PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mal ein Thema zur Zukunftsabsicherung (nix über Autos)


deBORA
27.11.2003, 22:03
http://www.geldcrash.de/buch-deflation.htm

Gruß

deBORA

deBORA
27.11.2003, 22:03
http://www.geldcrash.de/buch-deflation.htm

Gruß

deBORA

Mike_Golf_IV
28.11.2003, 15:05
*grmpf* und wie profitiert man nun von einer Deflation?

Mike_Golf_IV
28.11.2003, 15:05
*grmpf* und wie profitiert man nun von einer Deflation?

deBORA
29.11.2003, 14:52
Original geschrieben von Mike_Golf_IV
*grmpf* und wie profitiert man nun von einer Deflation?

Deflation oder Inflation?

Seit einigen Wochen kommt das Schlagwort „Deflation“ immer wieder in die europäischen und US Schlagzeilen. Aber um was sollten wir uns Sorgen machen – Deflation, Inflation, gar beide? Was passiert, wenn die US Zentralbank sowie die US Regierung durch Geld- und Fiskalpolitik versuchen, die Wirtschaft von deflationären Symptomen mit Gewalt abzubringen? Wie wird die Europäische Zentralbank („EZB“) reagieren? Und was sind die Implikationen für Firmen und unsere eigene Finanzplanung?


Gute Deflation gegenüber schlechter Deflation


Heutzutage wird der Begriff Inflation oft dem Verbraucherpreisindex gleich gesetzt. Ursprünglich wurde Inflation als Anstieg der Geldmenge definiert; Deflation als deren Reduzierung. Ex ante ist nichts schlechtes an fallenden Preisen – ein Grossteil der Hochtechnologieindustrie ist sich ständig fallende Preise gewöhnt. Jedoch haben traditionell tiefere Preise einen höheren Absatz, Investitionen und Innovationen zur Folge gehabt. Schlecht sieht es hingegen aus, wenn Preisnachlässe keine erhöhte Nachfrage zur Folge haben und Investionen und Innovationen zum Erliegen kommen.


Deflation kann es unter anderem durch Überkapazitäten, einen gesättigten Konsumenten, oder andere Investitionsabschreckende Umstände geben. Greenspan weiss sehr wohl, dass die Auswirkungen der Wirtschaftsblase noch nicht ganz überwunden sind, und es in einigen Bereichen weiterhin Überkapazitäten gibt. Der US Verbraucher hat sein Konsumverhalten auf hohem Niveau beibehalten, angetrieben durch 0% Kredite, was darauf hinweist, dass es dort keinen Nachholbedarf gibt. Die ständigen Sicherheitswarnungen nach dem 11. September 2001, das Vertreiben arabischer und anderer Investoren, der Krieg im Irak – sie alle spiegeln sich im Investitionsklima wider.


In den USA haben vereinzelte „Business-to-Business“ Segmente mehrfache Disinvestionszyklen erlebt. Zum Teil ist dies gesund, um Kapazitäten weiter zu reduzieren, jedoch kann es zu einem Teufelskreis führen, da die Unternehmen, die unter enormen Konkurrenzdruck stehen, weiter Kosten sparen und somit andere Firmen und Angestellte leiden.


Europa ist im deflationären Szenario viel weiter fortgeschritten. Der Konsument spart schon lange; Individuen und Firmen konzentrieren sich auf das Überleben sowie auf das Sparen.


Was kann unternommen werden?


Es gibt verschiedene Philosophien, wie die derzeitige Situation am besten gemeistert wird. Vertreter der „Wiener Schule“ meinen, dass auch längere Rezessionen wünschenswert sind, um Überkapazitäten zu reduzieren, um eine Wirtschaft wieder auf einen langfristig wachstumsfähigen Pfad zu bringen. Im Gegensatz hierzu steht die Theorie des Wissenschaftlers Keynes, der sich auf Angebots- und Nachfragemodelle konzentriert, bei dem ensprechende Massnahmen die gewünschten stimulierenden Auswirkungen haben.


Dies ist nicht der Ort, um die für oder gegen eine der Philosphien für die USA oder Europa zu plädieren. Stattdessen analysieren wir, wie sich die Regierungen verhalten, weisen ein paar derer Risiken auf, und was die Konzequenzen für uns als Investoren sind.


Was wird unternommen?


Die Federal Reserve Bank hat entschieden, dass Deflationsrisiken höher sind als Inflationsrisiken; sie hat aggressive Schritte unternommen, die Zinsen zu senken und Geld leicht zugänglich zu machen. Zusätzlich hat die Regierung Bush erneut Steuern gesenkt, um „Geld in die Hände von Konsumenten“ zu bringen, in der Hoffnung, dass es die Wirtschaft insgesamt beleben wird.


Die Aktionen der US Zentralbank zeigen deren Sorgen. Diese aggressiven Schritte werden unternommen, obwohl die Regierung Bush keine Ausgabendisziplin hat, und Steuersenkungen durchführt, die Greenspan für verfehlt hält. Die Zentralbank spielt mit Feuer, während die Regierung Benzin vergiesst. Traditionellerweise würde eine Zentralbank nach einem Feuerlöscher greifen, um eine Regierung, die ihre Ausgaben nicht bremsen kann, zu zügeln. Die Zeiten sind anders. Kritiker behaupten, Greenspan sei ein Söldner Bushs, mit dem Ziel, Bushs Wiederwahl zu ermöglichen.


Bis vor kurzem hatte die Europäische Zentralbank (EZB) eine Feuerlöschermentalität und versuchte alle Länder der Eurozone mit einem einzigen Werkzeug, dem der Zinsen, zu kontrollieren. Am 8. Mai 2003, hatte die EZB ein kontroverses Treffen, bei dem sie ihre Haltung geändert hat; am 5. Juni 2003 folgte eine erste Zinssenkung auf 2%, auch wenn die Inflation in Europa wieder im Vormarsch ist.


Warum so extreme Massnahmen?


Neben Disinvestitionen auf Grund allgemeiner wirtschaftlicher Schwäche, sowie einer erhöhten Hemmschwelle, Risiken auf sich zu nehmen wegen des durch den 11. September verursachten Umfeldes, sind gravierende strukturelle Änderungen im Gange. Bis vor kurzem wurde allgemein angenommen, dass zwar die produzierende Industrie ins Ausland verlegt werden kann, jedoch der Dienstleistungssektor sehr lokal sei. Jedoch bilden sich in Osteuropa, Indien und Asien Industrien, die alles von „Call Centers“ bis Programmieren anbieten. Nur wenige Volkswirte hatten angenommen, dass diese Industriezweige sich derart schnell etablieren würden.


Während sich viele moderne Firmen sehr gut an neue Umfelder anpassen können, so hat „old Economy“ Corporate Amerika grosse Sorgen: traditionelle Pensionskassen haben ihren Rentnern genau versprochen, was sie an Rente bekommen werden. Die Modelle haben nehmen jedoch häufig noch Renditen von 8%-10% auf die Investitionen der Pensionskassen an, was sehr schwer zu erzielen ist, wenn qualitativ hohe Anleihen kaum noch Renditen erwirtschaften und Börsenrenditen ungewiss sind. Die Probleme sind noch gravierender, da die Belegschaften traditionreicher Unternehmen altern. Die US Aufsichtsbehörden nehmen das Thema ernst und verpflichten Unternehmen künftig mehr Informationen zu ihren Pensionskassen zu veröffentlichen. In der Zwischenzeit erlaubt Greenspan den Firmen, günstig, sehr günstig, Kredite aufzunehmen. General Motors hat kürzlich angekündigt, $13 Milliarden an Firmenanleihen herauszugeben, um deren Pensionkassen zu stützen; wenn dies nicht genug wäre: GM hat gerade angekündigt, die Anleihenemission auf $17 Milliarden zu erhöhen.


Amerikanische Fluglinien tragen enorme Schulden, viel höhere als noch vor ein paar Jahren, auf Grund der vielschichtigen Probleme, die die Industrie getroffen haben. Indem Zinsen auf tiefstes Niveau gedrückt werden, haben die Fluggesellschaften grössere Überlebenschancen. Ich lasse es offen, ob diese „Old Economy“ Firmen am überleben gehalten werden sollen; fest steht, dass die politische Entscheidung getroffen wurde, alles zu unternehmen, dass diese eine Chance bekommen, ihre Bilanzen in Ordnung zu bringen.


Das gleiche gilt für den US Konsumenten, dem eine Chance gegeben wird, seine Finanzen in Ordnung zu bringen. In den letzten Monaten gab es tatsächlich Anzeichen, dass die Amerikaner einige ihrer Schulden tilgen; jedoch mag dies nur ein kurzfristiges Resultat der erhöhten Unsicherheiten gewesen sein. Im Gegenteil, die Bush Regierung will, dass der Verbraucher weiterhin Geld ausgibt, um die Wirtschaft am laufen zu halten.

Man mag einverstanden sein oder auch nicht mit der derzeitigen US Politik. Es sei jedoch erwähnt, dass US Firmen angefangen haben, die Probleme mit ihren Pensionskassen ernst zu nehmen. Zyniker sagen gar, dass Automobilhersteller nur noch ihren Betrieb aufrecht erhalten, um Renten auszuzahlen, aber Profite für Aktionäre werden kaum noch übrig bleiben. Im Gegensatz hierzu wird in Europa, wo gewöhnlich sich die Regierungen um die Pensionskassen kümmern, das Problem weiterhin umgangen, obwohl es dort keineswegs weniger gravierend ist.


Was sind die Konsequenzen?


Das positive zuerst: die Hauptkampfhandlungen im Irak sind vorbei; tiefe Zinsen fördern Konsum und Hauseigentum. Alle jubilieren, dass das schlimmste vorbeit ist, und sowohl Aktien- wie auch Rentenmärkte klettern in die Höhe.


Europa hat u.a. bis jetzt gezögert, eine aggressive Geldpolitik zu verfolgen ist, weil sich die Bevölkerung noch an die Gefahren des exzessiven Gelddruckens erinnert: unkontrollierbare Inflation, die zur Hyperinflation führen kann. Aber haben wir nicht ein Deflationsproblem? Die Federal Reserve Bank ist derart über Deflation besorgt, so dass es sich entschieden hat, Inflation herbeizubeschwören. Dabei passt Greenspan die Ausgabenpolitk Bushs nicht, da er diese nicht kontrollieren kann. Aber Greenspan glaubt, es sei das geringere Übel, Bush seine Expansionspolitik verfolgen zu lassen, auch wenn dies ein Risiko beinhaltet, dass Inflation ausser Kontrolle geraten könnte.


Ein direktes Resultat des Geld druckens ist, dass der Dollar schwächer wurde. Die Federal Reserve Bank ist nicht übermässig darüber gesorgt, da es hilft, die US Wirtschaft zu stimulieren, während gleichzeitig ein grosser Anteil der Importe aus China kommt. China hat einen fixen Wechselkurs mit den USA, da China nur zweitrangig an Profiten interessiert ist, und erstrangig an Arbeitsplätzen. Andere asiatischen Länder, sowie Europa, leiden jedoch unter einem schwachen Dollar.

deBORA
29.11.2003, 14:52
Original geschrieben von Mike_Golf_IV
*grmpf* und wie profitiert man nun von einer Deflation?

Deflation oder Inflation?

Seit einigen Wochen kommt das Schlagwort „Deflation“ immer wieder in die europäischen und US Schlagzeilen. Aber um was sollten wir uns Sorgen machen – Deflation, Inflation, gar beide? Was passiert, wenn die US Zentralbank sowie die US Regierung durch Geld- und Fiskalpolitik versuchen, die Wirtschaft von deflationären Symptomen mit Gewalt abzubringen? Wie wird die Europäische Zentralbank („EZB“) reagieren? Und was sind die Implikationen für Firmen und unsere eigene Finanzplanung?


Gute Deflation gegenüber schlechter Deflation


Heutzutage wird der Begriff Inflation oft dem Verbraucherpreisindex gleich gesetzt. Ursprünglich wurde Inflation als Anstieg der Geldmenge definiert; Deflation als deren Reduzierung. Ex ante ist nichts schlechtes an fallenden Preisen – ein Grossteil der Hochtechnologieindustrie ist sich ständig fallende Preise gewöhnt. Jedoch haben traditionell tiefere Preise einen höheren Absatz, Investitionen und Innovationen zur Folge gehabt. Schlecht sieht es hingegen aus, wenn Preisnachlässe keine erhöhte Nachfrage zur Folge haben und Investionen und Innovationen zum Erliegen kommen.


Deflation kann es unter anderem durch Überkapazitäten, einen gesättigten Konsumenten, oder andere Investitionsabschreckende Umstände geben. Greenspan weiss sehr wohl, dass die Auswirkungen der Wirtschaftsblase noch nicht ganz überwunden sind, und es in einigen Bereichen weiterhin Überkapazitäten gibt. Der US Verbraucher hat sein Konsumverhalten auf hohem Niveau beibehalten, angetrieben durch 0% Kredite, was darauf hinweist, dass es dort keinen Nachholbedarf gibt. Die ständigen Sicherheitswarnungen nach dem 11. September 2001, das Vertreiben arabischer und anderer Investoren, der Krieg im Irak – sie alle spiegeln sich im Investitionsklima wider.


In den USA haben vereinzelte „Business-to-Business“ Segmente mehrfache Disinvestionszyklen erlebt. Zum Teil ist dies gesund, um Kapazitäten weiter zu reduzieren, jedoch kann es zu einem Teufelskreis führen, da die Unternehmen, die unter enormen Konkurrenzdruck stehen, weiter Kosten sparen und somit andere Firmen und Angestellte leiden.


Europa ist im deflationären Szenario viel weiter fortgeschritten. Der Konsument spart schon lange; Individuen und Firmen konzentrieren sich auf das Überleben sowie auf das Sparen.


Was kann unternommen werden?


Es gibt verschiedene Philosophien, wie die derzeitige Situation am besten gemeistert wird. Vertreter der „Wiener Schule“ meinen, dass auch längere Rezessionen wünschenswert sind, um Überkapazitäten zu reduzieren, um eine Wirtschaft wieder auf einen langfristig wachstumsfähigen Pfad zu bringen. Im Gegensatz hierzu steht die Theorie des Wissenschaftlers Keynes, der sich auf Angebots- und Nachfragemodelle konzentriert, bei dem ensprechende Massnahmen die gewünschten stimulierenden Auswirkungen haben.


Dies ist nicht der Ort, um die für oder gegen eine der Philosphien für die USA oder Europa zu plädieren. Stattdessen analysieren wir, wie sich die Regierungen verhalten, weisen ein paar derer Risiken auf, und was die Konzequenzen für uns als Investoren sind.


Was wird unternommen?


Die Federal Reserve Bank hat entschieden, dass Deflationsrisiken höher sind als Inflationsrisiken; sie hat aggressive Schritte unternommen, die Zinsen zu senken und Geld leicht zugänglich zu machen. Zusätzlich hat die Regierung Bush erneut Steuern gesenkt, um „Geld in die Hände von Konsumenten“ zu bringen, in der Hoffnung, dass es die Wirtschaft insgesamt beleben wird.


Die Aktionen der US Zentralbank zeigen deren Sorgen. Diese aggressiven Schritte werden unternommen, obwohl die Regierung Bush keine Ausgabendisziplin hat, und Steuersenkungen durchführt, die Greenspan für verfehlt hält. Die Zentralbank spielt mit Feuer, während die Regierung Benzin vergiesst. Traditionellerweise würde eine Zentralbank nach einem Feuerlöscher greifen, um eine Regierung, die ihre Ausgaben nicht bremsen kann, zu zügeln. Die Zeiten sind anders. Kritiker behaupten, Greenspan sei ein Söldner Bushs, mit dem Ziel, Bushs Wiederwahl zu ermöglichen.


Bis vor kurzem hatte die Europäische Zentralbank (EZB) eine Feuerlöschermentalität und versuchte alle Länder der Eurozone mit einem einzigen Werkzeug, dem der Zinsen, zu kontrollieren. Am 8. Mai 2003, hatte die EZB ein kontroverses Treffen, bei dem sie ihre Haltung geändert hat; am 5. Juni 2003 folgte eine erste Zinssenkung auf 2%, auch wenn die Inflation in Europa wieder im Vormarsch ist.


Warum so extreme Massnahmen?


Neben Disinvestitionen auf Grund allgemeiner wirtschaftlicher Schwäche, sowie einer erhöhten Hemmschwelle, Risiken auf sich zu nehmen wegen des durch den 11. September verursachten Umfeldes, sind gravierende strukturelle Änderungen im Gange. Bis vor kurzem wurde allgemein angenommen, dass zwar die produzierende Industrie ins Ausland verlegt werden kann, jedoch der Dienstleistungssektor sehr lokal sei. Jedoch bilden sich in Osteuropa, Indien und Asien Industrien, die alles von „Call Centers“ bis Programmieren anbieten. Nur wenige Volkswirte hatten angenommen, dass diese Industriezweige sich derart schnell etablieren würden.


Während sich viele moderne Firmen sehr gut an neue Umfelder anpassen können, so hat „old Economy“ Corporate Amerika grosse Sorgen: traditionelle Pensionskassen haben ihren Rentnern genau versprochen, was sie an Rente bekommen werden. Die Modelle haben nehmen jedoch häufig noch Renditen von 8%-10% auf die Investitionen der Pensionskassen an, was sehr schwer zu erzielen ist, wenn qualitativ hohe Anleihen kaum noch Renditen erwirtschaften und Börsenrenditen ungewiss sind. Die Probleme sind noch gravierender, da die Belegschaften traditionreicher Unternehmen altern. Die US Aufsichtsbehörden nehmen das Thema ernst und verpflichten Unternehmen künftig mehr Informationen zu ihren Pensionskassen zu veröffentlichen. In der Zwischenzeit erlaubt Greenspan den Firmen, günstig, sehr günstig, Kredite aufzunehmen. General Motors hat kürzlich angekündigt, $13 Milliarden an Firmenanleihen herauszugeben, um deren Pensionkassen zu stützen; wenn dies nicht genug wäre: GM hat gerade angekündigt, die Anleihenemission auf $17 Milliarden zu erhöhen.


Amerikanische Fluglinien tragen enorme Schulden, viel höhere als noch vor ein paar Jahren, auf Grund der vielschichtigen Probleme, die die Industrie getroffen haben. Indem Zinsen auf tiefstes Niveau gedrückt werden, haben die Fluggesellschaften grössere Überlebenschancen. Ich lasse es offen, ob diese „Old Economy“ Firmen am überleben gehalten werden sollen; fest steht, dass die politische Entscheidung getroffen wurde, alles zu unternehmen, dass diese eine Chance bekommen, ihre Bilanzen in Ordnung zu bringen.


Das gleiche gilt für den US Konsumenten, dem eine Chance gegeben wird, seine Finanzen in Ordnung zu bringen. In den letzten Monaten gab es tatsächlich Anzeichen, dass die Amerikaner einige ihrer Schulden tilgen; jedoch mag dies nur ein kurzfristiges Resultat der erhöhten Unsicherheiten gewesen sein. Im Gegenteil, die Bush Regierung will, dass der Verbraucher weiterhin Geld ausgibt, um die Wirtschaft am laufen zu halten.

Man mag einverstanden sein oder auch nicht mit der derzeitigen US Politik. Es sei jedoch erwähnt, dass US Firmen angefangen haben, die Probleme mit ihren Pensionskassen ernst zu nehmen. Zyniker sagen gar, dass Automobilhersteller nur noch ihren Betrieb aufrecht erhalten, um Renten auszuzahlen, aber Profite für Aktionäre werden kaum noch übrig bleiben. Im Gegensatz hierzu wird in Europa, wo gewöhnlich sich die Regierungen um die Pensionskassen kümmern, das Problem weiterhin umgangen, obwohl es dort keineswegs weniger gravierend ist.


Was sind die Konsequenzen?


Das positive zuerst: die Hauptkampfhandlungen im Irak sind vorbei; tiefe Zinsen fördern Konsum und Hauseigentum. Alle jubilieren, dass das schlimmste vorbeit ist, und sowohl Aktien- wie auch Rentenmärkte klettern in die Höhe.


Europa hat u.a. bis jetzt gezögert, eine aggressive Geldpolitik zu verfolgen ist, weil sich die Bevölkerung noch an die Gefahren des exzessiven Gelddruckens erinnert: unkontrollierbare Inflation, die zur Hyperinflation führen kann. Aber haben wir nicht ein Deflationsproblem? Die Federal Reserve Bank ist derart über Deflation besorgt, so dass es sich entschieden hat, Inflation herbeizubeschwören. Dabei passt Greenspan die Ausgabenpolitk Bushs nicht, da er diese nicht kontrollieren kann. Aber Greenspan glaubt, es sei das geringere Übel, Bush seine Expansionspolitik verfolgen zu lassen, auch wenn dies ein Risiko beinhaltet, dass Inflation ausser Kontrolle geraten könnte.


Ein direktes Resultat des Geld druckens ist, dass der Dollar schwächer wurde. Die Federal Reserve Bank ist nicht übermässig darüber gesorgt, da es hilft, die US Wirtschaft zu stimulieren, während gleichzeitig ein grosser Anteil der Importe aus China kommt. China hat einen fixen Wechselkurs mit den USA, da China nur zweitrangig an Profiten interessiert ist, und erstrangig an Arbeitsplätzen. Andere asiatischen Länder, sowie Europa, leiden jedoch unter einem schwachen Dollar.

deBORA
29.11.2003, 14:53
Europa wurde durch die aggressive US Geldpolitik gezwungen, ihre restriktive Politik aufzugeben. Bis vor kurzem konnte Duisenberg immer auf seine &Mac226;Job Description’ verweisen, in der Deflationsbekämfpung nicht erwähnt wird. Gleichzeitig revoltieren jedoch europäschische Regierungen und weigern sich, ihre Schuldenobergrenzen einzuhalten. Hierbei sei erwähnt, dass die vereinbarten Grenzen in den Jahren, die zur Währungsunion führten nur auf Grund von „Enron“-artigen Buchhaltungstricks erreicht wurden.


Die USA haben eine sehr flexible Wirtschaft, so dass sie ihren riskanten Weg wagen können. Historiker werden die Expansionspolitik unverantwortlich nennen, sollte die Rechnung nicht aufgehen. Europas starre Strukturen sind für eine aggressive Expansionspolitik nicht geeignet. Gleichzeitig hat Europa jedoch erkannt, dass es nicht als letzte Festung in der Welt stehen bleiben kann, die ihre Währung verteidigt und restritkiv agiert, bis sich Europa gesund geschrumpt hat. Europa hofft darauf, dass der Beitritt grosser Teile Osteuropas zur EU ihr Retter sein wird.


Die grosse Frage ist, ob Deflation oder Inflation siegen wird. Falls sich Deflation durchsetzt, sind Schulden zu vermeiden, und nur Cash Flow Positive Unternehmen überleben. Falls die Federal Reserve Bank ihre Ziele durchsetzen kann, werden milde Inflation und eine ordentlich funktionierende Wirtschaft folgen.


Das grosse Risiko ist, dass nicht alles nach Plan verläuft. Ich bezweifle nicht, dass die US Zentralbank Inflation herbeiführen kann, aber sie kann nicht gut kontrollieren, wo diese auftreten wird. Der Wettbewerb im Geschäftsumfeld bleibt hart, und weitere Produktionsanreize helfen der Überproduktion nicht. Um profitabel zu wirtschaften, werden Firmen weiter Kosten drücken müssen. Kostenreduktion bedeutet Kündigungen oder Verlagerung der Arbeitnehmer. Gleichzeitig steigen Rohstoff- und Importpreise wenn Inflation auftritt und der Dollar schwächer wird. Insgesamt dürfte es sehr schwierig für „Old Economy“ Firmen sein, diese höhren Kosten an den Verbraucher weiterzuleiten.


Was können wir tun?


Wir müssen uns auf alle Szenarien vorbereiten. Sollten wir richtig liegen und Inflation wird kommen, so sollten wir Schulden aufnehmen, um am Aufschwung verstärkt teilzunehmen. Aber das Risiko der Deflation muss ernst genommen werden. Wir dürfen nicht vergessen, dass all die Schulden, die in diesem Zinsumfeld aufgenommen werden, in ein paar Jahren höhere Zinsen begegnen werden. Dann dürften die Probleme grösser als unsere heutigen sein. Daher sollten wir unbedingt unsere Schulden auf einem Niveau halten, das wir mit unserem Cash Flow bewältigen können. Dies ist nicht die Zeit, Cash Flow negativ zu sein (zu deutsch: über unsere Mittel zu leben), oder dass das hohe Einkommen eines unsicheren Jobs ewig anhalten und steigen wird.


In einem Inflationsumfeld ist Cash schlecht, Schulden und reelle Güter sind gut. Auf Grund der eben angegebenen Gründe würde ich von Schulden weitgehend abraten. Reelle Güter beinhalten Gold, Immobilien und Aktien:


Gold

Die US Regierung versucht, ihre Währung zu zerstören. Während der Depression der 1930’er Jahre gab es einen Goldstandard. Heute gibt es nichts, was die Federal Reserve Bank vom Gelddrucken abhält. Als Folge ist es wahrscheinlich, dass der Dollar schwächer wird und Rohstoffpreise steigen. Es wird viel darüber geredet, ob Gold noch ein Ersatz für Geld ist; aber es ist nicht notwendig, dass diese äquivalent sind – es agiert als neutrale Währung nicht nur, weil es eine Alternative für Zentralbankreserven ist, aber auch weil es ein &Mac226;reiner’ Rohstoff ist, der nicht so vielen Einflüssen ausgesetzt ist, wie etwa Öl, Zucker oder Kaffee. Aber während die USA eine inflationäre Politik betreiben und die US Regierung andere Länder im Rekordtempo befremdet, passen Zentralbanken ihre Fremdwährungsreserven an. Arabische Länder werden voraussichtlich ihre Goldreserven erhöhen, um vom Dollar weniger abhängig zu sein. China wird voraussichtlich grössere Goldreserven aufbauen, um ihrem Aussenhandelsüberschuss gerecht zu werden und gleichzeitig einen fixen Wechselkurs zum Dollar behalten zu können.


Und der Euro? Die EZB mag nicht mehr als einziger eine starkte Währung zu behalten. In europäischer Tradition werden die Schritte der EZB weniger radikal sein. Den Dollar-Euro Wechselkurs vorherzusagen ist sehr schwer; eine Wirtschaftsbelebung in den USA mag wohl den Dollar seinen Wert zum Euro erhalten lassen. Aber nur, falls sowohl Euro sowie Dollar fallen; der Gewinner sind Rohstoffpreise. Gold ist hier eine geeignete Absicherung, auch wenn diese für den Euro weniger effektiv ist als für den Dollar. Sollten Greenspans Pläne nicht funktionieren, dann wird das Währungssystem grösseren Schaden erleiden, und wir werden glücklich sein, Gold zu halten.


Immobilien

Die Federal Reserve Bank setzt darauf, dass die Wirtschaft eine Gradwanderung vollziehen kann, in der Preise nominal ansteigen, so dass der Konsument sich reicher fühlt (Konsumenten, die traditionell an Inflation gewohnt sind, fühlen sich ärmer in einem Inflationsfreien Umfeld, auch wenn reale Einkommen gleich sind). Dies ist auch das beste Szenario für den US Immobilienmarkt, wo historisch tiefe Zinsen Preise weiter haben ansteigen lassen; sollte Inflation kommen, so werden Käufer in wenigen Jahren sich die höheren Preise zu dann höheren Zinsen nur leisten können, falls deren Einkommen auch steigen. Ich habe ernste Zweifel, dass reale Einkommen in diesem vom Sparen geprägten Umfeld steigen können, so dass entweder ein Einbruch in den Immobilienpreisen oder erhöhte nominale Einkommen die Folge sein sollten. Die Federal Reserve Bank wettet auf letzteres Szenario. Wir können eine Katastrophe im US Immobilienmarkt vermeiden, wenn Eigentümer den Eindruck haben, sie hätten eine profitable Investition. Anders gedacht gibt die US Zentralbank den Baby Boomers eine letzte Chance, sich ihr Traumhaus vor deren Pensionierung kaufen zu können – jeder, der erwägt, für diesen Zweck ein Haus zu kaufen, sollte vorsichtig sein und nur so viele Schulden aufnehmen, wie sie es sich auch in der Pensionierung bequem leisten können.


Europas Immobilienmärkte kann in diesem Bericht nicht ausreichend behandelt werden, er ist zu vielschichtig. Die Dynamiken dieser Märkte sind weniger von den hier diskutierten geld- und finanzpolitischen Bewegungen betroffen.


Aktien

Im zweiten Quartal ist der Dow Jones Index um 12%, der Nasdaq um 21, und der Dax um 33% gestiegen (jeweils in lokaler Währung), während der Dollar gegenüber dem Euro weitere 5% verloren hat. Man wird das Gefühl nicht los, dass unter den Verwaltern Panik herrschte, dass diese den Aufschwung verpassen könnten. Viele institutionelle Anleger haben sich beschwert, dass die Börse zu schnell zu weit nach oben ging. Die Börse hat uns verlässlich soviel Bauchschmerzen wie nur möglich gebracht – in den vergangenen Jahren waren wir entweder unglücklich investiert zu sein, oder unglücklich, nicht genug investiert zu sein.


Aktien sind eine Art von Inflations-absicherung. Aber wir müssen vorsichtig sein, da viele Firmen nicht in der Lage sein werden, höhere Kosten an den Verbraucher weiterzuleiten. Wir müssen auch aufpassen, ob nicht neue Blasen gebildet werden durch die derzeit aggresive Politik. Wir konzentrieren uns auf Cash-Flow positive Unternehmen, auf Firmen, die bewiesen haben, dass sie sich den schlechten Zeiten schnell anpassen können.


Im lezten Quartalsbericht habe ich das deutsche Reiseunternehmen TUI erwähnt, deren Aktienkurs damals u.a. auf Grund von SARS, dem Irakkrieg und der allgemeinen Wirtschaft am Boden lag. Am 31. März schloss TUI bei €8.74, drei Monate später zu Quartalsende um 48% höher bei €12.95. Auch bei diesem Niveau ist das Unternehmen unter seinem historischen Tief, und wir werden unsere Position ausbauen; wir halten es nun, weil es eines von wenigen europäischen Firmen ist, die von einem stärkeren Euro profitiert, auch glaube ich, dass die Reiseindustrie wieder zum Wachstumssektor werden wird. Anders als US Reiseunternehmen, hat TUI eine stabiliere finanzielle Basis.


Vor drei Monaten hatte der Irakkrieg gerade begonnen; inzwischen sind die Hauptkampfaktionen abgeschlossen. Blair in Grossbritannien kämpft damit, seine Entscheidungen zu rechtfertigen. Bush andererseits hat sich nocht nicht viel wegen der andauernden Angriffe auf US Soldaten rechtfertigen müssen, oder ob es gerechtfertigt war, überhaupt in den Krieg zu ziehen. Die 2004 US Wahlen rücken näher, und ich wäre nicht überrascht, wenn Bush’s Führung nicht doch noch in Frage gestellt werden wird; derzeit gibt es jedoch keinen Gegner, der ihm ernsthaft Konkurrenz sein könnte.


Ich glaube weiterhin, dass Europa einige ihrer strukturellen Probleme in Angriff nehmen wird, und die deutsche Regierung Erfolg mit einem Teil ihrer Reformen haben wird. Am 28. Juni hat Deutschlands mächtige IG Metall einen Streik in Ostdeutschland ohne irgend ein Ziel erreicht zu haben aufgegeben. Dies ist in Deutschland bisher nicht vorgekommen, und hat eine symbolische Tragweite, von der bisher kaum Notiz genommen wurde.



Bitte kontaktieren Sie uns, wenn wir Ihnen Fragen beantworten können.


Axel Merk
Merk Investments

deBORA
29.11.2003, 14:53
Europa wurde durch die aggressive US Geldpolitik gezwungen, ihre restriktive Politik aufzugeben. Bis vor kurzem konnte Duisenberg immer auf seine &Mac226;Job Description’ verweisen, in der Deflationsbekämfpung nicht erwähnt wird. Gleichzeitig revoltieren jedoch europäschische Regierungen und weigern sich, ihre Schuldenobergrenzen einzuhalten. Hierbei sei erwähnt, dass die vereinbarten Grenzen in den Jahren, die zur Währungsunion führten nur auf Grund von „Enron“-artigen Buchhaltungstricks erreicht wurden.


Die USA haben eine sehr flexible Wirtschaft, so dass sie ihren riskanten Weg wagen können. Historiker werden die Expansionspolitik unverantwortlich nennen, sollte die Rechnung nicht aufgehen. Europas starre Strukturen sind für eine aggressive Expansionspolitik nicht geeignet. Gleichzeitig hat Europa jedoch erkannt, dass es nicht als letzte Festung in der Welt stehen bleiben kann, die ihre Währung verteidigt und restritkiv agiert, bis sich Europa gesund geschrumpt hat. Europa hofft darauf, dass der Beitritt grosser Teile Osteuropas zur EU ihr Retter sein wird.


Die grosse Frage ist, ob Deflation oder Inflation siegen wird. Falls sich Deflation durchsetzt, sind Schulden zu vermeiden, und nur Cash Flow Positive Unternehmen überleben. Falls die Federal Reserve Bank ihre Ziele durchsetzen kann, werden milde Inflation und eine ordentlich funktionierende Wirtschaft folgen.


Das grosse Risiko ist, dass nicht alles nach Plan verläuft. Ich bezweifle nicht, dass die US Zentralbank Inflation herbeiführen kann, aber sie kann nicht gut kontrollieren, wo diese auftreten wird. Der Wettbewerb im Geschäftsumfeld bleibt hart, und weitere Produktionsanreize helfen der Überproduktion nicht. Um profitabel zu wirtschaften, werden Firmen weiter Kosten drücken müssen. Kostenreduktion bedeutet Kündigungen oder Verlagerung der Arbeitnehmer. Gleichzeitig steigen Rohstoff- und Importpreise wenn Inflation auftritt und der Dollar schwächer wird. Insgesamt dürfte es sehr schwierig für „Old Economy“ Firmen sein, diese höhren Kosten an den Verbraucher weiterzuleiten.


Was können wir tun?


Wir müssen uns auf alle Szenarien vorbereiten. Sollten wir richtig liegen und Inflation wird kommen, so sollten wir Schulden aufnehmen, um am Aufschwung verstärkt teilzunehmen. Aber das Risiko der Deflation muss ernst genommen werden. Wir dürfen nicht vergessen, dass all die Schulden, die in diesem Zinsumfeld aufgenommen werden, in ein paar Jahren höhere Zinsen begegnen werden. Dann dürften die Probleme grösser als unsere heutigen sein. Daher sollten wir unbedingt unsere Schulden auf einem Niveau halten, das wir mit unserem Cash Flow bewältigen können. Dies ist nicht die Zeit, Cash Flow negativ zu sein (zu deutsch: über unsere Mittel zu leben), oder dass das hohe Einkommen eines unsicheren Jobs ewig anhalten und steigen wird.


In einem Inflationsumfeld ist Cash schlecht, Schulden und reelle Güter sind gut. Auf Grund der eben angegebenen Gründe würde ich von Schulden weitgehend abraten. Reelle Güter beinhalten Gold, Immobilien und Aktien:


Gold

Die US Regierung versucht, ihre Währung zu zerstören. Während der Depression der 1930’er Jahre gab es einen Goldstandard. Heute gibt es nichts, was die Federal Reserve Bank vom Gelddrucken abhält. Als Folge ist es wahrscheinlich, dass der Dollar schwächer wird und Rohstoffpreise steigen. Es wird viel darüber geredet, ob Gold noch ein Ersatz für Geld ist; aber es ist nicht notwendig, dass diese äquivalent sind – es agiert als neutrale Währung nicht nur, weil es eine Alternative für Zentralbankreserven ist, aber auch weil es ein &Mac226;reiner’ Rohstoff ist, der nicht so vielen Einflüssen ausgesetzt ist, wie etwa Öl, Zucker oder Kaffee. Aber während die USA eine inflationäre Politik betreiben und die US Regierung andere Länder im Rekordtempo befremdet, passen Zentralbanken ihre Fremdwährungsreserven an. Arabische Länder werden voraussichtlich ihre Goldreserven erhöhen, um vom Dollar weniger abhängig zu sein. China wird voraussichtlich grössere Goldreserven aufbauen, um ihrem Aussenhandelsüberschuss gerecht zu werden und gleichzeitig einen fixen Wechselkurs zum Dollar behalten zu können.


Und der Euro? Die EZB mag nicht mehr als einziger eine starkte Währung zu behalten. In europäischer Tradition werden die Schritte der EZB weniger radikal sein. Den Dollar-Euro Wechselkurs vorherzusagen ist sehr schwer; eine Wirtschaftsbelebung in den USA mag wohl den Dollar seinen Wert zum Euro erhalten lassen. Aber nur, falls sowohl Euro sowie Dollar fallen; der Gewinner sind Rohstoffpreise. Gold ist hier eine geeignete Absicherung, auch wenn diese für den Euro weniger effektiv ist als für den Dollar. Sollten Greenspans Pläne nicht funktionieren, dann wird das Währungssystem grösseren Schaden erleiden, und wir werden glücklich sein, Gold zu halten.


Immobilien

Die Federal Reserve Bank setzt darauf, dass die Wirtschaft eine Gradwanderung vollziehen kann, in der Preise nominal ansteigen, so dass der Konsument sich reicher fühlt (Konsumenten, die traditionell an Inflation gewohnt sind, fühlen sich ärmer in einem Inflationsfreien Umfeld, auch wenn reale Einkommen gleich sind). Dies ist auch das beste Szenario für den US Immobilienmarkt, wo historisch tiefe Zinsen Preise weiter haben ansteigen lassen; sollte Inflation kommen, so werden Käufer in wenigen Jahren sich die höheren Preise zu dann höheren Zinsen nur leisten können, falls deren Einkommen auch steigen. Ich habe ernste Zweifel, dass reale Einkommen in diesem vom Sparen geprägten Umfeld steigen können, so dass entweder ein Einbruch in den Immobilienpreisen oder erhöhte nominale Einkommen die Folge sein sollten. Die Federal Reserve Bank wettet auf letzteres Szenario. Wir können eine Katastrophe im US Immobilienmarkt vermeiden, wenn Eigentümer den Eindruck haben, sie hätten eine profitable Investition. Anders gedacht gibt die US Zentralbank den Baby Boomers eine letzte Chance, sich ihr Traumhaus vor deren Pensionierung kaufen zu können – jeder, der erwägt, für diesen Zweck ein Haus zu kaufen, sollte vorsichtig sein und nur so viele Schulden aufnehmen, wie sie es sich auch in der Pensionierung bequem leisten können.


Europas Immobilienmärkte kann in diesem Bericht nicht ausreichend behandelt werden, er ist zu vielschichtig. Die Dynamiken dieser Märkte sind weniger von den hier diskutierten geld- und finanzpolitischen Bewegungen betroffen.


Aktien

Im zweiten Quartal ist der Dow Jones Index um 12%, der Nasdaq um 21, und der Dax um 33% gestiegen (jeweils in lokaler Währung), während der Dollar gegenüber dem Euro weitere 5% verloren hat. Man wird das Gefühl nicht los, dass unter den Verwaltern Panik herrschte, dass diese den Aufschwung verpassen könnten. Viele institutionelle Anleger haben sich beschwert, dass die Börse zu schnell zu weit nach oben ging. Die Börse hat uns verlässlich soviel Bauchschmerzen wie nur möglich gebracht – in den vergangenen Jahren waren wir entweder unglücklich investiert zu sein, oder unglücklich, nicht genug investiert zu sein.


Aktien sind eine Art von Inflations-absicherung. Aber wir müssen vorsichtig sein, da viele Firmen nicht in der Lage sein werden, höhere Kosten an den Verbraucher weiterzuleiten. Wir müssen auch aufpassen, ob nicht neue Blasen gebildet werden durch die derzeit aggresive Politik. Wir konzentrieren uns auf Cash-Flow positive Unternehmen, auf Firmen, die bewiesen haben, dass sie sich den schlechten Zeiten schnell anpassen können.


Im lezten Quartalsbericht habe ich das deutsche Reiseunternehmen TUI erwähnt, deren Aktienkurs damals u.a. auf Grund von SARS, dem Irakkrieg und der allgemeinen Wirtschaft am Boden lag. Am 31. März schloss TUI bei €8.74, drei Monate später zu Quartalsende um 48% höher bei €12.95. Auch bei diesem Niveau ist das Unternehmen unter seinem historischen Tief, und wir werden unsere Position ausbauen; wir halten es nun, weil es eines von wenigen europäischen Firmen ist, die von einem stärkeren Euro profitiert, auch glaube ich, dass die Reiseindustrie wieder zum Wachstumssektor werden wird. Anders als US Reiseunternehmen, hat TUI eine stabiliere finanzielle Basis.


Vor drei Monaten hatte der Irakkrieg gerade begonnen; inzwischen sind die Hauptkampfaktionen abgeschlossen. Blair in Grossbritannien kämpft damit, seine Entscheidungen zu rechtfertigen. Bush andererseits hat sich nocht nicht viel wegen der andauernden Angriffe auf US Soldaten rechtfertigen müssen, oder ob es gerechtfertigt war, überhaupt in den Krieg zu ziehen. Die 2004 US Wahlen rücken näher, und ich wäre nicht überrascht, wenn Bush’s Führung nicht doch noch in Frage gestellt werden wird; derzeit gibt es jedoch keinen Gegner, der ihm ernsthaft Konkurrenz sein könnte.


Ich glaube weiterhin, dass Europa einige ihrer strukturellen Probleme in Angriff nehmen wird, und die deutsche Regierung Erfolg mit einem Teil ihrer Reformen haben wird. Am 28. Juni hat Deutschlands mächtige IG Metall einen Streik in Ostdeutschland ohne irgend ein Ziel erreicht zu haben aufgegeben. Dies ist in Deutschland bisher nicht vorgekommen, und hat eine symbolische Tragweite, von der bisher kaum Notiz genommen wurde.



Bitte kontaktieren Sie uns, wenn wir Ihnen Fragen beantworten können.


Axel Merk
Merk Investments