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Alt 27.01.2007, 20:06
deBORA
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Ich wäre froh, wenn es sich bei dieser Fahrweise passend zur Rubrik, in der Du das Thema gepostet hast, nur um eine Scherz handeln würde.

Leider bauen die Amerikaner ihre Divisionen im Irak aktuell aus. Offiziell natürlich, um mit einer "besseren" Strategie, den Irak zu befrieden. Ich befürchte jedoch, daß die Amis sich mit mehr Personal im Irak nur für einen Angriff des Iran positionieren.

Zitat:
18.1.2006 (www.hagalil.com):

"Iran und der nächste Weltkrieg" von Ulrich W. Sahm, Jerusalem
Der amerikanische Nachrichtensender CNN hält einen Weltkrieg für wahrscheinlich, falls Iran sein Atomprogramm fortentwickeln sollte und die USA dieses als Gefahr für die eigenen Interessen sehen. Nach einem Scheitern aller diplomatischen Bemühungen um die Beilegung des Konflikts könnten die Amerikaner einen militärischen Angriff auf die iranischen Atomanlagen planen.
Gemäß der Analyse könnten die Amerikaner von ihren Flugzeugträgern im persischen Golf aus die Anlagen aus der Luft angreifen. Es müssten dann aber auch Bodentruppen folgen, deren Ausgangsbasen in Irak oder Afghanistan liegen würden. CNN rechnet mit einer "vernichtenden militärischen Antwort des Iran". Teheran verfüge über eine stehende Armee mit über einer Million Soldaten, chemischen und biologischen Waffen sowie entsprechenden Trägerraketen. Iran könnte den persischen Golf verminen und die Öltanker angreifen. Das wiederum würde die Ölzufuhr zu den wichtigsten amerikanischen Alliierten im Westen aber auch nach China blockieren. Die Analyse endete mit der Vermutung, dass China sich dann militärisch gegen die USA wenden könnte, weil die als Auslöser des Kriegs betrachtet würden.

Die Möglichkeit eines israelischen Angriffs auf Iran anstelle der Amerikaner wurde von CNN gar nicht erst erwogen. Genau das aber halten britische Zeitungen wie die Sunday Times offenbar für das realistischere Szenario. Da wird zum Beispiel erwähnt, dass die Amerikaner mit etwa 180.000 Soldaten in Irak und Afghanistan zu wenige Truppen zur Verfügung hätten, obgleich sie im Schlimmsten Fall ihre Truppen aufstocken könnten. Weil es den Amerikanern an Mannstärke fehle, müssten eben die Israelis den Krieg führen. Unerwähnt bleibt aber, dass die gesamte israelische Armee (ohne Reservisten), Boden- Luft- und Seestreitkräfte zusammengerechnet nicht einmal die Mannschaftsstärke der amerikanischen Einsatztruppen im Irak erreicht. Laut dem Jaffa Center for Strategie Studies gebe es 140.000 Bodentruppen und 36.000 Luftwaffen-Soldaten.

Während CNN auf Landkarten zeigte, von wo amerikanische Soldaten über die iranische Grenze vorrücken könnten, verfügt Israel über keine gemeinsame Grenze mit Iran. Laut Sunday Times wolle Israel die Soldaten für das "Aufräumen am Boden" per Helikopter einfliegen. Die Entfernung von Israel nach Iran beträgt rund 2000 Kilometer. Das entspräche einem Hubschrauberflug ohne Stopp und Auftankmöglichkeit von Berlin bis Ankara. Die Israelis müssten noch dazu über feindliches Gebiet wie Syrien fliegen. Sonst müssten sie Jordanien, die Türkei oder die Amerikaner im Irak um eine Überfluggenehmigung bitten. So bliebe eigentlich nur ein israelischer Luftangriff mit ihren amerikanischen F-16 Kampfmaschinen, die dann mit ebenso aus den USA importieren bunkerbrechenden Bomben bestückt würden.

Man muss kein Militärexperte sein, um zu erkennen, dass ein israelischer Angriff auf Iran, noch dazu mit Bodentruppen, eher unwahrscheinlich klingt, wenn die Amerikaner mit mehr Soldaten und den gleichen Waffen viel näher am Ziel sind. Als weiteres Argument gegen eine israelische Beteiligung an einem Angriff auf Iran wird in Jerusalem auch die Gefahr eines Raketenangriffs der Hisbollah vom Libanon aus genannt. Diese von Iran gelenkte Schiitenmiliz verfügt angeblich über 10.000 Mittelstreckenraketen. Diese könnten die wichtigsten Ballungszentren um Tel Aviv treffen. Ebenso könnte Irans Verbündeter Syrien mit seinen chemisch oder biologisch bestückten Scud-Raketen jeden Punkt in Israel treffen. Präsident Ahmadi-Nidschad plant dieser Tage übrigens einen offiziellen Besuch in Damaskus.

Aus guten Gründen erklärte der amtierende Premierminister Ehud Olmert am Dienstag, dass Israel "nur im Einklang und vollen Einvernehmen" mit den Europäern und den Amerikanern handeln werde, da alle gleichermaßen betroffen seien.

PS: Szenarien über einen möglichen direkten Krieg zwischen Iran und Israel sind heute auch in der "Welt" und anderswo erschienen. Nur scheint niemand mal auf die Landkarte zu schauen oder sich die Absurdität eines 2000 Kilometer weiten Hubschrauberflugs zu überlegen.

Frage TOKO: Warum wurden die beiden atomwaffenfähigen Dolphin-U-boote, über welche Israel bereits verfügt (s.o.), von Ulrich Sahm hier nicht erwähnt?


19.1.2006 (Spiegel Online): "Chirac droht Terror-Staaten mit Atomwaffen".

22.1.2006: (Spiegel Online): "Israel warnt Iran - Israels Verteidigungsminister Schaul Mofas betonte, sein Land werde iranische Atomwaffen auf keinen Fall akzeptieren. Indirekt drohte er sogar mit einem militärischen Angriff...".

22.1.2006 (derStandard.at): "Schweizer UBS-Bank bricht Geschäftsbeziehungen zum Iran ab - Direkter Zusammenhang mit Atomstreit dementiert...".

22.1.2006 (Spiegel Online): "Schweizer Bank schließt Schalter für Schurkenstaaten - Die UBS, größte Vermögensverwalterin der Welt, steigt aus dem Geschäft mit iranischen Kunden aus. Auch der syrische Staat soll nicht mehr bedient werden...".

24.1.2006 (diepresse.com): "Experte: Militärschläge in 6-18 Monaten - Der britische Iran-Experte Ali Asari erwartet US-Angriffe und warnt vor einem 'Sarajewo-Moment' wie vor dem Ersten Weltkrieg...".
Gruß

deBORA

Geändert von deBORA (27.01.2007 um 20:10 Uhr)
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