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  #16  
Alt 27.01.2004, 08:53
dbhh
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Standard Das ist fast richtig deBORA

Zitat:
Original geschrieben von deBORA
Die Krankenkassen haben einen bundesweiten Ausgleichsfond. Z.B. muß die BKK Mobil, soviel ich weiß mehr als die Hälfte ihrer Einnahmen an diesen Fonds zahlen, weil die wohl fast nur gesunde junge Mitglieder haben und deshalb deren Risiko gering ist. (...)
Das mit dem Ausgleichsfonds stimmt, das mit dem "nur" nicht.

Nahe an der Insolvenz sind die gesetzlichen KK, da das Solidarprinzip schon seit langer Zeit aufgegeben ist: Gutverdienende (Stichwort: Beitragsbemessungsgrenze) können in "geschützte KK" (sprich: private KK) welchseln, solange sie jung sind, solange es sich für sie rechnet. Das wird jahrzehntelang genossen. Die Pflichversicherten werden ausgelacht.

Kommt die Zeit, in der die private KK den alt gewordenen Patienten "die Rechnung" in Form explodierender Beträge präsentiert, so sorgt man dafür das das eigene Gehalt gezielt für eine bestimmte Zeit unter die BBG sinkt, und kehrt in den Hafen der gesetzlichen KK -der Solidargemeinschaft- zurück.

Da muss man nicht Volkswirtschaft oder Sozialwissenschaft studiert haben um zu blicken, dass das nicht aufgehen kann.

Kollabieren tut das System weil nun Massenarbeitslosigkeit "obendrauf" kommt: immer weniger zahlen ein, immer mehr (alte Menschen) wollen was rausnehmen.

Gruß
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  #17  
Alt 27.01.2004, 08:57
ede
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Zitat:
Original geschrieben von MouseWare
.. und man kann das gegenüber einer GKV gesparte Geld ein paar Jahre selbst fürs Alter rückstellen, mit Verzinsung ergibt das eine sehr gute Absicherung.

Gruß
Markus
Hallo,

mE. sollte man auch so daran gehen, nur denken die wenigsten an diese Möglichkeit.

Gruß
ede
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  #18  
Alt 27.01.2004, 08:58
dbhh
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Standard Das Reförmchen ist schon da ...

Zitat:
Original geschrieben von Thomas TDI
(...) Kritisch wird's halt nur, wenn sehr große Kassen wie BEK und DAK keine Kohle mehr haben. Das könnten die kleineren Kassen im Verband nicht ausgleichen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, daß dies von der Politik hingenommen würde. Irgendein "Reförmchen" (...)
... denn Mitte der 90er wurden doch die KK "geöffnet", d.h. jeder konnte dahin wo er wollte. Das sollte den Wettbewerb anschieben. Tja, tat diese Änderung (ich hasse Reformen!) wohl auch - nur zu viel des Guten. Die Lobby der KK meldete sich bei Ulla Schmidt (oder VorgängerIn). Folge: Sperrfrist. Man kann nun plötzlich erst wieder nach 24 Monaten die KK welchseln. Es hat nur den Grund der Eingrenzung von Kosten-optimierten Verhalten der Versicherten.

Gruß
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  #19  
Alt 27.01.2004, 09:02
dbhh
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Standard Um Gottes Willen !

Zitat:
Original geschrieben von MouseWare
(...) Entweder ein System mit Wettbewerb mit seinen Vor- und Nachteilen oder eine große Pflichtversicherung, die Millionen bis Milliarden in der Verwaltung einsparen könnte. (...)
Du willst das "echte Solidarprinzip" Jeder für Jeden wieder einführen? Pssst. Man, lass das blos keinen hören. Es soll doch nicht an die große Glocke gehängt werden, das die Pflichtversicherten die Dummen sind - weil sie nicht raus können, aber alle Lasten tragen müssen.

gruß
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  #20  
Alt 27.01.2004, 09:13
MouseWare
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Standard Re: Das ist fast richtig deBORA

Zitat:
Original geschrieben von dbhh
Kommt die Zeit, in der die private KK den alt gewordenen Patienten "die Rechnung" in Form explodierender Beträge präsentiert, so sorgt man dafür das das eigene Gehalt gezielt für eine bestimmte Zeit unter die BBG sinkt, und kehrt in den Hafen der gesetzlichen KK -der Solidargemeinschaft- zurück.
Glaubst Du wirklich, in 30 Jahren hätte ich dann das Verlangen, mich im Krankenhaus in ein dann bei den GKVs zum Standard gewordenen 10-Bett-Zimmer zu legen? So billig können die gar nicht sein, daß ich mir das zumuten würden

Aber im Ernst: Dagegen gibt es ein gutes Rezept: Kopfpauschalen. Jeder zahlt einen festgesetzten Betrag zur Grundabsicherung in eine Pflichtversicherung, wer dann mehr Leistungen haben will, schließt eine Zusatzabsicherung ab, wer Geringverdiener ist, erhält eine staatliche Unterstützung für den Beitrag.

Das wüde ganz nebenbei auch verhindern, daß sich "Besserverdienende" ihren Beitrag schönrechnen könnten, denn die wollen nicht nur die Grundabsicherung haben und brauchen dann eine Zusatzversicherung...was eine staatliche Subventionierung der Kopfpauschale dann ausschließt. Das wäre ein faires und gerechtes System (für jeden die gleiche Leistung zum gleichen Preis) das mit schlanker Verwaltung zu meistern wäre.

@dbhh

Doch, warum nicht? Ein faires System, bei dem jeder seinen Teil trägt finde ich begrüßenswert...aber kein System, bei dem der "freiwillige Teilzeitarbeiter" von nebenan neben dem Steuersystem auch noch bei den Gesundheitskosten davon profitiert, daß ich so blöd bin und 80 Stunden in der Woche arbeite...

Gruß
Markus
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  #21  
Alt 27.01.2004, 13:27
Schattenparker
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Zitat:
Original geschrieben von Hubiklaus
Man schaue sich nur die schönen Gebäude an, die sich die Kassen da hinbauen. die Gehälter der Mitarbeiter sind auch nicht von schlechten Eltern und der riesige Verwaltungswasserkopf will auch unterhalten werden. Aber wenn das Geld knapp wird, lieber die Beiträge erhöhen, die Leistungen reduzieren als im eigenen Haus zu kehren.
War bis zum Herbst bei einer gesetzlichen Krankenkasse beschäftigt.

Hm, also im Vergleich zur freien Wirtschaft wurden bei uns viele Verwaltungsmittel recht lange genutzt. Einige Dinge wie Schreibtische waren noch aus den 80ern und es fehlte an Geld für neue Sachen wie z. B. brauchbare PC Monitore. Im Gegensatz zu manchem Fuhrpark in der Privatwirtschaft gab es nur einen einzigen Opel Zafira, das meisten Dienstfahrten wurde mit Privat PKWs erledigt. Ist so was Luxus?

Und mein Gehaltszettel als Sachbearbeiter (hatte aber oft statt 38,5 gut 42 - 45 Stunden die Woche gearbeitet, die da wir zu wenig Leute waren) wies einen Bruttolohn von 2325,31 EUR aus. Netto 1303,75 EUR. In der Privatwirtschaft hätte es hier sicherlich mehr gegeben, vor allem kulantere Überstundenregelungen. Die Stunden, nach Quartalsende wurden alle Stunden über 10 Überstunden gestrichen. Ich hatte dadurch keinen finanziellen Vorteil. Die meisten neuen Sachbearbeiter, die den Beruf ebenfalls gelernt hatten (bin Sozialversicherungsfachangestellter, kein Quereinsteiger) waren oft noch eine Gehaltsstufe tiefer eingruppiert.

Es gibt sicherlich einige Kassen, die mit Geld um sich werfen und hohe Verwaltungskosten haben. Aber bevor Du kollektiv alle Kassen angreifst solltest Du Dich vielleicht informieren. Im Vergleich zur Privatwirtschaft oder staatlichen Stellen wird hier sicher nicht mehr mit Geld um sich geworfen.

Einige von Ullas Geistesblitzen wie die neue Regelungen zur Befreiung von Zuzahlungen bringen ebenfalls einen riesigen Verwaltungsaufwand. Früher (§ 61 SGB V bis 31.12.2003) wurde man, wenn man ein bestimmtes Einkommen unterschritten hatte (eine Person: 952 EUR) komplett befreit. Wenn ein Rentner etwa seinen Bescheid vorlegte ist es eine Sache von ein paar Minuten.

Jetzt (Zuzahlungen in Höhe von 2 % des Jahreseinkommens müssen selbst getragen werden) wird am Jahresende jeder Versicherte mit einem Stapel Belege kommen. Bei den bisher schon nach § 62 SGB V (teilweise Befreiung) befreiten Mitgliedern (die lagen über der Grenze im alten § 61, hatten aber mehr als 2 % oder bei chronischer Erkrankung 1 % zugezahlt, also richtig viel) war das immer sehr zeitaufwändig. Der Verwaltungsaufwand zur Prüfung ist im Vergleich zu früher immens.

Wenn man in Berlin solche Vorschriften ersinnt muss man sich über hohe Verwaltungsausgaben nicht wundern.

Andy
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  #22  
Alt 27.01.2004, 18:36
Thomas TDI
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Zitat:
Original geschrieben von Hubiklaus
In meinen Augen fast schon Verbrecher. Man schaue sich nur die schönen Gebäude an, die sich die Kassen da hinbauen. die Gehälter der Mitarbeiter sind auch nicht von schlechten Eltern und der riesige Verwaltungswasserkopf will auch unterhalten werden. Aber wenn das Geld knapp wird, lieber die Beiträge erhöhen, die Leistungen reduzieren als im eigenen Haus zu kehren.
Gruss
Sorry, aber das hat "Auto-Bild-Forum"-Niveau. Ich denke zwar auch, dass durchaus noch Sparpotential bei den Kassen vorhanden ist. Deine Aussage errinnert mich aber schon an die ewigen Vorwürfe (übrigens selten mit Fakten untermauert) an Banken, Versicherungen und auch VW/Audi, dass die Gebäude zu nobel sind. Ich hätte nicht nur ein Problem meinen Wagen in einer Hinterhofwerkstatt zu kaufen, sondern würde auch einer Versicherung, die mich in einer alten Spelunke empfängt, wenig vertrauen schenken. Das erinnert mit etwas an das ebenfalls gerade diskutierte Thema "geiz ist geil".

Übrigens: Gute, qualifizierte Mitarbeiter kosten nun mal etwas mehr Geld, genauso wie diese Arbeitnehmer nur selten dazu zu bewegen sind, mit veralteter Technik und Büroausstattung zu arbeiten (siehe auch den Kommentar von "Schattenparker").

Gruß
Thomas
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  #23  
Alt 27.01.2004, 19:30
Hubiklaus
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Zitat:
Original geschrieben von Schattenparker
War bis zum Herbst bei einer gesetzlichen Krankenkasse beschäftigt.


Und mein Gehaltszettel als Sachbearbeiter (hatte aber oft statt 38,5 gut 42 - 45 Stunden die Woche gearbeitet, die da wir zu wenig Leute waren) wies einen Bruttolohn von 2325,31 EUR aus. Netto 1303,75 EUR. In der Privatwirtschaft hätte es hier sicherlich mehr gegeben, vor allem kulantere Überstundenregelungen. Die Stunden, nach Quartalsende wurden alle Stunden über 10 Überstunden gestrichen. Ich hatte dadurch keinen finanziellen Vorteil. Die meisten neuen Sachbearbeiter, die den Beruf ebenfalls gelernt hatten (bin Sozialversicherungsfachangestellter, kein Quereinsteiger) waren oft noch eine Gehaltsstufe tiefer eingruppiert.

Andy
Als Klinikarzt muss ich mich leider täglich mit den Kassen ärgern. Wir haben für 14 Assistenten zwei PCs an denen wir alle sämtliche Kassenanträge und Briefe schreiben müssen, haben ein Zimmer in dem wir uns alle umziehen, Überstunden werden nicht bezahlt und verdient habe ich als AIP bei einer 50-60 Stunden Woche 650€ netto, inzwischen als Assistent 1700€ bei gleicher Stundenbelastung, großer Verantwortung, Nachtdienste und Wochenenddienste u.s.w. u.s.w..Naja und wenn man überlegt, dass man dafür dann auch noch mind. 6 Jahre studiert hat. Aber egal mir macht der Beruf Spaß obwohl ich mir manchmal schon recht verarscht vorkomme. Wenn wir Ärzte nur ein bischen mehr auf unsere Rechte pochen würden, dann würde das ganze Gesundheitssystem zusammenbrechen (Man bedenke nur das Eu Urteil zur Arbeitszeit, wenn wir darauf bestehen würden, dann würden auf einen Schlag mind 50000 Klinikärzte fehlen, aber wer soll die Bezahlen..) Ich wäre froh wenn man mir 10 Überstunden im Monat zahlen würde!
Du als Kassenangestellter und ich als Klinikarzt da haben wir einfach zu viel Reibungspunkte als dass wir auf beruflicher Ebene auf einen gemeinsammen Nenner kommen könnten. Ich habe natürlich nichts gegen die Menschen die dort arbeiten und das sind ja auch alles nette Leute, trotzdem ist an dem Krankenkassensystem einiges super faul und irgendwie habe ich nicht den Eindruck, dass die Kassen daran was ändern wollen! Wieviel Krankenkassen haben wir in Deutschland?? Soweit ich weis einige hundert und jede hat einen eigenen Verwaltungsapparat. Brauchen wir das? Muß die AOK, da ja so schlecht bei Kasse ist, so teure Fernsehwerbung machen?? Ich denke nicht.

@ThomasTDI
Naja Auto-Bild lese ich nicht, desswegen kenne ich das Niveau dort nicht ,aber du magst ja vielleicht recht habe (zumindest was "Verbrecher" angeht), da ich in der Kürze der Zeit keine Fakten für meine Behauptungen geliefert habe. Aber wenn Du so wie ich Dich täglich mit dieser Problematik rumärgern musst, da ist das dann halt einfach ein Reizthema, bei dem man mal ganz gerne platzen kann und lospolter. Ich stimme Dir natürlich zu, dass gute und qualifiezierte Mitarbeiter Geld kosten, aber wenn Du Dir mal anschaust was promovierte Klinikärzte bekommen, dann kann man eigentlich nur mitleidig schauen. Sind wir also nicht gut und qualifiziert und schließlich ist unsere Arbeit ja nicht ganz unwichtig. Lass Dir mal berichten, was ein Hausarzt für einen Hausbesuch bekommt. Für das Geld würde sich ein Handwerker noch nicht mal ins Auto setzen. Leider ist das Bild der Klinikärzte durch diverse Fernsehserien etwas verdreht worden. Aber wie gesagt mir macht die Arbeit Spaß auch wenn die Bezahlung für das geleistet nicht ebenbürtig ist. Es werden übrigens immer mehr Ärzte, die nach Abschluß des Studiums nicht als Arzt arbeiten, eben wegen der schlechten Bezahlung und der hohen Arbeitszeitbelastung, sondern lieber in die Pharmaindustrie oder diverse Versicherungen gehen. Es besteht bereits ein Arztmangel, zumindest im Klinibereich, und dieser wird immer weiter steigen.

Gruss
KLAUS
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  #24  
Alt 27.01.2004, 20:44
Schattenparker
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Zitat:
Original geschrieben von Hubiklaus
Als Klinikarzt muss ich mich leider täglich mit den Kassen ärgern. Wir haben für 14 Assistenten zwei PCs an denen wir alle sämtliche Kassenanträge und Briefe schreiben müssen, haben ein Zimmer in dem wir uns alle umziehen, Überstunden werden nicht bezahlt und verdient habe ich als AIP bei einer 50-60 Stunden Woche 650€ netto, inzwischen als Assistent 1700€ bei gleicher Stundenbelastung, großer Verantwortung, Nachtdienste und Wochenenddienste u.s.w. u.s.w..Naja und wenn man überlegt, dass man dafür dann auch noch mind. 6 Jahre studiert hat. Aber egal mir macht der Beruf Spaß obwohl ich mir manchmal schon recht verarscht vorkomme. Wenn wir Ärzte nur ein bischen mehr auf unsere Rechte pochen würden, dann würde das ganze Gesundheitssystem zusammenbrechen (Man bedenke nur das Eu Urteil zur Arbeitszeit, wenn wir darauf bestehen würden, dann würden auf einen Schlag mind 50000 Klinikärzte fehlen, aber wer soll die Bezahlen..) Ich wäre froh wenn man mir 10 Überstunden im Monat zahlen würde!
Du als Kassenangestellter und ich als Klinikarzt da haben wir einfach zu viel Reibungspunkte als dass wir auf beruflicher Ebene auf einen gemeinsammen Nenner kommen könnten. Ich habe natürlich nichts gegen die Menschen die dort arbeiten und das sind ja auch alles nette Leute, trotzdem ist an dem Krankenkassensystem einiges super faul und irgendwie habe ich nicht den Eindruck, dass die Kassen daran was ändern wollen! Wieviel Krankenkassen haben wir in Deutschland?? Soweit ich weis einige hundert und jede hat einen eigenen Verwaltungsapparat. Brauchen wir das? Muß die AOK, da ja so schlecht bei Kasse ist, so teure Fernsehwerbung machen?? Ich denke nicht.
Das ist richtig. Ich denke gegenüber der Privatwirtschaft stehen wir beide relativ schlecht da. Dann einfach die Krankenkassen kollektiv als die bösen Buben hinzustellen riecht aber schon kräftig nach Lobbyarbeit.

Habe in einem Krankenhaus Zivildienst gemacht als Pflegezivi. Hatte da einen gewissen Einblick. Luxus sieht ebenfalls anders aus und Schichtdienst zehrt (da waren meine Arbeitszeiten dort gemütlich).

Ich denke dass hier für beide Seiten der Fisch vor allem von oben stinkt.

Meine war nicht die AOK, über einige deren Sponsorships könnte ich mich ebenfalls aufregen. Vor allem wenn man schon RSA Empfänger ist und nicht einzahlt.

Die vielen Kassen brauchen wir sicherlich nicht. Es wird sicherlich auf eine Einheitskasse oder wenige Krankenkassen herauslaufen. Nur will hier leider jeder seine Pfründe verteidigen. Ein paar Vorstandsposten weniger tun eben weh . Siehe doch auch die Reformbereitschaft bei der Bundesagentur für Arbeit.

Du kommst Dir als Sachbearbeiter bei einer begründeten Leistungsablehnung (z. B. wenn eine Pflegestufe beantragt wird da die Patientin nicht ihre Katze füttern kann; vor allem Hausärzte können bei Pflegeanträgen etc. oft sehr arrogant und selbstherrlich sein, viele denken sie kennen alle rechtlichen Sachen perfekt obwohl sie keine Ahnung haben) ziemlich veralbert vor wenn Du vom Versicherten gesagt bekommst dass er einfach die Kasse wechselt da die andere es schon zahlen werde. Ich habe nie jemand etwas verweigert wenn es ihm zustand und habe immer versucht einen Weg zu finden, nur manchmal geht es einfach nicht. Ich muss meine Entscheidungen auch rechtfertigen.

Und an vielem Verwaltungshickhack sind eben auch Ulla und ihre Vorgänger Schuld. Siehe etwa die in der Theorie so tolle Praxisgebühr (auf die einige Kassen freiwillig zugunsten eines Bonussystems verzichten wollen) oder das Beispiel mit der Härtefallbefreiung. Die Kassen machen nicht die Gesetze, sie müssen sie aber umsetzen. Auch wenn es nervt muss man sich manchmal in den Anderen hereinversetzen. Der kleine Sachbearbeiter am anderen Ende der Telefonleitung kann nichts dafür dass es ist wie es ist.

Andy
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  #25  
Alt 28.01.2004, 08:28
dbhh
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Standard Eine gute Idee ...

Zitat:
Original geschrieben von MouseWare
(...) Aber im Ernst: Dagegen gibt es ein gutes Rezept: Kopfpauschalen. Jeder zahlt einen festgesetzten Betrag zur Grundabsicherung in eine Pflichtversicherung, wer dann mehr Leistungen haben will, schließt eine Zusatzabsicherung ab, wer Geringverdiener ist, erhält eine staatliche Unterstützung für den Beitrag. (...)
... die aber meiner Ansicht nach keine Chance der Realisierung hat. Es müssten die plötzlich einzahlen, die sich bisher aus dem Gemeinwesen ausgeklinkt und dies über Lobbyarbeit festgeklopft haben. Es gäbe einen Aufschrei ! Ein realer Lösungsansatz wäre es.

Gruß
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  #26  
Alt 28.01.2004, 18:13
Thomas TDI
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Zitat:
Original geschrieben von Hubiklaus
@ThomasTDI
Naja Auto-Bild lese ich nicht, desswegen kenne ich das Niveau dort nicht ,aber du magst ja vielleicht recht habe (zumindest was "Verbrecher" angeht), da ich in der Kürze der Zeit keine Fakten für meine Behauptungen geliefert habe. Aber wenn Du so wie ich Dich täglich mit dieser Problematik rumärgern musst, da ist das dann halt einfach ein Reizthema, bei dem man mal ganz gerne platzen kann und lospolter. Ich stimme Dir natürlich zu, dass gute und qualifiezierte Mitarbeiter Geld kosten, aber wenn Du Dir mal anschaust was promovierte Klinikärzte bekommen, dann kann man eigentlich nur mitleidig schauen. Sind wir also nicht gut und qualifiziert und schließlich ist unsere Arbeit ja nicht ganz unwichtig. Lass Dir mal berichten, was ein Hausarzt für einen Hausbesuch bekommt. Für das Geld würde sich ein Handwerker noch nicht mal ins Auto setzen. Leider ist das Bild der Klinikärzte durch diverse Fernsehserien etwas verdreht worden. Aber wie gesagt mir macht die Arbeit Spaß auch wenn die Bezahlung für das geleistet nicht ebenbürtig ist. Es werden übrigens immer mehr Ärzte, die nach Abschluß des Studiums nicht als Arzt arbeiten, eben wegen der schlechten Bezahlung und der hohen Arbeitszeitbelastung, sondern lieber in die Pharmaindustrie oder diverse Versicherungen gehen. Es besteht bereits ein Arztmangel, zumindest im Klinibereich, und dieser wird immer weiter steigen.

Gruss
KLAUS
Einverstanden, es ist bekannt, dass das Verhältnis zwischen Verantwortung und Vergütung im stationären Bereich eher unglücklich ist

Bei den niedergelassenen Ärzten sieht es da allerdings etwas anders aus (natürlich nicht bei allen! z.B. Landarzt u.ä.). Natürlich bringt es jetzt nicht allzu viel, über das Einkommen verschiedener Berufsgruppen zu diskutieren. Die meisten werden halt feststellen, dass es ruhig etwas mehr sein könnte.


Recht hast Du aber, dass die Verwaltung mit deutscher Gründlichkeit immer weiter vorangetrieben wird. Und das kostet eine Unmenge an Geld - Verantwortlich dafür sind aber hauptsächlich - wie so häufig - unsere lieben Politiker. In der Regel denken sich die Verordnungen und Gesetze ja nicht die Kassen aus. Zu diesen teilweise unnötigen Verwaltungskosten zähle ich übrigens auch die in meinen Augen völlig unnötigen dezentralen Verwaltungen einzelner Kassen. Weshalb müssen alle regionalen AOKs und IKKs eigene Verwaltungen mit Vorstand haben. Dass dies auch anders geht, beweisen ja BKKs und Ersatzkassen. Dass sich die schlankere Verwaltung nicht immer im Beitrag wiederspiegelt, liegt ja dank RSA nicht an den Kassen.

Gruß
Thomas
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