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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Spielstraßen


Coupe
21.09.2003, 09:31
Mal so eine allgemeine Frage zu Spielstraßen.

Dort dürfen Kinder ja auf der Straße spielen. Was ist aber, wenn Kinder in einer Spielstraße parkende Wagen beschädigen, die in eingezeichneten Parkzonen stehen?

Ist kein aktueller Anlass, ich habe zum Glück eine Garage, aber bei mir im Umkreis sind sehr viele Spielstraßen. Es sind auch im Umkreis von 5 Minuten (zu Fuß nur so als Hinweis! ;-) ) mind. 5 Spielplätze, aber die Kinder spielen trotzdem auf der Straße.

Meine "Highlights" sind Fußballhochschuß - da wird ein prall gefüllter Lederfußball in die Luft geschossen und landet meistens auf Autodächern und Hauben - und Freeclimbing - da wird einfach über die Autos geklettert, sich aufs Dach gesetzt, natürlich mit Schuhen und Jeanshosen.

Ich will jetzt keine Diskussion lostreten bezüglich der Kinder oder das mir jemand erzählen will, ob ich nicht auch mal jung war. JA - ICH WAR AUCH MAL JUNG UND HABE NICHTS GEGEN KINDER!!!

Ich habe aber als Kind einfach keine fremden Sachen beschädigt und das lag bestimmt nicht an einer millitanten Erziehung.

Zurück zur Frage.

Wie sieht das aus, wenn man durch diese Aktionen einen Schaden am Wagen davon trägt?

Gruß

Coupe

Elch
21.09.2003, 12:17
Hallo Coupe!

Das ist meines Erachtens ein Konglomerat aus Schadensersatzrecht,
den gesetzlichen Bestimmungen über die Beaufsichtigungspflicht von Erziehungsberechtigten über (ihre) Kinder,
dem Alter der Kinder,
der Möglichkeit der Beweissicherung des/der Geschädigten Fahrzeugbesitzers "mein Kind macht sowas nicht"
der Tatsache, ob man sich in der Nachbarschaft als Kinderfeind (berechtigt oder nicht) outen mag, wenn man dort wohntIch denke, hier im Foum gibt's Juristen, die das präzise beantworten können. Ich meine aber nicht, daß eine Spielstraße im Hinblick auf Sachbeschädigungstatbestände einen rechtsfreien Raum darstellt.
Die Erziehungsberechtigten eines Drei- und eines Fünfjährigen, die einem Bekannten von mir Split und Kieselsteine auf's Auto geworfen haben, waren jedenfalls nicht zu belangen, nachdem sie schon vorher rotzfrech jegliche Einigung auf menschlich-nachbarschaftlicher Basis abgelehnt haben "Sie müssen ja hier nicht parken!".
Wenn ich als Kind so unbedachten Scheiß gebaut habe oder auch nur etwas aus Versehen verbockt habe (Kinderfahrrad fiel mit einem Rums in des Nachbarn Autotür), haben meine Eltern freundlich aber bestimmt erklärt, daß Sachen anderer Leute für diese auch ihren Wert haben. Dann haben sie den Schaden ersetzt, um mir Vorbild zu sein.
Auch in meiner Beobachtung ist es so, daß das wohl heute zum Teil etwas anders gehandhabt wird. Vielleicht erziehen diese Eltern dann die Typen, die das machen, was Grizzler passiert ist (Link hier) (http://www.dk-foren.de/gute-fahrt/showthread.php?threadid=3478):mad: :( :mad:

Coupe
21.09.2003, 14:31
Mmh, fast schon gedacht, dass es nicht so einfach ist.

Prinzipiell sollte man aber sagen, dass es genauso ist, wie wenn ich in jeder anderen Straße parke. Oder?

Das ist halt der Punkt. Eine Spielstraße ist ja zum Spielen gedacht und dass sich Kinder nicht gesittet auf eine Partie Schach hinsetzen ist mir auch klar. Da wird dann halt Ball und fangen oder sonstwas gespielt. Ist ja auch okay. Nur diese Aktionen der Nachbarskinder führen unweigerlich zu erheblichen Schäden.

Die Frage ist dann eben, ob es eine Teilschuld gibt nach dem Motto. Wer in einer Spielstraße parkt muß eben damit rechnen, das Kinder dort spielen und Schäden verursachen.

Gruß

Coupe

Niemals Servo
21.09.2003, 15:13
Teilschuld? Es hat halt manchmal keiner Schuld. Dem Geschädigtem kommt es dann halt nur wie eine Schuld vor. :(

Ball spielen wird man schwerlich verhindern können.
Da es bei kleinen Kindern eh nur was bei vernachlässigter Aufsicht zu holen gibt, sollte aber zumindest im Wiederholungsfalle bei Steinewerfern oder Kletterern was an Entschädigung zu erwarten sein. Dazu sollten aber die Eltern beim ersten Mal informiert worden sein.

Grundsätzlich kann man glaube ich sagen, dass bei Asinachbarn keine Gesetze helfen. Dafür können sie sich zu häufig hinter Gesetzen verstecken die zum Schutz von Schwachen gedacht sind.