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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dienstwagen für jeden?


Marco A4
30.10.2003, 16:25
Hallo,

mich interessiert folgendes: Kann eigentlich jeder von seinem Arbeitgeber einen Dienstwagen erhalten? Ich habe da was gehört von Gehaltsverzicht etc., auch bei Audi.de kann man ähnliches lesen. Ich war immer der Meinung, dass nur leitende Angestellte und Außendienstmitarbeiter einen Dienstwagen erhalten können. Ich fahre täglich 35 km auf Arbeit (eine Strecke) und denke, das ich mit einem Dienstwagen einiges sparen könnte.


Wer kann mir dazu etwas sagen?

Schon mal Danke im voraus.

Grizzler
30.10.2003, 16:34
Original geschrieben von Marco A4
Ich war immer der Meinung, dass nur leitende Angestellte und Außendienstmitarbeiter einen Dienstwagen erhalten können.

Das ist IMHO auf jeden Fall falsch. Hängt nur von der Bereitschaft des Arbeitgebers ab und nicht von deiner Position in der Firmenhierarchie.

A6-Fahrer
30.10.2003, 17:38
Original geschrieben von Marco A4
Wer kann mir dazu etwas sagen?
Sowas gibt es, abhängig von der Firma. Rentiert sich aber nur, wenn Du ein Basis Standardauto fahren willst und eigentlich sonst nichts mit dem Auto zu tun haben willst.

Hast Du ein Auto oder davon abweichende Ansprüche rentiert es sich nicht.

Braindead
31.10.2003, 05:21
Firmenwagen hängt zum Grossteil wirklich nur vom Chef ab. Natürlich ist es dann aber so dass bei einem Firmenwagen möglicherweise weniger Gehalt gezahlt wird. Irgendwo soll's sich für den Chef ja auch lohnen.
Ich bin der Meinung dass sich ein Firmenwagen meistens lohnt.

spitfire
31.10.2003, 07:42
Ein Firmenwagen kann trotz der (derzeitigen) Besteuerung ein Geschäft für beide Seiten sein.

für den AN:
Wenn Privatfahrten erlaubt sind, muß das zwar ebenfalls versteuert werden, aber man spart sich damit ein eigenes Auto. Selbst wenn (Regelfall) private Fahrten auch privat getankt werden müssen, kommt man meist billiger weg als wie wenn man eine eigenes Auto halten müsste.

Rechnung:
1% [Listenpreis des Autos] = Geldwerter Vorteil f. private Nutzung
0,03% [Listenpreis des Autos] * Einfachkilometer Wohnung/Arbeit = Geldwerter Vorteil f. Fahrten W/A

BsP:
bei LP 30.000 EUR und Deinen 35 km ergibt sich für Dich ein GwV von 300 + 9*35 (=315), also 615 EUR.
Auf Dein zu versteuerndes Brutto werden also 615 EUR draufgeschlagen.
Jetzt must Du rechnen: Was kosten Dich diese fiktiven 615 EUR an Steuern und Sozialabgaben? Geschätzt 200 - 220 EUR. Dazu ein privater Tank pro Monat, also noch mal 50 drauf. Für 250 - 270 EUR pro Monat fährst Du aso in diesem Beispiel einen Firmenwagen - und dafür könntest Du selbst kein Auto für (Bsp.) 30.000 EUR finanzieren.


für den AG:
Er kann das Firmenauto bei den Betriebsausgaben unterbringen (Leasing, Versicherung, ...)
Da Dein GwV auch die Sozialabgaben erhöhen, ist er da auch dabei. Aber der AG kann das als Gehaltsbestandteil verkaufen, da Dir ein Firmenwagen mehr bringt als das entsprechende Brutto.


So ist das, im Groben wenigstens.

Aber, wie es A6-Fahrer schon geschrieben hat: Die Rechnung ändert sich ganz enorm, wenn es ein höherwertiges Auto (= höherer Listenpreis) ist. Der LP wird immer angesetzt, egal wie alt das Auto ist.

Es gibt neben dieser pauschalen Besteuerung noch die Methode der Besteuerung nach tatsächlichen Kosten, aber die ist etwas komplizierter und erfordert z.B. das Führen eines Fahrtenbuches.

Marco A4
31.10.2003, 09:41
vielen Dank für die bisherigen Antworten.

Was meinst du mit Listenpreis? Den tatsächlichen LP oder den tatsächlichen Kaufpreis, schließlich würde ich bei einem Dienstwagen in den Genus des Großabnehmerrabatts kommen.

Also wenn mich ein 30 T€ Fahrzeug zwischen 200 und 300 € im Monat kosten würde, dann würde sich das für mich sehr lohnen. Den für meinen A4 habe ich damals 6,5 T€ angezahlt und mtl. zahle ich dafür 230 € und spätestens 03/05 würde ich mir ein neues Fahrzeug kaufen. Hauptsächlich brauche ich das Auto für Fahrten zur Arbeit. Privat fahre ich nicht mehr als 8 TKM im Jahr.

Vorteil eines Dienstwagens ist z.B. die Ersparnis der Anzahlung, sowie Versicherung, Inspektionen, Steuern etc.

Nachteil, Absetzbarkeit bei der Steuer (Fahrtkosten).

ICh muß mal meinen Vorgesetzten fragen ob es überhaupt möglich wäre.

Braindead
31.10.2003, 09:56
Man muss immer den Listenpreis versteuern (Brutto). Rabatte des Händlers werden nicht beim Versteuern abgezogen.

Tob
31.10.2003, 14:29
Original geschrieben von Braindead
Man muss immer den Listenpreis versteuern (Brutto).

Hallo,

aus diesem Grund soll es auch Leute geben, die sich einen Oldtimer zulegen, da nur der damalige Listenpreis versteuert werden muß. Kenne leider nur niemanden:confused:

Gruß

Tobias

spitfire
31.10.2003, 21:03
Original geschrieben von Marco A4
Was meinst du mit Listenpreis? Den tatsächlichen LP oder den tatsächlichen Kaufpreis, [...] Inländischer Listenpreis, incl. MwSt
Auch wenn das Auto lange abgeschrieben ist, wird voll versteuert.
Ausnahme: Ansatz nach tatsächlichen Kosten, aber das erfordert wie bereits erwähnt einen genauen Nachweis.

Original geschrieben von Marco A4
[...] Nachteil, Absetzbarkeit bei der Steuer (Fahrtkosten).[...] Du kannst weiterhin die Fahrten W/A als Werbungskosten ansetzen. Wenn Du das ganze Jahr über den Firmenwagen versteuerst, gibt´s beim Steuerausgleich i.d.R. nicht mal eine Diskussion über die anzusetzenden km.

Da das aber beim Privatwagen wie beim Firmenwagen gleich ist, darf das eigentlich in der Rechnung pro/contra gar nicht auftauchen...

greetz,
spitfire (der den Firmenwagen abgegeben hat und wieder privat fährt...)

Avus
01.11.2003, 01:57
Und dann kommt es noch auf die Auswahlmöglichkeit an. Viele Unternehmen haben bestimmte Vorschriften und Restriktionen. So bekommt man bei meinem Unternehmen ja nach Position die Größe oder sogar die Marke beschränkt. Im Außendienst sind Kombis vorgeschrieben. Auch die Farbauswahl kann eingeschränkt sein (meist schwarz, silber, und dunkel -grau, -blau). Das größte Manko ist jedoch die Leistungsbeschränkung. Die ist bei meinem Unternehmen auch nach Position geregelt.

Mir ist das alles egal, denn oben ohne bekommt man sowieso nicht.