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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : A6 - (Winter)-Räder selbst anschrauben: Gefährlich lt. ADAC 06/2003, gelöschte Räder?


fraho
02.10.2003, 16:29
Als Audi-Newcomer will/muß ich jetzt das erste Mal Winterräder kaufen.
Doch der Artikel in der ADACmotorwelt 06/2003 "Gefährliche Konstruktion" macht mich (etwas) unsicher bezüglich des Selbstanschrauben?

Darauf meine Frage: Gibt es da wirklich ein Problem, bzw. kann man das auch als Laie gefahrlos bewältigen (wie früher: Sommerräder ab, Winterräder drauf)? Oder sollte ich das vom Freundlichen machen lassen? :confused:

Speedy
02.10.2003, 18:42
Das Problem ist, daß sich die Radschrauben nach dem Räderwechsel in vielen Fällen wieder lösen. Deshalb sollten die Radschrauben nach ca. 50 - 100 km mit den Drehmomentschlüssen nachgezogen werden. Danach lösen sich die Radschrauben auch nicht mehr.

Gruß

beetle24
02.10.2003, 19:05
Es gab tatsächlich ein Problem, dass sich Audi-Radschrauben - obgleich sie mit richtigem Moment angezogen wurden - heftig gelöst hatten, dass sogar die Räder beim Fahren geklappert hatten.

Daher ist es durchaus richtig und lebenswichtig, die Radschrauben mit dem Nennmoment nachzuziehen.

Wichtig wäre noch, bei abgenommenen Rädern die Auflageflächen sowohl an der Radnabe als auch am Scheibenrad von Rost zu säubern - bei Alufelgen mit Zentrieringen sind die Konusauflagen ebenfalls sorgfälltig zu säubern.

Dann sollte nichts mehr schiefgehen ;)

Gruß

GolfTDI4motion
02.10.2003, 21:28
Hi,

Manfred hat es wie immer auf den Punkt gebracht. Sofern die wichtigsten Punkte berücksichtigt werden, kann nichts schiefgehen. Übrigens, was soll die Werkstatt besser machen als das was man ohnehin selbst könnte ?

Vorrausgesetzt man hat einen Drehmomentschlüsse, das richtige Anzugsmoment und eine Stahlbürste. Mit der Stahlbürste reinigt man die Radnabe sowie den Radträger von Rost und Schmutz. Viele meinen, indem Sie die Radschrauben einfetten, rosten diese nicht fest. Das mag ja sein, aber gerade damit besteht die Gefahr, daß sich die Schrauben schneller lösen. Überall wird auch postuliert, daß man Radschrauben nach 50-100 km nachziehen soll. Das ist sicher richtig, ich habe es jedoch noch nie gemacht. Alles hielt immmer bis zum nächsten Räderwechse, die Rad-schrauben sind sogar jedesmal regelrecht festgefressen.

Was man jedoch tunlichst unterlassen sollte ist, die Schrauben einfach nur mit einem Schlagschrauber festzuziehen.Das Nachziehen mit einem Drehmomentschlüssel ist ein Muß! Ebenso sollte man im Anschluß auf jeden Fall noch den Luftdruck der Reifen kontrollieren.


Gruß

Hans
02.10.2003, 21:50
@GolfTDI4Motion

Na wenn die Räder bis zum nächsten Wechsel auf dem Auto gehalten haben - was will man mehr???;) :p :D

Gruß Hans

GolfTDI4motion
02.10.2003, 22:02
was will man mehr???


Hi,

genau, was will man mehr !!! :cool: :cool: :cool:

Zu meinem Leidwesen sogar so fest, daß ich bei einem Plattfuß mit dem kümmerlichem Bordwerkzeug echte Probleme hatte, die Schrauben zu lösen. Glücklicherweise fand sich im Auto noch ein weiteres Werkzeug, mit dem ich dann den Hebelarm verlängern konnte.

Aber sowas musste natürlich nachts passieren, im Winter bei rund 4°C und leichtem Regen, auf der Autobahn mitten in einem Baustellenbereich ohne Standstreifen...:mad: :mad: :mad:
Sozusagen der echte Worst Case.

Glücklicherweise konnte ich noch zwischen den aufgestellten Baken-Schildern auf den Baustellenberich der Autobahn retten.

Gruß

Hans
02.10.2003, 22:21
Na da würde sich meine WARNWESTE bewähren, die wir im Kofferraum für solche Situationen immer dabei haben.

Gruß Hans

A6-Fahrer
02.10.2003, 23:12
Original geschrieben von GolfTDI4motion
[b]Zu meinem Leidwesen sogar so fest, daß ich bei einem Plattfuß mit dem kümmerlichem Bordwerkzeug echte Probleme hatte, die Schrauben zu lösen. Glücklicherweise fand sich im Auto noch ein weiteres Werkzeug, mit dem ich dann den Hebelarm verlängern konnte.
Nana, Ihr werdet doch die kümmerlichen 400Nm (maximal) aufbringen können, wenn man die Bolzen mit dem vorgeschriebenen Drehmoment von max. 120Nm festzieht.
Was macht Ihr denn dann erst bei Radbolzen, die von der Werkstatt mit dem Schlagschrauber mit 400Nm festgezogen worden sind?! ;)

beetle24
03.10.2003, 00:15
Dazu fällt mir noch was ein....

1. ... das Problem ist mitunter, dass durch Qualitätseinbruche die Bundform von Radschrauben und Felgenloch nicht harmonisieren.

Nach dem Anziehen kommt es trotz vorgeschriebenem Moment zu keiner vollflächigen Auflage im Bund mit der Folge hoher Flächenpressungen im Bund. Das führt zum minimalem Nachsetzen, weil durch den hohen Druck der gestresste Bereich zerbröselt (feinste Metallschichten).

2. ... unter bestimmten Voraussetzungen kann es beim Anziehen der Radschrauben bereits im Bund zum vorgeschriebenen Anzugmonent kommen, obgleich die Radschraube selbst noch gar nicht ausreichend vorgespannt ist. Dieses Problem ist bekanntlich u.a. beim Sharan aufgetreten. Daher werden seit der GP neue Felgen und neue Radschrauben mit freidrehender Kalottenscheibe verwendet. Die Radschraube dreht sich nicht mehr im Bund sondern durch eine Bohrung direkt in die Nabe.

Nebenbei: Automatische Radverschraubungen in der Produktion arbeiten anders: Es wird der typische Momentenverlauf in Abhängigkeit vom Drehwinkel als Indiz für das Erreichen der Streckgrenze erkannt und dann ein "paar Grad" Nachschlag gegeben.

Schöne Grüsse ;)

fraho
03.10.2003, 06:53
Danke für die Antworten.

Dann werde ich mich morgen mal auf den Weg machen und die Angebote sondieren (bevor alle kommen ). :)