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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : VW/Audi-Modellpolitik


wave
08.11.2002, 13:53
Ich habe gerade eine Meldung gelesen, dass Fiat für das laufende Jahr 2 Milliarden Euro Verlust erwartet.
Angesichts dieser Zahlen ist die Modellpolitik von VW/Audi vielleicht doch richtig, immer stärker auf das Hochpreissegment zu setzen.
In kunjunkturschwachen Zeiten sind die Absatzeinbussen von teuren Autos geringer als von Massenautos und die Gewinnspanne ist ausserdem wesentlich höher.
Und technisch braucht sich VW/Audi hinter der Konkurenz nicht zu verstecken, ganz im Gegenteil.
MfG wave

dbhh
08.11.2002, 14:20
... wenn FIAT Miese macht. Das Erste ist das fehlende bzw. schlechte Image außerhalb Italiens. Es heißt nicht umsonst "F-ehler I-n A-llen T-eilen".

Bei VW muss man immer differenzieren, ob man die Marke VW oder den Knzern betrachten will. Der Marke VW könnte es sicher besser gegen, wenn Sie den "Kanibalismus" Skoda nicht ertragen müsste, den Piech angezettelt hat. Ich glaube nicht, das der betriebsinterne "Verrechnungssatz" für die Mitnutzung einer bei VW entwickelten Plattform (Octavia, A3, Golf, Leon) das auffängt, was an Umsatz durch Abwanderung zu den Marken Skoda und Seat verloren geht. Auch das weitere Drücken der Einkaufspreise bei den Zulieferern (druch Teil-gemeinsamen Einkauf) gleicht das u.U. nicht aus.

Und Fakt bleibt: am Phaeton / Tuareg ist erst einmal nichts zu verdienen. Und andere Trends, Möglichkeiten des Absahnens, wurden verschlafen (Tuaran = Zafira).

Gruß

Roger
08.11.2002, 14:23
Es heißt nicht umsonst "F-ehler I-n A-llen T-eilen".

Nee, F-ür I-taliener A-bsolut T-auglich !

Walter4
09.11.2002, 10:42
[QUOTE]Original geschrieben von dbhh


Bei VW muss man immer differenzieren, ob man die Marke VW oder den Knzern betrachten will. Der Marke VW könnte es sicher besser gegen, wenn Sie den "Kanibalismus" Skoda nicht ertragen müsste, den Piech angezettelt hat. Ich glaube nicht, das der betriebsinterne "Verrechnungssatz" für die Mitnutzung einer bei VW entwickelten Plattform (Octavia, A3, Golf, Leon) das auffängt, was an Umsatz durch Abwanderung zu den Marken Skoda und Seat verloren geht. Auch das weitere Drücken der Einkaufspreise bei den Zulieferern (druch Teil-gemeinsamen Einkauf) gleicht das u.U. nicht aus.

Na ja, der Kannibale Skoda baut ja inzwischen Autos, die VW-Originalen ohne weiteres den Rang ablaufen, und nicht nur was Preise und Kosten anlangt, sondern auch Qualität und Zufriedenheit mit den Werkstätten. Bei SEAT läuft das ähnlich. Man muß sich ja nur mal die Rangliste im J.D. Power Report ansehen, die sagt alles über die "Premium"-Produkte!
MfG Walter

Roger
09.11.2002, 15:38
Hallo,

Skoda und Seat mögen gleichwertige Autos bauen, aber die Werkstätten dazu sind zumindest in meiner Umgebung noch nicht über Hinterhofklitschen hinaus gekommen. Das hält uns auch davon ab, als Zweitwagen einen Fabia anzuschaffen, es wird wohl ein (gebrauchter) Polo werden. Ich wage es nicht, mir vorzustellen, wenn dort ein größerer Karosserieschaden gemacht werden müsste...
Bei unserem Skoda-Händler habe ich außerdem volle 3 Wochen auf die Chrom-Türpins vom Octavia gewartet und hatte 2x Zeit, mir den Laden von innen anzusehen- ich werde bis auf weiteres bei VW bleiben.

Niemals Servo
09.11.2002, 16:23
Original geschrieben von Roger
Skoda und Seat mögen gleichwertige Autos bauen, aber die Werkstätten dazu sind zumindest in meiner Umgebung noch nicht über Hinterhofklitschen hinaus gekommen. Das hält uns auch davon ab, als Zweitwagen einen Fabia anzuschaffen, es wird wohl ein (gebrauchter) Polo werden. Ich wage es nicht, mir vorzustellen, wenn dort ein größerer Karosserieschaden gemacht werden müsste...


Der macht wahrscheinlich das gleiche wie dein VW-Händler: Er bringt den Wagen zum Karosserie-Fachbetrieb.

Roger
09.11.2002, 16:31
@NiemalsServo:

Nee, mein Händler hat einen eigenen (und sehr guten) Karosseriebau. Nur die Lackierung erfolgt extern. Das war neben der weiteren Ausstattung der Werkstatt und einigen anderen Gründen bisher für mich entscheidend, ihm treu zu bleiben, obwohl er in der Nachbarstadt ~20 km entfernt liegt und 300m von meinem Zuhause auch ein Händler ist...
Die Skoda- und Seat-Händler hier fallen aber selbst dagegen ins Bodenlose ab !

Mike_Golf_IV
09.11.2002, 16:33
wg. JD Power Report

Ich denke, da es hier um eine Zufriedenheitsbefragung geht, das es eine sehr subjektive Sache ist. Für mich kam z.B. ein Seat gar nicht in Frage, weil er grundlegende Bedürfnisse nicht erfüllt hat. Daher wäre ich auch nie ein zufriedener Kunde gewesen. Nun muß VW meine - hohen - Ansprüche erfüllen - und fällt damit natürlich eher auf die Schnauze als Seat mit weniger anspruchsvollen Kunden. Das gleiche gilt für das gute Abschneiden der Japaner. Klar ist der Corolla ein gutes Auto. Wenn er die eigenen Ansprüche erfüllt. Meine erfüllt selbst das aktuelle Modell nicht.

Walter4
11.11.2002, 15:34
Original geschrieben von Mike_Golf_IV
wg. JD Power Report

Ich denke, da es hier um eine Zufriedenheitsbefragung geht, das es eine sehr subjektive Sache ist. Für mich kam z.B. ein Seat gar nicht in Frage, weil er grundlegende Bedürfnisse nicht erfüllt hat. Daher wäre ich auch nie ein zufriedener Kunde gewesen. Nun muß VW meine - hohen - Ansprüche erfüllen - und fällt damit natürlich eher auf die Schnauze als Seat mit weniger anspruchsvollen Kunden. Das gleiche gilt für das gute Abschneiden der Japaner. Klar ist der Corolla ein gutes Auto. Wenn er die eigenen Ansprüche erfüllt. Meine erfüllt selbst das aktuelle Modell nicht.

Hallo Mike,

Na ja, so ist das eben. Wenn ich mir einen Golf für über 20.000 nochwas Euro kaufe, dann erwarte ich tadelloses Funktionieren. Bei einem SEAT für weniger als 16.000 nehme ich schon mal ein paar Kleinigkeiten hin. Aber damit mß VW doch rechnen: Ich kann nicht einerseits mit "Premium" hausieren gehen, die Preise hochpuschen, und andererseits erwarten, daß die Kundschaft jeden Fehler und Murks als unvermeidlich ohne zu murren schluckt. Das paßt halt nicht zusammen.
Bei den Japanern paßt es eher: Und daß es ohne weiteres auch in Europa geht, zeigen sie mit dem Corolla: Der wird nämlich in Burnaston, England, und in Adapazari, Türkei (!) gebaut, und gar nicht in Japan. Nix "Premium", einfach Qualität. Und daß er nicht jedem gefällt,..."Ja mei" sagt der Bayer, "damit mußt' leben."
MfG Walter

Niemals Servo
11.11.2002, 17:28
Und bitte nicht "die Japaner" mit Toyota gleichsetzen. Die liegen längst nicht auf gleicher Augenhöhe.

PD-TDI
11.11.2002, 19:46
Ja, genau das ist der Punkt. VW preist seine Produkte als "Premium" an. Genau deshalb erwartet man auch eine sehr gute bzw. zumindest gute Qulaität und nicht solche Floskeln ala Stand der Technik. Dies ist nämlich totaler Mist, weil es dann kein Prämiumprodukt mehr ist. Ein solches muss sich nämlich auch mit Prämiumherstellern, wie MB, BMW und teilweise auch Audi messen lassen. Vw sollte sich dann z.B. nicht mit Renault und co vergliechen, die auch nicht mehr hinter dem Mond sind. Auch die Preisgestaltung sollte vermuten lassen, dass man etwas hochwertiges kauft.


Es gibt bei allen Autos Probleme, nur bestimmte Sachen wie klappernde Armaturen, Vibrationen, schlechter Radioempfnag, knarzende Sitze etc. sind heutzutage für 25000€ nicht mehr zeitgemäß. Sowas nervt einfach nur, weil es nicht sein muss!!!

dbhh
12.11.2002, 08:11
... das ist hier fie Frage. Ich denke auch: wenn eine Marke wie VW diese Worte selbst ständig in den Mund nimmt um die hohen Preise zu argumentieren, darf sich nicht wundern, wenn Sie daran gemessen wird: in der tats. Qualität und in der Reklamatoinsbearbeitung (Kulanz). Und in Beidem kann VW noch ne Menge von Mercedes lernen.

Kulanz wird bei VW immer dann großzügig ausgelegt, wenn eine Zeitschrift für den Kunden nachhakt. Der dort verbreitete Eindruck "oh, man ist kulant" stimmt vorn und hinten nicht, da dafür 10 Kunden ohne Zeitschrift im Hintergrund mit Standardtextbausteinen abgewiesen werden.

Und so stimme ich meinem Vorredner zu: bei gleicher Qualität macht es eben der Preis aus: ein Octavia für 13T Euro bekommt mehr "Tolleranz" als ein gleichwertiger, aber 20T Euro teurer Golf.

Gruß

Der Neue
12.11.2002, 10:11
Seit mal nicht ganz so hart zu den Jungs in Wob.
Ich versteh ja auch, dass ziemlich viele Fahrzeuge Fehler haben. So auch meins. Aber je komplizierter der Aufbau und die Elektrik, um so höher ist natürlich der Preis, aber auch die Fehlerquote.
Klar waren Autos früher preiswerter, dafür war weniger drin:) Und wenn Du gegen einen Baum gefahren bist, konntest Du Harfe spielen.
Du musst das allgemein sehen, passive und aktive Sicherheit spielen bei den Preisen ja auch mit. Und das muss ja schließlich auch entwickelt werden. Von nichts kommt nichts, oder?
Trotzdem würde mich interessieren, was VW ein Basis Golf kostet. Dann kann man sich ja ausrechnen, was die an einem Fahrzeug verdienen.
Also das ist meine Meinung, vielleicht kann das ja noch jemand kommentieren.

Viele Grüße,

Michi

dbhh
14.11.2002, 09:47
Original geschrieben von Der Neue
Also das ist meine Meinung, vielleicht kann das ja noch jemand kommentieren.


Dein Wunsch kann erfüllt werden: wenns nicht im DU-Stil geschrieben wäre, wärs n schönes Statement von meinem Vertriebszentrum auf eine "Klage". ;-)

Ich sehe es immer noch so:
1)
Wenn Premiumanscpruch und -preise, dann bitte auch die Qualität einhalten, und nicht nur die Quali am Neuwagen.
2)
Wenn die Technik nicht beherrscht wird, sprich schnelle Aufälle, dann lieber warten.

Gruß

Der Neue
14.11.2002, 14:39
Original geschrieben von dbhh
Dein Wunsch kann erfüllt werden: wenns nicht im DU-Stil geschrieben wäre, wärs n schönes Statement von meinem Vertriebszentrum auf eine "Klage". ;-)



Mist, was muss ich auch so was schreiben :D:D
[QUOTE][B]
Ich sehe es immer noch so:
1)
Wenn Premiumanscpruch und -preise, dann bitte auch die Qualität einhalten, und nicht nur die Quali am Neuwagen.
2)
Wenn die Technik nicht beherrscht wird, sprich schnelle Aufälle, dann lieber warten.


zu 1) geb ich dir vollkommen recht

zu 2) Aber irgendwie muss man ja auch Erfahrung sammeln. Ob das auf die Kappe vom Kunden gehen soll, schließ ich mal aus.

Gruß

Ludger Rosen
15.11.2002, 09:05
dbbh wrote:
Und so stimme ich meinem Vorredner zu: bei gleicher Qualität macht es eben der Preis aus: ein Octavia für 13T Euro bekommt mehr "Tolleranz" als ein gleichwertiger, aber 20T Euro teurer Golf.

So ist das aber eine Milchmädchenrechnung.
Die Äpfel => hier ein Re-Importierter 1,6 75kW OCtavia ohne große Ausstattung
Die Birnen => da ein Golf 1,6 16 V beim dt. Händler mit ESP, Kopfairbags etc.

Wer jetzt aber beispielsweise bei den Re-importierten bleibt, wird auch da einen Unterschied von ca. 1.500€, der bleibt, für weniger Auto (ca.40cm;) ) feststellen.

Da aber vom Typus des Käufers her kaum ein Octavia, auch als dt. Modell, mit ESP nachgerüstet wird => siehe Gebrauchtmarkt,
ist doch bereits hier ein Unterschied festzustellen.

Von daher gilt dies mE auch für den berühmt-berüchtigten Report.