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  #1  
Alt 24.01.2004, 19:10
5,?l
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Frage Krankenkasse pleite?!?

kann ne gesetzliche krankenkasse (z.b. irgendeine bkk) pleite gehen? und was passiert dann mit den patienten?
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  #2  
Alt 24.01.2004, 19:15
Tomir32
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Gute Frage, ich denke aber mal nicht!
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  #3  
Alt 24.01.2004, 19:19
deBORA
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Die Krankenkassen haben einen bundesweiten Ausgleichsfond. Z.B. muß die BKK Mobil, soviel ich weiß mehr als die Hälfte ihrer Einnahmen an diesen Fonds zahlen, weil die wohl fast nur gesunde junge Mitglieder haben und deshalb deren Risiko gering ist.

Wer nimmt schon gerne alte und kranke Mitglieder auf.

Eine Krankenkasse kann nicht pleite gehen, weil die dann einfach den Beitrag erhöhen (müssen). Zur Not greift dann der bundesweite Risiokostrukturausgleichsfond.

Anders ist es bei einer privaten Krankenkassen. Bevor die Pleite gehen sollte, erhöhen die den Beitrag vorher ins Unermeßliche. Wenn deren Beiträge zu hoch sind und sich niemand, der gesund und jung ist mehr bei denen versichert, so daß das versicherte Risiko schlecht wird, dann ist es sehr viel schlechter für die Alt-Mitglieder. Wenn man sich dann als alter Mensch eine neue Krankenkasse suchen muß, zahlt man wegen des höheren Eintrittsalters oder wegen eines Risikozuschlages aufgrund einer Vorerkrankung als Neumitglied im hohen Alter extrem hohe Beiträge.

Gruß

deBORA
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  #4  
Alt 24.01.2004, 19:33
Turbofan
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Zitat:
Original geschrieben von deBORA
Anders ist es bei einer privaten Krankenkassen. Bevor die Pleite gehen sollte, erhöhen die den Beitrag vorher ins Unermeßliche. Wenn deren Beiträge zu hoch sind und sich niemand, der gesund und jung ist mehr bei denen versichert, so daß das versicherte Risiko schlecht wird, dann ist es sehr viel schlechter für die Alt-Mitglieder. Wenn man sich dann als alter Mensch eine neue Krankenkasse suchen muß, zahlt man wegen des höheren Eintrittsalters oder wegen eines Risikozuschlages aufgrund einer Vorerkrankung als Neumitglied im hohen Alter extrem hohe Beiträge.
Tja, deshalb habe ich mich entschieden, in der Gesetzlichen zu bleiben. Das Risiko, in die Private zu wechseln und dort ein Leben lang gebunden zu sein, ist für mich nicht kalkulierbar.
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  #5  
Alt 24.01.2004, 19:48
Niemals Servo
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Zitat:
Original geschrieben von deBORA

Wer nimmt schon gerne alte und kranke Mitglieder auf.
Das machen die Kassen, die einen geringeren Beitrag aufgrund effektiverer Strukturen realisieren wollen und diesen Vorteil nicht wegen zu wenig Alten im Risikostrukturausgleich verlieren wollen.
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  #6  
Alt 24.01.2004, 19:55
Niemals Servo
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Standard Re: Krankenkasse pleite?!?

Zitat:
Original geschrieben von 5,?l
kann ne gesetzliche krankenkasse (z.b. irgendeine bkk) pleite gehen? und was passiert dann mit den patienten?
2001 ist eine BKK in Düsseldorf (oder war's Duisburg?) pleite gegangen. Die Versicherten gehen dann halt zu einer anderen gesetzlichen KK.
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  #7  
Alt 24.01.2004, 19:57
ede
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Standard Re: Re: Krankenkasse pleite?!?

Zitat:
Original geschrieben von Niemals Servo
2001 ist eine BKK in Düsseldorf (oder war's Duisburg?) pleite gegangen. Die Versicherten gehen dann halt zu einer anderen gesetzlichen KK.
war Düsseldorf.

Gruß
ede
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  #8  
Alt 26.01.2004, 19:12
Thomas TDI
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Zitat:
Original geschrieben von deBORA
Die Krankenkassen haben einen bundesweiten Ausgleichsfond. Z.B. muß die BKK Mobil, soviel ich weiß mehr als die Hälfte ihrer Einnahmen an diesen Fonds zahlen, weil die wohl fast nur gesunde junge Mitglieder haben und deshalb deren Risiko gering ist.
Halt! Bitte den Risikostrukturausgleich (RSA), der bei den Kassen die unterschiedlichen Risiken ausgleichen soll, mit der Haftung bei Zahlungsunfähigkeit verwechseln. Ist eine Kasse pleite, das ist übrigens schon öfter passiert - wird halt nur nicht an die große Glocke gehängt -, erfolgt eine Haftung innerhalb des eigenen Verbandes, also BKK-Bundesverband oder Verband der Angestellten-Krankenkassen etc.

Kritisch wird's halt nur, wenn sehr große Kassen wie BEK und DAK keine Kohle mehr haben. Das könnten die kleineren Kassen im Verband nicht ausgleichen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, daß dies von der Politik hingenommen würde. Irgendein "Reförmchen" oder eine Kreditabsicherung wird es dann schon geben. Bei Kleineren BKKs wird halt einfach fusioniert!

Gruß
Thomas
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  #9  
Alt 27.01.2004, 07:20
Schattenparker
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Zitat:
Original geschrieben von deBORA
Die Krankenkassen haben einen bundesweiten Ausgleichsfond. Z.B. muß die BKK Mobil, soviel ich weiß mehr als die Hälfte ihrer Einnahmen an diesen Fonds zahlen, weil die wohl fast nur gesunde junge Mitglieder haben und deshalb deren Risiko gering ist.

Wer nimmt schon gerne alte und kranke Mitglieder auf.

Eine Krankenkasse kann nicht pleite gehen, weil die dann einfach den Beitrag erhöhen (müssen). Zur Not greift dann der bundesweite Risiokostrukturausgleichsfond.
Genau, der Risikostrukturausgleich lässt Kassen mit schlechten Risiken (vor allem AOKs) Geld zukommen, Kassen mit besseren Risiken (wenige Rentner, Sozialhilfeempfänger, chronisch Kranke...) bezahlen hier ein. Eigentlich eine sinnvolle Lösung da viele Kassen mit schlechten Risiken (vor allem AOKs) ansonsten nicht konkurrenzfähige Beitragssätze hätten. Krankenkassen in Ostdeutschland wurden noch einmal zusätzlich gefördert, was dann zum Teil aber absurde Ergebnisse vorbringt.

Der RSA Nettozahler IKK Baden-Württemberg hat etwa einen allgemeinen Beitragssatz von 14,9 %, der Empfänger AOK Sachsen 12,9 % .

Gesetzliche Grundlage sind die §§ 265 - 269 SGB V.

In letzter Zeit kam es vor allem bei BKKs schon zunehmend zu Fusionen. Bei der DAK wurde schon öfter über Insolvenz gemunkelt, in diesem Fall müssten aber andere Ersatzkassen die DAK finanziell unterstützen. Im Gegensatz zur PKV ist der gesetzlich Versicherte hier sicher, egal wie es seiner Versicherung geht.

Andy
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  #10  
Alt 27.01.2004, 07:37
Hubiklaus
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Zitat:
Original geschrieben von Turbofan
Tja, deshalb habe ich mich entschieden, in der Gesetzlichen zu bleiben. Das Risiko, in die Private zu wechseln und dort ein Leben lang gebunden zu sein, ist für mich nicht kalkulierbar.
Tut mir leid das sagen zu müssen, aber ich schätze das als großen Fehler ein. Man redet davon, dass wir auf eine zwei Klassen Medizin zusteuern, aber in meinen Augen sind wir schon da. Durch die ständigen Kürzungen der Leistungen und Honorare der Ärzte sind Kassenpatienten inzwischen schon Patienten zweiter Klasse. Beim einfachen Landarzt fällt das nicht so auf, aber gehe mal in eine Klinik......
Leider muss ich jetzt dringend weg, denn das Wort Krankenkasse ist bei mir so ein Reizthema. In meinen Augen fast schon Verbrecher. Man schaue sich nur die schönen Gebäude an, die sich die Kassen da hinbauen. die Gehälter der Mitarbeiter sind auch nicht von schlechten Eltern und der riesige Verwaltungswasserkopf will auch unterhalten werden. Aber wenn das Geld knapp wird, lieber die Beiträge erhöhen, die Leistungen reduzieren als im eigenen Haus zu kehren.
Gruss
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  #11  
Alt 27.01.2004, 07:50
golf4
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Der Staat weis schon warum er die Beamten privat versichert.
Damit wir gesund und leistungsfähig bleiben.
Seit 31 Jahren privat versichert, wenn ich jetzt mit einer AOK Karte zum Arzt gehen müsste, ich würde krank werden.
Ich hab mir das nicht ausgesucht, so ist es halt mal.
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  #12  
Alt 27.01.2004, 07:56
MouseWare
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Zitat:
Original geschrieben von Schattenparker
Genau, der Risikostrukturausgleich lässt Kassen mit schlechten Risiken (vor allem AOKs) Geld zukommen, Kassen mit besseren Risiken (wenige Rentner, Sozialhilfeempfänger, chronisch Kranke...) bezahlen hier ein. Eigentlich eine sinnvolle Lösung da viele Kassen mit schlechten Risiken (vor allem AOKs) ansonsten nicht konkurrenzfähige Beitragssätze hätten.
Und wie soll da noch das Modell von hunderten von gesetzlichen Kassen begründet werden, wenn die auf der einen Seite gewollte Konkurrenz um Mitglieder auf der anderen Seite ad absurdum geführt wird?

Entweder ein System mit Wettbewerb mit seinen Vor- und Nachteilen oder eine große Pflichtversicherung, die Millionen bis Milliarden in der Verwaltung einsparen könnte. Dazu noch eine vernünftige Abrechnungspraxis und ein großer Teil der Probleme wäre gelöst, auch wenn auf Dauer eine echte Strukturreform unausweichlich ist.

Gruß
Markus
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  #13  
Alt 27.01.2004, 08:07
Alois Alois ist offline
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Zitat:
Tja, deshalb habe ich mich entschieden, in der Gesetzlichen zu bleiben. Das Risiko, in die Private zu wechseln und dort ein Leben lang gebunden zu sein, ist für mich nicht kalkulierbar.
Leider weiß man ja auch nicht, wie es bei den gesetzlichen weitergeht.
Aber ein Risiko stellen private im Alter schon dar. Mitlerweile wird den privaten zwar mehr auf die Finger geschaut, um zu verhindern, daß die Beiträge im Alter so ansteigen, daß sie nicht mehr bezahlbar sind.
Ich bin auch in der gesetzlichen geblieben, ob's ein Fehler ist oder wahr, wird sich noch rausstellen.
__________________
Viele Grüsse

Alois
______________________________

nur ein blaues Auto
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  #14  
Alt 27.01.2004, 08:54
MouseWare
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Zitat:
Original geschrieben von Alois
Leider weiß man ja auch nicht, wie es bei den gesetzlichen weitergeht.
Aber ein Risiko stellen private im Alter schon dar. Mitlerweile wird den privaten zwar mehr auf die Finger geschaut, um zu verhindern, daß die Beiträge im Alter so ansteigen, daß sie nicht mehr bezahlbar sind.
Ich bin auch in der gesetzlichen geblieben, ob's ein Fehler ist oder wahr, wird sich noch rausstellen.
Es gibt gesetzlich festgelegte Altersrückstellungen, Zusatzoptionen der PKVs, die den Beitrag im Alter pauschal um 10% mindern und man kann das gegenüber einer GKV gesparte Geld ein paar Jahre selbst fürs Alter rückstellen, mit Verzinsung ergibt das eine sehr gute Absicherung.

Ein Risiko, daß die Gesellschaft im Alter nicht mehr existiert und ich vielleicht dadurch Nachteile habe, bleibt. Aber das ist mir die wesentlich bessere Versorgung und die freie Wahl der erbringbaren Leistungen wert. Und Hubiklaus hatte schon recht mit seiner Behauptung, daß die Zwei-Klassen-Medizin längst Realität ist, allen Dementis in der Politik zum Trotz.

Gruß
Markus
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  #15  
Alt 27.01.2004, 09:18
Pitter
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Zitat:
Original geschrieben von golf4
Der Staat weis schon warum er die Beamten privat versichert....
Klar weis "der Staat" das. Die (Ministerial)Beamten, die ja solche Regeln entwerfen und die dann von in der Mehrzahl (Beamten)politikern verabschiedet werden, haben es halt schon vor Jahrzehnten verstanden, die schlechten Risiken "solidarisch" auf andere Schultern zu verteilen.

Gruß

Pitter
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