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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : rechtliches in ebay - bitte um Hilfe


FloriV5
26.10.2003, 16:11
habe Anfang September bei ebay einen gebrauchten Laptop versteigert.

Heute (über ein Monat dannach) ruft mich der Käufer an, und beschwert sich dass CD-Rom Laufwerk und diverese andere Dinge kaputt seien.

Er schlägt gleich hoch hinaus - Anwalt etc. :(

Wie sieht die rechtliche Lage aus? :confused:

Tina
26.10.2003, 16:19
Hi Flori!

Hast Du denn beim Verkauf angegeben, dass irgendwelche Teile nicht funktionieren?
Wenn Du nicht geschrieben hast, dass das Laufwerk etc. kaputt ist, hat der Käufer die Möglichkeit das Laptop zu wandeln aufgrund des Sachmangels.

Der Gegenstand muss so geliefert werden, wie es beschrieben wurde.

Grüße, Tina

BlackMagic
26.10.2003, 16:22
Aber da war ja ein Monat dazwischen, wenn der Mangel erst nachher entstanden ist, kann ja Flori nix davon wissen...:rolleyes:

Tina
26.10.2003, 16:25
Original geschrieben von BlackMagic
Aber da war ja ein Monat dazwischen, wenn der Mangel erst nachher entstanden ist, kann ja Flori nix davon wissen...:rolleyes:

Tja, w e n n er es geschrieben hat.
Ist schon eine etwas heikle Angelegenheit.

Tina

Niemals Servo
26.10.2003, 16:37
Darum schreibt man bei so komplizierten Sachen hin, das man keine Gewährleistung übernimmt. Hast du das seinerzeit dabei geschrieben?

@Flori
Wenn du das nicht getan hast und nicht beweisen kannst, dass der Rechner zum Übergabezeitpunkt i.O. war, dann wirst du wohl in Gewährleistung treten müssen. Herzlichen Glückwunsch, dein Compi kommt zu dir zurück. Kratz schon mal die Kohle zusammen.
:(

FloriV5
26.10.2003, 16:46
der Laptop hat zum Zeitpunkt des Verkaufs einwandfrei funktioniert. Eben, wie Blacky schon sagte...

Im Verkaufstext hab ich folgendes hinzugefügt.

Der Artikel wird wie beschrieben von Privat verkauft. Das bedeutet: Mit Kauf erklären Sie sich ausdrücklich damit einverstanden, auf die dem Käufer nach EU-Recht gesetzlich zustehende Gewährleistung und Garantie bei Gebrauchtwaren, zu verzichten. Bitte bieten Sie nur, wenn Sie mit dieser Regelung einverstanden sind. Mit Ihrem Gebot bestätigen Sie ausdrücklich den Verzicht auf jede Gewährleistungsansprüche. Fragen zum Artikel stellen Sie bitte vor Abgabe eines Gebotes

Und jetz will er mir mit Anwalt etc. drohen.

Was soll dass?????? Und vor allem, der Rechner ging einwandfrei!


Wie sieht dass rechtlich für mich aus? :confused:

ps. Schön langsam macht ebay keinen Spaß mehr... :(

Tomir32
26.10.2003, 17:00
Original geschrieben von FloriV5
der Laptop hat zum Zeitpunkt des Verkaufs einwandfrei funktioniert. Eben, wie Blacky schon sagte...

Im Verkaufstext hab ich folgendes hinzugefügt.

Der Artikel wird wie beschrieben von Privat verkauft. Das bedeutet: Mit Kauf erklären Sie sich ausdrücklich damit einverstanden, auf die dem Käufer nach EU-Recht gesetzlich zustehende Gewährleistung und Garantie bei Gebrauchtwaren, zu verzichten. Bitte bieten Sie nur, wenn Sie mit dieser Regelung einverstanden sind. Mit Ihrem Gebot bestätigen Sie ausdrücklich den Verzicht auf jede Gewährleistungsansprüche. Fragen zum Artikel stellen Sie bitte vor Abgabe eines Gebotes

Und jetz will er mir mit Anwalt etc. drohen.

Was soll dass?????? Und vor allem, der Rechner ging einwandfrei!


Wie sieht dass rechtlich für mich aus? :confused:

ps. Schön langsam macht ebay keinen Spaß mehr... :(

Da du von jeglichen Anspruch auf Gewährleistung/Garantie abstand genommen hast, kann der Käufer auch keinen Anspruch darauf nehmen! ;)

FloriV5
26.10.2003, 17:01
Original geschrieben von Tomir32
Da du von jeglichen Anspruch auf Gewährleistung/Garantie abstand genommen hast, kann der Käufer auch keinen Anspruch darauf nehmen! ;)

ja schon :)
aber ist dass auch rechtlich gültig?

btw. Wenn er wirklich mit nem Anwalt kommt....

Niemals Servo
26.10.2003, 17:06
Original geschrieben von FloriV5
ja schon :)
aber ist dass auch rechtlich gültig?

btw. Wenn er wirklich mit nem Anwalt kommt....

Zumindest must du keine Gewährleistung mehr übernehmen.
Aber: Es sei denn du hättest die Fehler arglistig verschwiegen, dann wärst du wieder an der Reihe. Stellt sich jetzt die Frage wer da nun in der Beweispflicht liegt.

Turbofan
26.10.2003, 17:10
Ich bin kein RA, aber ich vermute hier gilt Ähnliches wie beim Autoverkauf von Privat mit der Klausel Ausschluss von Gewährleistung.
Hierbei ist jedoch wichtig, dass der Verkäufer nichts über eventuellen Schäden oder Problemen verschweigt. D.h. er darf nicht wissentlich was Kaputtes verkauft. Allerdings ist hier die Beweislage immer recht schwer.

FloriV5
26.10.2003, 17:11
Original geschrieben von Niemals Servo
Zumindest must du keine Gewährleistung mehr übernehmen.
Aber: Es sei denn du hättest die Fehler arglistig verschwiegen, dann wärst du wieder an der Reihe. Stellt sich jetzt die Frage wer da nun in der Beweispflicht liegt.

ganz klar. Vielen Dank euch allen, Danke NiemalsServo ;)

Nun, die Beweispflicht sehe ich in ihm, wieso arbeitet er 1 Monat daran und beschwert sich jetz dass Dinge kaputt wären.
Dass kann ich auch gleich dannach machen, wenn ich dass Gerät erhalte! :mad:

Niemals Servo
26.10.2003, 17:18
Lad dir beim passenden Bundesministerium das aktuelle BGB runter und schau dir §433 ff an.

FloriV5
26.10.2003, 17:26
ähmmmm :rolleyes:

irgendwie werd ich da nicht so richtig fündig :o
kannst mir mit nem link auf die sprünge helfen? ;)

Schattenparker
26.10.2003, 17:28
Hier sind die passenden §§ http://www.juris.de/produktion/juris/WebSite/material_eilig/kauf/kauf.htm

Denke auch, dass Du nicht haften mußt. Der Laptop war ja beim Verkauf ok. Und Du hast sämtliche Ansprüche ausgeschlossen, was Du im Gegensatz zu einem gewerblichen Händler auch darfst.

Andy

Niemals Servo
26.10.2003, 17:52
Ganzes BGB (http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/bgb/index.html) und zig andere Gesetze.

In der diversen c't Zeitschriften steht auch was dazu. Dort sind Artikel dazu Dauerbrenner. ZB 19/03

FloriV5
26.10.2003, 17:53
danke, dass hab ich gesucht! ;)

mepf
26.10.2003, 17:54
Original geschrieben von FloriV5
Was soll dass?????? Ganz einfach Flori: Der Käufer will Dir Angst machen (was ihm wohl auch ein bißchen gelungen ist) und hofft, von Dir Kohle zurückzubekommen!

Gruß

Dirk

FloriV5
26.10.2003, 17:58
Original geschrieben von mepf
Ganz einfach Flori: Der Käufer will Dir Angst machen (was ihm wohl auch ein bißchen gelungen ist) und hofft, von Dir Kohle zurückzubekommen!

Gruß

Dirk

Dirk - du hast es erfaßt.
Ihm ist es gelungen! :cool:

Möchte Dich mal sehen, wenn nach 1nem Monat einer anruft, sich die Seele aus dem Leibe schreit und mit Anwalt und Betrug umsich wirft.

Aber jetz fühl ich mich gleich besser *lach*
Danke euch allen! ;)

Dass Forum ist wirklich für vieles gut! :D

Jack
26.10.2003, 18:34
Scheiss da nix, dann feid da nix. :D :D :D


Bye

Martin R
26.10.2003, 18:53
Original geschrieben von Jack
Scheiss da nix, dann feid da nix. :D :D :D


Bye


Genau a so is.

:) :)

PD-TDI
26.10.2003, 19:05
Hi Flori,

aufgrund deines Haftungsausschlusses sehe ich eigentlich keine Probleme, außer du hast den Laptop mit Mangel verkauft. Da der andere den Laptop 1Monat lang problemlos nutzen konnte, lag der Mangel mit Sicherheit nicht bei der Übergabe vor. Insofern sehe ich auch keinen Raum für arglistische Täuschung.

Man weiß ja nicht, was der Käufer so mit dem Zeug gemacht hat. Wenn das Teil defekt gewesen wäre, hätte er bestimmt gleich nach Erhalt "gemotzt". Hat er dich schon bewertet?

Jack
26.10.2003, 19:15
Original geschrieben von PD-TDI
Hat er dich schon bewertet?
Was für eine Frage. :p :p


Bye

PD-TDI
26.10.2003, 19:29
Original geschrieben von Jack
Was für eine Frage. :p :p


Bye

Eine entscheidende, insbesondere wenn es um das Thema Beweisbarkeit geht!

FloriV5
27.10.2003, 06:28
Original geschrieben von PD-TDI
Hat er dich schon bewertet?

Hi Jan,

nö - hat er noch nicht :(

spip
27.10.2003, 07:31
Bur so am Rande:

>Der Artikel wird wie beschrieben von Privat verkauft. Das >bedeutet: Mit Kauf erklären Sie sich ausdrücklich damit >einverstanden, auf die dem Käufer nach EU-Recht gesetzlich >zustehende Gewährleistung und Garantie bei Gebrauchtwaren, >zu verzichten. Bitte bieten Sie nur, wenn Sie mit dieser >Regelung einverstanden sind. Mit Ihrem Gebot bestätigen Sie >ausdrücklich den Verzicht auf jede Gewährleistungsansprüche. >Fragen zum Artikel stellen Sie bitte vor Abgabe eines Gebotes

Der immer wieder kopierte Spruch mit dem neuen EU Recht ist ein Running Gag, aber nicht real.

Wie schon von meinen Vorschreibern beschrieben ist bindend wie Du den Artikel beschrieben hast. Wenn er wirklich erst nach einem Monat den Schaden feststellt kann dies auch bedeuten das er erst versucht hat das Problem zu beheben (vielleicht sogar bei einer Fachwerkstatt?) Das kann schließlich auch dauern.

Würde ihm freundlich antworten und klarstellen das der Artikel einwandfrei ok war und fragen wieso er sich erst jetzt meldet und Du ihm glauben sollst das beim Transport etwas kaputt gegangen sein soll. Vielleicht noch den Vorschlag machen, ebay um Rat zu fragen. Wenn er wirklich darauf aus ist etwas vom ihm beschädigtes los zu werden, wird ihm jeder weitere Zeuge unangenehm sein.

Wenn er Dir glaubhaft machen kann das der Laptop auf dem Transport kaputt gegangen sein muss, dann musst Du ihn zurück nehmen (oder frech das Gegenteil behaupten)!

Gruß Spip

mepf
27.10.2003, 08:24
Original geschrieben von spip
Wenn er Dir glaubhaft machen kann das der Laptop auf dem Transport kaputt gegangen sein muss, dann musst Du ihn zurück nehmen (oder frech das Gegenteil behaupten)! Nein, dann haftet die Post, schließlich ist ein Paket bis 500 Euro versichert. Und zwar nicht nur gegen Verlust, sondern auch gegen Transportschäden! Und Flori wird das Teil sicher nicht als Päckchen verschickt haben, oder...?

meint

Dirk

FloriV5
27.10.2003, 09:38
Original geschrieben von mepf
Nein, dann haftet die Post, schließlich ist ein Paket bis 500 Euro versichert. Und zwar nicht nur gegen Verlust, sondern auch gegen Transportschäden! Und Flori wird das Teil sicher nicht als Päckchen verschickt haben, oder...?

meint

Dirk

yep hab ich ;)

Hoinzi
27.10.2003, 10:32
Original geschrieben von FloriV5
yep hab ich ;)

Wie jetzt? Als Päckchen oder Paket?

Wobei bei Privatverkäufern das Transportrisiko beim Empfänger liegt. Also kann es Flori auch insoweit egal sein.

Darüber hinaus ist von einem Käufer zu erwarten, daß er die Ware relativ zeitnah nach Erhalt prüft. Wenn jemand ein so "teures" Gerät wie ein Laptop erst einen Monat liegenlässt, um dann festzustellen, dass so wichtige Teile wie ein CD-Rom und andere Sachen nicht funktionieren, dann glaubt ihm doch schon keiner mehr.

Und die einzige Möglichkeit für den Käufer wäre, dem Verkäufer arglistige Täuschung nachzuweisen, wie bereits von einigen geschrieben, und das dürfte nicht nachzuweisen sein.

Und tut mir doch einen Gefallen: Lasst diesen Unsinn mit dem neuen EU-Recht weg. Schreibt einfach, daß Ihr die Ware unter Ausschluss jeder Gewährleistung verkauft und fertig. Es bedarf nur diesen kurzen Satzes, um aus der Gewährleistung raus zu sein.

Natürlich muß die Beschreibung dennoch stimmen.

Grüße

Jan

spip
27.10.2003, 12:35
>Wobei bei Privatverkäufern das Transportrisiko beim Empfänger liegt

Eben das habe ich anders aus dem c't Artikel in Erinnerung, das Risiko liegt beim Versender.

Um bei meinem Beispiel zu bleiben, ich erhalte den ersteigerten Laptop und kenne mich vielleicht nicht so gut damit aus. Dann funktioniert etwas nicht, die Bewertungen des Verkäufers sind ok und ich mlöchte mich vielleicht nicht blamieren, also geht das Ding zum Bekannten oder zur Werkstatt.

Das dauert schon mal recht lange.

Dann vielleicht noch ein blöder Spruch wie "was haben Sie Sich denn da für einen Scheiß andrehen lassen" und dann kommt die erboste mail zum Verkäufer.

Deshalb meine Worte, erstmal freundlich antworten und sehen was los ist.

Es muss nicht immer mutwille dahinter stecken (er hat was kaputt gemacht und will lieber wieder sein geld zurück), wofür hat er sich den Laptop denn erst bestellt wenn er ihn nicht will...

rupert
27.10.2003, 13:58
@flori

So nen Käufer hatte ich auch mal, er wollte mir einreden, dass ein Handy das er ersteigert hatte nicht funktioniert, konnte ihm dann auf eine nette und freundliche Weise klarmachen, das dem nicht so ist, zumal auch Zeugen bestätigen konnten das es noch funktioniert hat.

Hast du denn keine Zeugen vorzubringen???

gruss rupert

Schattenparker
27.10.2003, 14:35
Original geschrieben von spip
>Wobei bei Privatverkäufern das Transportrisiko beim Empfänger liegt

Eben das habe ich anders aus dem c't Artikel in Erinnerung, das Risiko liegt beim Versender.


Hm, bin kein Rechtsverdreher. Kann daher auch keine zuverlässige Auskunft geben.

Aber so wie ich den § 446 BGB auslege Mit der Übergabe der verkauften Sache geht die Gefahr des zufälligen Untergangs und der zufälligen Verschlechterung auf den Käufer über. Von der Übergabe an gebühren dem Käufer die Nutzungen und trägt er die Lasten der Sache. Der Übergabe steht es gleich, wenn der Käufer im Verzug der Annahme ist. findet der Gefahrenübergang mit Übergabe der Sache statt.

Laut § 447 Abs. 1 BGBVersendet der Verkäufer auf Verlangen des Käufers die verkaufte Sache nach einem anderen Ort als dem Erfüllungsort, so geht die Gefahr auf den Käufer über, sobald der Verkäufer die Sache dem Spediteur, dem Frachtführer oder der sonst zur Ausführung der Versendung bestimmten Person oder Anstalt ausgeliefert hat. findet der Gefahrenübergang beim Versand bei der Aufgabe des Paketes statt. Wenn beim Transport etwas kapputt oder verloren geht, sollte es also im Verantwortungsbereich des Käufers liegen.

So lege ich das ganze aus. Aber wie gesagt, vielleicht kennt sich jemand besser aus.

Andy

spip
28.10.2003, 07:05
...das würde ich ganau so wie Du auslegen, mmh, käme FloriV5 ja nur entgegen. Ich habe die c't leider weggeworfen, kann also auch nicht mehr nachlesen...

Hoffe doch das sich die Sache bald positiv für FloriV5 löst.

Flori, hast Du schon dem Käufer schon geschrieben, bzw. er geantwortet?

Rafael
28.10.2003, 08:40
Original geschrieben von FloriV5
der Laptop hat zum Zeitpunkt des Verkaufs einwandfrei funktioniert. Eben, wie Blacky schon sagte...

Im Verkaufstext hab ich folgendes hinzugefügt.

Der Artikel wird wie beschrieben von Privat verkauft. Das bedeutet: Mit Kauf erklären Sie sich ausdrücklich damit einverstanden, auf die dem Käufer nach EU-Recht gesetzlich zustehende Gewährleistung und Garantie bei Gebrauchtwaren, zu verzichten. Bitte bieten Sie nur, wenn Sie mit dieser Regelung einverstanden sind. Mit Ihrem Gebot bestätigen Sie ausdrücklich den Verzicht auf jede Gewährleistungsansprüche. Fragen zum Artikel stellen Sie bitte vor Abgabe eines Gebotes

Und jetz will er mir mit Anwalt etc. drohen.

Was soll dass?????? Und vor allem, der Rechner ging einwandfrei!


Wie sieht dass rechtlich für mich aus? :confused:

ps. Schön langsam macht ebay keinen Spaß mehr... :(


Da ist es auch wirklich von Vorteil Wirtschaftsrecht zu studieren und einen Anwalt in der Familie zu haben.

Du hast ausdrücktlich darauf hingewiesen, dass Du von jeglicher Gewährleistung Abstand nimmst. (Laut neuem EU-Recht, auch wichtig immer anzugeben)

Falls er mit Anwalt kommt, mach Dir bitte keine Sorgen. Du bist Privatverkäufer & kein Händler. Für Dich gelten keine Gesetzlichen sondern Vertragliche Inhalte, die Du ja oben schon beschrieben hast.

Kurz und knapp: Der Käufer ist nicht in der Lage, das fragliche Teil zu wandeln oder zu tauschen oder zurückzugeben. Es stehen ferner 2 Aussagen gegenüber. Der Anwalt der Gegenparteil, wird das dem schon sagen :)

Viel Glück Flori!!!!

Rafael

Hoinzi
28.10.2003, 08:55
Original geschrieben von Rafael
Da ist es auch wirklich von Vorteil Wirtschaftsrecht zu studieren und einen Anwalt in der Familie zu haben.

Du hast ausdrücktlich darauf hingewiesen, dass Du von jeglicher Gewährleistung Abstand nimmst. (Laut neuem EU-Recht, auch wichtig immer anzugeben)

Dann soltest Du in Deiner Familie mal nachfragen, warum es wichtig sein sollte, darauf hinzuweisen, das der Auschluss gemäß "neuem EU-Recht" ist. Das ist nämlich völlig irrelevant. Davon mal ab, daß das Recht so neu nun nicht mehr ist, kommt es darauf überhaupt nicht an. Übrigens ist es kein EU-Recht, sondern gültiges deutsches Recht, zu finden im BGB. Die letzten Änderungen setzten lediglich Richtlinien der EU um, die selbst jedoch für den einzelnen keinerlei Bindungswirkung haben. Anders gesagt: Der Hinweis a la "Gemäß neuem EU-Recht bin ich verpflichtet..." oder so ähnlich ist nicht nur überflüssig sondern albern.

Der Satz "Verkauf erfolgt unter Ausschluss jeder Gewährleistung" ist völlig ausreichend. Alles andere ist Geschwafel.

Original geschrieben von Rafael
Falls er mit Anwalt kommt, mach Dir bitte keine Sorgen. Du bist Privatverkäufer & kein Händler. Für Dich gelten keine Gesetzlichen sondern Vertragliche Inhalte, die Du ja oben schon beschrieben hast.

In dieser Pauschalität schlicht falsch. Wieso sollten für Privatverkäufer keine Gesetze gelten? Selbstverständlich ist das der Fall. Auch ein Privatverkauf kann wegen Arglistiger Täuschung angefochten werden. Auch hier gibt es die Möglichkeit, vom Kaufvertrag zurückzutreten, wenn die Beschreibung völlig falsch war. Und so weiter und so fort.

Es gibt für private Verkäufer zahlreiche Erleichterungen gegenüber Unternehmern, aber so ganz frei von Zwängen ist auch der Privatkauf nicht.

Grüße

Jan

Rafael
28.10.2003, 08:59
Übrigens, ich habe diese Woche eine Geldfofderung gegenüber Audiniederlassung in Kassel, durchgesetzt.

erst mit Hilfe eines Rechtsanwalts, konnte ich mein Recht durchsetzen. Nun müssen die für eine Instandsetzung meines Autos (habe ich selbst machen lassen, da ich 3x liegenblieb), zahlen. Und zwar aus eine Garantievereinbarung, an DIE DU NICHT GEBUNDEN BIST!!

bye

Rafael
28.10.2003, 09:02
Original geschrieben von Hoinzi
Dann soltest Du in Deiner Familie mal nachfragen, warum es wichtig sein sollte, darauf hinzuweisen, das der Auschluss gemäß "neuem EU-Recht" ist. Das ist nämlich völlig irrelevant. Davon mal ab, daß das Recht so neu nun nicht mehr ist, kommt es darauf überhaupt nicht an. Übrigens ist es kein EU-Recht, sondern gültiges deutsches Recht, zu finden im BGB. Die letzten Änderungen setzten lediglich Richtlinien der EU um, die selbst jedoch für den einzelnen keinerlei Bindungswirkung haben. Anders gesagt: Der Hinweis a la "Gemäß neuem EU-Recht bin ich verpflichtet..." oder so ähnlich ist nicht nur überflüssig sondern albern.

Der Satz "Verkauf erfolgt unter Ausschluss jeder Gewährleistung" ist völlig ausreichend. Alles andere ist Geschwafel.



In dieser Pauschalität schlicht falsch. Wieso sollten für Privatverkäufer keine Gesetze gelten? Selbstverständlich ist das der Fall. Auch ein Privatverkauf kann wegen Arglistiger Täuschung angefochten werden. Auch hier gibt es die Möglichkeit, vom Kaufvertrag zurückzutreten, wenn die Beschreibung völlig falsch war. Und so weiter und so fort.

Es gibt für private Verkäufer zahlreiche Erleichterungen gegenüber Unternehmern, aber so ganz frei von Zwängen ist auch der Privatkauf nicht.

Grüße

Jan


Falsch. Für Privatverkäufer gelten selbstverständlich Gesetze. Aber hättest Du in deinem Jurastudium aufgepasst, hätte Dir auffallen müssen, dass VERTRAGLICHE (wie hier der Fall, da es ein Kaufvertrag ist, mit vertraglichem Inhalt, nämlich dem den Flori schrieb) immer VOR den Gesetzlichen gelten :) somit ist Flori gedeckt. DAS GILT IM;MER.

Zum EU-Recht, hast Du vollkommen Recht. Aber das was Flori schrieb, ist nicht verkehrt, sondern in diesem Fall auch nützlich.

Tschüüü

Rafael
28.10.2003, 09:04
Und glaub mir. Solche Fälle sehe ich fast täglich. Flori ist zu nichts verpflichtet...oder siehst Du das anders? :)

Hoinzi
28.10.2003, 09:08
Original geschrieben von Rafael
Und glaub mir. Solche Fälle sehe ich fast täglich. Flori ist zu nichts verpflichtet...oder siehst Du das anders? :)

Nein, tue ich nicht. Das habe ich ja ein ganzes Stück weiter oben schon geschrieben. :)

Ich bin auch der Meinung, daß er die Gewährleistung wirksam ausgeschlossen hat. Das Transportrisiko liegt beim Käufer und arglistige Täuschung müsste der Käufer erst mal nachweisen.

Ich würde mich also auch zurücklehnen und den Käufer bellen lassen. :cool:

Allerdings gibt es viele gesetzliche Vorschriften, die durch Vertrag nicht abdingbar sind. Es wird also nie möglich sein, sämtliche Ansprüche eines Käufers durch Vertrag auszuschließen.

Das würde spätestens an den Vorschriften über allgemeine Geschäftsbedingungen scheitern, so von wegen überraschende Klausel oder ähnliches.

Aber im Ergebnis sind wir uns ja einig, Flori hat nichts zu befürchten. :D

Grüße

Jan

Rafael
28.10.2003, 09:12
Geanu! Vertragsinhalte gelten ja vor den Gesetzlichen, falls sich 2 Parteien EINDEUTIG geeinigt haben. Dies ist hier zu bejahen.

Klar haben Vertragsinhalte Ihre gesetzlichen Grenzen. Z.b. dürfen diese nicht Sittenwidrig sein usw.

Hier ist aber der Fall klar :)

Viele Grüße

Mike_Golf_IV
28.10.2003, 19:51
Ich habe mir nicht alles durchgelesen, falls rechtlich noch was unklar ist:

beim Verkauf Privat an Privat kann man die Gewährleistung ausschließen (keine komplizierten Sätze nötig, einfach 'Gewährleistung ausgeschlossen' - das neue EU-Recht hat damit nichts zu tun)

Das ist rechtlich einwandfrei und bedeutet, das der Verkäufer für keinen einzigen Mangel (es sei denn arglistig verschwiegene) gerade stehen muß. Letzten endes werden Aussage gegen Aussage stehen. Mein Rat: laß den Jungen auflaufen.

FloriV5
29.10.2003, 06:20
Also - Jungs & Mädels.
Herzlichen Dank für die zahlreichen und informativen Beiträge!

Super! Schön auch, dass er sich bisher nicht mehr gemeldet hat!
Vielleicht ists ja einer aus dem Forum und hat seine Chancen schwinden sehen :D :D :D

Jack
29.10.2003, 19:27
Ja ich würde da jetzt auch nix mehr machen an deiner Stelle. ;)


Bye

Lutz
01.11.2003, 23:09
Die Vorredner haben Recht. Da Du als Privatmann verkauft hast, kannst Du die Gewärleistung ausschließen, es sei denn, Du hast den Mangel arglistig verschwiegen. Wenn Du Ärger bekommst, melde Dich, bin Anwalt.
Gruß Lutz
Petermann@europeanlawyers.de

FloriV5
02.11.2003, 08:40
Original geschrieben von Lutz
Die Vorredner haben Recht. Da Du als Privatmann verkauft hast, kannst Du die Gewärleistung ausschließen, es sei denn, Du hast den Mangel arglistig verschwiegen. Wenn Du Ärger bekommst, melde Dich, bin Anwalt.
Gruß Lutz
Petermann@europeanlawyers.de

Vielen Dank Lutz für dass Angebot!
Bekommt man auch nicht jeden Tag! Also Danke dafür!

Momentan herrscht Ruhe - ich denke er wollte einfach mal anklopfen ob ers mit mit versuchen kann. :o

Danke!

ZYLORIC
03.11.2003, 20:44
Mir hat mal ein Käufer nach 3 Wochen gemailt, das Autoradio wäre nicht angekommen.
Ich gleich bei der Post angerufen; die haben mir per Fax die Original-Unterschrift des Empfängers (Käufer) geschickt. Diese habe ich als Anhang dem Käufer gesandt mit der Frage, wer denn da mit seinem Namen den Empfang quittiert habe.

Die Antwort zwei Tage später: Das war seine Frau gewesen und hat das Radio in den Keller gelegt..... :rolleyes: :cool:

Manche müssen es einfach immer wieder versuchen....

Schneewittchen
04.11.2003, 07:47
Ich habe für solche Rechtsfragen ein wirklich super Forum gefunden...
http://www.jurathek.de

Kann ich wirklich nur jedem empfehlen ;)

Gruß vom
Schneewittchen

Coupe
04.11.2003, 09:06
Wichtig ist auch immer, dass man noch genau die Seriennummer des Gerätes hat, damit einem nicht ein defektes Gerät statt des eigenen untergeschoben wird. Passiert schon mal häufiger bei Autoradios, Handys usw.

"Kunde" beschwert sich, geliefertes Radio sei defekt. Der Verkäufer - weiß ja das es funktioniert - sagt okay, schick es zurück und er bekommt "sein" Radio, nur ist es diesmal wirklich kaputt... Komischerweise ist dann häufiger auch die Seriennummer "plötzlich" anders.


Diese Einschüchterungstaktik passiert übrigens häufiger und hat leider auch erfolg. :-(

Ein Kollege aus der Uni hat im Laufe des Jahres zweimal seinen Porsche 944 verunfallt. Beim letzten Mal lag der Wagen dann auf dem Dach. Er hat Bilder gemacht, ihn bei Mobile reingestellt. Er fand auch schnell einen Interessenten, der ihm ohne großes feilschen noch 1.600 geben wollte. Irgendwann standen dann drei Osteuropäer vor der Türe und haben sich den Wagen dann angeschaut. Der Wagen sei viel schlechter, der Motor sei total kaputt (war er definitiv NICHT). Sie würden ihm jetzt 600 für den Schrott geben, ansonsten würde er von ihrem Anwalt hören. Er hätte falsche Angaben gemacht und sie seien extra aus dem anderen Teil Deutschlands gekommen und hätten noch einen Hänger mieten müssen und die ganzen Auslagen. Naja, er hat dann aus Panik verkauft, weil er auch alleine mit ihnen war.


So viel dazu.

Coupe

Polo TDI 2002
05.11.2003, 20:35
Um dem Forum einen weiteren ebay-Thread zu ersparen, stell ich hier mal meine Frage:
Eine Käuferin hat von mir 2 Bücher per Sofortkauf erworben und Lieferung per NN gewünscht. Ich Rindvieh laß mich darauf ein, sie holt das Paket nicht bei der Post ab --> es kommt wieder zurück. Inzwischen ist sie kein ebay-Mitglied mehr (rausgeflogen denk ich). Telefon hat sie keins, eMail beantwortet sie nicht, ebay kann auch nix tun. Da es aber um fast 100,- Euronen geht (deutsches Kulturgut (Autor: D. Bohlen) :D) , will ich das nicht hinnehmen. Brauch ich da nen Anwalt, oder kann ich sie direkt bei der Polizei anzeigen, oder wie würdet ihr vorgehen ?:confused:

Danke !
Flo (der e-Bayer :p)

tortenheber
05.11.2003, 20:53
Original geschrieben von Polo TDI 2002
Um dem Forum einen weiteren ebay-Thread zu ersparen, stell ich hier mal meine Frage:
Eine Käuferin hat von mir 2 Bücher per Sofortkauf erworben und Lieferung per NN gewünscht. Ich Rindvieh laß mich darauf ein, sie holt das Paket nicht bei der Post ab --> es kommt wieder zurück. Inzwischen ist sie kein ebay-Mitglied mehr (rausgeflogen denk ich). Telefon hat sie keins, eMail beantwortet sie nicht, ebay kann auch nix tun. Da es aber um fast 100,- Euronen geht (deutsches Kulturgut (Autor: D. Bohlen) :D) , will ich das nicht hinnehmen. Brauch ich da nen Anwalt, oder kann ich sie direkt bei der Polizei anzeigen, oder wie würdet ihr vorgehen ?:confused:

Danke !
Flo (der e-Bayer :p)

Du hast deine Bücher zurück? Was willst Du dann?
Etwa wegen der Versandkosten eine Klage einreichen? :rolleyes:

Polo TDI 2002
05.11.2003, 21:09
Original geschrieben von tortenheber
Du hast deine Bücher zurück? Was willst Du dann?
Etwa wegen der Versandkosten eine Klage einreichen? :rolleyes:

Äh, das nicht, aber der ebay-Kauf ist doch bindend, heißt es immer...oder versteh ich da was falsch ? (es geht mir eher ums Prinzip, diese ewigen Spaßbieter gehen mir auf den Zeiger :mad: )

tortenheber
05.11.2003, 21:14
Original geschrieben von Polo TDI 2002
Äh, das nicht, aber der ebay-Kauf ist doch bindend, heißt es immer...oder versteh ich da was falsch ? (es geht mir eher ums Prinzip, diese ewigen Spaßbieter gehen mir auf den Zeiger :mad: )

Ja das stimmt natürlich, ich sehe schon, unsere total unterbeschäftigten Gerichte haben Dank E-Bay endlich mal was zu tun.:mad:

Das ist jetzt nicht gegen Dich persönlich gerichtet aber irgendwo ist da doch was dran, oder?

Polo TDI 2002
05.11.2003, 21:25
Original geschrieben von tortenheber
Ja das stimmt natürlich, ich sehe schon, unsere total unterbeschäftigten Gerichte haben Dank E-Bay endlich mal was zu tun.:mad:

Das ist jetzt nicht gegen Dich persönlich gerichtet aber irgendwo ist da doch was dran, oder?

Du hast ja recht, und für einen Rechtstreit hätte ich auch weder Zeit noch Lust (obwohl, bei manchen Ebayjanern ärgere ich mich schon, daß ich nicht Jura studiert hab). Sonst kann man wohl nix machen !?

tortenheber
05.11.2003, 21:30
Original geschrieben von Polo TDI 2002
Du hast ja recht, und für einen Rechtstreit hätte ich auch weder Zeit noch Lust (obwohl, bei manchen Ebayjanern ärgere ich mich schon, daß ich nicht Jura studiert hab). Sonst kann man wohl nix machen !?

So geht's wohl den meisten und da können die Gerichte denke ich auch froh sein, ärgerlich ist sowas trotzdem, da hast Du natürlich völlig recht. ;)
Die Zeit für einen Rechtsstreit wäre mir bei der Summe wohl auch zu schade, zum Thema E-Bay will ich mich gar nicht erst auslassen.

blaueElise
11.11.2003, 12:51
Original geschrieben von Coupe
Wichtig ist auch immer, dass man noch genau die Seriennummer des Gerätes hat, damit einem nicht ein defektes Gerät statt des eigenen untergeschoben wird. Passiert schon mal häufiger bei Autoradios, Handys usw.



Der Trick mit der Seriennummer klappt sehr oft, wenn man Verkäufer ist.

Kunde beschwert sich, dass das Gerät nicht funktioniert.

Man antwortet, dass man anhand der "Seriennummer" (obwohl das Gerät vielleicht gar keine Seriennummer hat, oder man sich diese nicht aufgeschrieben hat) sicher weiterhelfen kann.
In 2 von 3 Fällen habe ich nie wieder was von den Käufern gehört.:D ;)