcheinander!

Die genauen Paragraphen sowie den Wortlaut kenne ich nicht, aber ein PKW-Kombi ist ein Fahrzeug, welches sowohl zum Transport von Pers. als auch von Gütern geeignet ist und ein zul. GG >2,8 to. hat.
D.H. Du zahlst Steuern wie für einen LKW, aber für die Versicherung sowie im Verkehrsrecht bleibt das Fahrzeug ein PKW.
Versuch im Gegensatz dazu mal, Sonntags einen Postgolf mit Anhänger zu bewegen! Die Grün-weißen werden sich freuen:D :D

Strich8
20.08.2003, 13:03
Das Urteil des Bundesfinanzhofes

Als Grundlage für die Verhandlungen mit dem Finanzamt dient das Urteil vom 26.08.1997 des Bundesfinanzhofes (VII-R-60/97):

"Ein für die Güter- und Personenbeförderung eingerichtetes Fahrzeug (Kombinationskraftwagen) mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 2,8 Tonnen ist kein nach dem Hubraum zu besteuernder Personenkraftwagen, sondern ein nach dem zulässigen Gesamtgewicht zu besteuerndes anderes Fahrzeug".

Der Kläger hatte seit 1991 einen Toyota mit zulässigem Gesamtgewicht von 2.960 kg. Bei dem als Lastkraftwagen anerkannten Fahrzeug waren die hintere Sitzbank und die Gurthalterungen entfernt worden; dafür wurden eine Platte im Laderaum und eine Abtrennung hinter den Vordersitzen eingebaut. Nachdem der Geländewagen zunächst als Lastkraftwagen vom Finanzamt anerkannt wurde, stufte die Behörde das Auto nach einem Standortwechsel als Personenkraftwagen ein. Die Klage gegen diese Veranlagung hatte Erfolg. Das Finanzgericht entschied, aus den maßgebenden Verkehrsvorschriften (insbesondere § 23 Abs. 6a der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung - StVZO-) folge, dass Kombinationskraftwagen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über 2,8 t nicht mehr als Personenkraftwagen zu behandeln seien.

Nach den Verkehrsvorschriften sind "Personenkraftwagen" beschaffenheitsgemäß zur Beförderung von Personen bestimmte Kraftfahrzeuge mit nicht mehr als acht Fahrgastplätzen - einschließlich der Fahrzeuge mit zulässigem Gesamtgewicht von nicht mehr als 2,8 t, die nach Bauart und Einrichtung geeignet und bestimmt sind, wahlweise vorwiegend der Beförderung von Personen oder vorwiegend der Beförderung von Gütern zu dienen (§ 23 Abs. 6a StVZO i.d.F. von Art. 2 Nr. 5 der Verordnung vom 9. Dezember 1994, BGB1 I 1994, 3755, früher § 23 Abs. 1 Satz 6 StVZO; dazu gehörende Übergangsvorschrift in § 72 Abs. 2 StVZO, sog. Kombinationskraftwagen). Hieraus ergibt sich nicht nur positiv die Begriffsbestimmung "Personenkraftwagen" sondern auch - durch Gegenschluss -, unter welchen Voraussetzungen Kraftfahrzeuge nicht als Personenkraftwagen anzusehen sind. Keine Personenkraftwagen sind danach Kombinationskraftwagen mit zulässigem Gesamtgewicht über 2,8 t (ebenso FG München, Urteil vom 25. Oktober 1995 4 K 694/95, UVR 1996, 251, Strodthoff, Kraftfahrzeugsteuer, KraftStG § 8 Rz. 18 Abs. 6; zweifelnd FG Nürnberg, Urteil vom 12. November 1996 VI 188/96, EFG 1997, 499, 502 f.; vom Senat im Hauptpunkt - nicht hinsichtlich jener beiläufigen Ausführungen - bestätigt durch Urteil vom 26. Juni 1997 VII R 10 und 11/97).