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BlackMagic
23.11.2002, 20:58
Herstellergarantie

Ölwechsel ohne Reue

Wer in der Garantiezeit eines Neuwagens den Ölwechsel nicht beim Markenhändler machen lässt, verliert nicht den Anspruch auf Werksgarantie – so eine Klarstellung der EU.


22.11.2002 - Ursprünglich war der freie Kfz-Teilehandel (in Deutschland der Gesamtverband Autoteile-Handel/GVA) mit seiner Forderung gescheitert, eine so genannte Schwarze Klausel zu den Garantiebedingungen der Fahrzeughersteller in die Gruppenfreistellungs-Verordnung (GVO) einzubringen. Doch auf Nachfrage hat die EU-Kommission die GVO mittlerweile in den Ausführungsbestimmungen präzisiert und dahingehend ausgelegt, dass Neuwagen-Garantien nicht durch Reparaturen oder Wartungen freier Werkstätten automatisch außer Kraft gesetzt werden dürfen.

Die Forderung nach einer Schwarzen Klausel zu den Garantiebedingungen bezog sich auf den typischen Missstand, der den Verbraucher an seine Vertragswerkstatt binden soll: Autohersteller geben in der Regel nur dann Garantie, wenn alle Reparaturen und Wartungen ausschließlich durch Markenwerkstätten durchgeführt werden. Da die Garantie aber eine freiwillige Leistung ist, auf die es keinen Anspruch gibt, definiert der Hersteller, wann und ob er Garantie gewährt. Lässt nun der Käufer eines Neufahrzeugs beispielsweise einen Ölwechsel an der Tankstelle durchführen oder hat den Auspuff in einer freien Werkstatt schweißen lassen, so wird ihm sein Markenfabrikat in der Regel die Garantie verweigern, wenn etwa nach 29 Monaten die Türheber defekt sind oder sich Probleme mit dem Anlasser einstellen. Und das, obwohl die Funktionalität eines Anlassers nichts mit dem Ölwechsel zu tun hat.

Dieser Methode erteilt die EU eine klare Absage. Auf Nachfrage des freien Teilehandels stellte die Kommission fest, dass ein Garantieanspruch nur dann verloren geht, wenn eine freie Werkstatt fehlerhafte Arbeiten durchgeführt hat. Das versteht sich von selbst, in diesem Fall haftet die Werkstatt. Aber: Eine generelle Vorschrift, alle Arbeiten nur beim Markenhändler erledigen zu lassen, ergibt sich daraus nicht. Denn das würde den Kunden in seiner Werkstatt-Wahlfreiheit und freie Werkstätten im Wettbewerb beschränken.

Gleiches gilt für die Verwendung von Ersatzteilen in der Garantiezeit, die nicht vom Autohersteller geliefert werden. Auch dies ist zulässig und darf keinen Einfluss auf die Garantie haben. Denn eine solche Vorschrift würde den Werkstattbetreiber an den Hersteller knebeln.

Quelle: www.autobild.de

Speedy
24.11.2002, 11:02
1. Einen Ölwechsel mal zwischendurch bitte nicht verwechseln mit einem Service.
Sicherlich wird es rein rechtlich keinen Einfluß auf die Garantie haben, wenn Du den fälligen Service beim Händler machen läßt und zwischendurch einen Ölwechsel in einer Freien Werkstatt.
Nur ist es so, daß bei den neuen Modellen innerhalb der Garantiezeit weder ein Service noch ein Ölwechsel fällig ist.
2. Bezüglich der Garantie mag das rechtlich i.O. sein, aber nach der Garantiezeit (= Kulanzzeit) wird das Werk eine Kostenübernahme mit Sicherheit ablehnen. Mittlerweile stellen ja viele die Kulanz mit der Garantie gleich, was allerdings tatal falsch ist. Kulanz ist eine freiwillige Kostenübernahme durch den Hersteller - also ohne rechtliche Verpflichtung.

Gruß

BlackMagic
24.11.2002, 11:12
Original geschrieben von Speedy
Nur ist es so, daß bei den neuen Modellen innerhalb der Garantiezeit weder ein Service noch ein Ölwechsel fällig ist.


Wenn du dich da mal nicht täuschst: Bsp. VW => 2 Jahre Garantie / Longlife-Inspektion bis zu 2 Jahre und 30-/50.000km. Und jetzt erreiche mal die Höchstkilometerzahl der Inspektion. Wird denke ich niemand schaffen und auch noch keiner Geschafft haben. Also musst du in der Garantiezeit zur Inspektion.

Bei anderen Herstellern gibt es ein KM-Intervall. Wenn du das überschritten hast, musst du zur Inspektion. Hier kommt es auf die Jahresfahrleistung der einzelnen Fahrer an. Ich denke, dass genügend dabei sind, die zumindst 1 Mal in den ersten 2 Jahren zu Inspektion müssen.

Speedy
24.11.2002, 11:43
Stimmt! Da muß ich Dir Recht geben.
Bei einem reinen Ölwechsel dürfte der Preisunterschied zwischen Händler und Freier W. nicht allzu groß sein - zumindest nicht so groß, daß man dafür evtl. Kulanzansprüche aufs Spiel setzt.

Gruß

BlackMagic
24.11.2002, 14:52
Um irgendwelche Unklarheiten aus der Welt zu schaffen:

Ich persönlich würde mein Auto nie zu einer freien Werkstatt bringen, auch wenn ich weder Garantie- noch Kulanzansprüche hätte.
Es steht aber außer Frage, dass es sehr sehr viele Leute gibt, die nur auf den Preis achten, der auf der Rechnung steht. Da ist es so, dass für die Teile kein so hoher Preis berechnet wird, wie bei Markenwerkstätten und auch die Arbeitsleistung bei Freien Werkstätten billiger ist. Das sieht man natürlich deutlich auf der Rechnung.
Und das sind dieselben Leute, die sich über irgendwelche Kulanzansprüche eigentlich keine Gedanken machen. Da ist das Auto ein Fortbewegungsmittel, das nur ab und zu einen Tropfen Öl braucht und wenn mal was kaputt ist, muss das billig repariert werden.
Das sind aber meist auch die Gruppe von Leuten, die keinen sehr teueren Wagen fahren, bis auf wenige Ausnahman natürlich.

Es stellt sich eben immer die Frage: Ist mein Auto so robust, dass während der Garantie- und Kulanzzeit sowieso nichts kaputt ist, dann zahlen sich die freien Werkstätten natürlich aus. Wenn natürlich dauernd was kaputt ist, kann man da schon mal in den saueren Apfel beißen.

Walter4
24.11.2002, 18:05
[QUOTE]Original geschrieben von BlackMagic
[B]Um irgendwelche Unklarheiten aus der Welt zu schaffen:

Ich persönlich würde mein Auto nie zu einer freien Werkstatt bringen, auch wenn ich weder Garantie- noch Kulanzansprüche hätte.
.

Hallo Black magic,
ich erlaube mir, genau das Gegenteil für angemessen zu halten: Ich gehe mit meinem A3 -auch kein billiges Auto- nie zu einem "Freundlichen", wenn ich es verhindern kann. Der Grund: Im nächsten Ort hat ein ehemaliger VW-Meister eine freie Werkstatt aufgemacht und hat inzwischen den guten Ruf, preiswert und sauber zu arbeiten. Daneben ist ein freier KfZ-Teilehandel, bei dem ich Großhandelspreise kriege.
Die Werkstatt übrigens hat einen Stundensatz von 36 €. Dabei kämen dem Freundlichen die Tränen! Wo ist der vernünftige Grund für mich, mein Geld dem "Freundlichen" hinzuschmücken (Garantie und Kulanz lange vorbei)? :D
MfG Walter

BlackMagic
24.11.2002, 18:07
Na gut, jedem das Seine. ;)

Voljä
24.11.2002, 18:11
Original geschrieben von Walter4
[QUOTE]Original geschrieben von BlackMagic
[B]Um irgendwelche Unklarheiten aus der Welt zu schaffen:

Ich persönlich würde mein Auto nie zu einer freien Werkstatt bringen, auch wenn ich weder Garantie- noch Kulanzansprüche hätte.
.

Hallo Black magic,
ich erlaube mir, genau das Gegenteil für angemessen zu halten: Ich gehe mit meinem A3 -auch kein billiges Auto- nie zu einem "Freundlichen", wenn ich es verhindern kann. Der Grund: Im nächsten Ort hat ein ehemaliger VW-Meister eine freie Werkstatt aufgemacht und hat inzwischen den guten Ruf, preiswert und sauber zu arbeiten. Daneben ist ein freier KfZ-Teilehandel, bei dem ich Großhandelspreise kriege.
Die Werkstatt übrigens hat einen Stundensatz von 36 €. Dabei kämen dem Freundlichen die Tränen! Wo ist der vernünftige Grund für mich, mein Geld dem "Freundlichen" hinzuschmücken (Garantie und Kulanz lange vorbei)? :D
MfG Walter

Wobei Dein Auto ja auch schon ein paar Kilometer auf dem Buckel hat, oder täusche ich mich? Bist Du sicher dass Du bei einem Neuwagen auch gleich zur freien Werkstatt gefahren wärst? :o

Martin R
24.11.2002, 18:21
Bei der Fehlersuche ist es vielleicht besser gleich zum "Freundlichen" zu fahren.
Zum einen haben die Reperaturanleitungen, Diagnosecomputer, ... und zum anderen können Teile probehalber mal schnell ausgewechselt werden (da auf Lager).

Obwohl da der Stundensatz höher ist, lohnt es sich da der Fehler oft schneller gefunden wird.

Bei anderen Arbeiten (Ölwechsel, Bremsbelagwechsel, o.ä.) sind die kleinen freien Werkstätten wohl die bessere Alternative.


Mein Auto bringe ich übrigens fast gar nicht in die Werkstatt - wird fast alles in der Arbeit selbst gemacht.
:cool:

Martin R
24.11.2002, 18:23
Hab noch was vergessen:

Natürlich würde ich in der Garantiezeit und evtl. in der möglichen Kulanz nur zu einer Vertragswerkstatt fahren.

Speedy
24.11.2002, 18:43
@Walter: Da Dein A3 ja nun knapp 200.000 km auf dem Buckel hat, wird wohl in absehbarer Zeit mal ein neuer fällig.
Mal sehn ob Du dann auch gleich zur Freien Werkstatt fährst und wenn ja, ob sich das Ganze dann unterm Strich gerechnet hat.
Eine Vollkasko-Versicherung ist ja letztendlich auch rausgeschmissenes Geld solange nichts passiert.
Die Wahrscheinlichkeit, einen teueren Defekt an seinem Wagen (innerhalb der Garantie- / Kulanzzeit) zu haben ist jedenfalls höher, als den Wagen zu schrotten.

Aber das Thema hatten wir ja schon oft genug.

Gruß

Walter4
24.11.2002, 19:31
Hallo Speedy,
Blackmagic hatte ja festgestellt, daß er auch nach Ablauf der Garantie- und Kulanzzeit nie in eine Freie Werkstatt gehen würde. Nur darum ging es, weil das ja "aus Prinzip" nicht einsehbar ist. Ich rede ja davon, daß meiner lange aus dieser Zeit raus ist; vorher würde ich das natürlich zähneknirschend anders machen. (203 TKm!, und läuft...) :D
MfG Walter

TTom
25.11.2002, 06:45
Ich mache es auch wie Walter, mit unserem Golf III fahre ich zur freien Werkstatt und mit dem Golf IV zum "Freundlichen", da er noch Garantie hat. Auch bei mir ist der "Freie-Meister" ein ehemaliger Meister des selben "Freundlichen", also kein Grund zur Sorge.

Gruß Tom

MichaelG
25.11.2002, 13:53
Hallo!

Bisher hatte ich meinen T4 auch immer beim VW-Händler für Inspektionen und Reparaturen.
Mittlerweile ist der Bus 37 Monate alt und außerhalb der Kulanz.
(Nachdem im letzten September die Kulanzzeit auf 24 Monate gesenkt wurde sowieso...)

Und da die VW-Werkstatt in vielen Fällen von T4 auch keine Ahnung hat, bring ich das Auto lieber zu einem Bekannten.
Der fährt selber T4, hat halt leider "nur" einen Boschdienst mit kleiner Werkstatt, kommt aber an alle Teile ran und verfügt auch über das nötige Werkzeug und Diagnosecomputer.

Meineserachtens ist so eine Vorgehensweise die einzige Möglichkeit, VW entweder zu qualitativ besserer Arbeit (besser als eine freie Werkstatt) zu bewegen oder zu günstigeren Preisen!

Der Neue
25.11.2002, 14:36
Um noch was hinzuzufügen:
VW gibt keine Garantie sondern eine Gewährleistung.
Die Mobilitätsgarantie verfällt aber dann trotzdem, sobald man den Service bei einem freien Händler machen lässt. :-(

BlackMagic
25.11.2002, 16:30
Original geschrieben von Der Neue
Um noch was hinzuzufügen:
VW gibt keine Garantie sondern eine Gewährleistung.
Die Mobilitätsgarantie verfällt aber dann trotzdem, sobald man den Service bei einem freien Händler machen lässt. :-(

Seht ihr, da haben wir es schon wieder. Ich schlafe jedenfalls besser, wenn ich zum VW-Händler fahre. :rolleyes:

Walter4
26.11.2002, 13:48
...als Anhängsel eines Service zu Apothekenpreisen ist teure Augenauswischerei. Meine "Mobilitätsgarantie" ist umfangreicher als die von Audi/VW und hängt an meiner HP-Versicherung mit dran... (schon der Begriff "Mobilitätsgarantie" ist reine Verkaufspsychologie!). Na gut, wenn's jemandem nützt.
MfG Walter

toenzi
27.11.2002, 10:31
Hallo Leute,

mein G4 ist von 04/00 und ich habe eine Mobilitätsgarantie vom Versicherer 6€/jahr. Der Wagen geht in einem Landmaschienenhandel, weil es im tieferen Sinne ja doch nur ein Trecker mit schöner
:p Verpackung ist.